{"id":3697,"date":"2014-06-12T14:37:29","date_gmt":"2014-06-12T18:37:29","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/?page_id=3697"},"modified":"2014-06-12T14:37:29","modified_gmt":"2014-06-12T18:37:29","slug":"christine-cosentino","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/archive\/most-recent-issue-glossen-382014\/christine-cosentino\/","title":{"rendered":"Christine Cosentino"},"content":{"rendered":"<p><strong>Christine Cosentino, Schr\u00e4ge Typen \u2013 Sonderlinge in Jakob Heins komischen Geschichten<\/strong><\/p>\n<p>Probleme\u00a0 der Abweichungen vom konventionellen Normalverhalten und der m\u00f6glichen Grenzaufl\u00f6sung ins Pathologische sind dem in der DDR geborenen Autor Jakob Hein \u00a0(Jahrgang 1971) keineswegs fremd, denn hauptberuflich ist er Facharzt f\u00fcr Kinder-\u00a0 und Jugendpsychiatrie in Berlin. Bekannt und gesch\u00e4tzt ist er weitgehend f\u00fcr seinen unverkrampften Umgang mit dem Thema DDR. Von seiner \u00a0Erstver\u00f6ffentlichung\u00a0 <i>Mein erstes T-Shirt<\/i> (2001) bis zu seinem bis dato letzten Werk, der mit J\u00fcrgen Witte ver\u00f6ffentlichten Abhandlung\u00a0 \u00fcber <i>Deutsche und Humor<\/i>\u00a0 (2013)<a title=\"\" href=\"#_ftn1\">[1]<\/a>,\u00a0 bereicherte er durch die Jahre\u00a0 hindurch den literarischen Markt mit k\u00f6stlichen Satiren \u00fcber ideologische, sozialkritische, psychologische oder existentielle Problematik sowie menschliches oder gesellschaftliches Fehlverhalten. Im Erforschen skurriler Charaktere trug Hein weitreichend zum Inventar der sonderbaren K\u00e4uze in der Weltliteratur bei. In ihrer Verschrobenheit oder ihrem Angesiedeltsein in einer gesellschaftlichen Grenzsituation \u00a0f\u00fcgen\u00a0 sich seine\u00a0 Protagonisten trotz\u00a0 individuellen Andersseins nahtlos\u00a0 in die Reihe von Grass\u2019 Oskar Matzerath, Cervantes\u2019 Don Quichote,\u00a0 Gontscharows\u00a0 Oblomov\u00a0 oder Kafkas Gregor Samsa ein.\u00a0 Eins haben sie alle gemeinsam: sie bewegen sich \u00a0freiwillig-unfreiwillig \u201cex centro\u201d an den Rand der Gesellschaft in eine isolierende Nische, die sie als Exzentriker ausweist.\u00a0 Meist sind es harmlose, sogar liebenswerte \u00a0Menschen, die den Leser erheitern;\u00a0 oft jedoch l\u00f6sen sie mit ihrem Anderssein im Bereich genormter Konventionen Beklemmungen und Unbehagen aus.\u00a0 Der Leser beginnt, dar\u00fcber nach nachzusinnen, ob nun der Aussteiger ein ernstzunehmendes Problem\u00a0 f\u00fcr die Gesellschaft ist oder ob die Gesellschaft das Problem ist.<b><\/b><\/p>\n<p>Im\u00a0 \u201chumoristischen Lachen \u00f6ffnet man Grenzen\u201d, <a title=\"\" href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> hei\u00dft es\u00a0 in einem Gespr\u00e4ch der Philosophen Odo Marquard und Steffen Dietzsch\u00a0 \u00fcber das Lachen und den Humor. Heins Lebenshaltung ist die eines \u00a0Humoristen. Mit dem Gestus ironischer \u00dcbertreibung charakterisiert \u00a0er sich \u00a0in einem Radio-Interview folgenderma\u00dfen: \u201cAlso f\u00fcr mich ist es so, dass Humor so eine Art Krankheit ist. Es gab Zeiten in meinem Leben, wo ich mir gew\u00fcnscht h\u00e4tte, daran nicht zu leiden, aber ich habe es nun mal und probiere, damit zurande zu kommen \u2026\u201d<a title=\"\" href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> Das gelingt ihm nicht nur als Autor, sondern auch als Leseb\u00fchnenmoderator der Berliner Reformb\u00fchne Heim @ Welt, wo er seine Texte vorliest oder andere Autoren vorstellt. In seinen Werken paaren sich Komik und Witz, Ironie und Groteske, \u00a0denn\u00a0 &#8211;\u00a0 so f\u00fchrt\u00a0 er in einer \u00a0Untersuchung\u00a0 \u00fcber <i>Deutsche und Humor<\/i> aus: \u00a0\u00a0\u201cHumor ist \u00a0keine \u00a0Gattung,\u00a0 sondern eine Haltung, eine Vielzahl von Methoden wie Satire, Zynismus, Clownerie usw.