{"id":5001,"date":"2016-08-18T07:52:21","date_gmt":"2016-08-18T11:52:21","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/?page_id=5001"},"modified":"2016-09-18T18:15:24","modified_gmt":"2016-09-18T22:15:24","slug":"meine-vorvater-im-remstal-treue-soldaten-ihres-kaisers-und-fuhrers","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/archive\/glossen-41-august-2016\/meine-vorvater-im-remstal-treue-soldaten-ihres-kaisers-und-fuhrers\/","title":{"rendered":"Meine Vorv\u00e4ter im Remstal: Treue Soldaten ihres Kaisers und F\u00fchrers"},"content":{"rendered":"<p>von <strong>Hans Mayer<\/strong><\/p>\n<p>\tMeine Familie stammt m\u00fctterlicherseits aus dem w\u00fcrttembergischen Breuningsweiler auf der Buocher Hochebene \u00fcber dem lieblichen Remstal, wo schon im fr\u00fchen Mittelalter, vielleicht auch bereits unter den R\u00f6mern, Weinanbau betrieben wurde. Das Dorf mit seinen noch in den 1930er Jahren nicht einmal dreihundert Einwohnern, wurde 1293 zum ersten Mal urkundlich erw\u00e4hnt. <sup><a href=\"#notes1\">1<\/a><\/sup> Bruningswilar hie\u00df es damals, war zu einem gro\u00dfen Teil, aber nicht ausschlie\u00dflich im Besitz des Benediktinerklosters Lorch und geh\u00f6rte zur Herrschaft Winnenden. Eine Vicinalstra\u00dfe f\u00fchrte von Buoch durch den Ort nach Winnenden hinunter, vorbei an den Weinbergen des Haselstein. Die Familie Layer war seit Generationen hier als Weing\u00e4rtner t\u00e4tig. Zwei S\u00f6hne des Jakob Layer (auch Laier) vom Spechtshof bei Berglen hatten Ende des 17. Jhs. nach Breuningsweiler geheiratet und sich dort auf dem Kol-Lehen niedergelassen. <sup><a href=\"#notes1\">2 <\/a><\/sup><br \/>\n\tDie Einwohner Breuningsweilers, so hei\u00dft es in einer Beschreibung des Oberamtes Waiblingen 1850, geh\u00f6rten zu einem kr\u00e4ftigen Menschenschlag. <sup><a href=\"#notes1\">3 <\/a><\/sup> Sie werden als listig, klug und zugleich sehr arbeitsam geschildert. Anstellig seien sie \u00fcberdies. Die Armut herrsche gleichwohl \u00fcberall. Ein einziger verm\u00f6gender, kein reicher Mann sei im Dorf. Ich erinnere mich noch meiner Kindheitsbesuche bei den Gro\u00dfeltern in den 1950er Jahren. Es gab nur einen Bauern, der Pferde  besa\u00df und der sich auch als erster einen Traktor anschaffen konnte. Die Anderen spannten ihre K\u00fche vor den Leiterwagen, um ihr Getreide oder ihr Heu einzubringen.<br \/>\n\tMein 1883 geborener Gro\u00dfvater Wilhelm Layer war eins von zw\u00f6lf Kindern, in der Mehrzahl S\u00f6hne. Bei der w\u00fcrttembergischen Erbteilungsregelung blieb da f\u00fcr den Einzelnen wenig \u00fcbrig, um einen Bauernhof und eine Familie zu gr\u00fcnden. Mit dem v\u00e4terlichen Wohnhaus hinter der Mistjauche, der dazugeh\u00f6rigen Scheuer und etwas Land war er noch gut bedient und nur \u00e4u\u00dferster Sparsamkeit war es zu verdanken, dass er nach und nach zukaufen konnte. Ein gr\u00f6\u00dferer Garten, ein paar Obstwiesen, zwei kleine Weinberge, \u00c4cker, Wiesen und ein St\u00fcck Wald, dazu ein paar K\u00fche, Ziegen und H\u00fchner erlaubten der Familie mit vier Kindern trotz allem nur einen \u00e4u\u00dferst bescheidenen Lebensstandard, verbunden mit harter Arbeit  auf dem h\u00fcgeligen, ja zum Teil steilen Gel\u00e4nde.  Getreide und Gras wurden mit der Sense und an besonderen Stellen auch mit der Sichel geschnitten, Erdbeeren und Kirschen von Hand gepfl\u00fcckt, die Weintrauben mit der Tragb\u00fctte an den H\u00e4ngen der Weinberge geerntet und in die Kelter gebracht. Zu gro\u00dfen Teilen war es eine Selbstversorgungslandwirtschaft. Im Sommer aber wurde das Obst an fahrende H\u00e4ndler verkauft, vor allem Steinobst und Erdbeeren, die auf dem im Allgemeinen wenig fruchtbaren, leichten Sandboden gut gediehen. Nichts durfte bei der Ernte gegessen oder gar vergeudet werden. Der Verkauf  brachte Geld f\u00fcr notwendige Anschaffungen. \u00c4pfel wurden f\u00fcr den Winter im Keller der Scheune eingelagert oder als Most vergoren, der dem Familienoberhaupt zustand. Wie Viele musste Wilhelm Layer jedoch dazuverdienen. Traditionell ging man als Schnitter ins Tal; Wilhelm wurde nach dem Ersten Weltkrieg Postbote im Nebenerwerb und blieb dies bis zu seiner Pensionierung in den sp\u00e4ten 1940er Jahren.<br \/>\n\tSein Sohn Gustav Layer wurde als zweites Kind am 17. Juli 1919 geboren. Er hatte eine \u00e4ltere Schwester Maria und sollte noch zwei j\u00fcngere Schwestern, Luise und Rosa, bekommen. Gustav war also der einzige m\u00e4nnliche Nachkomme. Die Familie Layer war seit Generationen protestantisch, man ging am Sonntag in die 1923 errichtete Dorfkirche, alle Kinder wurden konfirmiert. Mein Gro\u00dfvater wurde 1929 mit der zweith\u00f6chsten Stimmenzahl in den Kirchengemeinderat gew\u00e4hlt und blieb \u00fcber zwei Wahlperioden dessen angesehenes Mitglied. <sup><a href=\"#notes1\">4 <\/a><\/sup><br \/>\n\t\u00dcber die Kindheit von Gustav in Breuningsweiler ist nur wenig bekannt. Seine siebenj\u00e4hrige Schulzeit verbrachte er in der zweiklassigen Dorfschule im Breuningsweiler Rathaus unter dem Lehrer Friedrich Stahl. Es war nicht un\u00fcblich, dass die Kinder der Bauern w\u00e4hrend der Erntezeit die Schule gelegentlich schw\u00e4nzten, um den Eltern bei der Ernte zu helfen. Rechnen und Schreiben lernten sie gleichwohl. Die  Realteilung in W\u00fcrttemberg berechtigte ihn vor dem Reichserbhofgesetz der Nationalsozialisten im September 1933 zwar nicht automatisch zur sp\u00e4teren \u00dcbernahme des v\u00e4terlichen Hofes, jedoch wurde dies von dem einzigen m\u00e4nnlichen Nachfahren im Allgemeinen erwartet. Gustav entschied sich jedoch anders. Im Fr\u00fchjahr 1933 begann er eine Malerlehre bei dem Malermeister Rudolf Ni\u00dfler in Winnenden. Eine finanzielle Kraftanstrengung f\u00fcr den kleinen Bauernhof, die man sich nur einmal leisten konnte. Die \u00e4lteste der drei Schwestern war zu diesem Zeitpunkt schon in Stellung bei einer Familie in Stuttgart, bald sollte ihr die zweite Schwester folgen, die j\u00fcngste blieb bis zu ihrer Heirat auf dem elterlichen Bauernhof. Doch bereits im Sommer 1938 entschloss sich Gustav Layer, den Malerberuf an den Nagel zu h\u00e4ngen und stattdessen eine Karriere in der SS anzustreben.<br \/>\n\tWie konnte es dazu kommen und an welchen Taten der verbrecherischen SS war er beteiligt? Ich habe es zu Lebzeiten meiner Mutter vers\u00e4umt, sie genauer danach zu befragen. Die meisten Zeitzeugen sind verstorben. Wie l\u00e4sst sich unter diesen Umst\u00e4nden noch ein Bild von meinem Onkel rekonstruieren? Meine Recherchen f\u00fchren mich in das Bundesarchiv in Berlin-Lichterfelde. Dort liegen die SS-Personalakten, auch die  von Gustav Layer. <sup><a href=\"#notes1\">5 <\/a><\/sup> Die Akte Gustav Layer hat einen Umfang von 42 Seiten und folgt unmittelbar auf die Akte von Karl Layer. Wie sich bald herausstellt, ist das der Sohn von Ernst Layer, einem Bruder meines Gro\u00dfvaters. <sup><a href=\"#notes1\">6 <\/a><\/sup> Es ist der zweite SS-Fall in der Familie.<br \/>\n\tVon den Akten erwarte ich ausf\u00fchrliche Informationen \u00fcber Gustav Layers Bewerbung bei der SS, T\u00e4tigkeiten, Einsatzorte,  Ausbildung,  weltanschaulichen Schulungen und Bef\u00f6rderungen, und vieles mehr zu erhalten, was mir erlauben w\u00fcrde, mir ein genaueres Bild von meinem Onkel bei der SS zu machen. Au\u00dfer einem handgeschriebenen Lebenslauf und einigen nicht immer sehr pr\u00e4zisen, zum Teil auch widerspr\u00fcchlichen Hinweisen zu seiner Karriere und zu seinen Einsatzorten finde ich dann vor allem eine \u00fcberaus ausf\u00fchrliche Korrespondenz mit dem Rasse- und Siedlungshauptamt der SS zu seinen Heiratspl\u00e4nen.<br \/>\n\tErste Umrisse eines zuk\u00fcnftigen SS-Mannes wurden bei Gustav Layer fr\u00fchzeitig sichtbar. 