{"id":2608,"date":"2012-10-31T11:27:24","date_gmt":"2012-10-31T15:27:24","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/?page_id=2608"},"modified":"2012-10-31T11:27:24","modified_gmt":"2012-10-31T15:27:24","slug":"andre-schinkel-glossen-35","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/archive\/most-recent-issue-glossen-352012\/andre-schinkel-glossen-35\/","title":{"rendered":"Andr\u00e9 Schinkel"},"content":{"rendered":"<h3>Sostenuto f\u00fcr Wolfgang Hilbig<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: right\">Nun f\u00e4llt die Nacht: die Zeit die dauernd endet<br \/>\nund dir gebrichts am Wort mit dem du ferner handelst<br \/>\nwas gestern licht und wert war ist verschwendet \u2013<br \/>\nund es ist Nacht und Zeit da\u00df du dich wandelst.<\/p>\n<p style=\"text-align: right\">W. H., Pro domo et mundo<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Baumst\u00e4mme im Wasser<\/em><\/p>\n<p><em><\/em>Baumst\u00e4mme im Wasser: dieses Glimmen, das mit der F\u00e4ulnis heraufkommt und in den N\u00e4chten als flackerndes R\u00f6tlich oder bl\u00e4uliches Wei\u00dfgrau sich zeigt. Wir wissen nicht, da\u00df vor den H\u00e4usern das Sumpfland beginnt, da\u00df es bereits beginnt, zu den T\u00fcren hineinzuwachsen \u2026 durch die Dielen \u2026 \u00fcber das Dach \u2026 un\u00fcberschaubar, eine un\u00fcberschaubare, graue, irrlichternde Flut. Wir glauben, noch immer, in Sicherheit zu leben, in den geordneten Ummauerungen unseres Daseins. Wir wissen, da\u00df wir uns die schleichenden Gase nur einbilden d\u00fcrfen; und wir h\u00f6ren an den Tagen den Verkehr auf den Stra\u00dfen und, wie wir meinen, die Schritte vor\u00fcbereilender Passanten, vital und unausgesetzt. Wir k\u00f6nnten ahnen, da\u00df es das Fletschen wilder und hungriger Tiere sein mu\u00df, die kommen und uns fressen; da\u00df die Zeit gekommen ist, unserer Hoffart ein paar Riegel vorzulegen. Aber wir nehmen es einfach nicht wahr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Largo con moto: Sommerentwurf<\/em><\/p>\n<p><em><\/em>1<\/p>\n<p>\u00dcber den brennenden Kan\u00e4len<\/p>\n<p>steht Trauer, kein Atem.<\/p>\n<p>Die Schiffe sind zerbrochen, das<\/p>\n<p>Gut von den Rampen geplatzt.<\/p>\n<p>Glut steigt von den Kadavern \u2013 wenn<\/p>\n<p>die verrotzten Herden geschlachtet<\/p>\n<p>sind, verworfen, geht bei\u00dfender<\/p>\n<p>Dampf von den Gr\u00e4bern. Schlieren<\/p>\n<p>die starrbeinigen K\u00f6rper hinweg.<\/p>\n<p>O welch ein Geruch in den Sommern:<\/p>\n<p>zerblatterte Wolken, Pesturnen<\/p>\n<p>aus Fleisch. Silberner Schimmel<\/p>\n<p>der Ahndung. Silbernes Vergehen der<\/p>\n<p>Orte, wenn die stakenden T\u00e4nzer<\/p>\n<p>sich in den Leibermeeren verliern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>2<\/p>\n<p>Ja, und T\u00e4nze. Die wirren F\u00fc\u00dfe<\/p>\n<p>verkreuzt, wackeln die M\u00e4gde<\/p>\n<p>verschwitzt, und schwangere Elfen<\/p>\n<p>schaukeln vorbei. O des Trinkens<\/p>\n<p>in den verbrannten Aug\u00fcsten!