\u201d\u00a0 ( 117). Fast alle Werke Jakob Heins sind hintergr\u00fcndig witzige B\u00fccher \u00fcber die Absurdit\u00e4ten des Alltags in der vergangenen DDR oder in der bundesdeutschen Profitgesellschaft. Mit Recht nennt ihn Michael Opitz\u00a0 \u201ceinen Spezialisten f\u00fcr komische Geschichten, die von merkw\u00fcrdigen Zeitgenossen handeln.\u201d<a title=\"\" href=\"#_ftn4\">[4]<\/a>\u00a0 Es sind \u00a0zumeist \u00a0Satiren oder Grotesken \u00fcber skurrile Charaktere in allt\u00e4glichen Situationen, in denen ein Ich-Sprecher von der Perspektive eines naiven Au\u00dfenseiters Ost-West-Klischees aufs Korn nimmt. Von der\u00a0 Miniaturensammlung <i>Mein erstes T-Shirt<\/i>\u00a0 (2001) \u00fcber\u00a0 das \u00a0US-Reiseb\u00fcchlein \u00a0<i>Formen menschlichen Zusammenlebens \u00a0<\/i>(2003)<i> <\/i>bis zum erst k\u00fcrzlich erschienenen satirisch aufgedrehten Landeskunde- und Geschichtsunterricht <i>Fish\u2019N\u2019Chips @ Spreewaldgurken\u00a0 <\/i>(2013)<i> <\/i>geht es um solche Clownerien. Deutschland, so die treffende Einsch\u00e4tzung eines Kritikers, wird zum \u201cAbsurdistan.\u201d<a title=\"\" href=\"#_ftn5\">[5]<\/a> Das gilt, so kann man verallgemeinern, f\u00fcr das Gesamtschaffen Jakob Heins.<\/p>\n<p>In dieser Arbeit sei ein kurzer Blick geworfen auf einige eigenbr\u00f6tlerische Randfiguren, Aussteiger, Sonderlinge \u00a0oder Exzentriker im Werke Jakob Heins, die sich \u201cex centro\u201d\u00a0 in eine gesellschaftliche Grenzsituation begeben, die \u00a0ihnen das Leben ertr\u00e4glich macht oder die sie erdr\u00fcckt.\u00a0 \u201cKomik\u201d &#8211;\u00a0 so der Philosoph Helmut Plessner &#8211;\u00a0 geh\u00f6rt der Ebene an, \u201cin der sich der Mensch als solcher und im Ganzen in der Welt und gegen die Welt behauptet. Sein Irgendwo-irgendwann-Darinstehen, d.h. seine exzentrische Position, erm\u00f6glicht ihm, sich und seine Welt, in der er zu Hause ist und auf die er sich versteht, als begrenzt und offen zugleich zu nehmen, vertraut und fremd, sinnvoll und widersinnig.\u201d<a title=\"\" href=\"#_ftn6\">[6]<\/a> Sehr \u00e4hnlich sehen die Autoren Jakob Hein und J\u00fcrgen Witte diese \u201cexzentrische Position\u201d: \u201cHumor ist die bewu\u00dfte Hinwendung des Geistes zu den Fesseln der Realit\u00e4t\u201d (H 33). Gelingt es dem Au\u00dfenseiter, \u00a0sich mit den Fesseln\u00a0 abzufinden oder sie sogar \u00a0abzuwerfen, so \u00f6ffnet er im humoristischen Lachen Grenzen und findet\u00a0 seinen Frieden. Gelingt es ihm nicht, so klingt, laut Plessner, \u201cdas Lachen gepre\u00dft, und der Verlegene oder Verzweifelte hat das Gef\u00fchl eines deplacierten Ausdrucks.\u201d<a title=\"\" href=\"#_ftn7\">[7]<\/a> Hein skizziert \u00a0beide Typen: den verschrobenen Einzelg\u00e4nger, der in seinem Anderssein nur anders tickt und den isolierten Sonderling, der unter Realit\u00e4tsverlust \u00a0leidet. Doch dann gibt es noch einen Zwischenbereich, in dem die beiden Typen ineinander gleiten und zur Gefahr f\u00fcr sich selbst oder andere werden k\u00f6nnen. Diese Situationen sind bar aller Komik. Dem Leser erstirbt das Lachen.<\/p>\n<p>Im Jahre 2008 erschien der Roman <i>Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht<a title=\"\" href=\"#_ftn8\"><b>[8]<\/b><\/a><\/i>,\u00a0 in dem Hein in ironisch-witziger Brechung mit einem \u201c\u00fcberm\u00e4chtigen Bezugstext\u201d<a title=\"\" href=\"#_ftn9\">[9]<\/a>, dem Faust-Stoff, spielt. Das Werk ist ein B\u00fcndel\u00a0 \u201cschr\u00e4ger Allerweltsgeschichten\u201d, \u00a0\u2013\u00a0 so meint ein Kritiker \u2013 in denen Hein die \u201ctraurigen Gestalten der \u00dcberflu\u00dfgesellschaft \u00a0unterl\u00e4uft.\u201d<a title=\"\" href=\"#_ftn10\">[10]<\/a>\u00a0 Der Leser begegnet seltsamen K\u00e4uzen, die sich ernsthaft in lang ausgedehnten Reflexionen und schier endlosen Tiraden den Kopf zerbrechen, wieviel Milch in einem guten Kaffee sein darf, \u00a0wie man am besten \u00a0\u201cdie vollkommen sinnlose\u201d Chinesische Mauer w\u00fcrdigen soll oder \u00a0\u201cinwiefern die Form der Toilettensch\u00fcssel mit dem Nationalcharakter eines\u00a0\u00a0 Landes in Verbindung stehe\u201d\u00a0 (26).