{"id":3741,"date":"2014-06-12T14:21:06","date_gmt":"2014-06-12T18:21:06","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/?page_id=3741"},"modified":"2014-06-14T15:10:43","modified_gmt":"2014-06-14T19:10:43","slug":"frederick-lubichangie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/archive\/most-recent-issue-glossen-382014\/frederick-lubichangie\/","title":{"rendered":"Frederick Lubich"},"content":{"rendered":"<p align=\"center\"><b>\u00a0<\/b><\/p>\n<p align=\"center\"><b>Angie\u2019s \u201cStarry, Starry Nights\u201d &#8211; Code Name \u201cMaybe, Maybe Not\u201d<\/b><\/p>\n<p align=\"center\"><b>oder<\/b><\/p>\n<p align=\"center\"><b>Denk ich an Deutschland in der Nacht: Eine muttermythische Phantasmagorie<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: right\">\u201eAngie, they can\u2019t say we never tried\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: right\">The Rolling Stones<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Musik-Enthusiasten und transatlantische Cineasten der Baby-Boomer-Generation, die auch als New-Age-Generation bekannt geworden ist, werden sich erinnern: \u201eStarry, Starry Night\u201c war Don McLeans romantische Hymne auf Vincent van Gogh, \u201eMaybe, Maybe Not\u201c war der englische Titel des deutschen Spielfilms <i>Der bewegte Mann<\/i> aus dem Jahr 1994 mit Till Schweiger in der Hauptrolle. Letzterer hatte die einst heimliche Liebe zwischen M\u00e4nnern in eine romantische Kom\u00f6die verwandelt. J\u00fcngere amerikanische Fernsehserien wie <i>Cougar Town<\/i> und <i>Sex and the City<\/i> leisten heute \u00e4hnlich unterhaltsame Aufkl\u00e4rungsarbeit, was die lang verheimlichten Sehns\u00fcchte von Frauen in einem gewissen Alter betrifft. Ihre reiferen Begehren erreichen gewisserma\u00dfen ihren \u00a0sinnbildlichen H\u00f6hepunkt, wenn sie es verstehen, ihre weibliche Pracht zudem in weltliche Macht umzusetzen. Dieses sp\u00e4te Lustspiel ist das gro\u00dfe sexualpolitische Lehrst\u00fcck unserer zeitgen\u00f6ssischen Vergn\u00fcgungsgesellschaft, in der franz\u00f6sische Verh\u00e4ltnisse samt ihrer mehr oder weniger gef\u00e4hrlichen Liebschaften zunehmend Schule machen. Denn heutzutage wollen bekanntlich alle leben wie Gott in Frankreich, beziehungsweise wie Dominique Strauss-Kahn in New York oder\u00a0 jetzt Fran\u00e7ois Hollande in Paris. Ihre Triumphe und Debakel sind das Schauspiel der New-Age-Lovers als Anti-Aging-Spektakel, die gute alte Counter-Culture der freien Liebe und ihrem m\u00f6glichen Leid auf dem neuesten Stand der heutigen Zeit. Diese fortlaufende <i>chronique scandaleuse<\/i> findet jetzt in Berlin ihre neueste Fortsetzung und geschlechtsspezifische Vollendung, denn es hei\u00dft, auch<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Frau Merkel treibe es jetzt immer toller!<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Glaubt man j\u00fcngster Lauschangriffe,<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">f\u00e4hrt nun auch sie auf einem Roller<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">mit Willi Wohlklang, ihrem Geiger,<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">bei Nacht und Nebel immer wieder<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">h\u00f6chst klammheimlich zu Till Schweiger.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Der Geiger ist ein Meister der Nostalgie,<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">ein passionierter Rock \u2018n\u2018 Roller,<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">doch Tango ist sein <i>dernier cri.<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Und eskortiert er seine Dame<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">zum Rendezvous mit ihrem Beau,<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">dann ist Guillaume sein K\u00fcnstlername.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Schon schl\u00e4gt ihr Herz so voll Verlangen,<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">oh Rausch der steigenden Erwartung!<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Wird\u2019s eine Sternstund? Hoffen, Bangen!