1934, ein Jahr nach der Macht\u00fcbergabe an Hitler, jedoch bevor die Mitgliedschaft in der Hitlerjugend im Dezember 1936 f\u00fcr alle Jugendlichen ab zehn Jahren verpflichtend wurde, trat mein Onkel Gustav in die HJ ein. <sup><a href=\"#notes1\">7 <\/a><\/sup> In seiner SS-Personalakte gab er sp\u00e4ter an, dass er das HJ-Leistungsabzeichen erworben habe und noch als SS-Gefreiter heftete er sich das silberne Leistungsabzeichen der HJ an die Brust, obwohl jedermann wusste, dass die Anforderungen daf\u00fcr nicht sehr hoch waren und eigentlich nur dazu dienten,  seinen Tr\u00e4ger dem Hitler-Staat zu verpflichten. Die Teilnahme an einem dreiw\u00f6chigen F\u00fchrerlehrgang in einer der HJ-Gebietsf\u00fchrerschulen weist ihn schon in der HJ-Zeit als jemand aus, der Amibitionen im nationalsozialistischen Staat hat. Nach dem Ende der Malerlehre begann er eine einj\u00e4hrige Besch\u00e4ftigung bei seinem Lehrmeister in Winnenden. <sup><a href=\"#notes1\">8 <\/a><\/sup> Vermutlich hat Gustav Layer w\u00e4hrend dieser Zeit bereits Kontakt zu seinem Vetter Karl, dessen Vater in Waiblingen an der Rems ein Bildergesch\u00e4ft betrieb. <sup><a href=\"#notes1\">9 <\/a><\/sup> Der elf Jahre \u00e4ltere Kaufmann Karl Layer, den Gustav in seinen SS-Personalakten immer mal wieder als Referenz angab,  hatte sich mit der Mitgliedsnummer 111078 bereits am 15.4.1933 der SS angeschlossen, im Jahr als die ersten Konzentrationslager eingerichtet wurden und die SS sich allm\u00e4hlich gegen\u00fcber der SA durchzusetzen begann. Im gleichen Jahr trat er auch der NSDAP bei, was darauf hindeutet, dass es nicht reiner Opportunismus, sondern eher grundlegende \u00dcberzeugungen waren, die ihn zur Mitgliedschaft in der SS bewegten.<br \/>\n\tDie Personalakte von Karl Layer ist vergleichsweise dick. Er z\u00e4hlte zwar nicht zu den alten K\u00e4mpfern im nationalsozialistischen Sinne, konnte aber im Verlauf seiner zw\u00f6lfj\u00e4hrigen Dienstzeit bis in die mittlere F\u00fchrungsebene der Waffen-SS aufr\u00fccken. Zu Beginn seiner Karriere waren die SS-Wachverb\u00e4nde noch eine vergleichsweise kleine Truppe. Karl Layer konnte f\u00fcr sich in Anspruch nehmen, dass er in den Jahren 1934 bis 1940 bei allen bedeutenden Eins\u00e4tzen der SS im In- und Ausland dabei gewesen war. Er geh\u00f6rte zu den wenigen Wachm\u00e4nnern, die 1934 im KZ Sachsenburg und danach im Columbia-Haus in Berlin ihren Dienst versahen, wo die Gestapo nach der Macht\u00fcbergabe Nazigegner zun\u00e4chst selbst gefoltert und ermordet hatte, bis 1934 die SS die Regie im Columbia-Haus \u00fcbernahm und den systematischen Terror nach dem Modell des KZ Dachau einf\u00fchrte. Im KZ Sachsenburg und im Columbia-Haus, wo er Rechnungsf\u00fchrer war, sammelte Karl Layer seine ersten Gewalterfahrungen. \u201eDie Gewalt\u201c, hei\u00dft es in einer Dokumentation zum Columbia-Haus, \u201ebeginnt meist schon mit der Einlieferung, wenn die H\u00e4ftlinge von den SS-Wachen mit Beschimpfungen, Schl\u00e4gen und Tritten empfangen werden und oft stundenlang im Gang mit dem Gesicht zur Wand stehen m\u00fcssen. Viele H\u00e4ftlinge werden hier so sehr misshandelt, dass sie noch jahrelang an den Folgen leiden.\u201c <sup><a href=\"#notes1\">10 <\/a><\/sup> Einige wurden auch \u201ewegen \u00dcbertretung der Hausordnung\u201c erschossen. <sup><a href=\"#notes1\">11 <\/a><\/sup><br \/>\n\tKurz nach dem Einmarsch der Wehrmacht in \u00d6sterreich im M\u00e4rz 1938 wurde er 2. Verwaltungsf\u00fchrer der Totenkopfstandarte \u201eOstmark\u201c, die mit dem Aufbau des Arbeits- und sp\u00e4teren Vernichtungslagers Mauthausen besch\u00e4ftigt war. Als am 1. September 1939 der Angriffskrieg gegen Polen erfolgte, war auch Karl Layer als Mitglied der Totenkopfdivision \u201eBrandenburg\u201c wieder dabei. Und auch am Frankreichfeldzug nahm er teil. Im Lauf der Jahre brachte er es bis zum Hauptsturmf\u00fchrer, ein Dienstgrad, der dem des Hauptmanns oder Kapit\u00e4nleutnants in der Wehrmacht entsprach. Allerdings stand Karl Layer bei den Angriffskriegen nie an vorderster Front; er war nach dem, was ich den Akten entnehmen konnte, in erster Linie Verwaltungsmensch und Schreibtischt\u00e4ter. Vor dem Feinde, hei\u00dft es in einer Beurteilung, habe er noch keine Gelegenheit gehabt. Sein K\u00f6nnen sei vorwiegend verwaltungstechnisch. Darauf wird er sich sp\u00e4ter berufen. Und auch im Hinblick auf seine charakterlichen Eigenschaften bem\u00e4ngelten seine Vorgesetzten fehlendes Selbstbewusstsein, fehlende Umgangsformen und einen gewissen Hang zum Alkohol. So reichte es nicht zum Sturmbannf\u00fchrer, einer Position, die er nur zu gerne gehabt h\u00e4tte.<br \/>\n\tEs liegt nahe anzunehmen, dass sich Gustav Layer an seinem Vetter ein Beispiel nahm, als er  sich bei der SS bewarb. Aus formalen Gr\u00fcnden h\u00e4tte er zum damaligen Zeitpunkt eigentlich nicht in die SS aufgenommen werden d\u00fcrfen, denn er  war nur 169 cm gro\u00df. <sup><a href=\"#notes1\">12 <\/a><\/sup> M\u00f6glicherweise erm\u00f6glichte dies aber die sich abzeichnende Kampagne Himmlers zur Vergr\u00f6\u00dferung der Totenkopfverb\u00e4nde. \u00dcberdies verk\u00f6rperte Gustav die Verbindung der SS zum Bauerntum, die Himmler so am Herzen lag. Und da war ja auch noch sein Vetter Karl, auf den er verweisen konnte. Wie dem auch sei: Einem SS-Ritual folgend wurde  Gustav Layer am 9. November 1937, dem Jahrestag des M\u00fcnchner Bierkellerputsches, von der HJ in den 11. Sturm der 81. SS-Standarte \u201eW\u00fcrzburg\u201c \u00fcberf\u00fchrt.<sup><a href=\"#notes2\">13 <\/a><\/sup> Aus der Evangelischen Kirche in Winnenden trat er aus, was in seiner Familie auf wenig Verst\u00e4ndnis stie\u00df. Es w\u00e4re auch nicht n\u00f6tig gewesen, denn es gab nicht wenige SS-M\u00e4nner, die in der Kirche verblieben waren. Zum Eintritt in die NSDAP konnte er sich jedoch nicht entschlie\u00dfen.<br \/>\n\tIch frage mich, wie man 1933 in Breuningsweiler gew\u00e4hlt hat, ob dort eine breite nationalsozialistische Grundstimmung herrschte, von der auch der damals noch junge Gustav mitgerissen wurde? Eine Anfrage beim Stadtarchiv in Winnenden ergibt, dass die entsprechenden Akten in Breuningsweiler \u201eges\u00e4ubert\u201c wurden. Auf der Internetseite des Landesarchivs finde ich schlie\u00dflich die Wahlergebnisse zu den Reichstagswahlen im Juli 1932. .<sup><a href=\"#notes2\">14 <\/a><\/sup> Ein erster Hinweis auf  das politische Klima in dem Dorf meiner Gro\u00dfeltern. Die NSDAP erzielte damals in Breuningsweiler mit 55,1% der abgegebenen W\u00e4hlerstimmen ein f\u00fcr das Reich und f\u00fcr W\u00fcrttemberg geradezu \u00fcberw\u00e4ltigendes Ergebnis. Der Bauern- und Weing\u00e4rtnerbund, kaum weniger republikfeindlich und antisemitisch dazu, aber in Gegnerschaft zur NSDAP,  kam noch auf 14,6%. Rechnet man die Stimmen der KPD hinzu, so ergibt das stolze 90% von Republikgegnern. Die Freunde der Weimarer Republik spielten im Breuningsweiler jener Zeit keine Rolle. Nur einzelne Stimmen gingen an die SPD und die deutsche Volkspartei. F\u00fcr wen haben sich der Weing\u00e4rtner Wilhelm Layer und seine Frau bei dieser Wahl entschieden? Mit Sicherheit nicht f\u00fcr die KPD, soviel wei\u00df ich.<br \/>\n\tGustavs Vater Wilhelm, mein Gro\u00dfvater, erschien mir als Kind unnahbar. Mit seinem Kaiser-Wilhelm-Bart  war er f\u00fcr mich Teil einer l\u00e4ngst vergangenen Zeit, von der ich aber keine genaue Vorstellung hatte. Ich wusste nur, dass er als einfacher Soldat am Ersten Weltkrieg teilgenommen hatte.