<\/p>\n<p>All mein Liegen zerknickt. In den<\/p>\n<p>schattigen Bunkern zu tr\u00e4umen<\/p>\n<p>kein Lohn. Keine der Frauen, die<\/p>\n<p>bleibt, um nicht zu verschwinden.<\/p>\n<p>Denn das Glei\u00dfen geht \u00fcber die<\/p>\n<p>Lichthorizonte und st\u00fcrzt und<\/p>\n<p>wandelt sich in lederne Schw\u00e4rze.<\/p>\n<p>Bleibt liegen, wenn die Mondhorden<\/p>\n<p>\u00dcber mich herfalln, meine<\/p>\n<p>gl\u00e4sernen Glieder, in denen<\/p>\n<p>der Schmerz geronnen abliegt und<\/p>\n<p>meine starren Blicke wie Tau<\/p>\n<p>bricht. Blicke wie Tau \u2026 solche<\/p>\n<p>Erregung f\u00fcr mich, neugierige<\/p>\n<p>Augen, mich einmal zu streifen \u2013<\/p>\n<p>einmal, bevor die Hitze eintritt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Zwischenspiel: Notturno da capo al fine<\/em><\/p>\n<p>Hier ist es endlich still. Die Dinge schweben \u00fcber ihren verlassenen Schatten. Das Schweigen repariert die Trommelfelle, vergilbt \u00fcber dem Kopf zu einer h\u00f6heren Stille. Der Pfeilschaft in der Schulter, noch eben ein rasender Schmerz, blinkt jetzt und blakt wie ein ehernes Talglicht, dem sich nun die Luftzufuhr St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck in die Leere entzieht. Du schwebst, wie die Dinge betrachtest du deinen Schatten, eine unf\u00f6rmige, doch inzwischen schwerelose Furchung dein Leib, die Arme streng gewinkelt mit dem knirschenden Ger\u00e4usch deines vertrocknenden Fleischs. Du schwebst und liegst zugleich noch in den Bergen, wo ich dich traf, mit Blicken zun\u00e4chst, die nicht ausreichten dann \u2013 dein K\u00f6rper gelinde gedreht in einer pudrigen W\u00fcste aus Schnee, und das schartige Gefieder der V\u00f6gel dreht sich, ohne dich noch zu erreichen, ebenso schweigend und still in der N\u00e4he. Jetzt erst siehst du die zerhackten, zerschnittenen Ballen der Hand \u2013 wie sie dir auf deiner \u00fcberst\u00fcrzten wie sinnlosen Flucht nicht auffallen konnten, zieht sich jetzt der Schmerz aus ihnen zur\u00fcck, l\u00e4uft an den sich verkr\u00fcmmenden Sehnen entlang, verschwindet in der verk\u00fcmmernden Dattel deines K\u00f6rpers \u2026 wo du die letzte Mahlzeit noch f\u00fchlst \u2026 jetzt, jetzt, schw\u00e4cher werdend, jetzt nicht mehr, nun hast du sie vergessen und sp\u00fcrst dem Verschwinden deines Beingef\u00fchls nach, w\u00e4hrend du dich, in stiller Rotunde, um dich selbst drehst, ein schwindender Schatten dein Leib \u2026 das Schweigen repariert die Trommelfelle, und das weise Knistern des Abschieds erreicht, \u00fcberrollt dich mit W\u00e4rme. Es ist das einzige Ger\u00e4usch und das Tr\u00f6stlichste, was dir deine vertrocknenden und zugleich gesundenden Ohren jetzt bieten. Nun bist du erleichtert, drehst in der Rotunde auf dem Gebirg\u2019, das dein verlorener Glaube ist, an alles, die S\u00fchne, den Geist deines Tuns. Der Gedanke ans Licht hei\u00dft: das Nachlassen des Schmerzes. Er steht auf dir und leuchtet, betrachtet dich wie den Schatten seines eigenen Leibs. Ein Flu\u00df von Strahlen wie H\u00e4nde auf dir, ein Leuchten, ein Irrlicht, eine frohe