{"id":319,"date":"2020-10-12T22:44:41","date_gmt":"2020-10-13T02:44:41","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.dickinson.edu\/german-pop\/?p=319"},"modified":"2020-10-12T22:44:49","modified_gmt":"2020-10-13T02:44:49","slug":"meine-freie-deutsche-jugend-von-claudia-rusch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/german-pop\/2020\/10\/12\/meine-freie-deutsche-jugend-von-claudia-rusch\/","title":{"rendered":"&#8220;Meine Freie Deutsche Jugend&#8221; von Claudia Rusch"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left\">Eine Autobiographie \u00fcber der Kindheit und dem Jugendsein in der DDR klingt zwar deprimierend, oder mindestens langweilig. Manfred J\u00e4ger, Rezensent f\u00fcr <em>Deutschlandfunk, <\/em>hat\u00a0<em>Meine freie deutsche Jugend <\/em>von Claudia Rusch aber als &#8220;am\u00fcsant&#8221; beschrieben, und empfiehl es seinen Leser*innen sehr herzlich. Im Unterschied zu vorhergehenden DDR-Memoiren, will Rusch weder eine Rechtfertigung darlegen noch eine Anklage stellen &#8211; sie will einfach ihre Geschichte erz\u00e4hlen. Sie gibt sogar zu, dass sie in vielen F\u00e4llen ein Gl\u00fcckskind war; das Bedrohliche steht aber st\u00e4ndig im Hintergrund &#8211; die <em>Rheinische Post\u00a0<\/em>beschrieb ihre Arbeit als &#8220;ein gutes St\u00fcck Vergangenheitsbew\u00e4ltigung&#8221; und das Buch selber wurde von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Ruschs Buch war eins von dutzenden, die versuchten den westlichen &#8220;literarischen Wissensdurst&#8221; (<em>Die Welt<\/em>) zu erf\u00fcllen. Im Gegensatz zu dem &#8220;Generation Golf&#8221; geh\u00f6rten diese Autor*innen zu dem Generation Trabant. Viele beschrieben ihre Erfahrungen nach der Wende, oder verglichen ihre Kindheit und Jugend mit der Umstand der 90er Jahre.\u00a0<em>Meine Freie Deutsche Jugend\u00a0<\/em>bleibt aber haupts\u00e4chlich in der DDR-Zeit &#8211; w\u00e4hrend der Rusch erwachsen worden ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Diese Untersuchung einer Jugend verbindet das Buch mit den Hauptthemen des Bildungsromans &#8211; ein Genre, das zur Zeit der Ver\u00f6ffentlichung 2003 eng mit der Popliteratur verbunden war. Rusch hat sogar viel mehr mit den Hauptfiguren der Popliteratur zusammen, als man vielleicht von ihr erwarten w\u00fcrde. Sie war doch ein Kind der Regierung &#8211; ihr leiblicher Vater war Marine der nationalen Volksarmee &#8211; aber der Vater ihres Mutter starb in Stastihaft und ihr Stiefvater war Regimegegner. Sie stand zwischen die Konformit\u00e4t von Pop und die Rebellion der 68ers. Rusch erz\u00e4hlt von viele pr\u00e4gende Ereignisse der Kindheit und Jugend &#8211; dadurch erinnert sich das Buch an\u00a0<em>Crazy<\/em>. Ihr Leben war eigentlich sehr angenehm, genau wie die privilegierte Herkunft von\u00a0<em>Faserland<\/em>s Hauptfigur, und auch wie ihn sucht sie sich selbst &#8211; zwar in Ruschs Fall in Paris nach der Mauerfall.\u00a0<em>Meine Freie Deutsche Jugend,<\/em> genau wie die so-genannte &#8220;Ossis&#8221; in der neuen BRD, passt nicht perfekt in der Popliteratur. Es bietet aber eine interessante Kontrastfigur, um Deutschland und die Deutschen der 1990er und 2000er Jahren besser zu verstehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><span style=\"text-decoration: underline\"><strong>Quellen:<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/claudia-rusch-meine-freie-deutsche-jugend.730.de.html?dram:article_id=102059<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">https:\/\/www.welt.de\/print-welt\/article420510\/Generation-Trabant.html<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Claudia_Rusch<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">https:\/\/rp-online.de\/kultur\/buch\/claudia-rusch-meine-freie-deutsche-jugend_aid-16741501#:~:text=Die%20DDR%20lebt%20wieder%20auf,zwischen%20Stasi%2C%20Partei%20und%20Westfernsehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Autobiographie \u00fcber der Kindheit und dem Jugendsein in der DDR klingt zwar deprimierend, oder mindestens langweilig. 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