<sup><a href=\"#notes2\">15 <\/a><\/sup> Ausger\u00fcstet mit einem Waffenrock, einer Hose, einer Unterhose, Hemd, M\u00fctze und Stiefeln, Feldflasche, Brotbeutel, Karabiner 98 und die Gasmaske Gr\u00f6\u00dfe 3 im Gep\u00e4ck, so konnte ich in seinen Milit\u00e4rakten nachlesen, war er  am 31. August 1914 im Alter von 31 Jahren mit der 3. Kompanie des Reserveinfanterieregiments \u201eAlt-W\u00fcrttemberg\u201c  in den Krieg gezogen. Gel\u00f6hnt und verpflegt von der w\u00fcrttembergischen k\u00f6niglichen Armee. Bereits am 5. Oktober 1914 bei Thiepval an der Somme wurde er bei einem Granateinschlag am linken Bein verletzt. Nach einem l\u00e4ngeren Lazarettaufenthalt in Sedan ging es am 21.M\u00e4rz 1915 erneut ins Feld. Sein Milit\u00e4rpass weist die ber\u00fcchtigten Stellungsk\u00e4mpfe in Lothringen, im Artois und vor Verdun aus, bevor er nach einer weiteren Verwundung am Oberarm mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse bei Kriegsende mit 50,- Mark Entlassungsgeld nach Hause geschickt wurde. Weiterhin kriegsverwendungsf\u00e4hig, wie ihm bescheinigt wurde. Den toten Kriegern wurde an der Dorfkirche von Breuningsweiler ein Denkmal gesetzt. Die Uniform des Soldaten tauschte mein Gro\u00dfvater mit der des Postboten.<br \/>\n\tVon den seltenen Besuchen, bei denen ich mit meiner Mutter in der Eisenbahn von G\u00f6ppingen nach Winnenden fahren durfte, von wo uns ein Magirus-Bus mit gro\u00dfer Schnauze in das auf dem Berg gelegene Dorf brachte, erinnere ich einen \u00e4lteren Mann, hager von Gestalt, der morgens seinen Muckefuck mit einem St\u00fcck Zopfbrot schmatzend in sich hineinschl\u00fcrfte. Zwischendurch strich er sich \u00fcber den Kaiser-Wilhelm-Bart, alles ohne ein Wort zu sagen. Ich sa\u00df zumeist still auf der Eckbank am langen Tisch und beobachtete ihn, w\u00e4hrend meine  Gro\u00dfmutter  an der gro\u00dfen K\u00fcchenmaschine etwas vor- oder zubereitete. Danach verlie\u00df er die gute Stube und ward erst einmal nicht mehr gesehen.  Auf einem Bauernhof gab es ja immer was zu tun. Er verschwendete keine freundlichen Worte zum Abschied, nichts Aufmunterndes. K\u00f6rperkontakt, ein in den Arm nehmen, auf den Scho\u00df setzen, ein zartes Durch-meine-Haare-Fahren \u2012 undenkbar.<br \/>\n\tBei der sommerlichen Obsternte galt die strenge Anweisung, Gepfl\u00fccktes in den Korb zu legen und auch dort zu lassen. Dabei hatte ich als kleiner Erntehelfer auf nichts sehnlicher gehofft, als die eine oder andere Beere oder Kirsche vom Korb mit der Hand in den Mund zu schieben. Knackige Sauerkirschen hatten es mir besonders angetan. So blieb nur schadhaftes, am Boden liegendes Obst zum unmittelbaren Verzehr, es sei denn, man riskierte einen b\u00e4rbei\u00dfigen Wutanfall des Gro\u00dfvaters. Seine eigenen Kinder hatte er noch mit dem Rohrstock verdroschen, so wie man das Getreide mit dem Dreschflegel bearbeitete. Unter dem Schutz meiner Mutter blieb mir das erspart, das blieb das Vorrecht meines Vaters. Von meiner Mutter blieb mir auch im Ged\u00e4chtnis, dass sie als junges M\u00e4del bei Nachbarn mit deren Kleinkind eingesperrt wurde, die T\u00fcr fest verschlossen von au\u00dfen, bis die Nachbarn vom Feld wieder nach Hause kamen. Das Kleinkind fing irgendwann an zu schreien, schrie und schrie, ohne dass jemand meiner Mutter, selbst ein kleines M\u00e4dchen, zur Hilfe kam.<br \/>\n\tDas Leben auf dem Land war noch bis in die 1950er Jahre hart, manchmal auch derb herzlich. Nicht alle Stra\u00dfen im Dorf waren geteert. Kaum im Dorf angekommen, riefen  Nachbarinnen den Namen meiner Mutter, so dass man es im ganzen G\u00e4ssle, der Stra\u00dfe, wo die Gro\u00dfeltern wohnten, h\u00f6ren konnte: \u201eLiesl, ja bisch au wiedr do?\u201c Von einem \u00e4lteren Vetter meiner Mutter erhielten wir bei jedem Besuch frische Eier und im Holzbackofen gebackenes Brot, das wir gerne auf die Heimreise mitnahmen. Es roch nach Holzasche vom gemeinschaftlichen Backhaus des Dorfes, hatte eine harte Rinde und schmeckte ganz leicht salzig und herzhaft, jedenfalls um vieles besser als das Brot G\u00f6ppinger B\u00e4ckereien. Im Hof befand sich ein Kaninchenstall. Wie die K\u00fche, so hatten auch die Kaninchen Namen. Sie hie\u00dfen Flecki, Bommel, Felix oder Hansi \u2012 also so wie ich. Onkel Albert, der ja eigentlich kein Onkel war, packte eins im Nacken  und ich durfte ihm mit der Hand durch das weiche Fell fahren.  Alleine h\u00e4tte ich mir das nicht zugetraut, denn als Stadtkind hatte ich geh\u00f6rige Angst vor Tieren, von Kanarienv\u00f6geln einmal abgesehen.<br \/>\n\tWas hat Gustav Layer nach dem Eintritt in die SS gemacht und was hat die SS mit ihm gemacht? Der SS-Personalakte im Bundesarchiv ist zu entnehmen, dass Gustav Layer am 5. Januar 1938 als Staffel-Anw\u00e4rter in den Dachauer SS-Totenkopfsturmbann \u201eOberbayern\u201c eintrat.  An den folgenden Tagen erfolgten normalerweise die milit\u00e4r\u00e4rztliche Untersuchung, die Niederschrift seines Lebenslaufs und die anschlie\u00dfende \u00dcberpr\u00fcfung seines Bildungsstandes. Letzteres eine kaum anspruchsvoll zu nennende und daher leicht l\u00f6sbare Aufgabe f\u00fcr SS-Kandidaten. Nach der Ausbildung in Dachau wurde Gustav Layer zur 32. Hundertschaft bzw. der 8. Kompanie der 3. Totenkopfstandarte \u201eTh\u00fcringen\u201c nach Buchenwald versetzt und war dort Teil der Wachmannschaften unter dem sp\u00e4teren Sturmbannf\u00fchrer und Regimentskommandeur Hansheinrich Kaltofen.<sup><a href=\"#notes2\">16 <\/a><\/sup> Es war nur eine kurze Unterbrechung seiner Zugeh\u00f6rigkeit zu den Dachauern, denn  noch vor dem Herbst 1938 kehrte er von Buchenwald dorthin zur\u00fcck.<br \/>\n\tSchon w\u00e4hrend der Exerzier- und Gefechtsausbildung wurden die Angeh\u00f6rigen des Sturmbanns im vierw\u00f6chigen Rhythmus zu Wachaufgaben, Bereitschaftsdienst und Gefangenenbegleitung herangezogen. Fr\u00fchzeitig sollten sie daran gew\u00f6hnt werden, Gewalt auszu\u00fcben, \u201emit eigenen H\u00e4nden zu foltern und zu t\u00f6ten.\u201c<sup><a href=\"#notes2\">17 <\/a><\/sup><br \/>\n\tEine zwischenzeitliche Erkrankung an Paratyphus, ausgel\u00f6st durch das Bakterium Salmonella Schottmuelleri, erzwang einen l\u00e4ngeren Aufenthalt in der Freiburger Universit\u00e4tsklinik.<sup><a href=\"#notes2\">18 <\/a><\/sup> Nach seiner Genesung kehrte Gustav Layer zun\u00e4chst in das KZ Dachau zur\u00fcck, um im September 1938 als SS-Staffelanw\u00e4rter in Richtung Oberpfalz auszur\u00fccken und an den ersten verdeckten Kriegshandlungen im Osten teilzunehmen. Das Tragen der SS-Erinnerungsmedaille<sup><a href=\"#notes2\">19<\/a><\/sup> an den 1. Oktober 1938 weist ihn jedenfalls als Mitglied eines Totenkopf Sturmbanns aus, der unter der operativen Leitung von Max Simon an der Besetzung des Ascher Zipfels in der Tschechoslowakei beteiligt war.<sup><a href=\"#notes2\">20 <\/a><\/sup> 1806 war das kleine Ascher L\u00e4ndchen, das wie eine kleine Landzunge in die bayrische Oberpfalz hineinragt, dem K\u00f6nigreich B\u00f6hmen angegliedert worden und geh\u00f6rte so nach dem Zusammenbruch der Habsburger Monarchie 1918 zur neu entstandenen Tschechoslowakei. Seit Mai 1938 war Hitler entschlossen, die Tschechoslowakei zu zerschlagen. Die Sudetendeutsche Partei Konrad Henleins diente ihm dabei als F\u00fcnfte Kolonne, die im Ascher Zipfel einen bewaffneten Aufstand vom Zaun brach, zu dessen Unterst\u00fctzung am 26. September unter gr\u00f6\u00dfter Geheimhaltung und mit gef\u00e4lschten Ausweisen von Henleins Sudetendeutschem Freikorps zwei SS-Sturmbanne einmarschierten. Die Angelegenheit war nicht nur v\u00f6lkerrechtswidrig, sondern auch politisch hoch brisant, denn erst am 30. September war das M\u00fcnchner Abkommen mit Chamberlain und Daladier, das die Annexion des Sudetenlandes durch Hitler sanktionierte, vollst\u00e4ndig unter Dach und Fach.<br \/>\n\tMit Sicherheit ist davon auszugehen, dass Gustav Layer wenige Wochen sp\u00e4ter, genauer gesagt am 9.11.1938, dem Jahrestag des M\u00fcnchner Hitlerputsches als Staffelvollmitglied in die SS aufgenommen wurde. Am selben Tag wurden im KZ Dachau als Folge des Novemberpogroms \u00fcber zehntausend Juden eingeliefert. \u201eDie SS isolierte sie von den anderen H\u00e4ftlingen und zwang sie tagelang zum Strafstehen oder Exerzieren. Innerhalb von zwei Monaten kamen 151 Juden ums Leben. Die meisten der \u00dcberlebenden wurden zwar nach und nach entlassen, einige hundert befanden sich jedoch noch Mitte 1939 in KZ-Haft.