<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Zum Gl\u00fcck hat sie ein Telefon,<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">mit dem ruft sie mobil voraus:<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">\u201eSei startbereit &#8211; ich komme schon!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Sie schw\u00e4rmt erneut von jener \u201eAction\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">grad so wie einst als junges M\u00e4dchen<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">auf ihrer Such nach \u201eSatisfaction\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Man lauscht und h\u00f6rt \u201dYou are my man,<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">come on, let\u2019s spend the night together!<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">I can\u2019t get \u2026 oh yes \u2026 you can!!\u201d<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Um jene Stimmung erneut zu verbreiten,<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">streicht der Willi schon ganz locker<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">vom Hocker unterwegs die Saiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Bald sind sie wider bessres Wissen<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">vom Wohllaut seiner vollen Kl\u00e4nge<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">bewegt, beschwingt und hingerissen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Abermals wird sie zur femme fatale<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">und dreht den Schweiger immer lieber<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">zum Weimar-Schieber \u201eDamenwahl\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">So wird der Abend zur langen Nacht,<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">das Sternenzelt zum hohen Gefunkel<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">und die Liebe zur Himmelsmacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">\u201cMy Angel &#8230; Angie &#8230; Honky Tonk!<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Oh my darling &#8230; you are a devil \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">sehr sympathisch &#8230; Gott sei Dank!!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Und mit viel Wonne, Wunsch und Wahn,<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Erde hin und Himmel her,<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">geht\u2018s im Sturm und Drang hinan.<\/p>\n<p align=\"center\">\u201cStarry, Starry Night \u2026<\/p>\n<p align=\"center\">they would not listen,<\/p>\n<p align=\"center\">they did not know how, perhaps they\u2019ll listen now.\u201d<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und in der Tat, bereits in aller Herrgottsfr\u00fch zur morgend\u00e4mmernden Tagesschau berichten die Lauscher der letzten Nacht vom Ausflug unsrer bewegten Frau. Sie ahnen die Tat, sie kennen den Ort, doch h\u00fcten sie ihr dunkles Geheimnis, denn sie alle kennen das Losungswort. Bilder freilich sprechen tausend Worte und Blitzebilder noch viel mehr, und so wird im Laufe der Zeit Angies n\u00e4chtliche \u201eAction\u201c &#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">zur erbaulich beschaulichen Staatsaktion,<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">denn das wilde M\u00e4dchen kehrt stets zur\u00fcck<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">als gl\u00fcckliche Mutter der deutschen Nation.<\/p>\n<p>Und jedesmal geht ein Ruck durchs Land, denn dieses staatliche Theater ist die restaurative Utopie der geheimnisumwitterten Magna Mater. Diese g\u00f6ttlich alln\u00e4hrende Mutter ist zwar sagenhaft umstritten, doch daf\u00fcr bestes Gedankenfutter. Freilich muss man es verstehen, die Zeichen der Zeit auch richtig zu sehen. So erinnert sich zum Beispiel<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\">\u00a0das deutsche Volk sehr gern noch bis heut<\/p>\n<p align=\"center\">an ihren prunkenden Brunhildbusen<\/p>\n<p align=\"center\">mitten in der Stadt Bayreuth.