{"id":3703,"date":"2014-12-07T10:31:27","date_gmt":"2014-12-07T15:31:27","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/?page_id=3703"},"modified":"2014-12-07T10:38:11","modified_gmt":"2014-12-07T15:38:11","slug":"christine-cosentino-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/archive\/most-recent-issue-glossen-392014\/christine-cosentino-2\/","title":{"rendered":"Christine Cosentino"},"content":{"rendered":"<p><b>\u201cUnverbindlichkeit\u00a0 auf\u00a0 Dauer\u201d: Julia Schochs\u00a0 Reminiszenzen in dem Roman <i>Selbstportr\u00e4t mit Bonaparte<\/i><\/b><\/p>\n<p>Im Nachhinein der Wiedervereinigung\u00a0 gab es \u00a0eine Flut fiktiver oder autobiographischer Erinnerungsliteratur, die der Feder von Autoren aus der entschwundenen DDR entstammen. Christa Wolf, Volker Braun, Monika Maron, Uwe Tellkamp, Andre Kubiczek und Christoph und Jakob Hein waren einige unter vielen, die sich mit der Frage besch\u00e4ftigten, welche psychischen Nachwirkungen das\u00a0 Ende der DDR auf den Einzelnen haben konnte. \u00a0Noch heute, rund zwanzig Jahre nach dem Fall der Mauer, stehen \u00f6stliche Autoren aus verschiedenen Generationen im Sog von Geschichtsverlust und Des- oder Neuorientierung. Erhellende Erinnerungsarbeit in der ganz pers\u00f6nlichen Geschichte innerhalb der Geschichte des DDR-Staates wird zur Voraussetzung, sich dem neuen westlichen Staat zu stellen, sich in ihm zu integrieren oder kritische Distanz zu gewinnen. Auch die 1974 geborene Autorin Julia Schoch, Tochter eines NVA-Offiziers, \u00a0kn\u00fcpft hier an. In ihren Erz\u00e4hlungen \u00a0<i>Der K\u00f6rper des Salamanders<\/i>, vorrangig aber in ihren Romanen <i>Mit der Geschwindigkeit des Sommers<\/i> <a title=\"\" href=\"#_ftn1\">[1]<\/a> (2009) und <i>Selbstportr\u00e4t mit Bonaparte<\/i> <a title=\"\" href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> (2012)\u00a0 geht es um existentielle Ersch\u00fctterungen,\u00a0 um Menschen, die ihre Geschichte und \u00a0ihren Halt \u00a0verlieren und perspektivelos dahintreiben. In deutlicher Korrespondenz mit Christa Wolfs Roman <i>Nachdenken \u00fcber Christa T.<\/i>\u00a0 widmet sich auch die um zwei Generationen j\u00fcngere \u00a0Kollegin Schoch dem Thema \u00a0privater oder gesellschaftlicher Aufl\u00f6sung,\u00a0 entschwundener Hoffnungen und versuchter, jedoch fehlgeschlagener\u00a0 Neukonstituierung. Wie Wolf nimmt\u00a0 sie die Frage auf,\u00a0 mit welchen Inhalten und Hoffnungen die neu entstandene L\u00fccke zu f\u00fcllen sei. Sie kennt die Gefahr von Isolation und Entfremdung: \u201dDie L\u00fccke, die einen vom anderen trennt, \u00a0darf nicht zu gro\u00df werden. Es sei denn, der Wille ist stark genug, die L\u00fccke auszuf\u00fcllen, immer aufs Neue und dauerhaft\u201d (B 62).<\/p>\n<p>Schoch umkreist in analysierenden\u00a0 Rekonstruktionsversuchen das Problem des Verlustes eines geliebten Menschen, eines Staates, eines aufgegebenen Lebensraumes, einer \u00a0Liebe und letztlich des Verlustes eines traditionellen Zeitgef\u00fchls oder \u201ceiner normalen Zeitrechnung\u201d (B 60). \u00a0Rekonstruiert \u00a0eine Ich-Erz\u00e4hlerin im Roman \u00a0<i>Mit der Geschwindigkeit des Sommers<\/i>\u00a0 das Leben ihrer an der DDR und der Bundesrepublik gescheiterten Schwester, die Selbstmord beging, so reflektiert in <i>Selbstportr\u00e4t mit Bonaparte<\/i> ein namenlos bleibendes gr\u00fcbelndes Ich \u00fcber eine \u201cmerkw\u00fcrdige\u201d Liebe, die sich nur im zeitlosen, abgeschirmten Interieur eines Kasinos verwirklichen l\u00e4sst. F\u00fcr beide Werke gilt Frauke Meyer-Gosaus \u00a0Statement, die Wende fungiere \u00a0als \u00a0\u201cein Scharnier zwischen Nichts und Nichts\u201d<a title=\"\" href=\"#_ftn3\">[3]<\/a>. In\u00a0 diesem Sinne schl\u00e4gt sich die\u00a0 Gestaltung \u00a0des zeitlichen Leerraums \u00a0in einer leitmotivischen Reflexion \u00a0der Begriffe\u00a0 \u201cZeit-Vertreib\u201d, \u201cZwischenzeit\u201d oder \u00a0\u201cAus-der-Zeit-Fallen\u201d nieder\u00a0 und zwar nicht nur in einer verschwommenen Chronologie der Handlung, \u00a0sondern auch im Sinnieren\u00a0 der gleich zu Anfang \u00a0beider Werke\u00a0 gestellten Frage: \u201cWas wei\u00df diese Zeit von einer anderen?