\u201c<sup><a href=\"#notes2\">21 <\/a><\/sup><br \/>\n\tVon wann bis wann bewachte Gustav Layer H\u00e4ftlinge im KZ Dachau oder in anderen KZ und bei welchen Transporten in die KZ war er dabei? Von meiner Mutter wei\u00df ich nur, dass er an Transporten im Stuttgarter Raum mitgewirkt hat \u2012 vermutlich im Zusammenhang mit der Pogromnacht im November 1938. Sein auf einer Seite handschriftlich abgefasster Lebenslauf in der SS-Personalakte gibt dazu und \u00fcber die Zeit bis zum Mai 1940 keinerlei Auskunft. Den \u00dcberfall auf Polen vom September 1939 d\u00fcrfte er aus der Ferne im KZ Dachau beobachtet haben, denn erst f\u00fcr den 10. Mai 1940 gab er sich als Frontk\u00e4mpfer der SS-Totenkopfstandarte aus.<sup><a href=\"#notes2\">22 <\/a><\/sup><br \/>\n\tAm 17. Mai 1940, das KZ Dachau war seit September 1939 geschlossen, erhielt die 11. Kompanie des Totenkopf-Infanterieregiment 1 von Gustav Layer nach einer seit September 1939 andauernden Vorbereitungsphase den Marschbefehl f\u00fcr den Angriffskrieg gegen Frankreich. Bei Catillon kam es zu grausamen Gefechten mit franz\u00f6sisch-marokkanischen Truppen. Gustav Layers 11. Kompanie konnte den Gegner n\u00f6rdlich Rejet nach Osten zur\u00fcckwerfen. Die von den Franzosen erlittenen unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig  hohen Verluste lassen vermuten, dass die Totenkopfdivision insbesondere im Fall von afrikanischen Einheiten keine Gefangenen machte, sondern den Gegner kaltbl\u00fctig erschoss.<sup><a href=\"#notes2\">23 <\/a><\/sup> Weitere Verbrechen des 1. Infanterieregiments unter Max Simon w\u00e4hrend des Frankreichfeldzugs sind mittlerweile gut dokumentiert.<sup><a href=\"#notes2\">24 <\/a><\/sup><br \/>\n\tBereits nach einer Woche im Einsatz an der Westfront wurde Gustav Layer am 24. Mai das Eiserne Kreuz II. Klasse f\u00fcr besondere Tapferkeit vor dem Feind verliehen<sup><a href=\"#notes2\">25<\/a><\/sup> \u2013 die \u00fcbliche Begr\u00fcndung. Ich lerne, dass das Eiserne Kreuz II. Klasse massenhaft vergeben wurde, in der Waffen SS noch h\u00e4ufiger als in der Wehrmacht. Es diente vor allem der Motivation der Frontsoldaten. Am 10. Juni, etwas \u00fcber zwei Jahre nach seinem Eintritt in die SS,  wurde er dann bereits zum Unterscharf\u00fchrer bef\u00f6rdert<sup><a href=\"#notes2\">26<\/a><\/sup>, der untersten Stufe bei den Unteroffizieren. Davor lag das \u00fcbliche Karrieremuster: Sch\u00fctze, Obersch\u00fctze, Sturmmann, Rottenf\u00fchrer. Eine Offizierslaufbahn, obwohl bei der SS auch mit einem Hauptschulabschluss m\u00f6glich, blieb ihm allerdings bis zuletzt verwehrt.<br \/>\n\tAus der Jahreswende 1940\/41 stammen zwei kurze Briefe an meine Mutter, die eine besondere Beziehung zwischen den Geschwistern erkennen lassen.<sup><a href=\"#notes2\">27 <\/a><\/sup> Sie sind beide mit einem kleinen kunstvollen Monogramm mit den Anfangsbuchstaben seines Vor- und Nachnamens verziert. Die Weihnachtskarte mit Poststempel vom 17.12. ist in ordentlicher Druckschrift an seine Schwester Fr\u00e4ulein Liesl Layer adressiert und enth\u00e4lt die \u00fcblichen Weihnachtsw\u00fcnsche unter einem von ihm in einfachen Strichen gezeichneten Tannenzweig mit brennender Kerze. Seine Schwester antwortete ihm am 25.12. und bedankte sich f\u00fcr die Fotos, die ihr gefallen haben m\u00fcssen, wie er  am 4. Januar in einem kurzen Brief voller Stolz schrieb.  Es handelte sich wohl um eines dieser SS-Soldatenfotos, die mir meine Mutter hinterlassen hat: schwarze Ausgehuniform, wei\u00dfes Hemd, dazu eine schwarze Krawatte in Kunstseide, auf dem Kopf die Schirmm\u00fctze mit dem silbernen Parteiadler und  dem Totenkopf der SS. Die Schirmm\u00fctze  hatte er sich leicht schr\u00e4g auf den Kopf gesetzt, das Haar darunter war kurz geschoren. Das Bild strahlt weder Entschlossenheit noch Brutalit\u00e4t aus. Die Augen sind weit ge\u00f6ffnet, der Blick starr, kein L\u00e4cheln auf den Lippen. Ohne Uniform w\u00fcrde man einen sch\u00fcchternen jungen Mann Anfang zwanzig dahinter vermuten. Der Fotograf wird ihm gesagt haben, er solle den Kopf etwas zur Seite drehen und die Augen nicht so aufrei\u00dfen. Den Blick nach vorne gerichtet, wirkt er auf einem sp\u00e4ter entstandenen Foto entschlossener, optimistischer, er ist jetzt Unterscharf\u00fchrer. In der Familie war man immer auch stolz auf diese Fotos. Er sei ein gut aussehender junger Mann gewesen. Meine Cousine schw\u00e4rmt noch heute von ihm. In den 1950er und 1960er Jahren  konnte man sie  ja nur versch\u00e4mt in alten Fotoalben anschauen, sofern sie aus Angst vor den Alliierten bei Kriegsende nicht zerrissen und verbrannt wurden \u2013 es gibt erstaunlich viele leere Stellen in den Fotoalben der Familie Layer. Sp\u00e4ter, die Angst und auch die Schamfrist waren vorbei,  wurden sie wieder herausgeholt und zusammen mit anderen Fotos der Familie in einer Ahnengalerie in unserem Treppenhaus aufgeh\u00e4ngt.<br \/>\n\tWas stand noch in dem Brief? Es geht gleich noch einmal um eine schicke Uniform eines Bekannten oder Freundes meiner Mutter und dann um kleine Soldaten (sind es Zinnsoldaten?), die er an seinen Neffen Ludwig als Weihnachtsgeschenk verschickt hat \u2013 der gute Onkel! Kein Wort zu seinen Lebensumst\u00e4nden, zu dem etwa, was er an Weihnachten tun wird oder getan hat. Kein Wort zu seinem Aufenthaltsort und schon gar kein Wort zum Krieg oder zur Besatzung in Frankreich. Er verspricht der kleinen Schwester nur, dass er sie in seinem n\u00e4chsten Urlaub besuchen wird. Gustav hielt sich strikt an die Regeln, die ihm der Erfinder der Totenkopfdivision Theodor Eicke vorgeschrieben hatte: Keine Informationen \u00fcber Standort oder Marschroute der Truppe an die Familie und auch keine Informationen \u00fcber Stimmungen, Sorgen oder N\u00f6te; es drohte ein Kriegsgerichtsverfahren.<br \/>\n\tEs waren eher seltene Besuche, die ihn nach Hause f\u00fchrten,  und sie verliefen nicht immer konfliktfrei, denn man war in der Familie wohl nicht so ganz gl\u00fccklich dar\u00fcber, dass er in die SS eingetreten war. Jedenfalls wurde mir das so von meiner Mutter berichtet. Ob es stimmt angesichts der vielen Legenden, die Eltern ihren Kindern nach dem Zweiten Weltkrieg auftischten; ich wollte es, trotz gelegentlicher Zweifel, gerne glauben. Schon die Tatsache, dass Gustav sich gegen den Bauernhof und f\u00fcr die Lehre  entschieden hatte, war nicht gerade auf Wohlwollen gesto\u00dfen. 1942 will meine Mutter bei der Familie, wo sie arbeitete, von den Naziverbrechen in den KZ erfahren haben, vom Mord an den Juden. Ihr Bruder Gustav sei bei einem Besuch bei den Eltern in Breuningsweiler damit konfrontiert worden, habe aber nur geantwortet: \u201eIch darf nichts erz\u00e4hlen.\u201c Man habe ihn ermahnt, sich nichts zuschulden kommen zu lassen. Wie sollte das gehen in der SS?<br \/>\n\tAm 3. Juni 1941 erging der Marschbefehl von Frankreich nach Marienwerder bei Danzig\/ Ostpreu\u00dfen.<sup><a href=\"#notes2\">28 <\/a><\/sup> Der Angriff auf Russland stand unmittelbar bevor. Ziel war die Eroberung von Leningrad. Zwischen dem 20. und 21. Juli kam es zu verlustreichen K\u00e4mpfen des Totenkopf-Infanterieregiments 1 im Waldgebiet nordwestlich von Solzy, einer kleinen Provinzstadt am Flu\u00df Schelon. Im Verlauf dieser K\u00e4mpfe muss Gustav Layer einen Kniekehlendurchschuss erlitten haben.<sup><a href=\"#notes2\">29 <\/a><\/sup>  Genaueres ist nicht bekannt.  