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So hold und hehr &#8211; was wollte man mehr? Frau Republik in H\u00fclle und F\u00fclle! Auf diese \u00fcppig-wonnige Weise wurde sie bald einer ganzen Nation zur Quelle barock-allegorischer Inspiration und die dergestalt Verehrte zum g\u00fcltigen Sinnbild aller h\u00f6heren W\u00fcnsche und Werte. Und nicht zu vergessen ihr Mutterwitz! Jeder davon ein wahrer Geistesblitz f\u00fcr die harte Arbeit am dunklen Mythos vom Gro\u00dfen Runden und seinem Kreisen, von den rollenden Sph\u00e4ren, dem Stein der Weisen &#8230;, kurzum, vom Universum aus einem Guss, oder soziologisch richtig gewendet, die ganze Welt im \u201eWohlstand und \u00dcberfluss\u201c. (Es besteht kein Zweifel, sie ist volles F\u00fcllhorn und Phallische Mutter &#8230; Notre Dame par excellence &#8211; Honi soit qui mal y pense!)<\/p>\n<p>Bald h\u00f6rt man in Deutschlands Ger\u00fcchtek\u00fcche wieder jene altklugen Spr\u00fcche der ehemaligen Spontibr\u00fcder und mehr noch ihrer Spontischwestern, und die sind ganz bestimmt nicht von gestern. Man wird sich erinnern an die Moral von ihrer Geschicht: \u201eDie Zukunft wird weiblich sein oder gar nicht\u201c! &#8211; \u201eWhat self-fulfilling prophecy!\u201c So geht schon l\u00e4nger ein Unken durch den morgendlichen D\u00e4mmer und seine letzten munkelnden Dunkelm\u00e4nner.<\/p>\n<p>Doch insgesamt freuen sich die Nationen, denn statt Kanonen bringt sie jetzt Butter, Europas deutsche Wirtschaftsmutter, wenn auch zu allem s\u00fcdlichen Leid mit nordisch eiserner Sparsamkeit. Wie dem auch sei, viele beschw\u00f6ren die Alma Mater und ihre mythische Konzeption und verkl\u00e4ren Mutter Merkel zu ihrer modernen Reinkarnation. Und das gut skandiert nach dem flotten Motto: \u201eAuf die Dauer hilft nur die gute, uralte Frauen-Power!\u201c<\/p>\n<p>Doch nicht nur fruchtbar sondern auch furchtbar ist dieses Wunderweib und so schaudern andere wiederum aus tieferem Grunde vor ihrem muttermythischen Schlunde, ihrem archaischen <i>Orcus Uterus &#8211;<\/i> so der <i>terminus technicus<\/i> &#8211; oder sie h\u00f6ren und sehen, eh sie f\u00fcr immer vergehen, nur noch Sphinx und \u00d6dipus. Dies ist das Heimlich-Unheimliche der leiblichen Mutter, glaubt man dem Seelenf\u00fchrer Sigmund Freud, und folgt man seiner Seelenkunde &#8211; auch das ein zauberhaftes Gleiches -, dann ist man bald in der Geisterrunde des mythischen Mutter- und Totenreiches.<\/p>\n<p>So durchzieht unsere sp\u00e4tmoderne Kultur ein nebuloses Unbehagen aus Heimweh, Weltschmerz und R\u00e4tselraten. Experten sprechen von \u201eTwilight Memories\u201c, \u201ePsychomythic Phantasies\u201c&#8230; Wie dem auch sei, der Leib- und Lieblingsgeiger unserer Nacht- und Sternenschw\u00e4rmerin ist wieder mittenmang dabei. Er wendet jedoch seine geheime Mission in nationale Diskretion, denn im Gegensatz zu den Franzosen &#8211; von Amerikanern ganz zu schweigen &#8211; spielt er den deutschen Ahnungslosen. \u201eStarry Night\u201c, ein Passwort? Nicht dass er w\u00fcsste! \u201eCome on, lets spend &#8230;? Ein Text aus seinem Kontext gerissen!! Im \u00dcbrigen w\u00e4r\u2018 er stets dabei und w\u00fcrde trotzdem von nichts wissen.<\/p>\n<p>Willi Wohlklang: F\u00fcr die einen ist er ein wahrer Wohlt\u00e4ter, f\u00fcr die anderen ein \u00fcbler Landesverr\u00e4ter, ein Comedian Harmonist der liederlichster Gef\u00fchle, w\u00e4hrend die breite Masse Tr\u00fcbsal blase und weiterhin im Elend w\u00fchle, vom Ungl\u00fcck gebeutelt, vom Schicksal geschlagen &#8230;, so h\u00f6rt man sie jubeln, jammern und klagen. Grad so wie in <i>Les Miserables!<\/i> Das w\u00e4re wohl die passende Parabel. Auch k\u00f6nnte sich Madame ein gutes Beispiel nehmen an Eug\u00e8ne Delacroix und seiner \u201eLibert\u00e9 sur les barricades.\u201c (Voila, Angelique Ma Belle &#8230; Avanti Popolo &#8230; Mamma Mia &#8230; Quelles Mamelles!)<\/p>\n<p>Der Rest ist schon wieder Geschichte, denn kaum ist das Musical halbwegs verklungen, erklingt schon der Himmel \u00fcber Berlin in lauter Marx- und Engelszungen:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\">Ihr V\u00f6lker h\u00f6ret die Signale<\/p>\n<p align=\"center\">Taste the East and Test the West!