\u201d (B 9)\u00a0 bzw. \u201cIn welch sonderbarer Zeit spielt das, was ich erz\u00e4hle?\u201d (G 9).<\/p>\n<p>Doch es gibt andere Gemeinsamkeiten in beiden Werken, und sie seien\u00a0 kurz\u00a0 erw\u00e4hnt.\u00a0 Sie betreffen den Versuch, den Stillstand und die Stagnation einer in der DDR\u00a0 anerzogenen \u00a0Wartehaltung\u00a0 \u2013 \u201cdiesen bedrohlichen Gleichmut\u201d \u00a0(G\u00a0 60) \u00a0bzw. \u00a0\u201cdiese merkw\u00fcrdige Gleichg\u00fcltigkeit\u201d (B 20)\u00a0 \u2013 zu durchbrechen. Da die westliche Konsumentengesellschaft mit ihrem \u00dcberangebot an M\u00f6glichkeiten und Entscheidungen den Menschen oft \u00fcberfordert, \u00a0verwirrt und besch\u00e4mt, endet dieser Versuch in der Un-wirklichkeit\u00a0 konservierter Lebenstr\u00e4ume; diese sind in Liebesbeziehungen eingefangen, die mit r\u00fcckw\u00e4rtsgerichteten Phantasien befrachtet sind. Wurde in den Tagtr\u00e4umen der rekonstruierten Schwester-Figur ein ehemaliger NVA-Soldat \u00a0zum Symbol\u00a0 des Versprechens auf eine utopische Zukunft, einer f\u00fcr m\u00f6glich gehaltenen, \u201cnicht probierten Version\u201d (G 63) des DDR-Experiments \u00a0\u2013 \u201cWenn sie ihn umarmte, umarmte sie das Phantom eines anderen Lebens\u201d (G 63) \u2013\u00a0 so \u201cerf\u00fcllt\u201d sich\u00a0 die Liebe der beiden Protagonisten in <i>Selbstportr\u00e4t mit Bonaparte<\/i> nur in der Unwirklichkeit des\u00a0 Kasinos. Da \u00a0beide\u00a0 sich \u2013 so Jana Hensels\u00a0 sinnvolle Einsch\u00e4tzung\u00a0 \u2013 \u00a0als \u00a0\u201c\u00fcbriggebliebene\u201d (B 33)\u00a0 \u201cVergangenheitswesen\u201d<a title=\"\" href=\"#_ftn4\">[4]<\/a> \u00a0ohne\u00a0 Zeitgef\u00fchl begreifen, empfinden sie hier ein \u00a0\u201cseltsam verloren gegangenes \u00a0Gef\u00fchl einer Gemeinschaft\u201d, \u00a0allerdings\u00a0 \u201cohne [die] Verschworenheit\u201d\u00a0 (B 50) DDR-spezifischer Kontrollorgane. \u00a0Trotz starker Ablehnung\u00a0 der \u201cabgezirkelten, starren Welt aus Vorschriften\u201d (B 87) erinnert sich die Ich-Erz\u00e4hlerin\/die Autorin mit Wehmut an ihre Kindheit und Jugend im entschwundenen Land. Vertraut gewordene Geb\u00e4ude in den St\u00e4dten werden abgerissen, eine Zerst\u00f6rung des Vertrauten, und eine als dem\u00fctigend empfundene Abwertung des fr\u00fcheren Lebens. \u00a0Es handelt sich in <i>Selbstportr\u00e4t mit Bonaparte<\/i>\u00a0 um\u00a0 \u2013 so das sarkastische Bonmot eines <i>Spiegel<\/i>-Rezensenten \u00a0\u2013 \u201cein genaues Protokoll, wie und warum eine von der Wende \u00fcberforderte \u00a0Ostfrau samt ihrem Lover in der Stupidit\u00e4t von Spielbanken so etwas wie Heimatgl\u00fcck findet.\u201d<a title=\"\" href=\"#_ftn5\">[5]<\/a> \u00a0Mit der Geschwindigkeit des Sommers \u00a0endet die Liebe der Schwester zum Soldaten. \u00a0Unf\u00e4hig zu Entgrenzung und \u00a0Neukonstituierung, \u00a0begeht \u00a0sie Selbstmord, ironischerweise an dem Ort, der der Inbegriff \u00a0der Freiheit und der unbegrenzten \u00a0M\u00f6glichkeiten ist, New York. \u00a0\u00a0Der wegen seines Profils Bonaparte \u00a0genannte Liebhaber dagegen verschwindet aus dem \u00a0Leben der reflektierenden Erz\u00e4hlerin. Sein Portr\u00e4t\u00a0 fungiert im Selbstportr\u00e4t der Erz\u00e4hlerin als Nachruf.