Von der Front  wurde er zun\u00e4chst in das Feldlazarett Pskow abtransportiert. Pskow, rund 300 km s\u00fcdwestlich von St. Petersburg\/Leningrad war eine der ersten russischen St\u00e4dte im Zweiten Weltkrieg, die von den Deutschen erobert wurden, und eine der letzten, die befreit wurden;  90 Prozent der Stadt waren 1945 zerst\u00f6rt. Von Pskow ging es in das Kriegslazarett 1\/608 D\u00fcnaburg (Daugavpils). Am 22. August erfolgte eine weitere Verlegung mit dem Lazarett-Zug, vermutlich ins Reichsgebiet.<br \/>\n\tIch interessiere mich weniger f\u00fcr die n\u00fcchterne Kriegsberichterstattung deutscher Truppen auf dem Vormarsch Richtung Leningrad und Moskau, wie man sie in den Kriegstageb\u00fcchern des Oberkommandos der Wehrmacht (OKW) nachlesen kann. Was mich interessiert, sind die Taten der SS im Osten und Gustav Layers Beteiligung an diesen Taten. Eicke hatte verk\u00fcndet, dieser Krieg \u201esei eine weltanschauliche Auseinandersetzung, ein Ringen zwischen dem Nationalsozialismus und dem j\u00fcdischen Bolschewismus auf Leben und Tod \u2013 deswegen werde eine v\u00f6llig r\u00fccksichtslose und kompromisslose Kriegsf\u00fchrung notwendig.\u201c<sup><a href=\"#notes2\">30 <\/a><\/sup> Die H\u00e4rte der K\u00e4mpfe in der Sowjetunion ging deshalb weit \u00fcber alle bisherigen Erfahrungen in Frankreich hinaus. Sicher ist auch, dass der Massenmord an sowjetischen Gefangenen, die Pl\u00fcnderung von H\u00e4usern und die Ermordung von Juden g\u00e4ngige Praxis der Soldaten Simons waren, unter dem Gustav Layer diente. \u00dcber Verbrechen der 11. Kompanie des 1. Totenkopf-Infanterieregiments, wo Gustav Layer als Unterscharf\u00fchrer diente, ist freilich bislang wenig bekannt. In einer Meldung, die am 6. Juli 1941 an das LVI. Panzerkorps weitergeleitet worden war, \u201ebeschrieb Simon, wie eine Gruppe von zweihundert  russischen Soldaten sich Einheiten des 1. Totenkopf-Infanterieregiments mit erhobenen H\u00e4nden n\u00e4herten, als ob sie sich ergeben wollten, sich dann aber  (\u2026) zu Boden fallen lie\u00dfen und das Feuer er\u00f6ffneten. Bei diesem Schusswechsel t\u00f6teten die SS-Soldaten alle Russen, auch diejenigen, die um Schonung baten und in Gefangenschaft gehen wollten.\u201c<sup><a href=\"#notes3\">31 <\/a><\/sup> \u201eIn einem Befehl an sein Regiment kam Simon zu dem Schluss, dass es sich bei diesen Einheiten von russischen Versprengten um \u201aBanditen\u2018 handle, die von bolschewistischen Kommissaren und fanatischen Offizieren  der Roten Armee organisiert und aufgehetzt worden waren.\u201c<sup><a href=\"#notes3\">32 <\/a><\/sup> Das rechtfertige jede Aktion.<br \/>\n\tAls Gustav Layer im Juli\/August im Lazarett lag, wurden in D\u00fcnaburg etwa 9.000 Juden durch ein SS-Kommando und lettische Hilfspolizei ermordet. <sup><a href=\"#notes3\">33 <\/a><\/sup> Man wird im Lazarett dar\u00fcber geredet haben. Entgegen landl\u00e4ufiger Behauptungen: Es wurde ja doch \u00fcber diese Verbrechen geredet, weniger nach dem Krieg als w\u00e4hrend des Kriegs, weniger mit den Zivilisten als unter den Soldaten selbst. Mehr kann ich zum 1. Totenkopf-Infanterieregiment nicht sagen, zur 11. Kompanie finde ich rein gar nichts. Eine individuelle Tatbeteiligung an den Verbrechen der SS in Frankreich, in der Sowjetunion oder in den Konzentrationslagern werde ich Gustav Layer nicht nachweisen k\u00f6nnen. Dass die SS \u00fcberall Verbrechen ungeheuren Ausma\u00dfes begangen hat, steht au\u00dfer Frage. Und Gustav Layer war Teil dieser verbrecherischen Organisation.<br \/>\n\tDie Verletzung an der Kniekehle muss schwerwiegend gewesen sein, denn es vergingen fast f\u00fcnf Monate in Lazarett und Rehabilitation bis Gustav Layer wieder eingesetzt wurde, und sie muss so schwerwiegend gewesen sein, dass ein weiterer Einsatz an der Front nicht mehr in Frage kam. Im November 1941 wurde er in einen knapp einmonatigen Genesungsurlaub entlassen. <sup><a href=\"#notes3\">34 <\/a><\/sup> Am 12. Dezember erfolgte seine Versetzung zur SS-Wachkompanie Berlin-Lankwitz, eine Berliner SS-Einheit der Stadtkommandantur.<sup><a href=\"#notes3\">35 <\/a><\/sup> Nach nicht einmal drei Monaten wurde Gustav Layer mit Schreiben der Wachkompanie vom 5.3.1942 zur 3. Stabskompanie des F\u00fchrungshauptamts versetzt, das ihn unter Kommandierung [d. h. vor\u00fcbergehend] an das SS- und Polizeigericht III in Berlin weiterreichte. Die 1939 eingef\u00fchrte Sondergerichtsbarkeit hatte ausschlie\u00dflich Strafsachen gegen SS- und Polizeiangeh\u00f6rige zu verhandeln, vorwiegend Eigentumsdelikte und Verst\u00f6\u00dfe gegen die Manneszucht.<sup><a href=\"#notes3\">36 <\/a><\/sup><br \/>\n\tDem SS- und Polizeigericht III unterstellt war die in einem gr\u00f6\u00dferen Komplex der Berliner Polizei untergebrachte SS- und Polizeihaftanstalt in der Grunewaldstr. 68 in Berlin-Sch\u00f6neberg, wo Gustav Layer seit M\u00e4rz 1942 wohl seinen Wachdienst bei verurteilten SS- und Polizeistraft\u00e4tern bzw. Untersuchungsh\u00e4ftlingen verrichtete. Er wohnte um die Ecke in der Eisenacherstra\u00dfe 78 zur Untermiete. Als ich in den 1980er Jahren im Bayrischen Viertel lebte, bin ich oft an dem prachtvollen Eckhaus der Gr\u00fcnderzeit vorbeigegangen, ohne auch nur das Geringste zu ahnen.<br \/>\n\tIm Juni 1942, viereinhalb Jahre nach seinem Eintritt in die SS, wurde er zum Oberscharf\u00fchrer [=Feldwebel] und Befehlshaber eines Trupps von bis zu sechzig Mann ernannt. Allerdings war er, bedingt durch seine Kriegsverletzung, nicht mehr in den beiden Kernbereichen der Waffen-SS, an der Front und in den KZ, verwendbar. Knapp zwei Jahre sp\u00e4ter wechselte er in das SS-Strafvollzugslager Genshagen. Mit der Ernennung Albert Speers zum Reichsminister f\u00fcr Bewaffnung und Munition am 15. Februar 1942 war der Druck auf die Kriegswirtschaft, die R\u00fcstungsproduktion zu erh\u00f6hen und damit auch die Notwendigkeit zus\u00e4tzliche Arbeitskr\u00e4fte einzusetzen, gewachsen. In Genshagen bei Berlin hatte Daimler-Benz bereits 1936 ein Flugzeugmotorenwerk errichtet, in dem seit M\u00e4rz 1943 neben den zahlreichen Kriegsgefangenen und KZ-H\u00e4ftlingen auch erstmals SS-Strafgefangene aus Danzig-Matzkau eingesetzt wurden.<br \/>\n\tAuch Genshagen wurde von den alliierten Bombern nicht verschont. Bereits im M\u00e4rz 1944 wurde das Werk bei einem Fliegerangriff so sehr besch\u00e4digt, dass eine Verlagerung an einen sichereren Standort notwendig erschien.  Zusammen mit Daimler-Benz beschlossen die NS-Beh\u00f6rden, die Produktion und mit ihr die H\u00e4ftlinge und Zwangsarbeiter weiter nach Westen in einen Stollen bei Obrigheim in W\u00fcrttemberg zu verlegen. Es entstand das Lager Neckarelz als Au\u00dfenlager des els\u00e4ssischen KZ Natzweiler-Struthof. Ab Anfang Juli wurden auch die SS-Strafgefangenen von Genshagen nach Neckarelz \u00fcberf\u00fchrt.<br \/>\n\tIn diesen Zeitraum zwischen 1942 und 1944 f\u00e4llt auch eine \u00e4u\u00dferst umfangreiche Korrespondenz zwischen Gustav Layer und dem Rasse- und Siedlungshauptamt. Gustav Layer wollte heiraten und geriet auf der Suche nach seinem pers\u00f6nlichen Gl\u00fcck in Konflikt mit dem Nationalsozialismus. Im Dezember 1931 hatte Himmler gegen einigen Widerstand in den eigenen Reihen den \u201eVerlobungs- und Heiratsbefehl  der SS\u201c erlassen, nach dem alle SS-Angeh\u00f6rigen eine Heiratsgenehmigung einholen mussten, die nach rassischen und erbgesundheitlichen Kriterien erteilt oder verweigert werden konnte.<sup><a href=\"#notes3\">37 <\/a><\/sup> Ziel war die Schaffung eines rassischen Ordens von Sippengemeinschaften, zu denen auch die Frauen geh\u00f6rten. Die Korrespondenz befasst sich folgerichtig aufs penibelste mit der biologischen, aber auch wirtschaftlichen Verfasstheit der zuk\u00fcnftigen Ehepartner, vermeintlich um einer gl\u00fccklichen und dauerhaften Ehe willen.<br \/>\n\tEin erstes Heiratsgesuch hatte Gustav am 1.5.1942 eingereicht<sup><a href=\"#notes3\">38<\/a><\/sup>, dann aber von einer Ehe mit der in Wolznach bei Freising geborenen Maria Ostermeier wieder Abstand genommen. Eineinhalb Jahre sp\u00e4ter unternahm er einen zweiten Heiratsversuch. Mittlerweile n\u00e4herte sich sein 25. Geburtstag, das Alter, das Himmler als Heiratsalter festgelegt hatte.