Archive-Ger350-Fa07


Wer zuletzt lacht, lacht im Westen!

Zwei Volkspolizisten halten an der Grenze Ost-West einen englischen Autofahrer an.
Sagt der eine Polizist zu dem anderen:"Baul, schraib uff: dor Mann hat soi Lenkrad
uff dor falschen Seide". Darauf der Engländer:"What do you want from me?"
Der Polizist zu dem anderen:"Baul, schraib uff: dor Mann red wirres Zeusch."
Der Polizist geht ums Auto des Engländers herum und sieht den Aufkleber mit "GB".
Darauf hin der Polizist ganz aufgeregt zum anderen:"Baul, streisch olles dor Mann
ist von dor "Griminal Bolizei".

Der Rahmen literarischen und künstlerischen Schaffens in der DDR (2)

“Grundzüge des sozialistischen Realismus:

Der sozialistische Realismus hat eine Methode

1. der wahrheitsgetreuen, historisch-konkreten Darstellung der Wirklichkeit,

2. der Wiedergabe des Lebens in seiner revolutionären Entwicklung,

3. der parteilichen Darstellung des Lebens; parteilich und nicht objektivistisch,

4. das Sozialistische ist das ästhetische Ideal und ist ebenso das Kriterium, von dem aus der Künstler an die Wirklichkeit herangeht,

5. der Herausarbeitung des positiven Helden.”

Arbeiterliteratur/Sozialistischer Realismus

a. Nikolai Ostrowski: Wie der Stahl gehärtet wurde (russ. Как закалялась сталь, Kak sakaljalas’ stal)

b. Semjon Babajewski: Ritter des Goldenen Sterns (1952 bei Aufbau erschienen)

c. Christa Wolf: Moskauer Novelle (1960), Der geteilte Himmel (1961)

d. Das klassische deutsche Erbe
Erstes Theaterstück in Berlin:  Gotthold Ephraim Lessing Nathan der Weise

Ulrich Plenzdorf: Die neuen Leiden des jungen Werther

Ab März 1972 in Sinn und Form erschienen, darauf gleich an vierzehn Theatern gespielt
verschiedene Sprachebenen, Erwachsenen, Albert, Werther

Biographie:  1934 in Berlin geboren.  Studierte Philosophie in Leipzig.  Seit 1963 als Szenarist bei der DEFA.

Werke: Paul und Paula
Geschichte vom Glück ohne Ende
Gutenachtgeschichte
Kein runter, kein fern.

Kritik: Normenfeindlichkeit, Kritik am Vorbildcharakter des Helden, Germanistik wird in Dieter/Albert kritisiert, respektloser Umgang mit dem Erbe, vom Bedürfnis des einzelnen ausgehend, 40% der von Forum befragten Jugendlichen konnten sich an Edgars Kritik beteiligen, 60% konnten sich vorstellen, mit ihm befreundet zu sein.

— Falsche Identifikationsfigur

—Tod wird zum Thema, das in einer Gesellschaft, die sich auf die Befreiung der Menschen entwickelt, tabu war, durchbrochen nur durch Strittmatters Ole Bienkopp und Christa Wolfs Nachdenken über Christa T.

Keine ausgewogene Erzählperspektive, alles wird subjektiv berichtet und dann aus dem Jenseits noch einmal subjektiv kommentiert.

e. Romantikrezeption in der DDR

Christa Wolf: Kein Ort. Nirgends ist eines von vielen Beispielen der Romantikrezeption in der DDR.  Die Helden, Günderode und Kleist, haben keine Vorbildfunktion; sie sind keine positiven Helden. Die Romantik erlaubte die Identifikation mit Gescheiterten, was von der Partei nicht besonders gern gesehen wurde,
f. Gründngsmythos – Antifaschismusfalle
Bruno Abusch: Nackt unter Wölfen (1958)

Gedichte von Johabbes R. Becher, Bertolt Brecht und Louis Fürnberg

Johannes R. Becher
Der Staat

Ein Staat, geboren aus des Volkes Not,
Und von dem Volk zu seinem Schutz gegründet —
Ein Staat, der mit dem Geiste sich verbündet
Und des Volkes bestes Aufgebot —

Ein Staat, gestaltend sich zu einer Macht,
Die Frieden will und Frieden kann erzwingen —
Ein Staat, auf aller Wohlergehn bedacht
Und Raum für jeden, Großes zu vollbringen —

Ein solcher Staat ist höchster Ehre wert,
Und mit dem Herzen stimmt das Volk dafür,
Denn solch ein Staat dient ihm mit Rat und Tat —

Ein Staat, der so geliebt ist und geehrt,
Ist unser Staat, und dieser Staat sind Wir:
Ein Reich des Menschen und ein Menschen-Staat.

Johannes R. Becher

Nationalhymne der Deutschen Demokratischen Republik

Auferstanden aus Ruinen
und der Zukunft zugewandt,
laß uns dir zum Guten dienen,
Deutschland, einig Vaterland.
Alte Not gilt es zu zwingen,
und wir zwingen sie vereint,
denn es muß uns doch gelingen,
daß die Sonne schön wie nie
über Deutschland scheint.