\u00a0 All diese Sonderlinge \u00a0sind auf Gl\u00fcckssuche\u00a0\u00a0 \u00a0oder auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, kurz, auf der Flucht aus der Gesellschaft und der Konvention. Die \u00a0Hauptfigur jedoch \u00a0ist \u00a0Boris Moser,\u00a0 ein \u00a0\u201cschr\u00e4ger Typ\u201d, \u00a0wie die Frau seiner Tr\u00e4ume ihn nennt,\u00a0 der\u00a0 eine\u00a0 \u201cAgentur \u00a0f\u00fcr\u00a0 verworfene Ideen\u201d \u00a0betreibt,\u00a0 in der er abstruse \u00a0Ideen\u00a0 jeder Art sammelt, nur keine Romananf\u00e4nge. \u00a0Er ist ein harmloser, freundlicher \u00a0Exzentriker auf \u00a0der Suche nach einer Form erf\u00fcllten Lebens. \u00a0Er findet das \u00a0Gl\u00fcck ganz \u00a0unerwartet, indem er von ihm verworfene Romananf\u00e4nge zu Geschichten ausweitet, die er erz\u00e4hlt. In einer Art Rahmenhandlung lernt er n\u00e4mlich die sch\u00f6ne Rebecca kennen, die durch Zufall in seinen Laden kommt. Sie interessiert sich f\u00fcr\u00a0 ihn und seine schr\u00e4gen Ideen, besonders aber f\u00fcr seine\u00a0 Romananf\u00e4nge und die Geschichten, die sich dahinter verbergen. Und so \u00a0erz\u00e4hlt ihr Boris drei ineinander verzahnte Geschichten ohne Ende, die um ein Kernst\u00fcck, \u00a0einen Pakt mit dem Teufel\u00a0\u00a0 \u2013\u00a0 \u201cdes Pudels Kern\u201c?\u00a0 \u2013\u00a0 kreisen.<\/p>\n<p>In der Art einer russischen Matrioschkapuppe, in der immer weitere kleinere Figuren stecken, gleitet im Erz\u00e4hlstrom eine Geschichte in den Anfang einer neuen, bis dann beim Erscheinen der dritten und letzten Puppe\/Geschichte die Reihenfolge wieder umgekehrt wird; der Kreis schlie\u00dft sich. Die Handlung f\u00fchrt zur\u00fcck in die Ausgangssituation mit den beiden Hauptfiguren Boris und Rebecca. Um dem begl\u00fcckenden Moment der Begegnung \u00a0Dauer \u00a0zu verleihen\u00a0 \u2013\u00a0 \u201cVerweile doch \u2026\u201d , hei\u00dft es bei Goethe \u2013 , will der versponnene \u00a0Erz\u00e4hler\u00a0 Boris mit seinen Geschichten die sch\u00f6ne Rebecca zum Bleiben bewegen, hatte sie doch anfangs schelmisch gedroht: \u201cWenn du mir jetzt nicht gleich die ganze Geschichte erz\u00e4hlst, dann drehe ich dir zun\u00e4chst den Hals um und verlasse dann deinen schr\u00e4gen Laden f\u00fcr immer\u201d (48).<\/p>\n<p>Die Faustsche Folie wird bereits im Titel des \u00a0Romans sichtbar. Wird\u00a0 bei Goethe in der Osterspaziergang-Szene \u00a0\u201cVor dem Tor\u201d\u00a0 (<i>Faust<\/i> 1) dem Moment eines sich ewig wiederholenden tagt\u00e4glichen Sonnenuntergangs\u00a0 begl\u00fcckende \u00a0Dauer\u00a0 verliehen \u2013\u00a0 \u201cVor mir den Tag und hinter mir die Nacht\u201d \u2013, so dehnt sich auch die Beziehung von Boris und Rebecca m\u00e4rchenhaft\u00a0 ins vielversprechend Dauerhafte. Sie l\u00e4dt ihn zu sich nach Hause ein.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst h\u00f6rt Rebecca die Geschichte von der sch\u00f6nen Sophia, die die Gedanken anderer Menschen lesen kann, eine Last, unter der sie zusammenbricht. \u00a0Sie liegt auf der Intensivstation eines Krankenhauses im Koma. Telepathisch erz\u00e4hlt sie dem Nachtarzt Sebastian \u00fcber ihre Arbeit als Sekret\u00e4rin bei einem m\u00fcrrischen alten Schriftsteller, der erblindet ist. Dieser diktiert ihr die Geschichte \u00fcber den \u00a0\u201cmerw\u00fcrdigen Menschen\u201d Heiner, einen frustrierten Gelehrten, der beschlie\u00dft, \u201cnach dem Sinn des Lebens\u00a0 zu forschen\u201d (104). In seiner Studierstube versucht er, aus den wichtigsten B\u00fcchern der Welt Teile herauszudestillieren, \u00a0\u201c[die] das\u00a0 Puzzle in seiner Lebenszeit zusammenf\u00fcgen\u201d (106) und zu der Erkenntnis f\u00fchren\u00a0 sollen, \u00a0\u201cwie alles sich zum Ganzen webt\u201d (Faust 1, Nacht). Dieser moderne