<sup><a href=\"#notes3\">39 <\/a><\/sup> \u00dcber einen SS-Kollegen mit Vornamen Rudolf hatte er die Bekanntschaft von Margarete Elfriede Vorbuchner, geborene Scheffler gemacht.<sup><a href=\"#notes3\">40 <\/a><\/sup> Die Stenotypistin und DRK-Helferin Vorbuchner war bis M\u00e4rz 1943 noch in zweiter Ehe mit dem Kaufmann Norbert Vorbuchner verheiratet. Aus erster Ehe stammte ein Sohn. Die Ehe mit Vorbuchner war zerr\u00fcttet. Im Scheidungsverfahren gab sie an, der letzte Eheverkehr habe im November 1942 stattgefunden, jede Partei unterhalte ehewidrige Beziehungen zu einem Partner des anderen Geschlechts.<sup><a href=\"#notes3\">41 <\/a><\/sup> Ich denke: sie mit Gustav Layer. Auf Klage und Wiederklage wurde die Ehe Anfang April 1943 aufgel\u00f6st. Im Januar 1944 strebte sie ihre dritte Ehe mit Gustav an. Margarete Vorbuchner gab an, dass sie sich von der Ehe mit dem SS-Oberscharf\u00fchrer ein harmonisches  Zusammenleben verspreche und sie den innigsten Wunsch hege, seine Frau zu werden und ihm noch einige Kinder schenken wolle. Margarete hatte ihre bev\u00f6lkerungspolitische Aufgabe im Nationalsozialismus verstanden.<br \/>\n\tMargarete war blond, vollschlank, und mit ihren f\u00fcnfunddrei\u00dfig Jahren noch sehr attraktiv. Eine lebenslustige S\u00e4chsin aus K\u00f6tschenbroda, einem Ortsteil von Radebeul in Sachsen. Ihr Vater Karl Wilhelm, ein Kaufmann, entstammte einer deutschst\u00e4mmigen Familie in Chile. Bis zu ihrem 15. Lebensjahr ging sie auf das D\u00fcrer-Lyzeum in Berlin-Lichterfelde. Danach besuchte sie ein Jahr die Hausfrauenschule in Leipzig, bevor sie als Stenotypistin und technische Zeichnerin ihren Lebensunterhalt und den ihres damaligen Ehepartners verdiente. Seit einiger Zeit arbeitete sie als Zivilangestellte bei der Waffen-SS. Auf dem Formular zum Verm\u00f6gens- und Schuldenstand zeichnete sie f\u00fcr ein Barverm\u00f6gen von sechstausend Reichsmark und f\u00fcnfzehntausend Reichsmark an Sachwerten in ihrer Wohnung in der Rosenheimerstra\u00dfe 28 in Berlin-Sch\u00f6neberg, nur ein paar Schritte von Gustav Layers Unterkunft entfernt. Nicht gerade viel, wenn man wei\u00df, dass ein Arzt im \u00f6ffentlichen Dienst in etwa 16.000,- RM im Jahr verdiente, aber doch bei weitem mehr als das, was Gustav Layer vorweisen konnte. F\u00fcr Gustav Layer, den SS-Oberscharf\u00fchrer, war sie der zweite Schl\u00fcssel zum sozialen Aufstieg, glaube ich.<br \/>\n\tIm Januar 1944 hatte Gustav Layer einen Eilantrag zur Genehmigung seiner Heirat mit Margarete Vorbuchner gestellt. Die Hochzeit sei f\u00fcr Mitte Februar geplant, gab er zur Begr\u00fcndung an. Es begann das \u00fcbliche Procedere beim Rasse- und Siedlungshauptamt. Bevor der SS-Mann Gustav Layer seine Heiratsgenehmigung erhalten konnte, musste er den Ariernachweis, einen Erbgesundheitsbogen \u00fcber m\u00f6gliche erbliche Belastungen in der Familie und einen \u00e4rztlichen Untersuchungsbogen zum Nachweis der Gesundheit und zur rassischen Beurteilung beibringen. Gustav begab sich nach Dachau zum stellvertretenden KZ-Lagerarzt Sturmbannf\u00fchrer Fritz Hintermayer.<sup><a href=\"#notes3\">42 <\/a><\/sup> <\/p>\n<p>Hintermayer stellte fest:<br \/>\nVorwiegender Rasseanteil: nordisch;<br \/>\nAugenfarbe: hellblau;<br \/>\nNase: stark gebogen;<br \/>\nK\u00f6rperbau: schlank, kr\u00e4ftig;<br \/>\nZeugungsf\u00e4higkeit: wahrscheinlich;<br \/>\nFortpflanzung: ist im bev\u00f6lkerungspolitischen Sinne w\u00fcnschenswert;<br \/>\nGustav gab an, dass er bis zu zehn Zigaretten am Tag rauche. <\/p>\n<p>Auf einem beigef\u00fcgten Foto zeigt sich ein 25-j\u00e4hriger junger Mann mit sch\u00fctterem Haar und ausgepr\u00e4gten Geheimratsecken.<br \/>\n\tAus der Sicht von Hintermayer stand einer Ehe von Gustav Layer nichts im Wege. Mich wundert allerdings, dass die Zeugungsf\u00e4higkeit eines SS-Mitglieds angesichts ihrer Bedeutung f\u00fcr die Fortpflanzung der nordischen Rasse nicht genauer untersucht wurde. Eine Zeugungsf\u00e4higkeit, die nur \u201ewahrscheinlich\u201c ist? Wie l\u00e4sst sich eine solche Nachl\u00e4ssigkeit bei der Durchsetzung der Kernideologie des nationalsozialistischen Regimes erkl\u00e4ren? Ich finde keine Antwort.<br \/>\n\tAnders als bei Maria Ostermeier ging die Angelegenheit jedoch keineswegs schnell \u00fcber die Beh\u00f6rdenb\u00fchne. Zun\u00e4chst wurde beim Rasse- und Siedlungshauptamt der Verdacht ge\u00e4u\u00dfert, Frau Vorbuchner k\u00f6nnte wegen einer 1935 erlittenen Unterleibsentz\u00fcndung nicht mehr geb\u00e4rf\u00e4hig sein, ein schwerwiegender Mangel aus nationalsozialistischer Sicht. Im Unterschied zu Gustav Layer sollte bei ihr nun ganz genau hingeschaut werden. Trotz mehrfacher Aufforderung entzog sich Margarete Vorbuchner einer Untersuchung im SS-Lazarett Lichterfelde und begab sich im M\u00e4rz in das KZ Dachau, um sich dort von Dr. Rossmann untersuchen zu lassen. Erst Anfang Juli traf von dort ein Attest ein, das die einwandfreie Durchg\u00e4ngigkeit der Tuben von Margarete bescheinigte, so dass von dieser Seite bei Konzeption keine Schwierigkeiten bestehen w\u00fcrden.\tAlles schien in bester Ordnung, aber mit Datum vom 4. Juli erhielt Gustav Layer vom Stabsarzt des Rasse- und Siedlungshauptamtes die Nachricht: \u201eDie endg\u00fcltige Bearbeitung Ihres Verlobungs- und Heiratsgesuchs bleibt einer sp\u00e4teren Zeit [kriegsbedingt, wie es hie\u00df] vorbehalten. Nach den bisher hier vorliegenden Unterlagen ist festgestellt worden, dass zwischen Ihnen und Frau Vorbuchner ein ung\u00fcnstiger Altersunterschied besteht. Aus diesem Grund wird bei der endg\u00fcltigen Bearbeitung ihres Verlobungs- und Heiratsgesuchs die Heirat auf beiderseitige Verantwortung freigegeben werden. Beiliegende Erkl\u00e4rung ist von Ihnen und Frau Vorbuchner zu unterschreiben und umgehend nach hier zur\u00fcckzusenden.\u201c<sup><a href=\"#notes3\">43 <\/a><\/sup>  Die Freigabe der Heirat auf eigene Verantwortung hatte allerdings formal zur Konsequenz, dass Gustav und Margarete aus dem engeren Kreis der als hochwertig betrachteten SS-Sippen ausgeschlossen wurden. <sup><a href=\"#notes3\">44 <\/a><\/sup> Wollten sie eine erneute Verschiebung der Heiratsgenehmigung auf die Zeit nach dem vermeintlichen Endsieg nicht riskieren und unterschrieben die Erkl\u00e4rung oder war es eine Schwangerschaft von Margarete Vorbuchner, die das Rasse- und Siedlungsamt schlie\u00dflich \u00fcberzeugten? Aus den Akten geht lediglich hervor, dass am 5. Juli,  die  Heiratsgenehmigung erteilt wurde, \u00fcber sechs Monate nachdem das Gesuch eingereicht worden war.<br \/>\n\tAm 15.7.1944 fand die Heirat im Standesamt im Sch\u00f6neberger Rathaus statt. <sup><a href=\"#notes3\">45 <\/a><\/sup> Trauzeugen waren die zwei SS-Kollegen Sturmscharf\u00fchrer Fritz Bohn und Hauptsturmf\u00fchrer Franz Sturmmann.  Gemeinsam posierten sie f\u00fcr den Fotografen vor einem Seiteneingang des Rathauses. In der Mitte Gustav und Margarete, er in der grauen Felduniform der Waffen-SS mit Feldm\u00fctze, die Braut im hellen Kleid, einem eleganten Hut mit breiter Krempe und einem Blumenstrau\u00df im Arm, rechts und links die beiden Trauzeugen Bohn und Sturmmann. Sie l\u00e4chelt.<sup><a href=\"#notes3\">46 <\/a><\/sup>  F\u00fcr den 5. 7. 1946 wird f\u00fcr Margarete ein M\u00fctterschulungskurs anberaumt; sie h\u00e4tte eigentlich vor der Hochzeit an so einem Kurs teilnehmen m\u00fcssen. Ob sie noch an den Endsieg glaubten?<br \/>\n\tMit dem Beschluss zur Verlagerung des SS-Straflagers nach Mosbach \u00e4nderten sich auch die Lebensumst\u00e4nde f\u00fcr Gustav und seine neue Frau. Gustav Layer musste an den Gefangenentransporten teilnehmen. Ende August\/Anfang September, als das Lager provisorisch eingerichtet war \u2013 die ersten H\u00e4ftlinge in Zelten und Baracken eines Arbeitsdienstlagers, zog er schlie\u00dflich mit seiner Frau nach Mosbach und fand beim Lehrer Bock eine kleine Mansardenwohnung.