\u00a0 Das Verschwinden l\u00f6st den Erz\u00e4hlstrom aus, der das Vergangene retten soll.<\/p>\n<p><i>Selbstportr\u00e4t mit Bonaparte<\/i> \u00a0suggeriert \u00a0Selbstanaylse; die Ich-Erz\u00e4hlerin rekonstruiert\u00a0 den Geliebten und hinterfragt, was sie an diesen Menschen gebunden hat: \u201cUnd sobald ich mich im Spiegel betrachte, erscheint sein Kopf hinter meinem. Eine Art Doppelportr\u00e4t oder Selbstportr\u00e4t als Paar\u201d (B 30). Wer ist die nachdenkende \u00a0Ich-Sprecherin?\u00a0 Sie ist in der DDR gro\u00df geworden, lebt in der Stadt P., die man unschwer als Potsdam erkennt, \u00a0und ist ausgebildete Historikerin, die ihre Stellung an der Universit\u00e4t aufgibt, um sich der Literatur zu widmen. Sie arbeitet als Schriftstellerin und schreibt Texte f\u00fcr Kataloge mit Photos von St\u00e4dten, die sich in der neuen Zeit architektonisch wandeln. Auf einer Historiker-Konferenz \u00fcber \u201cAnsichten der Vergangenheit\u201d lernt sie einen Mann kennen, dessen Vortragsstil merkw\u00fcrdiger Gleichg\u00fcltigkeit und offensichtlicher Verachtung seinem Publikum gegen\u00fcber die Ich-Erz\u00e4hlerin fasziniert. \u201cWozu das Ganze\u201d (B 21), \u00e4u\u00dfert er sich und bl\u00e4st ihr l\u00e4ssig imaginierten Zigarettenrauch ins Gesicht. Er folgt ihr drei Tage sp\u00e4ter in ein Ostseebad, und beide gehen ins Kasino, wo sie sich der Leidenschaft des ewigen Moments hingeben. Au\u00dferhalb dieser Sph\u00e4re \u00a0geschieht wenig.<\/p>\n<p>Wer ist dieser Mann? Er ist ebenfalls in der DDR \u00a0gro\u00dfgeworden, rebellierte gegen\u00a0 Stagnation \u00a0und Vorschriftenzwang im verriegelten Land\u00a0 (\u201cRaus! Raus hier!\u201d (B 75) und entfloh in die Sowjetunion, wo\u00a0 er an einer Erd\u00f6ltrasse arbeitete. Als er zur\u00fcckkam, rutschte er \u201cpl\u00f6tzlich in eine vollkommen andere Zeit, ohne wirklich zu verstehen,\u00a0 wie er da hineingeraten war\u201d (B 77). Er verliert seinen Glauben an die Vergangenheit und an die Zukunft. Trotzdem studierte er Geschichte,\u00a0 mokiert\u00a0 sich aber \u00fcber Historiker, die den Gang von Ereignissen und \u00a0deren \u00a0Zusammenh\u00e4nge \u00a0sowie deren Ursachen und Wirkungen logisch zu erkl\u00e4ren versuchen. Er tue es aus \u201cTrotz, nicht Widerstand\u201d (B 79) gesteht er, wobei er diese \u201cTrotzhaltung\u201d auch auf die Ich-Erz\u00e4hlerin \u00fcbertr\u00e4gt: \u201cGut m\u00f6glich, so Bonaparte, dass wir die meisten Dinge noch immer so taten\u201d (B 79). Der britische Germanist Paul Cooke hatte in seiner Analyse von Ingo Schulzes <i>Simple Storys <\/i>\u00a0im Jahre 2003 auf eine ostalgische Trotzidentit\u00e4t ehemaliger DDR-B\u00fcrger verwiesen, die allerdings im vereinigten Deutschland prozesshaft dem pragmatischen Akzeptieren der neuen westlichen Welt Platz mache: \u00a0\u201ca more dynamic, fluid notion of Eastern identity within the context of contemporary German society.\u201d<a title=\"\" href=\"#_ftn6\">[6]<\/a> Bonaparte jedoch stagniert. Statt scheinbar unverbundene historische Ereignisse im R\u00fcckblick zu ordnen, zelebriert er eine \u00a0Theorie des Chaos:<\/p>\n<blockquote><p><em>Die einzelnen Momente der Menschheitsgeschichte waren\u00a0nicht Stufen, sondern Pontons, den festen, breiten Bl\u00e4ttern\u00a0von Seerosen nicht un\u00e4hnlich, die im ewigen Ozean der Zeit\u00a0trieben und zwischen denen keine Verbindung bestand. Ihr\u00a0Standort, ihre Beziehung untereinander folge, so Bonaparte,keiner Logik. So gesehen g\u00e4be es weder Vergangenheit noch\u00a0Zukunft, in gewisser Weise also auch keinen Tod \u2026 Die Dinge\u00a0passierten chaotisch, wirr und unberechenbar<\/em> (B 114-115).