<\/p>\n<p align=\"center\">Our Fathers knew better &amp; Our Mothers know best!!<\/p>\n<p align=\"center\">So come to our Escapades and dance in our Love Parades!!!<\/p>\n<p align=\"center\">Die Gro\u00dfe Mutter wartet schon auf ihrem mythischen Weltenthron<\/p>\n<p align=\"center\">und l\u00e4sst ihren Blick in die Weite schweifen<\/p>\n<p align=\"center\">von Berlin bis ins ferne Babylon.<\/p>\n<p>Und die Bilder immer wilder, die Zeichen der Zeit immer klarer und f\u00fcr die endzeitlichen Munkelm\u00e4nner werden sie immer offenbarer:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\">Cougar, Sphinx und Behemoth!<\/p>\n<p align=\"center\">Mit Pauken und Trompeten! Die Apokalyps, oh Gott oh Gott!!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Nachtw\u00e4chter des Abendlandes, sie sind verst\u00f6rt und finden diesen H\u00f6llenl\u00e4rm schlicht und einfach unerh\u00f6rt. Diese Manich\u00e4er der letzten Tage! Wie sie noch immer an ihren alten Weltbildern feilen, jedoch der Himmel \u00fcber Berlin, der l\u00e4sst sich bekanntlich nicht mehr teilen. Das wusste schon der Engel der Geschichte, Walter Benjamins Angelus Novus, und jetzt wei\u00df es auch unsere<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\">Angela Nova,<\/p>\n<p align=\"center\">flying higher and higher on wings of desire,<\/p>\n<p align=\"center\">oh starry, starry night &#8211; Super Nova &#8211; shining bright!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Per aspera ad astra! Laudate, laudate, angeli et angelae! Oh matrimonium in excelis sub specie aeternitatis!! Fusionen, Visionen, stellare Ekstasen &#8230; und dann wieder nichts als Pustekuchen und Seifenblasen. Wie wir uns doch um Sein und Schein die K\u00f6pfe verrenken und das geht nun schon so seit Menschengedenken. Nur hin und wieder in weiter Fern ein seltsam schweifender Abendstern. Und dann werden seit je her die Astrologen zur weiteren Beratung hinzugezogen. Am besten sind daf\u00fcr die Chald\u00e4er, diese altbabylonischen Sternensp\u00e4her, dort auf ihren hohen Warten und stets auf der Ausschau nach Astarten, der Sternenk\u00f6nigin aller kosmisch-burlesken Ausschweifungen. So zumindest hat man sie einst gl\u00fcckselig besungen. Sie versuchen ihr noch immer auf die Schliche zu kommen und sind vor lauter Sehnsucht schon ganz benommen. Die Ewigkeit im Augenblick, das ist die Zauberformel ihrer gro\u00dfen Kosmopolitik. Und dies ist ihr geheimer Rat:<\/p>\n<p>Es g\u00e4lte, alle Zeichen zu sichern zur\u00fcck bis zum Ort der urspr\u00fcnglichen Tat. Also immer wieder hinab und hinan, doch ist dies leichter gesagt als getan. Der Schweiger redet nicht und\u00a0 der Geiger ist ein wendiger Wind- und Wetterbeutel. Er dreht sich ganz im Geist der Zeit und ist wie alle Musikanten zu jeder Melodie bereit. Wei\u00df er doch mit Friedrich Nietzsche, was f\u00fcr die himmlische Seel und den irdischen Leib f\u00fcr immer der sch\u00f6nste Zeitvertreib. Schrieb jener doch<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\">\u201eOh Mensch! Gib Acht! Was spricht die tiefe Mitternacht?<\/p>\n<p align=\"center\">&#8230; Weh spricht: Vergeh! &#8230;<\/p>\n<p align=\"center\">Doch alle Lust will Ewigkeit, will tiefe, tiefe Ewigkeit.\u201c<\/p>\n<p>Und Tangogeiger sind bekanntlich ganz besonders weltentrunken, sie schwelgen in Teufels- und G\u00f6tterfunken, versprechen den Himmel und dann wieder die Erde, ganz nach dem Willen der Gro\u00dfen Mutter und ihrem \u201eEwigen Stirb und Werde\u201c. Musikgeschichtlich ein Ph\u00e4nomen! Jedoch auch realpolitisch gesehen kann man solche Geiger durchaus \u00e4hnlich verstehen. Als Mitarbeiter der Inneren Sicherheit wissen sie jedenfalls bestens Bescheid, was den B\u00fcrgern des Staates am besten gef\u00e4llt und somit die gesamte Nation im Innersten zusammenh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Liebe, Hoffnung, Glaubenssprung &#8211; Frauenheld und M\u00e4nnerheldin, oh matrimoniales Mysterium. Man stelle sich nur einmal vor, Deutschlands wackeres Oberhaupt, sie folge ganz dem Ruf der Zeit, dem postmodernen \u201eBack to the Future\u201c und seinem ehernen \u201eVorw\u00e4rts in die Vergangenheit\u201c. So riefen es einst die r\u00fcstigen Matronen und mehr noch ihre reitenden Amazonen. Denn sie wussten es schon immer, am Anfang war der gro\u00dfe Schrei, der Urschrei im Kampf der Geschlechter &#8211; und ist man ganz Ohr, ein richtig lauschender Liebestor, dann h\u00f6rt man ihn auch noch heute hoch droben im rockend frohlockenden Engelschor:<\/p>\n<p align=\"center\">Make Love Not War!