<sup><a href=\"#notes3\">47 <\/a><\/sup> Man besuchte zum ersten Mal nach der Heirat die Eltern in Breuningsweiler. Aus Erz\u00e4hlungen wei\u00df ich, dass diese Begegnung nicht sehr gl\u00fccklich verlief. Die Gro\u00dfst\u00e4dterin mit dem s\u00e4chsischen Einschlag d\u00fcrfte von dem kleinen Geh\u00f6ft mit dem Misthaufen davor nicht gerade angetan gewesen sein. Die Mutter Maria, mit 1.45m \u00fcberaus klein, der Vater Wilhelm Layer gertenschlank, an den Wangen eingefallen, beide von der jahrelangen Arbeit auf den \u00c4ckern ausgezehrt, verk\u00f6rperten sie einen Bauernstand, wie er in den idealisierten Nazi-Gem\u00e4lden eines Adolf Wissel nicht vorkam. \u201eTrachte Dich und deine Kinder aufs Land zur\u00fcckzubringen\u201c<sup><a href=\"#notes3\">48 <\/a><\/sup>, hie\u00df es in den SS-Richtlinien zur Gattenwahl. Auch dies ein frommer Wunsch der Nazi-Propaganda. Die Schwiegereltern ihrerseits konnten mit der Schwiegertochter nichts anfangen. Sie galt als arrogant. Schon der s\u00e4chsische Einschlag in der Sprache schreckte ab, ganz zu schweigen von der Kleidung und dem Gestus. Es sollte die einzige Begegnung bleiben.<br \/>\n\tSo kehrten Gustav und seine Frau in die SS-Lagerwelt nach Mosbach zur\u00fcck, einer Kleinstadt im Badischen, auch das im Grunde schon eine Zumutung f\u00fcr Margarete. Das bescheidene Gl\u00fcck in der Mansardenwohnung war nur von kurzer Dauer. Am 8. Dezember 1944 gab es einen Fliegerangriff auf das SS-Straflager.<sup><a href=\"#notes3\">49 <\/a><\/sup> Gustav blieb am Mansardenfenster seiner Wohnung stehen, um trotzig den Angriff zu beobachten, w\u00e4hrend seine hochschwangere Frau Margarete in den Keller rannte. Die Tochter des Lehrers Bock, eine Medizinstudentin, fand Gustav Layer schlie\u00dflich schwer verletzt von Sch\u00fcssen aus der Bordkanone der Jagdbomber oder Splittern der Sprengbomben. Er starb wenig sp\u00e4ter und wurde in Mosbach beerdigt. Wie hie\u00df es doch in einem von der SS gerne gesungenen Lieder: \u201eKein sch\u00f6nrer Tod ist in der Welt, als wer vorm Feind erschlagen.\u201c Meine Mutter meinte sp\u00e4ter zu mir, es w\u00e4re gut so, denn sonst h\u00e4tte er sich m\u00f6glicherweise f\u00fcr seine Taten in der SS vor Gericht verantworten m\u00fcssen. Man kann das auch bedauern. Vielleicht w\u00e4re es ja gut gewesen, er h\u00e4tte sich \u00f6ffentlich daf\u00fcr verantworten m\u00fcssen. Der Oberscharf\u00fchrer Layer war ein netter Mann, gab ein Zeitzeuge aus dem SS-Straflager sp\u00e4ter zu Protokoll. Aber was hei\u00dft das in einem Lager, wo SS-Wachm\u00e4nner straff\u00e4llig gewordene SS-Wachm\u00e4nner bewachten?  <\/p>\n<p><strong>Epilog<\/strong><br \/>\nJahre sp\u00e4ter, es muss Anfang der 1950er Jahre gewesen sein, unternahm seine j\u00fcngste Schwester Rosa einen Ausflug nach Mosbach zum Grab ihres Bruders. Sie machte ein Foto von einem Soldatengrab und schickte es an meine Mutter Luise.<sup><a href=\"#notes3\">50 <\/a><\/sup> Im M\u00e4rz 1962 gab es noch einmal eine Anfrage der Landespolizei I, Berlin an das Berlin Document Center der USA wegen Gustav Layer. Es wurden Ermittlungen gegen ihn und Obersturmf\u00fchrer August Winnefeld wegen zwei T\u00f6tungsdelikten im SS- und Polizeigef\u00e4ngnis Grunewaldstra\u00dfe 68 angestellt.<sup><a href=\"#notes3\">51 <\/a><\/sup> \u00dcber das Ergebnis dieser Ermittlungen konnte ich nichts herausfinden. Margarete Layer wurde 1946 von der Sowjetischen Milit\u00e4radministration verhaftet und zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt.<sup><a href=\"#notes3\">52 <\/a><\/sup> Zwei Jahre davon verbrachte sie in dem ber\u00fcchtigten NKWD-Speziallager Sachsenhausen-Oranienburg, dem fr\u00fcheren KZ. Bald nach ihrer vorzeitigen Entlassung durch die DDR-Beh\u00f6rden 1952 emigrierte sie nach Sao Paulo in Brasilien, wo sie vermutlich verstarb. Karl Layer kam 1945 auf der Flucht vor der sowjetischen Armee in amerikanische Gefangenschaft.<sup><a href=\"#notes3\">53 <\/a><\/sup> Nach einem kurzen Aufenthalt im Kriegsgefangenenlager Riegsee bei Murnau wurde er als potenzieller Kriegsverbrecher in das Internierungslager 74 bei Ludwigsburg \u00fcberf\u00fchrt, wo es am 18.11.1947 zur Anklage vor der lagereigenen Spruchkammer kam. Als leitender Angeh\u00f6riger einer verbrecherischen Organisation wurde er durch den \u00f6ffentlichen Kl\u00e4ger der Gruppe der Hauptschuldigen zugerechnet. In seiner unglaublich unverfrorenen Verteidigungsrede behauptete Karl Layer, er habe sich wohl Gedanken gemacht \u00fcber die KZ, aber er habe nur geh\u00f6rt, \u201edass dort arbeitsscheue Menschen und Zuchthausinsassen untergebracht seien.\u201c (\u2026) \u201eWas im KZ gespielt wurde, wusste ich nicht und glaube auch nicht, dass die Insassen des KZ Oranienburg misshandelt wurden.\u201c \u201eSo wie die Politik damals anzusehen war, waren wir nicht die Urheber des Krieges.\u201c Sein Rechtsanwalt Dr. Karl Wanner argumentierte, Layer habe nie KZ-Wachdienste geleistet, habe lediglich eine Verwaltungskarriere gesucht und sei nicht politisch gewesen. Er m\u00fcsse deshalb als Mitl\u00e4ufer oder Minderbelasteter eingestuft werden. In ihrem Urteil sprach die Spruchkammer schlie\u00dflich von einem \u201eBelasteten\u201c, der als \u00fcberzeugter Anh\u00e4nger durch seine \u201eT\u00e4tigkeit, die Gewaltherrschaft der NSDAP wesentlich gef\u00f6rdert\u201c habe. Er wurde zu 2 \u00bd Jahren Arbeitslager verurteilt, die bei Urteilsverk\u00fcndung durch die Zeit im Internierungslager bereits ann\u00e4hernd vollst\u00e4ndig abgeleistet waren. Im M\u00e4rz 1948 wurde er zu seiner Familie nach Lorch\/W\u00fcrttemberg entlassen. Die Berufsbeschr\u00e4nkung wurde 1951 auf seinen Antrag vom Innenministerium W\u00fcrttemberg-Baden aufgehoben.     <\/p>\n<p><a name=\"notes1\"><\/a><\/p>\n<h3>Notes<\/h3>\n<p><sup>1<\/sup>  Vgl. Roman Janssen: Breuningsweiler im Mittelalter: In: Stadtarchiv Winnenden (Hg.): Breuningsweiler, Einblicke in 700 Jahre Ortsgeschichte, Winnenden \u2013 Gestern und Heute, Bd. 5, Winnenden 1993, S. 39-60.<br \/>\n<sup>2<\/sup>  Vgl. Eberhard Schauer: Die Familien von Breuningsweiler: In: Stadtarchiv Winnenden (Hg.): Breuningsweiler, Einblicke in 700 Jahre Ortsgeschichte, Winnenden \u2013 Gestern und Heute, Bd. 5, Winnenden 1993, S. 61-68.<br \/>\n<sup>3<\/sup>  Vgl. hierzu und im folgenden bei <a href=\"https:\/\/de.wikisource.org\/wiki\/Beschreibung_des_Oberamts_Waiblingen\">https:\/\/de.wikisource.org\/wiki\/Beschreibung_des_Oberamts_Waiblingen<\/a>.<br \/>\n<sup>4<\/sup>  LKA Stuttgart, DA Waiblingen A III.5, Winnenden-Breuningsweiler.<br \/>\n<sup>5<\/sup>  BArch R 9361\/III\/115515; Layer, Gustav, 16.7.1919 (ohne Paginierung).<br \/>\n<sup>6<\/sup>  Weitere Akten liegen bei der Deutschen Dienststelle f\u00fcr die Benachrichtigung der n\u00e4chsten Angeh\u00f6rigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht (WASt) IIB 413-141001 142-677\/282 (Wehrstammbuch und Soldbuch fehlen) und beim Standesamt Tempelhof-Sch\u00f6neberg, Berlin (Heiratsakte vom 15.7.1944).<br \/>\n<sup>7<\/sup>  Vgl. dazu und im folgenden BArch R 9361\/III\/115515; Layer, Gustav, 16.7.1919 (ohne Paginierung).<br \/>\n<sup>8<\/sup>  BArch R 9361\/III\/115515 (ohne Paginierung). Lebenslauf vom 26.11.37.<br \/>\n<sup>9<\/sup>  Vgl. dazu und im folgenden BArch VBS 286\/6400025777 (ehemal. BDC), SSO, Layer, Karl, 5.4.1908 und StAL EL 903\/2 B\u00fc 1070.<br \/>\n<sup>10<\/sup>  Zitiert nach Karoline Georg, u.a.: Warum schweigt die Welt, H\u00e4ftlinge im Berliner Konzentrationslager Columbia-Haus 1933-1936, Berlin 2013, S.19.<br \/>\n<sup>11<\/sup>  Ebd., S.102.