<\/p><\/blockquote>\n<p>Bonapartes \u00a0Philosophie spiegelt ein un\u00fcberbr\u00fcckbares \u00a0Kommunikationsdefizit im \u00a0Charakter;\u00a0 er ist unberechenbar und \u00a0gleichg\u00fcltig, \u00a0pflegt einen chaotisch wirren Lebensstil und neigt zu extremem Individualismus: \u201cdazu seine Anz\u00fcge, die ich Cary-Grant-Anz\u00fcge nannte (figurbetonte Zweireiher, wie sie heutzutage kein Mensch tr\u00e4gt), und die er sich nach Hollywoodaufnahmen schneidern lie\u00df\u201d (B 48). \u00a0Sein eigenes Fazit: es gehe \u00a0darum, \u201cetwas aus sich zu machen, was man eben gerade \u00a0<i>nicht<\/i> \u00a0gezwungen worden war zu sein, darum, gewisserma\u00dfen so unselbst wie nur m\u00f6glich zu werden\u201d (B 57). \u00a0Entdeckt die Ich-Erz\u00e4hlerin hier Wahlverwandtschaften? Auch sie hatte ja zu DDR-Zeiten in ihrer Jugend rebellisch auf Einheitskleidung, Zwang und Vorschriften reagiert. Sie kam mit Badelatschen in die Schule, \u00a0eine Herausforderung, die \u00a0ihr das\u00a0 Pr\u00e4dikat\u00a0 \u201cSie \u2026 Sie \u2026 Individuum\u201d\u00a0 einbrachte und den Bescheid, dass sie ihren Wusch, Fremdsprachen zu studieren, \u00a0auf \u201cewig an den Nagel h\u00e4ngen k\u00f6nne\u201d (B 76).\u00a0 Sind es \u00a0solche \u00a0Allergien, die sie in diesem skurrilen, exzentrischen \u00a0Chaoten best\u00e4tigt findet, Allergien,\u00a0 die\u00a0 letztlich in eine Gegenwelt \u00a0f\u00fchren, die frei von gesellschaftlicher Problematik ist?\u00a0 Sie reflektiert: \u201c Vielleicht ist der einzige Grund f\u00fcr die Liebe heutzutage tats\u00e4chlich der, dass man ein gleichartiges Wesen braucht, um seine Vergangenheit, also sich selbst, nicht zur Erfindung werden zu lassen\u201d (B 76).<\/p>\n<p>Warum wird das Roulette zum zelebrierten Ritual der Liebe? Es bedarf nicht der geringsten \u00dcberzeugungsarbeit, als Bonaparte der Ich-Erz\u00e4hlerin an den Badeort an der Ostsee folgt und vorschl\u00e4gt, ins Kasino zu gehen. Im sp\u00e4teren Nachsinnen \u00fcber diesen merkw\u00fcrdigen Ort ihrer Liebe findet sie im R\u00fcckblick auf ihre Vergangenheit die verborgenen F\u00e4den, die die Gegenwart und ein Portr\u00e4t ihrer selbst entwerfen. Roulette war dem Kind nicht unbekannt. Das M\u00e4dchen hatte ein Spielzeugroulette mit Plastikkessel und grellbunten Jetons. Die Vorstellung, die sich mit diesem Spiel verband, faszinierte sie schon damals:<\/p>\n<blockquote><p>R<em>oulette \u2013 das war der Inbegriff einer g\u00e4nzlich anderen Welt,\u00a0und alles, was g\u00e4nzlich anders war als mein Leben in einer\u00a0verschlafenen Kleinstadt am \u00e4u\u00dfersten Rand eines verriegelten\u00a0Landes, war verhei\u00dfungsvoll. Wenn ich in ausl\u00e4ndischen Filmen\u00a0Menschen im Kasino sah, wurde ich sehns\u00fcchtig \u2026 (B 17) Eine\u00a0Zeitlang dachte ich, das Roulette sei nichts weiter als ein Symbol\u00a0f\u00fcr die Freiheit, nach der ich mich sehnte. Eine Freiheit, bei derman sich unspektakul\u00e4r durch die Welt w\u00fcrde bewegen K\u00f6nnen<\/em> (B 18).