Faust \u00a0scheitert, weil die st\u00e4ndige mediale Ablenkung und der \u00a0\u00fcberbordende Informations\u00fcberfluss des modernen technischen Zeitalters \u00a0zu immer wieder neuen, sich rapide \u00e4ndernden, letztlich nichtssagenden\u00a0 Ergebnissen f\u00fchrt. Und so kommt es zu einem Pakt mit der mephistophelischen Teufelsfigur Wolf, der ihn an einen, Ort, an dem es keine Ablenkungen gibt, \u00a0projiziert, n\u00e4mlich ins f\u00fcnfzehnte Jahrhundert. Dort angekommen, wird ihm schnell\u00a0 klar, dass er zwar mit dem \u00a0Informations\u00fcberflu\u00df seines Zeitalters nicht mehr belastet ist, jedoch im technisch begrenzten Mittelalter seine Forschungsergebnisse mit niemandem teilen kann. Seine Arbeit ist ihres Sinns beraubt. Er stagniert im Zustand fortw\u00e4hrender Unzufriedenheit, wobei ihm klar wird, dass ein Spiegelbild seiner selbst seinen Platz im einundzwanzigsten Jahrhundert eingenommen hatte: \u201cDie unertr\u00e4gliche Wirklichkeit des einen war der Wunschtraum des anderen gewesen\u201d (157). Die Geschichte hat kein Ende, zumal sie auf der Tastatur eines Computers mit thail\u00e4ndischem Alphabet\u00a0 getippt wurde. Die Handlung \u00a0gleitet zur\u00fcck zu Sophia, die auf der Intensivstation liegt. Der Tag bricht an; \u00a0der telepathische Dialog\u00a0 bricht ab. Die Ger\u00e4te werden abgeschaltet.<\/p>\n<p>Am Schlu\u00df taucht Boris wieder in der Rahmenhandlung auf. \u00a0Er allein hat \u00a0unter den vielen Gl\u00fccklosen der Handlung das Gl\u00fcck gefunden, wenn auch durch Zufall. Im Durchbrechen von Erwartungshaltungen zeigt sich unfreiwillige Komik.\u00a0 Boris hat im Erz\u00e4hlakt die fremde Frau f\u00fcr sich gewonnen. Selbstbewu\u00dft ergreift sie die Initiative und im deutlichen Abweichen vom literarischen Vorbild\u00a0 \u2013 \u00a0\u201cMein sch\u00f6nes Fr\u00e4ulein, darf ich wagen\/ Meinen Arm und Geleit Ihr anzutragen\u201d (<i>Faust<\/i> 1)\u00a0 \u2013 \u00a0\u00a0bietet sie ihm den Arm: \u201dEinen Moment fragte er sich, ob es richtig war, dass sie ihm den Arm anbot, und ob nicht er das h\u00e4tte tun sollen, aber dann hakte er sich vorsichtig bei ihr ein\u201d (174) So gelingt es ihm, die Fesseln der ihn\u00a0 einengenden unmittelbaren Wirklichkeit abzuwerfen: Boris, der merkw\u00fcrdige Sonderling mit einem Minimum an Sozialkontakten, \u00a0steigt aus der genormten Gesellschaft\u00a0 aus, um in eine private Sph\u00e4re des Liebesgl\u00fccks einzusteigen, in der das Du seiner\u00a0 skurrilen inneren Welt mit Sympathie begegnet .<\/p>\n<p>Um einen Menschen, der ebenfalls neben der Spur l\u00e4uft, geht es in einem anderen, dem vorigen Text diametral entgegengesetzten Text. Im Jahre 2006 ver\u00f6ffentlichte Jakob Hein den Roman <i>Herr Jensen steigt aus. <a title=\"\" href=\"#_ftn11\"><b>[11]<\/b><\/a>\u00a0 <\/i>Der Titel spricht f\u00fcr sich selbst. \u201cNicht das Allt\u00e4gliche, nicht der Wahnsinn interessieren Jakob Hein, es ist der schmale Grat dazwischen\u201d, so hei\u00dft es im Klappentext. Hein projiziert seinen Sonderling folglich in jenen Zwischenbereich, in dem Scharfsinn und Irrsinn letztlich nicht mehr unterscheidbar sind. Der Roman <i>Herr Jensen steigt aus<\/i> ist ein Psychogramm. Wann, falls \u00fcberhaupt, ist ein Isolierter oder Einzelg\u00e4nger, der selbst\u00a0 ganz klar erkennt, \u201cda\u03b2 er am Rand der Gesellschaft [steht]\u201d(83) und durch das Raster sozialer Normen f\u00e4llt, eine Gefahr f\u00fcr sich?\u00a0 Bei Heins\u00a0 \u201cAnti-helden\u201d\u00a0 Herrn Jensen erscheinen eines Tages Vertreter aus der Psychiatrie: \u201cWir haben Hinweise erhalten, dass Ihr Verhalten in letzter Zeit einfach etwas merkw\u00fcrdig\u00a0 geworden ist. Und deshalb w\u00fcrde ich Sie bitten, mit uns mitzukommen [\u2026] (132), um Gefahren von sich selbst und anderen abzuwenden\u201d (133). \u00a0Kann das Merkw\u00fcrdige ihn zum Kandidaten f\u00fcr die Zwangsjacke machen?