Verhei\u00dfung. Keine Pein mehr in den Gliedern \u2026 wie beim letzten Schritt, als dich der Blick und der Pfeil traf. Nur Stille. Die S\u00e9ance der Erl\u00f6sung, wie sie \u00fcber dir, unter dir, Schatten deines Leibs, und inmitten dir schwebt. Das Blinken des Pfeilschafts erloschen, das Rumoren der Spitze im Fleischsaum der Schulter verstummt. Das Klirren der Waffen und Schn\u00e4bel entfernt. Die gurgelnde Mahlzeit im sich verbiegenden Leib das vergessene Pfand f\u00fcr das Andere, das, denkst du, ohne zu wissen (oder denkt dich der Strahl des Gedankens?) \u2026 das dich nach dem Durchschreiten der Stille erreicht. Aber noch drehst du dich in der Rotunde aus Schweigen und Licht, und nimmst schwindend wahr, und auch die Dinge verschwinden um dich, reiten durch die schwindende Luft in den Schutz der schwindenden Mauern aus Fels, drehn ihre Runden hinter einem glei\u00dfenden Spalier aus Graten und Licht \u2026 und gehn dir vergessen: wie du sie vergi\u00dft und dich und alles in diesem stummen, kaum rauschenden Inferno des nachlassenden Schmerzes, der, ein guter Gedanke, dem alles verschluckenden, dem Ablicht zutreibt, das hinter der Stille, der Erl\u00f6sung des nachlassenden Schmerzes, beginnt und dich in eine noch viel unendlichere Stille, und den Schatten deines Leibs, endlich befreit. Gelinde dreht sich das Schweigen. Die Schatten schweben \u00fcber den verlassenen Dingen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Grave<\/em><\/p>\n<p>Ein Spiel, gedacht zur Entspannung<\/p>\n<p>Von Augen, Herz, Stimmung \u2013<\/p>\n<p>Wer sich bewegt, ger\u00e4t noch tiefer<\/p>\n<p>In die Schlingen hinein.<\/p>\n<p>Geh \u2013 und sieh dich nicht um, die n\u00e4chste<\/p>\n<p>Hand, die nach dir greift, wird dich<\/p>\n<p>Erwischen, und du sinkst in die Tiefe<\/p>\n<p>Der Vergessenheit weg.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Schwarz-wei\u00df-Gestreifte<\/p>\n<p>Ist zu erlangen \u2013 er wird<\/p>\n<p>Mit Gold aufgewogen \u2026 oder<\/p>\n<p>Dem Leben der Andern.<\/p>\n<p>Nichts wird sein wie zuvor \u2013 einzig<\/p>\n<p>Dein Trachten bewegt sich<\/p>\n<p>Auf der Bahn unserer Notdurft \u2013<\/p>\n<p>Die du nicht mehr verl\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Oder aber: bewege dich nicht,<\/p>\n<p>Spiel nicht mit den Blicken<\/p>\n<p>Der Verhei\u00dfung \u2013 sie branden ins Holz,<\/p>\n<p>Ihr ledernes Werg reibt dir k\u00fchl<\/p>\n<p>\u00dcber die Fl\u00e4che, r\u00fchre dich nicht:<\/p>\n<p>Der fallende Schwarm der<\/p>\n<p>Leoniden, er f\u00e4llt nicht f\u00fcr dich;<\/p>\n<p>Sei still und bleibe gewarnt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>Menuett und Reprise<\/em><\/p>\n<p>1<\/p>\n<p>Aber das ist noch l\u00e4ngst nicht entschieden. Einzig eine Frage der Wahrnehmung, sagst du. \u201e\u00dcberhaupt sehen wir nur, was wir auch erblicken wollen \u2013 darin liegen Gnade und Fehler zugleich.