<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Neu-Integration in der Bundesrepublik jedoch mit dem endlosen Vorrat an Reiseangeboten und Entscheidungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Gegenwart und Zukunft\u00a0 scheint das Ich auf neue Weise zu belasten und f\u00fchrt letztlich zur Flucht in den imaginierten Stillstand der Zeit, zum\u00a0 Zeit-Vertreib, zu\u00a0 einem Aus-der-Zeit-Fallen oder dem Heraufbeschw\u00f6ren einer Zwischenzeit. \u00a0Die Ich-Erz\u00e4hlerin sinniert: \u201cVielleicht, so denke ich jetzt, ist unsere Leidenschaft f\u00fcrs Roulette tats\u00e4chlich nie etwas anderes gewesen als eine Form des Ausharrens. Eine Art, die Zeit zu \u00fcberstehen, am behaglichsten aller Orte\u201d (B 82). Die Frage, ob der R\u00fcckzug ins Kasino aus den \u00dcberforderungen der neuen westlichen Welt zu erkl\u00e4ren ist, scheint zun\u00e4chst \u00fcberzogen. Doch evoziert die Unwirklichkeit \u00a0dieses behaglichsten aller Orte imaginierte Gewissheiten, auch Schutz, Rausch, Ekstase und eine Form zauberhafter Sicherheit, die sich in der wirklichen Welt nicht finden l\u00e4sst: \u201cMit ihren \u00fcberschaubaren Regeln, den uhren- und also zeitlosen Interieurs, ihren samtenen Abpolsterungen gegen das Drau\u00dfen sind sie [die Kasinos] die sichersten Orte der Welt\u201d (B 83). Das Verlangen nach \u00dcberschaubarem, \u00a0nach \u00a0Sicherheiten und wohliger Geborgenheit jenseits einer unberechenbaren Welt st\u00e4ndigen Auftrumpfens\u00a0 l\u00e4sst sich aus der psychischen \u00a0Disposition des Charakters \u00a0erkl\u00e4ren, sicherlich aber auch aus dem Erbe fr\u00fcherer Sozialisierung im verschwundenen Staat.<\/p>\n<p>Die Glorifizierung des Roulettespielens ist problematisch. Obwohl die Ich-Erz\u00e4hlerin wiederholt vom kontrollierten Spielen oder \u201cvern\u00fcnftigen Spielen\u201d (B 113) spricht, kann man sich des Gedankens an Suchtverhalten nicht erwehren. Die Verzahnung\u00a0 des\u00a0 Gl\u00fccksspiels mit der Liebe wird in Schochs Werk zum Lebensinhalt und f\u00fchrt zum gefeierten R\u00fcckzug aus dem sozialen Umfeld. Man denkt an Dostojewskis \u00a0Roman <i>Der Spieler <\/i>(1866<i>) <\/i>, in dem zerst\u00f6rerische Spielsucht ebenfalls mit einer komplizierten Liebesgeschichte gekoppelt ist. Als Polina dem sterblich in sie verliebten Spieler Aleksej ihre Liebe gesteht, ist dieser bereits in die Psychofalle des Gl\u00fccksspiels geraten. F\u00fcr die Liebe ist es zu sp\u00e4t; er erliegt der Sucht. \u00a0Schoch ist sich der Gefahren einer solchen Obsession durchaus bewu\u00dft. <i>En passant<\/i> umrei\u00dft sie ein Psychogramm \u00a0klassischen Suchtverhaltens. So berichtet Bonaparte von einer Nacht im Kasino, in der er sein gesamtes Forschungsstipendium verliert:<\/p>\n<blockquote><p><em>Seinen\u00a0 Worten zufolge hatte er gespielt wie ein vergifteter Affe.\u00a0Die meisten beklagen sich nach einem verlorenen Dreh \u00fcber\u00a0die Ungerechtigkeit, Bonaparte ignorierte Verluste. F\u00fcr das\u00a0Verlieren hat er wortw\u00f6rtlich keinen Sinn. Er straft das\u00a0Gl\u00fcck, wenn es ihn verfehlt, mit Verachtung, ja er f\u00fchlt sich\u00a0nicht im Geringsten angesprochen, ganz so, als m\u00fcsse dem\u00a0System irgendein Fehler unterlaufen sein \u2026 Mit unger\u00fchrter\u00a0Miene verl\u00e4sst er den Spieltisch, um in einem unerkannten\u00a0Moment (unerkannt vom Zufall) wieder da zu sein\u00a0 und das\u00a0Ganze gewisserma\u00dfen geradezur\u00fccken.<\/em> (B 113-114).<\/p><\/blockquote>\n<p><i>Selbstportr\u00e4t mit Bonaparte<\/i> \u00a0jedoch auf der Folie einer solchen Gedankenf\u00fchrung zu interpretieren, w\u00e4re Sache der Suchtexperten. In Schochs Roman greift dieser Ansatz zu kurz. Literaturkritiker reagierten\u00a0 sehr unterschiedlich.\u00a0 Auf das gesellschaftliche nachsozialistische Umfeld zwischen Nichts und Nichts wurde an fr\u00fcherer Stelle hingewiesen.\u00a0 Die bereits erw\u00e4hnte <i>Spiegel<\/i>-Rezension deutete die Kasino-Atmosph\u00e4re\u00a0 als \u201ceine von allen Anforderungen und Ideologien freie Parallelwelt.