\u00a0 Harmlos, wunderlich, verschroben wirkte Herr Jensen schon immer; er war ein Mensch, \u00fcber den man lachte.\u00a0 Aber eine Katastrophe in seinem ereignislosen Leben wird zum krisenausl\u00f6senden Moment, macht die Welt pl\u00f6tzlich unerwartet \u201czu einem unscharfen, schwer fa\u00dfbaren Etwas unvereinbarer Widerspr\u00fcche\u201d, \u00a0\u00a0in dem \u201cer sich treiben l\u00e4\u03b2t\u201d (42). In welche Richtung aber treibt er? Treibt er auf den Abgrund zu? Hein gibt keine Antwort, er beobachtet und berichtet, l\u00e4sst klinisch n\u00fcchtern die Fakten sprechen. Er pr\u00e4sentiert 18 numerierte Kapitel (001-018) mit sachlich formulierten \u00dcberschriften, die sich wie eine wissenschaftliche Akte bzw. Krankenakte lesen.<\/p>\n<p>Herr Jensen ist unangepasst, lebensfremd, motivations- und orientierungslos, still und introvertiert; ein freundlicher Mensch, der\u00a0 keine Freunde, keine Frau, kaum Kontakt zur Familie hat und der sich in seinem\u00a0 Daueraushilfsjob als Brieftr\u00e4ger recht behaglich eingerichtet hat. Er will nicht auffallen, f\u00fchlt sich in seinem Anderssein wohl und will in seinem gesellschaftslosen Vakuum in Ruhe gelassen werden. So wird er Gegenbild des st\u00e4ndig unter Druck stehenden, konkurrenzbewussten modernen Menschen, der sich unbehaglich in der Gegenwart dieses exzentrischen\u00a0 \u201cSpinners\u201d f\u00fchlt.\u00a0 Die Leistungsgesellschaft, die allein auf Konsumdenken und Entertainment programmiert ist, hat f\u00fcr einen Einzelg\u00e4nger wie Herrn Jensen keinen Platz. Schon aus diesem Grund geh\u00f6rt er in die Reihe der \u201cAu\u03b2enseiter\u201d, die Hans Mayer im Rahmen seiner Sozial- und Kulturkritik einer ausf\u00fchrlichen Untersuchung unterwirft: \u201cEine Denkrichtung, die eine sogenannte <i>Personalisierung<\/i> verachtet, um allein die Kollektivit\u00e4t anzuerkennen, die quantitativ erheblichen Regelf\u00e4lle, statt der qualitativen Einzelf\u00e4lle, f\u00f6rdert das fetischisierte Denken und damit eine unmenschliche Praxis.\u201d<a title=\"\" href=\"#_ftn12\">[12]<\/a> Das hei\u03b2t also, dass es dem Leser in diesem <i>Personalisierungs<\/i>-Fall \u00fcberlassen ist, dar\u00fcber nachzudenken, ob Herr Jensen ein ernstzunehmendes Problem oder ob die normierende Welt das Problem ist.<\/p>\n<p>Treibt dieser harmlose Sonderling in steigender Verwirrung aus dem unscharfen Zwischenbereich von Wahn und Sinn in den totalen Irrsinn, nachdem seine Arbeitsroutine bei der Post pl\u00f6tzlich zum Stillstand gekommen ist? Ihm wird \u201cim Rahmen unseres neuen Programms zur Verhinderung betriebsbedingter K\u00fcndigungen\u201d (25) gek\u00fcndigt. Die Folge ist totale Isolation. \u00a0Zun\u00e4chst entwirft er eine Philosophie des Nichtstuns, die dem Studium verbl\u00f6dender Fernsehprogramme gewidmet ist, bis er, an den Rand des Wahnsinns getrieben, den Apparat samt angelegter Akten aus dem Fenster wirft. Die Werte, die die Fernsehprogramme vermitteln, sind ihm fremd, und so begreift er, der Fremde, da\u00df er au\u00dferhalb gesellschaftlicher Normen steht, zumal Normalit\u00e4t in der Gesellschaft folgendes bedeutet:<\/p>\n<blockquote><p>Man sollte viele Freunde haben.<\/p>\n<p>Man sollte die aktuelle Mode kennen.<\/p>\n<p>Man sollte Ahnung von Musik haben.<\/p>\n<p>Man sollte fr\u00f6hlich sein.<\/p>\n<p>Man sollte Geld haben.<\/p>\n<p>Man sollte sch\u00f6n sein.<\/p>\n<p>Man sollte etwas mit sich anfangen.<\/p>\n<p>Man sollte Tr\u00e4ume haben. (83)<\/p><\/blockquote>\n<p>Herr Jensen diagnostiziert, da\u00df er nicht normal ist. Er, der nie so richtig eingestiegen war, steigt aus: \u201cHerr Jensen mu\u00dfte feststellen, dass er nicht normal war. [Er mu\u00dfte] nun erstaunt erkennen, da\u00df er am Rande der Gesellschaft stand\u201d (83). Er lebt in v\u00f6lliger Stille. Seine antigesellschaftlichen Verschrobenheiten versch\u00e4rfen sich. Meist sitzt er im Sessel und reflektiert \u00fcber Verschw\u00f6rungstheorien; er glaubt sich verfolgt und halluziniert: \u201c[Er] sah jetzt sein breites Grinsen auf der gl\u00e4nzenden Oberfl\u00e4che\u00a0 seines Kaffees\u201d (88).