\u201c Pompeji, meinst du, Erewan \u2026 der Ararat \u2026 in unseren Tr\u00e4umen und deshalb nie zu erreichen f\u00fcr uns \u2013 es sei denn, als Repliken im mitteldeutschen Rayon, \u00fcber und \u00fcber zerw\u00fchlt, f\u00fcrs Kreisenlassen der Schaufeln benutzt \u2026 Oder: auf unseren Reisen im Kopf, betrunken, in einem Zug, der nicht ankommt, an den, du wei\u00dft es, nur getr\u00e4umten Orten Zeitz und Pegau vorbei, etwa, zum Beispiel \u2026 Unser Schlaf in voller Beleuchtung: ein Schlaf, der noch von unserem Mangel an Schlaf entleert ist. Das also ist unsere Deckung \u2013 hellwach in den Tr\u00e4umen zu wandeln \u2013 wir drehn uns, in den N\u00e4chten, im schwindenden Licht, Traum um Traum, in getragenen T\u00e4nzen durch die unver\u00e4nderbar maltr\u00e4tierte Landschaft, die mit den Planen der Neuzeit bedeckt ist, bem\u00e4ntelt, tr\u00fcgerisch und unverst\u00e4ndlich wie je. \u00dcber dem Desaster ein kreisender Bussard, ein Menuett aus Fl\u00fcgelschl\u00e4gen und Rufen, ein starker Auftritt der Natur, der der glazialen Serie unserer Unnatur folgt. Irgendwo platzt ein Kraftwerk, Scharen von Rauch, sich mischend mit Dampf. Lippendorf. B\u00f6hlen. \u201eDort hatte ich eine Geliebte\u201c, sag\u2019 ich, du l\u00e4chelst und prostest mir zu. \u201ePompeji\u201c, sagst du und bezweifelst, ob es sie je gegeben hat. Dein L\u00e4cheln bedeckt deinen Zorn: du hebst die blinkende Flasche zum Mund, der schon die Schluckregung macht \u2026 du stemmst sie dir in den Rachen, der tief in dem Kopf endet, der dies gedacht hat und alles hinter den Schleppnetzen schwerer Vokale verbirgt. In der Hauptstadt werden sie dich, den gefeierten Mann, in der Gosse finden, mit dem traurigen Glanz deines Ruhmes beh\u00e4ngt, den knirschenden Glasstaub der Unrast wieder im Blut. Es bleibt: bei diesem bet\u00f6renden Sommer. Drau\u00dfen wanken in gemessenen Schritten die gesprenkelten Leichen der B\u00e4ume vorbei.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>2<\/p>\n<p>Ich erinnere mich: wir waren v\u00f6llig betrunken \u2026 mir schien, als k\u00f6nnten wir in Streit geraten sein \u00fcber eine Nichtigkeit. Die anderen waren bereits auf der R\u00fcckseite des Schlafs angelangt, hatten die T\u00e4ler durchwandert. Meine Blicke verschwammen ins Nichts. \u201eBaumst\u00e4mme im Wasser\u201c, sagtest du pl\u00f6tzlich, riebst dir die Schulter an dem Punkt, wo ich die Narbe vermutete, gingst auf meinen letzten Anwurf nicht ein. Ich hatte mich vergaloppiert und suchte, mich in den Griff zu bekommen. Dein Schweigen hielt meiner Verzweiflung k\u00fchl stand. Du hattest neue Texte gelesen, mir zuliebe ein paar alte Gedichte, mit der knarrenden Ratlosigkeit der wenigen noch kommenden Zeit. Wir sa\u00dfen, tranken und rauchten unbeirrt weiter, setzten fort, was wir einst mit Kaffee bed\u00e4chtig begonnen hatten, im Gewimmel der Messen, die nicht zu uns pa\u00dften: wie in ma\u00dfgeschneiderten Jacketts, f\u00fcr gef\u00f6nte Riesen gemacht, hingen wir auf ihnen herum. Ich trank schweigend, du rauchtest dazu, l\u00e4cheltest, trankst immer, wenn die Blicke sich senkten. Fern das Glei\u00dfen der Felswand, \u00fcber der mitteldeutschen