\u201d<a title=\"\" href=\"#_ftn7\">[7]<\/a> Nina Albus sieht es \u00e4hnlich: \u201cEs ist der Genuss des Moments, frei von Bedeutung und Geschichte. Es ist das Aufsaugen des blo\u00dfen Seins im Jetzt, grenzenlos \u2013 das \u00a0Aus-der-Zeit-Fallen.\u201d<a title=\"\" href=\"#_ftn8\">[8]<\/a> Kai Spanke stimmt zu; \u00a0in seinen geradezu \u00a0schw\u00e4rmerischen \u00a0Ausf\u00fchrungen wird der Ort der Liebe \u201czum sakralen Ort, denn im Innern vollziehen sich gleich zwei Transsubstantiationen der besonderen Art \u2013 Jetons verwandeln sich in Geld, und Zeit verwandelt sich in Ewigkeit.\u00a0 Das ist der Kern des Romans:\u00a0 Unaufh\u00f6rlich f\u00e4llt die Erz\u00e4hlerin aus der Zeit, beim Lieben wie beim Spielen.\u201d<a title=\"\" href=\"#_ftn9\">[9]<\/a> Einen gesellschaftlichen Ansatz, der jedoch strapaziert wirkt, w\u00e4hlt Welf Grombacher. Das Gl\u00fccksspiel stehe nicht nur \u201df\u00fcr die neue Freiheit\u201d, es werde geradezu zur \u201cMetapher\u201d f\u00fcr die DDR: \u201cDas Spiel gleicht einer Gemeinschaft von Spitzeln, in der jeder jeden belauert. Au\u00dferdem \u00e4hnelt die Schicksalsergebenheit des Spielers der des Staatsb\u00fcrgers im totalit\u00e4ren System.\u201d<a title=\"\" href=\"#_ftn10\">[10]<\/a> \u00a0Unf\u00e4higkeit, sich den allt\u00e4glichen \u00a0Zwangsverh\u00e4ltnissen zu stellen\u00a0 und einen daraus resultierenden \u00a0Realit\u00e4tsverlust hebt dagegen Tobias Heyl hervor: \u201cDie lustvolle Ohnmacht unterscheidet sich vollst\u00e4ndig vom normalen Leben, in dem man unabl\u00e4ssig Entscheidungen treffen, Verantwortung \u00fcbernehmen, dem Alltag irgendeinen Sinn abk\u00e4mpfen muss. Die Leidenschaft des Spiels befreit von all diesen Zwangsverh\u00e4ltnissen zur \u00fcbrigen Welt, genau wie die Leidenschaft der Liebe, die auf den einen Augenblick hin gerichtet ist, da es nur diesen einen Mann gibt [\u2026] .\u201d<a title=\"\" href=\"#_ftn11\">[11]<\/a> Hier kn\u00fcpft Karim Saab an, der das Spiel als\u00a0 Metapher, als gelebte Liebe im Ritual des Kasino-Besuchs interpretiert: \u201cDas Spiel soll als Metapher herhalten \u2013 f\u00fcr die Suche und Notwenigkeit des Gl\u00fccks. Es steht auch f\u00fcr den absolut erstrebenswerten \u00a0Zustand der Selbstvergessenheit, Hingabe und Euphorie. Das Roulette er\u00f6ffnet den Figuren die M\u00f6glichkeit, aus der Gegenwart zu \u00a0fallen, eine Qualit\u00e4t, die sonst nur der Liebe zugeschrieben wird.\u201d<a title=\"\" href=\"#_ftn12\">[12]<\/a><\/p>\n<p>Wie steht es mit dieser Liebe, der sich die Ich-Sprecherin so bedingungslos hingibt? Erw\u00e4hnt wurde bereits, dass au\u00dfer den Kasinobesuchen wenig in diesem Roman geschieht. Zu erinnern sei an das Motto, das dem Roman vorangestellt ist: \u201cAber die Zeit vergeht, und was passiert eigentlich?\u201d Dieses Zitat ist dem Film <i>Thomas Crown ist nicht zu fassen<\/i> (1968) entnommen, einer Kriminalkom\u00f6die, in der ein gelangweilter, sich einsam f\u00fchlender Million\u00e4r nach Nervenkitzel sucht, um sich lebendig zu halten. Sind Liebe, Euphorie, Rausch, Ekstase, Spannung in\u00a0 <i>Selbstportr\u00e4t mit Bonaparte<\/i> ebenfalls als Hilfskonstellationen zu begreifen, die den beiden \u201c\u00dcbriggebliebenen\u201d einen Platz in der Gesellschaft garantieren oder sie aus dem \u00a0Zustand von Langeweile oder Passivit\u00e4t locken? Treiben Identit\u00e4tsdefizite und Assimilationsunf\u00e4higkeit die Erz\u00e4hlerin in den Teufelskreis \u00a0von Liebe, Sucht und Gl\u00fccksspiel? Die Handlung ist diffus. Die Ich-Erz\u00e4hlerin \u00a0gesteht, sie sei Bonaparte in der Tat verfallen;\u00a0 sie ist ihm willenlos ausgeliefert, und bedingungslos bis zum Masochismus gibt sie sich dieser Liebe hin. An dieser Stelle w\u00e4re zu fragen, ob \u00a0fr\u00fchkindheitliche Pr\u00e4gungen zu dieser sonderbaren Liebe, dieser \u201cUnverbindlichkeit auf Dauer\u201d, \u00a0beigetragen haben. \u00a0Unberechenbarkeit hatte das M\u00e4dchen \u00a0bereits im Verhalten des Vaters kennengelernt, der sich sang und klanglos davonmachte, wann immer ihm danach zu Mute war und der dann nach der Wende auf Jahre hinaus verschwand.