\u00a0 Das Grinsen w\u00fcrde, laut Plessner, \u201cden Abbruch seines Daseins [signalisieren]\u201d und die Unf\u00e4higkeit, \u201csich von der Komik des Deplaciertseins packen zu lassen\u201d (Plessner, 166). \u00a0Sollte\u00a0 Komik im Zustand der Arbeitslosigkeit und Isolation \u00a0\u00fcberhaupt vorstellbar sein, so w\u00e4re das Lachen sicherlich gequ\u00e4lt und verzerrt, und auch dem Leser w\u00fcrde das Lachen \u00fcber diesen seltsamen Kauz und Sonderling vergehen. Herr Jensen, nachdem ihm von Seiten des Staates mitgeteilt wird, dass er wegen seines merkw\u00fcrdigen Verhaltens reif f\u00fcr die Psychiatrie sei, l\u00f6scht sich selbst aus. Er entfernt sein Namensschild von seiner T\u00fcr.\u00a0 Der Ausstieg aus der Gesellschaft ist abgeschlossen.<\/p>\n<p>Ein Text ganz anderer Art \u00a0ist die groteske \u00a0Erz\u00e4hlung\u00a0 <i>Wurst und Wahn. Ein Gest\u00e4ndnis<\/i><a title=\"\" href=\"#_ftn13\">[13]<\/a><i> \u00a0<\/i>(2011). Es handelt\u00a0 sich um das satirische\u00a0 Gest\u00e4ndnis eines Kriminellen, der,\u00a0 in den Wahnsinn getrieben, eine \u00a0Kult- und Leitfigur in der Gesellschaft ermordet hat. In verzerrt\u00a0 \u00fcbersteigerter Form pr\u00e4sentiert Hein einen Bereich gesellschaftlicher Mitte, der von Fanatismus und missionarischem Eifer durchdrungen ist. \u00a0Hier ist ein namenloser, sich drangsaliert f\u00fchlender Ich-Sprecher \u00a0kein Aussteiger oder Outsider, sondern \u00a0das Gegenteil, ein \u201cEinsteiger\u201d bzw.\u00a0 Insider. <i>\u00a0<\/i>\u00a0Er ist ein durchaus lauterer B\u00fcrger, \u00a0ein \u201cein wenig langweiliger [Mensch]\u201d (29), der aber\u00a0 \u201cimmer dabei sein wollte\u201d \u00a0(9), \u201cein friedfertiger,\u00a0 total unauff\u00e4lliger Mensch\u201d (30), dessen Mitsch\u00fcler zum Teil zwei bis\u00a0 drei Schuljahre\u00a0 brauchten, um sich seinen Namen zu merken. Dann allerdings, unter enormem sozialen Druck, \u00a0steigt er, ein argloser Fleischesser, \u00a0tiefer und tiefer in eine totalit\u00e4re, zwanghaft \u00a0vegetarisierte Gesellschaft ein. \u00a0Vegetarismus wird zur\u00a0 gesellschaftlichen \u00a0Massennorm und zur einzig wahren Lebensform.\u00a0 Der fleischessende Protagonist wird beim Versuch, sich den neuen Normen anzupassen, buchst\u00e4blich in den Wahnsinn und zum Mord \u00a0getrieben. Nicht das \u00a0ausschlie\u00dfende \u00a0A-Normale einer Grenzsituation f\u00fchrt in diesem Vegetarismusmonolog in den Irrsinn, sondern\u00a0 die einschlie\u00dfende \u201cNormalit\u00e4t\u201d\u00a0 der Mitte. \u00a0Diese Mitte schafft Attribute, die gew\u00f6hnlich dem traditionellen Exzentriker oder Au\u00dfenseiter zugeschrieben \u00a0werden: \u201cIch wurde schrullig\u201d (46). Hein kommentiert: \u201cDie Ideologien hinter diesem ganzen Unsinn satirisch zu \u00fcberspitzen und dann eben bis zur Katastrophe, bis zum Mord zu \u00fcbertreiben, das hat mir absoluten Spa\u00df gemacht.\u201d<a title=\"\" href=\"#_ftn14\">[14]<\/a> \u00a0Er, der selbst Vegetarier ist, stellt \u00a0einen \u00a0\u00a0\u201cmerkw\u00fcrdig\u201d willenlosen Menschen vor, \u00a0der\u00a0 nicht \u00a0\u2013 \u201cex centro\u201d\u00a0 \u2013 von sozialen Normen abweicht, sondern \u00a0in blinder H\u00f6rigkeit im \u00a0totalit\u00e4r durchvegetarisierten \u00a0gesellschaftlichen \u00a0Zentrum aufgeht und verk\u00fcmmert. \u00a0Es geht, so kommentiert\u00a0 Hein in einem Interview, \u00a0\u201ceinerseits um die Kritik an \u00fcberm\u00e4\u00dfigem Fleischgenuss, andererseits um Satire gegen die ideologische Aufladung.