<a name=\"notes2\"><\/a><br \/>\n<sup>12<\/sup>  BArch R 9361\/III\/115515 (ohne Paginierung). Gefordert war eine Mindestgr\u00f6\u00dfe von 174cm, in Ausnahmef\u00e4llen auch 170cm. Vgl. dazu Bernd Wegner, Hitlers politische Soldaten, Paderborn 2008, S. 135.<br \/>\n<sup>13<\/sup>  BArch R 9361\/III\/115515 (ohne Paginierung).<br \/>\n<sup>14<\/sup>  Vgl. <a href=\"http:\/\/www.leo-bw.de\/web\/guest\/detail-gis\/-\/Detail\/details\/ORT\/labw_ortslexikon\/1674\/Breuningsweiler+%5BAltgemeinde-Teilort%5D\">http:\/\/www.leo-bw.de\/web\/guest\/detail-gis\/-\/Detail\/details\/ORT\/labw_ortslexikon\/1674\/Breuningsweiler+%5BAltgemeinde-Teilort%5D<\/a><br \/>\n<sup>15<\/sup>  Vgl. Milit\u00e4rpass und Soldbuch Wilhelm Friedrich Layer, Privatarchiv Hans Mayer.<br \/>\n<sup>16<\/sup>  BArch NS 3\/1567, Bandnummer 2.<br \/>\n<sup>17<\/sup>  Vgl. Karin Orth: Egon Zill \u2013 ein typischer Vertreter der Konzentrationslager-SS, S. 266, in:  Klaus-Michael Mallmann u.a.: Karrieren der Gewalt. Nationalsozialistische T\u00e4terbiographien, Darmstadt 2011.<br \/>\n<sup>18<\/sup>  BA R 9361\/III\/115515 (ohne Paginierung); Lebenslauf vom 12.1.1944.<br \/>\n<sup>19<\/sup>  Foto Gustav Layer, M\u00fcnchen, o. D., Privatarchiv Hans Mayer.<br \/>\n<sup>20<\/sup>  Vgl. Franz-Josef Merkl: General Simon, Lebensgeschichten eines SS-F\u00fchrers, Augsburg 2010, S.123f.<br \/>\n<sup>21<\/sup>  <a href=\"http:\/\/www.kz-gedenkstaette-dachau.de\/209.html\">http:\/\/www.kz-gedenkstaette-dachau.de\/209.html<\/a><br \/>\n<sup>22<\/sup>  BArch R 9361\/III\/115515 (ohne Paginierung); Lebenslauf vom 12.1.1944.<br \/>\n<sup>23<\/sup>  Vgl. Merkl (2010), S. 169\/70.<br \/>\n<sup>24<\/sup>  Ebd. S. 172\/73.<br \/>\n<sup>25<\/sup>  BArch  R 9361\/III\/115515 (ohne Paginierung); Lebenslauf vom 12.1.1944.<br \/>\n<sup>26<\/sup>  Ebd.<br \/>\n<sup>27<\/sup>  Feldpostbriefe vom 17.12.1940 und 6.1.1941. Privatarchiv Hans Mayer.<br \/>\n<sup>28<\/sup>  Vgl. dazu Niels Weise: Eicke. Eine SS-Karriere zwischen Nervenklinik , KZ-System und Waffen-SS. Paderborn 2013, S. 297f. sowie Merkl (2010), S. 190f.<br \/>\n<sup>29<\/sup>  Vgl. Deutsche Dienststelle (WASt) IIB 413-141001 142-677\/282. <a name=\"notes3\"><\/a><br \/>\n<sup>30<\/sup>  Charles W. Sydnor: Soldaten des Todes: Die 3. SS-Division \u201eTotenkopf\u201c 1933-1945, Paderborn 2002, S. 130.<br \/>\n<sup>31<\/sup>  Sydnor (2002), S. 136.<br \/>\n<sup>32<\/sup>  Ebd.<br \/>\n<sup>33<\/sup>  <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/zeit-geschichte\/2011\/02\/Kriegsverbrechen\">http:\/\/www.zeit.de\/zeit-geschichte\/2011\/02\/Kriegsverbrechen<\/a>.<br \/>\n<sup>34<\/sup>  BArch R 9361\/III\/115515 (ohne Paginierung).<br \/>\n<sup>35<\/sup>  Ebd.<br \/>\n<sup>36<\/sup>  Vgl. BArch NS 19\/1916, Bl.132.<br \/>\n<sup>37<\/sup>  Vgl. dazu Isabel Heinemann: Rasse, Siedlung, deutsches Blut, G\u00f6ttingen 2003.<br \/>\n<sup>38<\/sup>  BArch R 9361\/III\/115515 (ohne Paginierung).<br \/>\n<sup>39<\/sup>  Vgl. Heinemann (2003), S. 56, Anm. 28.<br \/>\n<sup>40<\/sup>  BArch R 9361\/III\/115515 (ohne Paginierung).<br \/>\n<sup>41<\/sup>  BArch R 9361\/III\/115515 (ohne Paginierung), Lebenslauf Margarete Vorbuchner.<br \/>\n<sup>42<\/sup>  https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fritz_Hintermayer<br \/>\n<sup>43<\/sup>  BArch R 9361\/III\/115515 (ohne Paginierung).<br \/>\n<sup>44<\/sup>  Vgl. Heinemann (2003), S.59.<br \/>\n<sup>45<\/sup>  Heiratseintrag vom 15.7.1944, Familienbuch Nr. 708, Standesamt Berlin-Sch\u00f6neberg.<br \/>\n<sup>46<\/sup>  Hochzeitsfoto Gustav Layer\/Margarete Vorbuchner. Privatarchiv Hans Mayer.<br \/>\n<sup>47<\/sup>  Vgl. Eckard Teichert: Mosbach im 3. Reich, 3. Heft, Zeitzeugen berichten aus der Nazizeit, Mosbach 1995, S.124.<br \/>\n<sup>48<\/sup>  https:\/\/archive.org\/stream\/SS-Rassenkunde-und-Richtlinien-zur-Gattenwahl\/Ss-RassenkundeUndRichtlinienZurGattenwahl23S.Text_djvu.txt<br \/>\n<sup>49<\/sup>  Vgl. Eckard Teichert: Mosbach im 3. Reich, 3. Heft, Zeitzeugen berichten aus der Nazizeit, Mosbach 1995, S.124.<br \/>\n<sup>50<\/sup>  Postkarte von Rosa Lang, geb. Layer, Privatarchiv Hans Mayer.<br \/>\n<sup>51<\/sup>  BArch R 9361\/III\/115515 (ohne Paginierung) und BArch B 162\/829, Bl.79.<br \/>\n<sup>52<\/sup>  Zentrale Auskunfts- und Dokumentationsstelle des DRK, I\/5 2000238250.<br \/>\n<sup>53<\/sup>  Vgl. dazu und im folgenden StAL EL 903\/2 B\u00fc1070.<\/p>\n<h3>Benutzte Archive, Internet und Literatur<\/h3>\n<p>Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde;<br \/>\nDeutsche Dienststelle (WASt), Berlin;<br \/>\nDeutsches Rotes Kreuz, Zentrale Auskunfts- und Dokumentationsstelle;<br \/>\nLandeskirchliches Archiv Stuttgart;<br \/>\nPrivatarchiv Hans Mayer;<br \/>\nStaatsarchiv Ludwigsburg;<br \/>\nStandesamt Berlin-Sch\u00f6neberg.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/archive.org\/stream\/SS-Rassenkunde-und-Richtlinien-zur-Gattenwahl\/Ss-RassenkundeUndRichtlinienZurGattenwahl23S.Text_djvu.txt\">https:\/\/archive.org\/stream\/SS-Rassenkunde-und-Richtlinien-zur-Gattenwahl\/Ss-RassenkundeUndRichtlinienZurGattenwahl23S.Text_djvu.txt<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fritz_Hintermayer\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fritz_Hintermayer<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/de.wikisource.org\/wiki\/Beschreibung_des_Oberamts_Waiblingen\">https:\/\/de.wikisource.org\/wiki\/Beschreibung_des_Oberamts_Waiblingen<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.kz-gedenkstaette-dachau.de\/209.html\">http:\/\/www.kz-gedenkstaette-dachau.de\/209.html<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.leo-bw.de\/web\/guest\/detail-gis\/-\/Detail\/details\/ORT\/labw_ortslexikon\/1674\/Breuningsweiler+%5BAltgemeinde-Teilort%5D\n-www.zeit.de\/zeit-geschichte\/2011\/02\/Kriegsverbrechen\">http:\/\/www.leo-bw.de\/web\/guest\/detail-gis\/-\/Detail\/details\/ORT\/labw_ortslexikon\/1674\/Breuningsweiler+%5BAltgemeinde-Teilort%5D<br \/>\n-www.zeit.de\/zeit-geschichte\/2011\/02\/Kriegsverbrechen<\/a><\/p>\n<p>Karoline Georg, u.a.: <em>Warum schweigt die Welt, H\u00e4ftlinge im Berliner Konzentrationslager Columbia-Haus 1933-1936<\/em>, Berlin 2013, S.19.<br \/>\nIsabel Heinemann: <em>Rasse, Siedlung, deutsches Blut<\/em>, G\u00f6ttingen 2003.<br \/>\nRoman Janssen: Breuningsweiler im Mittelalter. In: Stadtarchiv Winnenden (Hg.): <em>Breuningsweiler, Einblicke in 700 Jahre Ortsgeschichte, Winnenden \u2013 Gestern und Heute<\/em>, Bd. 5, Winnenden 1993, S. 39-60.<br \/>\nKlaus-Michael Mallmann u.a.: <em>Karrieren der Gewalt. Nationalsozialistische T\u00e4terbiographien<\/em>, Darmstadt 2011.<br \/>\nFranz-Josef Merkl: <em>General Simon, Lebensgeschichten eines SS-F\u00fchrers<\/em>, Augsburg 2010.<br \/>\nKarin Orth: Egon Zill \u2013 ein typischer Vertreter der Konzentrationslager-SS, S. 266, in:  &#8212;&#8211;<br \/>\nEberhard Schauer: Die Familien von Breuningsweiler. In: Stadtarchiv Winnenden (Hg.): <em>Breuningsweiler, Einblicke in 700 Jahre Ortsgeschichte, Winnenden \u2013 Gestern und Heute<\/em>, Bd. 5, Winnenden 1993, S. 61-68.<br \/>\nCharles W. Sydnor: <em>Soldaten des Todes : Die 3. SS-Division \u201eTotenkopf\u201c 1933-1945<\/em>, Paderborn 2002.<br \/>\nEckard Teichert: Mosbach im 3. Reich, 3. Heft, Zeitzeugen berichten aus der Nazizeit, Mosbach 1995.<br \/>\nBernd Wegner: <em>Hitlers politische Soldaten<\/em>, Paderborn 2008.<br \/>\nNiels Weise: Eicke. <em>Eine SS-Karriere zwischen Nervenklinik , KZ-System und Waffen-SS<\/em>. Paderborn 2013.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Hans Mayer Meine Familie stammt m\u00fctterlicherseits aus dem w\u00fcrttembergischen Breuningsweiler auf der Buocher Hochebene \u00fcber dem lieblichen Remstal, wo schon im fr\u00fchen Mittelalter, vielleicht auch bereits unter den R\u00f6mern, Weinanbau betrieben wurde. 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