\u00a0 Auch Bonaparte kommt und geht, wie er will, \u00a0richtet nie ein z\u00e4rtliches Wort an sie \u00a0\u2013\u00a0 \u201cWozu das Ganze?\u201d \u2013 verbietet sich jegliches \u00a0Eindringen in die Privatsph\u00e4re, schreibt nie einen Liebesbrief und ist unf\u00e4hig, \u201csie auf gew\u00f6hnliche Weise zu lieben\u201d (B 26), Verhaltensmuster, die die Ich-Erz\u00e4hlerin anstandslos akzeptiert. \u00a0N\u00fcchtern res\u00fcmiert sie: \u201cW\u00fcrden wir nicht dort hingehen, ins Kasino, w\u00e4re es vorbei. Wir w\u00fcrden eindringen in eine normale Zeitrechnung\u201d (B 59-60).<\/p>\n<p>Die Liebe der \u201c\u00dcbriggebliebenen\u201d ist\u00a0 im wirklichen Zustand normaler Zeitrechnung von M\u00fcdigkeit, Ersch\u00f6pfung und einer passiven Wartehaltung gekennzeichnet, die ein utopisches Versprechen auf Zukunft ausschlie\u00dft. Nichts ist geblieben vom rebellischen Individualismus des Kindes, das sich zu\u00a0 DDR-Zeiten so vehement gegen Vorschriftenzwang gestemmt hatte. Es ist offen, ob die Erz\u00e4hlerin in der Hingabe an den gedehnten Moment des Gl\u00fcckspiels letztlich doch in den Bereich des Pathologischen geglitten ist. Zweifel kommen\u00a0 ihr:\u00a0 \u201cPl\u00f6tzlich dachte ich, dass \u00a0die ewige Gegenwart des Spiels vielleicht tats\u00e4chlich ein Fluch sei, dem man nicht mehr entkommt. Dass sie nichts anderes bedeutete, als allm\u00e4hlich alles zu verlernen, was einen in der wirklichen Zeit hielt. Die Formen des Lebens, das Interesse f\u00fcr seinen Sinn und seinen Unsinn, f\u00fcr seine Vergeblichkeit und kurzen Feuerwerke\u201d (B 127). Traumwandlerisch\u00a0 treibt sie durchs Leben und wartet. Es ist unklar, worauf sie wartet.<\/p>\n<p>Auf einer Lesung im August 2012 wurde die Autorin Schoch gefragt, warum sie das Kasino als Schauplatz eines Gegenorts gew\u00e4hlt habe.\u00a0 Sie erkl\u00e4rte, sie selbst sei eine Zeitlang ins Kasino gegangen. \u00a0Es handele sich um ein Zeitph\u00e4nomen, die Zeit sei verantwortlich. Es habe zu tun mit dem Verschwinden von St\u00e4dten, so, wie DDR-B\u00fcrger sie gekannt h\u00e4tten, mit den enormen architektonischen Ver\u00e4nderungen in der Stadt Potsdam, die sich rapide \u00a0in eine restaurierte, royal-restaurative Stadt zur\u00fcckentwickele, als habe es die letzten hundert Jahre nicht gegeben. In kompletter Ratlosigkeit und Desorientierung seien die beiden Liebenden ihres Romans ins Kasino ausgewichen\u00a0 \u2013 wie sie selbst.<a title=\"\" href=\"#_ftn13\">[13]<\/a> Diese Ausf\u00fchrungen befriedigen nur teilweise. Schoch betont Architektonisches in der Gegenwart, \u00e4u\u00dfert sich jedoch nicht \u00fcber im DDR-Staat verwurzelte\u00a0 psychische \u00a0Sch\u00e4den ihrer Protagonisten. Die fiktive Ich-Erz\u00e4hlerin in \u00a0ihrem \u00a0Roman jedoch geht in ihren Reminiszenzen dem Problem der Weltflucht an die Wurzel. \u00a0Sie \u00a0geht auf Spurensuche. \u00a0Durchweg dringen Erinnerungssplitter realsozialistischer Sozialisierung in ihre Gr\u00fcbeleien. Die Mauer ist gefallen, Gleichg\u00fcltigkeit und Gleichmut sind geblieben. G\u00e4ngelei und Reglementierung wirken im Bewusstsein der Liebenden weiter fort. Im Zusammenblenden von entt\u00e4uschter Liebe und gesellschaftlichem Frust evoziert die Autorin in den letzten Zeilen des Romans eine