\u201d<a title=\"\" href=\"#_ftn15\">[15]<\/a><\/p>\n<p>Auf einer Weihnachtsfeier mit Arbeitskollegen bestellt sich der ahnungslose Protagonist sein traditionelles Weihnachtsessen, eine G\u00e4nsekeule, Rotkohl und Kl\u00f6\u00dfe. Entsetzt findet er sich einem Sturm der Entr\u00fcstung ausgesetzt. Und da es \u201cihm immer wichtig gewesen [war], nicht aus der Reihe zu tanzen\u201d (9), gelobt er unter Druck und Zwang, Vegetarier zu werden. Entzugserscheinungen und Entw\u00f6hnung ver\u00e4ndern ihn physisch und psychisch. Die Z\u00e4hne fallen ihm aus, er nimmt ab, seine Haut ist fahl. Er leidet an Erbrechen, Delirium, an epilepsieartigen Aussetzern, Depression und Impotenz. Hein treibt die Groteske auf die Spitze:\u00a0 Glieder und Penis fallen ab. Worte \u00a0wie \u201cHackbraten\u201d \u00a0und \u201cLeber\u201d nuschelnd, schlurft der Leidende durch \u00a0die Wohnung: \u201cDie Augen weit aufgerissen laufe ich in der Wohnung herum und stecke mir wie ein Kleinkind alles M\u00f6gliche in den Mund, kaue darauf herum. Nach zwei Minuten ist der Spuk herum und ebenso unvermittelt wie der Anfall angefangen hat, spreche ich den davor begonnenen Satz zu Ende\u201d (35). Hilflos wendet er sich ans Internet und stellt Kontakt zu Tom Tofu her, der Leitfigur des Vegetarismus. Dieser versorgt ihn mit guten Ratschl\u00e4gen, die ihm den Vegetarismus schmackhaft machen sollen. Doch der dahinsiechende Neu-Vegetarier tr\u00e4umt weiterhin von Rouladen, W\u00fcrsten und G\u00e4nsekeulen und stellt letztendlich Kontakt zum Untergrund her,\u00a0 zu Bert Br\u00fchw\u00fcrfel von der Gruppe \u201cMeat Friends\u201d.\u00a0 Diese Gruppe hat es sich zum Ziel gemacht, die unter Druck zum Vegetarismus bekehrten Ungl\u00fccklichen wieder zur Fleischkost zur\u00fcckzuf\u00fchren. Zum R\u00fcckfall ins Karnivore kommt es schnell. Der ausgehungerte Protagonist schlie\u00dft sich der karnivoren Gruppe an; er muss jedoch sehr bald erkennen, da\u00df beide Gruppen, die Pro- und Antivegetarier, schamlos kollaborieren und dass er Opfer ihrer konspirativen Machenschaften geworden\u00a0 ist.\u00a0 Fassungslos und nicht mehr Herr seiner Sinne t\u00f6tet der Erboste den m\u00e4chtigen Tom Tofu. Dem Polizeikommissar\u00a0 gesteht er in einem langen Monolog, wie es zu dem Mord gekommen ist: \u201cMein ganzes Leben ist zerst\u00f6rt, meine Arbeit dahin, genau wie mein Penis (99) \u00a0[..] Nach \u00a0Meinung \u00a0der Vegetarier habe ich eine ihrer Leitfiguren get\u00f6tet und gleichzeitig nach Meinung der Karnivoren ihren wichtigsten Unterst\u00fctzer [\u2026]\u201d \u00a0(101).\u00a0 Der Protagonist, der sich selbst einmal als\u00a0 \u201cschrullig\u201d und Mensch der Mitte bezeichnet hatte, entledigt sich seiner gesellschaftlichen\u00a0 Fesseln; \u00a0komischerweise geschieht das in der Rand-\u00a0 oder Grenzsituation\u00a0 des Gefangenseins.\u00a0 Das Gef\u00e4ngnis wird ihm zum Refugium, zum Hort der Sicherheit und Freiheit: \u201cDenn ein Leben in Freiheit kann es f\u00fcr mich nur hinter Gittern geben.\u00a0 Da drau\u00dfen werde ich nie wieder sicher sein, ich kann keine Stra\u00dfe \u00fcberqueren [\u2026], ohne um mein Leben zu f\u00fcrchten\u201d\u00a0 (101).<\/p>\n<p>Heins Interesse an Grenzsituationen ist offensichtlich. Sie signalisieren einen Bruch mit der gesellschaftlichen Normalit\u00e4t, die zumeist als substanzlos, monoton \u00a0und erdr\u00fcckend erlebt wird, \u00a0die jedoch auch ein Ma\u00df an Geborgenheit und Verbindlichkeit gew\u00e4hrt. Wer aussteigt, \u00e4ndert den Blickwinkel. Das kann, wie im Falle von Herrn Jensen, in tragische Isolation f\u00fchren. Diese Trag\u00f6die ist jedoch voll unfreiwilliger Komik, denn durch sein Nichtstun wird Herr Jensen zur Provokation in der Leistungsgesellschaft. Er wehrt sich entschieden gegen sinnlose Schulungsma\u00dfnahmen des Arbeitsamtes und findet Ruhe in seiner Einsamkeit. Somit \u00a0wird er in dieser Grenzsituation zur gesellschaftlichen Herausforderung.\u00a0 Der schrullige Boris Moser dagegen findet Zufriedenheit ex centro im Schr\u00e4gsein, denn es ist gerade diese merkw\u00fcrdige Charaktereigenschaft, die die sch\u00f6ne Rebecca f\u00fcr ihn einnimmt. Schr\u00e4gsein macht ihn attraktiv. \u00a0So lebt er au\u00dferhalb\u00a0 der gesellschaftlichen Mitte nur im m\u00e4rchenhaften Moment sch\u00f6ner Zweisamkeit:\u00a0 \u201cVerweile doch, du bist so sch\u00f6n.