<\/p>\n<p align=\"center\">Turn the Page to a New Age!!<\/p>\n<p align=\"center\">And what angelic highlights &#8211; frolicking with a sparkling star!!!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Starry, starry night &#8230; what shooting stars &#8230; from Babylon to Hollywood &#8230; oh Heimat, deine Sterne! Und jeder kennt den sch\u00f6nsten Stern am heimatlichen Firmament. Doch ist dies wirklich noch Till Schweiger, Deutschlands letzter St\u00fcrmer und Dr\u00e4nger? Oder ist es gar schon der Mick Jagger, Englands gro\u00dfer Seher und S\u00e4nger! Denn schlie\u00dflich war er immerhin der englische K\u00fcnder der kommenden deutschen Kanzlerin. \u201eAngie\u201c, das war sein Hohes Lied. Damit befl\u00fcgelte er einst in den h\u00f6chsten T\u00f6nen den Wahlkampf seiner Angela, gab ihren kontinentalen Versprechen h\u00f6heren Schwung, wenn nicht gar einen Hauch von G\u00f6tterd\u00e4mmerung &#8211; oh Twilight of the Goddess, oh Twilight Memories &#8211; und jetzt kehrt sie aus ihrem Sternengl\u00fcck immer wieder in unsere Welt zur\u00fcck. Und Mick Jagger, der alte Sch\u00fcrzenj\u00e4ger und hagestolze W\u00fcrdentr\u00e4ger seiner britischen K\u00f6nigin, er stimmt ihn tats\u00e4chlich noch einmal an, seinen gro\u00dfen anglikanischen Hochgesang:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\">\u201eShe\u2019s like a rainbow \u2026<\/p>\n<p align=\"center\">she comes in colors everywhere.\u201d<\/p>\n<p align=\"center\">***<\/p>\n<p align=\"center\">Oh Lawdy Mama, what Psychedelic Panorama!<\/p>\n<p>Oder ist auch das nur sch\u00f6ner Schein, ein Farbentanz der kosmischen Maya, ein buntbewegter Schleierglanz um ihr galaktisches Nirwana &#8230; ein Reigen des Ewig Weiblichen im so verg\u00e4nglich Leiblichen &#8230; ein Gleichnis nur aus Raum und Zeit &#8230; kreisend um unsere gro\u00dfe, kommende Heimatlosigkeit?<\/p>\n<p>Nacht und Nebel, Wind und Wolken \u00fcber der Menschheit dunklem Gewimmel &#8230; und dann im Morgengrauen das d\u00e4mmernde Nichts im unendlichen Himmel!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u2026 Oh \u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\">\u201cAngie, Angie, when will those clouds all disappear,<\/p>\n<p align=\"center\">Angie, Angie, where will it lead us from here?\u201d<\/p>\n<p align=\"center\">And time and again one hears him cry<\/p>\n<p align=\"center\">\u00a0\u201cAin\u2019t it time we said goodbye?\u201d<\/p>\n<p align=\"center\">Thus moans the Rolling Stone,<\/p>\n<p align=\"center\">thus groans the Rocking God,<\/p>\n<p align=\"center\">and the wind is blowing,<\/p>\n<p align=\"center\">\u00a0\u201eMaybe, Maybe Not\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Angie\u2019s \u201cStarry, Starry Nights\u201d &#8211; Code Name \u201cMaybe, Maybe Not\u201d oder Denk ich an Deutschland in der Nacht: Eine muttermythische Phantasmagorie &nbsp; \u201eAngie, they can\u2019t say we never tried\u201c The Rolling Stones &nbsp; Musik-Enthusiasten und transatlantische Cineasten der Baby-Boomer-Generation, die auch als New-Age-Generation bekannt geworden ist, werden sich erinnern: \u201eStarry, Starry Night\u201c war Don [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":394,"featured_media":0,"parent":3681,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-3741","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3741","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/394"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3741"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3741\/revisions"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3681"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3741"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}