Glück und Friede sei beschieden
Deutschland, unsrem Vaterland!
Alle Welt sehnt sich nach Frieden!
Reicht den Völkern eure Hand.
Wenn wir brüderlich uns einen,
schlagen wir des Volkes Feind.
Laßt das Licht des Friedens scheinen,
daß nie eine Mutter mehr
ihren Sohn beweint!

Laßt uns pflügen, laßt uns bauen,
lernt und schafft wie nie zuvor,
und der eignen Kraft vertrauend
steigt ein frei Geschlecht empor.
Deutsche Jugend, bestes Streben
unsres Volks in dir vereint,
wirst du Deutschlands neues Leben,
und die Sonne schön wie nie
über Deutschland scheint.

Note: Am 05.11.1949 beschloß der Ministerrat, dass Auferstanden aus Ruinen die Nationalhymne der DDR werden soll. Die Melodie des Liedes komponierte Hanns Eisler, den Text schrieb Johannes R. Becher.

Ähnlich dem Deutschlandlied hat die DDR-Hymne eine bewegte Geschichte. Der aus dem US-Exil heimgekehrte Komponist Hanns Eisler entlehnte das Eingangsmotiv dem op. 119, Nr. 11 von Beethoven und ergänzte es durch einen eigenen Mittelteil. Er war jedoch nicht der erste, der sich an dieser Stelle bediente, Schlagerkomponist Peter Kreuder hatte aus der gleichen Quelle für das von Hans Albers gesungene Lied “Goodbye Johnny” geschöpft, das Eisler unbekannt war.

Bertolt Brecht
Kinderhymne

Anmut sparet nicht noch Mühe,
Leidenschaft nicht noch Verstand,
daß ein gutes Deutschland blühe
wie ein andres gutes Land.
Daß die Völker nicht erbleichen
wie vor einer Räuberin,
sondern ihre Hände reichen
uns wie andern Völkern hin.

Und nicht über und nicht unter
andern Völkern woll’n wir sein
von der See bis zu den Alpen,
von der Oder bis zum Rhein.
Und weil wir dies Land verbessern,
lieben und beschirmen wir’s.
Und das liebste mag’s uns scheinen
so wie andern Völkern ihr’s.

Louis Fürnberg
Das Lied der Partei

Sie hat uns alles gegeben.
Sonne und Wind und sie geizte nie.
Wo sie war, war das Leben.
Was wir sind, sind wir durch sie.
Sie hat uns niemals verlassen.
Fror auch die Welt, uns war warm.
Uns schützt die Mutter der Massen.
Uns trägt ihr mächtiger Arm.

Die Partei, die Partei, die hat immer Recht!
Und, Genossen, es bleibe dabei;
Denn wer kämpft für das Recht,
Der hat immer recht.
Gegen Lüge und Ausbeuterei.
Wer das Leben beleidigt,
Ist dumm oder schlecht.
Wer die Menschheit verteidigt,
Hat immer recht.
So, aus Leninschem Geist,
Wächst, von Stalin geschweißt,
Die Partei – die Partei – die Partei.

Sie hat uns niemals geschmeichelt.
Sank uns im Kampfe auch mal der Mut,
Hat sie uns leis nur gestreichelt,
zagt nicht und gleich war uns gut.
Zählt denn noch Schmerz und Beschwerde,
wenn uns das Gute gelingt.
Wenn man den Ärmsten der Erde,
Freiheit und Frieden erzwingt.

Die Partei, die Partei, die hat immer Recht!
Und, Genossen, es bleibe dabei;
Denn wer kämpft für das Recht,
Der hat immer recht.
Gegen Lüge und Ausbeuterei.
Der das Leben beleidigt,
Ist dumm oder schlecht.
Wer die Menschheit verteidigt,
Hat immer recht.
So, aus Leninschem Geist,
Wächst, von Stalin geschweißt,
Die Partei – die Partei – die Partei.

Sie hat uns alles gegeben,
Ziegel zum Bau und den großen Plan.
Sie sprach: Meistert das Leben,
Vorwärts Genossen packt an.
Hetzen Hyänen zum Kriege,
Bricht euer Bau ihre Macht,
Zimmert das Haus und die Wiege,
Bauleute seid auf der Wacht.

Die Partei, die Partei, die hat immer Recht!
Und, Genossen, es bleibe dabei;
Denn wer kämpft für das Recht,
Der hat immer Recht.
Gegen Lüge und Ausbeuterei.
Der das Leben beleidigt,
ist dumm oder schlecht.
Wer die Menschheit verteidigt,
Hat immer recht.
So, aus Leninschem Geist,
Wächst, von Stalin geschweißt,
Die Partei – die Partei – die Partei.http://blogs.dickinson.edu/archive/images/chor-der-staatsoper-berlin-partei-hat-immer-recht.mp3

(Text und Musik: Louis Fürnberg, 1950)

Download nachgeborenen.mp3

Next Page »