{"id":76,"date":"2020-02-03T20:32:25","date_gmt":"2020-02-03T20:32:25","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.dickinson.edu\/contemporary-german-lit-2020\/?p=76"},"modified":"2020-02-04T01:34:29","modified_gmt":"2020-02-04T01:34:29","slug":"76","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/contemporary-german-lit-2020\/2020\/02\/03\/76\/","title":{"rendered":"Sachb\u00fccher"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr eine ausf\u00fchrliche Zusammenfassung aller Texte gibt es zu wenig Zeit und Platz. Sehr kurzgefasst w\u00fcrde ich behaupten, dass alle Texte von einem Zeichen der Zeit sprechen: die Fragen nach Individuum und Nation. Bei der Auswahl der Lekt\u00fcre las ich alle Texte in Ausz\u00fcgen au\u00dfer Jana Simons <em>Unter Druck<\/em>. Genauer w\u00fcrde ich zusammenfassend feststellen, dass <em>Unter Druck <\/em>anhand von einer Auswahl an Zeitgenossen der Stimmung in Deutschland heute nachsp\u00fcrt. Es wird so oft von bestimmten Aspekten der Gegenwart gesprochen \u2013 der Macht der sozialen Medien, dem Erfolg der AfD, der wachsenden rechten Szene und Xenophobie, der Krise in der Mittelschicht, dem Mangel an Alternpfleger*innen \u2013 und so geht Simon sie nach und spricht mit Menschen, die in Deutschland daf\u00fcr repr\u00e4sentativ sind. Im Endeffekt geht es ihr um Deutschland und nicht um Deutsch*e.<\/p>\n<p>Bei der Lekt\u00fcre ist mir aufgefallen, dass oft vorsichtig beschrieben wird, warum und wie ein \u00f6ffentliches oder historisches Thema pers\u00f6nlich erforscht wird. Z.B. in ihrem Vorwort zu <em>deutsch, nicht dumpf <\/em>beschreibt Thea Dorn in Detail, welche Leser*innen sich angesprochen f\u00fchlen soll und f\u00fchrt dabei auch ihre pers\u00f6nliche Einstellung zum Thema vor. Sie beginnt ihre Ausf\u00fchrung des Themas auch mit pers\u00f6nlichen Erfahrungen wie etwa ihre innere Stimmung beim Blick bestimmter deutschen Landschaften. Jan Plamper stellt in seinem Vorwort seine Frage zur Geschichte der Deutsche*n mit einem noch famili\u00e4ren Grund. Seine Tochter habe das Thema aufgeworfen, als sie sich als \u201eAusl\u00e4nderin\u201c bezeichnete. Jana Hensel und Wolfgang Engler geht es in ihrem <em>Wer wir sind<\/em> um ihre Identit\u00e4t als Ostdeutsch*e. Beide Autoren kommen aus Ostdeutschland und schreiben auch u.a. \u00fcber den Osten. Deswegen stecht <em>Unter Druck<\/em> etwas heraus. Simon ist zwar auch Ostdeutsche, schreibt aber nicht ausschlie\u00dflich von Ostdeutsche*n und nicht aus biografischen oder emotionellen Gr\u00fcnden von sich selbst. Stattdessen sind ihre \u00dcberlegungen im Text eher die jede*r Journalist*in. Sie fragt sich, was f\u00fcr eine politische Wirkung ihrer Gespr\u00e4che mit Alexander Gauland haben werden und ob die Ver\u00f6ffentlichung der Interviews mit ihm seine Politik bekr\u00e4ftigt. Die Bemerkungen von Daniel Schreiber in der Lekt\u00fcre von letzter Woche bezieht sich auch auf diesen Trend zum Ich-bezogenen Schreiben. Sind diese vier Texte aber Beispiele von der Effektivit\u00e4t eines solchen Stils und einer solchen Perspektive oder nicht?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr eine ausf\u00fchrliche Zusammenfassung aller Texte gibt es zu wenig Zeit und Platz. Sehr kurzgefasst w\u00fcrde ich behaupten, dass alle Texte von einem Zeichen der Zeit sprechen: die Fragen nach Individuum und Nation. Bei der Auswahl der Lekt\u00fcre las ich alle Texte in Ausz\u00fcgen au\u00dfer Jana Simons Unter Druck. 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