\u201d\u00a0 In die extremste Grenzsituation am \u00e4u\u00dfersten Rand der Gesellschaft ger\u00e4t jedoch ironischerweise der konformistische \u00a0Mensch \u00a0der Mitte.\u00a0 Wurst und Wahn f\u00fchren den gebeutelten Protagonisten dieser \u00fcberzeichneten Satire an einen Ort seltsamer Freiheit:\u00a0 ins Gefesseltsein in einer Au\u00dfenseiterposition.<\/p>\n<div>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Endnoten<\/strong><\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Jakob Hein und J\u00fcrgen Witte, <i>Deutsche und Humor. Geschichte einer Feindschaft<\/i> (K\u00f6ln: Kiepenheuer &amp; Witsch, 2013).\u00a0 Zitate mit Seitenzahlen im Text der Arbeit.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Odo Marquard und Steffen Dietzsch, \u201c\u2019Das Lachen ist die kleine Theodizee\u2019: Odo Marquard im Gespr\u00e4ch mit Steffen Dietzsch\u201d, <i>Luzifer lacht. Philosophische Betrachtungen von Nietzsche bis Tabori<\/i>, hs. v. Steffen Dietzsch (Leipzig: Reclam, 1993), S. 15.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Oliver Kranz, \u201cPortr\u00e4t: Jakob Hein\u201d,\u00a0 <em>WDR Mosaik<\/em>, Sendung am 8. 3. 2013.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> Michael Opitz, \u201cErz\u00e4hler von Format\u201d, <i>Deuschlandfunk<\/i>\u00a0 26. November 2013.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n[5] Ralph Gambihler, \u201cDeutschland als Absurdistan\u201d, <i>Dresdener Neueste Nachrichten<\/i> 16.3.1906.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> Helmut Plessner, \u201cAnl\u00e4sse des Lachens\u201d, in<i>: Luzifer lacht \u2026<\/i>, pp. 119-175; hier 146.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> Plessner, 166.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> Hein, <i>Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht<\/i> (M\u00fcnchen: Piper, 2008). Zitate mit Seitenzahlen im Text der Arbeit.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a> Sandra Kerschbaumer, \u201cVom Landen im M\u00fcll\u201d, <i>Frankfurter Allgemeine Zeitung<\/i>\u00a0 30.9.2008.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref10\">[10]<\/a> Ulrich Steinmetzger, \u201cStylishes Dampfgeplauder\u201d, <i>Neue Ruhr-Zeitung<\/i> 17.11.2008.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref11\">[11]<\/a> Hein, <i>Herr Jensen steigt aus<\/i>, 3. Auflage (M\u00fcnchen: Piper, 2006). Zitate mit Seitenzahl im Text der Arbeit.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref12\">[12]<\/a> Hans Mayer, <i>Au\u00dfenseiter<\/i> (Frankfurt\/M.: Suhrkamp Taschenbuch, 1981),\u00a0 S. 464.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref13\">[13]<\/a> Hein, <i>Wurst und Wahn. Ein Gest\u00e4ndnis<\/i> (Berlin: Galiani Verlag, 2011). Zitate und Seitenzahlen im Text der Arbeit.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref14\">[14]<\/a> Hein, \u201c\u2019Das tote Tier und das schlechte Gewissen.\u2019 Gespr\u00e4ch mit Klaus Pokatzky\u201d, <i>Deutschlandradio Kultur<\/i>\u00a0\u00a0 5. 12.\u00a0 2013.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref15\">[15]<\/a> Hein, \u201cEin wahrer Mensch isst viel Fleisch\u201d, <i>Frankfurter Neue Presse<\/i> 15.10. 2011.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christine Cosentino, Schr\u00e4ge Typen \u2013 Sonderlinge in Jakob Heins komischen Geschichten Probleme\u00a0 der Abweichungen vom konventionellen Normalverhalten und der m\u00f6glichen Grenzaufl\u00f6sung ins Pathologische sind dem in der DDR geborenen Autor Jakob Hein \u00a0(Jahrgang 1971) keineswegs fremd, denn hauptberuflich ist er Facharzt f\u00fcr Kinder-\u00a0 und Jugendpsychiatrie in Berlin. 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