Stimmung von l\u00e4hmender Passivit\u00e4t, Apathie und Starre, die jeglichen Bewegungsdrang und jegliche Initiative ausschlie\u00dft. Auch f\u00fcr <i>Selbstportr\u00e4t mit Bonaparte<\/i> gilt, was die Autorin in \u00a0<i>Mit der Geschwindigkeit des Sommers<\/i> \u00a0als Last\u00a0 fortw\u00e4hrenden DDR-Erbes\u00a0 herausstellte: \u201cIch halte es f\u00fcr m\u00f6glich, da\u00df der wortlose Gleichmut jener Zeit in uns geblieben ist, dass wir ihn mitschleppen bis zum Tod. Und dass gar nichts ihn ersetzen kann, nicht eine neue Liebe, auch kein Plan zum Fortgehen, ja: nicht einmal die Lust der Freiheit\u201d (G 120).<\/p>\n<div>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Endnoten<\/strong><\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Julia Schoch,<i> Mit der Geschwindigkeit des Sommers <\/i>(M\u00fcnchen: Piper,\u00a0 2009). Seitenzahlen werden im Text der Arbeit\u00a0 mit der Sigle G angegeben.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Schoch, <i>Selbstportr\u00e4t mit Bonaparte<\/i> (M\u00fcnchen: Piper, 2012).\u00a0 Seitenzahlen werden im Text der Arbeit mit der Sigle B angegeben.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Frauke Meyer-Gosau, \u201cWir sind zu fr\u00fch\u201d,\u00a0 <i>Literaturen<\/i>\u00a0 05 (2009).\u00a0 S. 26.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> Jana Hensel, \u201cDie Liebenden von Potsdam\u201d,\u00a0 <i>der Freitag<\/i>\u00a0 41 (2012).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> \u201cDer letzte Jeton,\u201d <i>Der Spiegel<\/i>\u00a0 05.11.2012.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> Paul Cooke, \u201cBeyond a <i>Trotzidentit\u00e4t<\/i>? Storytelling and the Postcolonial Voice in Ingo Schulze\u2019s <i>Simple Storys<\/i>\u201d, \u00a0<i>Forum for Germanic Language Studies<\/i>, 39.2 (2003), S. 299.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> \u201cDer letzte Jeton\u201d,\u00a0 <i>Der Spiegel<\/i>\u00a0 05.11.2012.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> Nina Albus, \u201cEwigkeit des Augenblicks\u201d,\u00a0 <i>S\u00fcdwest-Presse<\/i> 28. 12. 2012.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a> Kai Spanke, \u201cNichts geht mehr, aber alles ist m\u00f6glich\u201d,\u00a0 <i>Frankfurter Allgemeine Zeitung<\/i>\u00a0 04.09. 2012.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref10\">[10]<\/a> Welf Grombacher, \u201c Gemeinschaft ohne Verschworenheit\u201d,\u00a0 <i>M\u00e4rkische Oderzeitung<\/i> 12.12.2012.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref11\">[11]<\/a> Tobias Heyl, \u201cIm Archiv des Zufalls\u201d,\u00a0 <i>S\u00fcddeutsche Zeitung<\/i> 29. 10.2012.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref12\">[12]<\/a> Karim Saab, \u201cRoulettespiel ohne Tragik: Julia Schoch hat einen Potsdam-Roman geschrieben, der die Liebe und das Gl\u00fccksspiel verherrlicht\u201d,\u00a0 <i>M\u00e4rkische Allgemeine Nachrichten<\/i> 13.11.2012.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref13\">[13]<\/a>\u201c Selbstportr\u00e4t mit Bonaparte von Julia Schoch\u201d, <cite><a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=g7PTD4y0UYA\">www.youtube.com\/watch?v=g7PTD4y0UYA<\/a>, <\/cite>\u00a0Video Redaktion 08.11.2012.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201cUnverbindlichkeit\u00a0 auf\u00a0 Dauer\u201d: Julia Schochs\u00a0 Reminiszenzen in dem Roman Selbstportr\u00e4t mit Bonaparte Im Nachhinein der Wiedervereinigung\u00a0 gab es \u00a0eine Flut fiktiver oder autobiographischer Erinnerungsliteratur, die der Feder von Autoren aus der entschwundenen DDR entstammen. 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