Ebene, aus der du dich fortgemacht hattest, woanders zu trinken, zu rauchen &#8230; nachdem du das eine gelassen hast f\u00fcr lange Zeit, das andere nicht lassen konntest. Du hattest sie nie so genannt, es war die Ebene einer namenlosen Versprengung f\u00fcr dich. \u201eIch wei\u00df, der Ararat kommt wieder nach Sachsen, er st\u00fcrzt in den Himmel \u2013 mit seinen Scharten und Gletschern zerrei\u00dft er den Wolken das Fleisch\u201c, lallten die \u00c4ther. Als ich es nicht mehr aushielt, erhob ich mich und ging, gegen das Gef\u00fchl unseres \u00dcberworfenseins k\u00e4mpfend. Ich war l\u00e4ngst drau\u00dfen, da flog die Kneipent\u00fcr auf, du kamst mir nach und umarmtest mich, als du mich erreicht hattest, zum Abschied. Ausges\u00f6hnt mit dem Abend, setzte ich meinen Weg fort. Du eiltest in die Kaschemme zur\u00fcck. Es war das letzte Mal, da\u00df ich dich sah. Ich drehte mich dem Viertel zu, in dem ich lebte \u2026 In meinem Kopf murmelten die S\u00e4tze, die ich noch hatte sagen wollen. Und Musik: \u201aPeace be with you \u2026\u2018, dr\u00f6hnte es in mir, es klang wie der verschollene Song einer der gro\u00dfen Bands, von der wir bald nichts mehr h\u00f6ren sollten. Ein hoher Gitarrenakkord verfing sich in seiner eigenen Harmonie, steigerte sich bis auf ein beinahe unaushaltbares Plateau, dann brachen die Synthesizer und Orgeln ein, da\u00df man f\u00fcr einen Moment die Schlagzeug- und die Bassl\u00e4ufe nicht mehr ausmachen konnte: Peace. Be. With. You. \u201aPeace be with you \u2026\u2018, dachte mein rauschendes Hirn: \u201aFriede sei mit dir.\u2018 Dann kam Wind auf, und ich setzte meinen Weg in die Nacht zielstrebig fort.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Reise durchs Licht<\/em><\/p>\n<p>Heute bl\u00fchn die Magnolien f\u00fcr dich.<\/p>\n<p>Magnolien, im August, wirst du sagen.<\/p>\n<p>Aber so ist es \u2013 mit Porzellanbl\u00fcten<\/p>\n<p>Schl\u00e4gt heute jeder Strauch, ja, Stra\u00dfen-<\/p>\n<p>Mast aus, um dich zu ehren. Und<\/p>\n<p>Ruhe nun aus: wo die d\u00fcrstende Erde<\/p>\n<p>Die wunderlichsten, auf dieser Seite<\/p>\n<p>Der Welt noch nicht erblickten Bl\u00fcten<\/p>\n<p>Austreibt: Wolfswegerich, Feistblatt<\/p>\n<p>Und Araratkraut, Lilien mit Schwertern<\/p>\n<p>Wie Abteilt\u00fcren schwer, und schwarze<\/p>\n<p>Gladiolen \u2026 Bald stehn die Plejaden<\/p>\n<p>G\u00fcnstig und du findest den Orionweg \u2013<\/p>\n<p>Mit dampfenden Fr\u00fcchten behangen,<\/p>\n<p>Steigst du ins Irrlicht. Solange bl\u00fchn<\/p>\n<p>Die Magnolien, heulen die Zerberusse<\/p>\n<p>F\u00fcr dich \u2026 ein sanftes Glimmen und<\/p>\n<p>Gl\u00fchen f\u00fcr dich, in der Nacht von Berlin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sostenuto f\u00fcr Wolfgang Hilbig &nbsp; Nun f\u00e4llt die Nacht: die Zeit die dauernd endet und dir gebrichts am Wort mit dem du ferner handelst was gestern licht und wert war ist verschwendet \u2013 und es ist Nacht und Zeit da\u00df du dich wandelst. W. 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