{"id":5020,"date":"2016-08-18T12:05:09","date_gmt":"2016-08-18T16:05:09","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/?page_id=5020"},"modified":"2016-09-18T18:32:26","modified_gmt":"2016-09-18T22:32:26","slug":"fritz-kalmars-das-wunder-von-buttelsburg-eine-osterreichische-stimme-aus-dem-sudamerikanischen-exil-zur-vergangenheitsbewaltigung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/archive\/glossen-41-august-2016\/fritz-kalmars-das-wunder-von-buttelsburg-eine-osterreichische-stimme-aus-dem-sudamerikanischen-exil-zur-vergangenheitsbewaltigung\/","title":{"rendered":"Fritz Kalmars &#8220;Das Wunder von B\u00fcttelsburg&#8221;: Eine \u00f6sterreichische Stimme aus dem s\u00fcdamerikanischen Exil zur Vergangenheitsbew\u00e4ltigung"},"content":{"rendered":"<p>von <strong>Reinhard Andress<\/strong><\/p>\n<p>Fritz Kalmar, 1911 in Wien geboren und aufgewachsen, studierte Jura und arbeitete zun\u00e4chst in einer Anwaltskanzlei, bevor ihn der \u201eAnschluss\u201d 1938 zur Flucht zwang. Er landete schlie\u00dflich in Bolivien, wo er bei einem deutsch-englischen Nachrichtensender in La Paz Arbeit fand und 1941 zum Mitbegr\u00fcnder der <em>Federaci\u00f3n de los Austr\u00edacos Libres<\/em> wurde, die sich \u00fcberparteilich antifaschistischen und karitativen T\u00e4tigkeiten widmete. Ebenfalls wurde er Schauspieler und B\u00fchnenautor einer \u00f6sterreichischen Theatergruppe um Georg Terramare und Erna Terrel. 1953 heiratete er Terrel, und zusammen zogen sie nach Montevideo, wo Kalmar seine k\u00fcnstlerische Arbeit fortsetzte. Sp\u00e4ter als Konsul \u00d6sterreichs in Uruguay konnte er politischen Gefangenen w\u00e4hrend der uruguayischen Diktatur (1973-1985) vielfach Hilfe gew\u00e4hren. Des Weiteren war er als Auslandskorrespondent f\u00fcr solche Zeitungen wie die <em>FAZ<\/em>, die <em>NZZ<\/em> oder <em>Die Presse<\/em> t\u00e4tig. Erst sp\u00e4t im Leben wurde Kalmar als Autor bekannt, u.a. mit dem Erz\u00e4hlband <em>Das Herz europaschwer<\/em> (1997), <em>Das Wunder von B\u00fcttelsburg und andere Erz\u00e4hlungen<\/em> (1999) oder <em>Wiener Familienfragmente<\/em> (2005). Er verstarb 2008 mit 96 Jahren in Montevideo.<sup><a href=\"#notes1\">1<\/a><\/sup><br \/>\nDer \u00f6sterreichische Autor und Kritiker Erich Hackl bezeichnete Kalmar in seinem Nachruf als einen \u201cder bedeutendsten Schriftsteller des \u00f6sterreichischen Exils.\u201d<sup><a href=\"#notes1\">2<\/a><\/sup> Die Bedeutung des Autors ist sicher zu einem Teil auf den relativen Erfolg des positiv rezipierten Erz\u00e4hlbands <em>Das Herz europaschwer<\/em> zur\u00fcckzuf\u00fchren, in dem, wie der \u00f6sterreichische Literaturwissenschaftler Horst Jarka schrieb, sich Kalmar \u201cin vielen bewegenden Einzelschicksalen sein eigenes Heimweh von der Seele schrieb.\u201d<sup><a href=\"#notes1\">3<\/a><\/sup> Zu Unrecht hat <em>Das Wunder von B\u00fcttelsburg und andere Erz\u00e4hlungen<\/em> nicht dieselbe Aufmerksamkeit erhalten, vor allem die Titelerz\u00e4hlung. In diesem Sinne versuchen die folgenden Ausf\u00fchrungen eine Korrektur.<sup><a href=\"#notes1\">4<\/a><\/sup><br \/>\nIn einem Interview aus dem Jahre 1999 lie\u00df Kalmar ein wenig zur Entstehungsgeschichte des Textes durchblicken:<\/p>\n<blockquote><p>Das Buch \u201eDas Wunder von B\u00fcttelsburg\u201c, das als letztes erschienen ist, habe ich schon vor vielen, vielen Jahren begonnen. Wie ich auf die Idee daf\u00fcr gekommen bin, wei\u00df ich heute nicht mehr. Ich wei\u00df nur noch, dass ich im Trolleybus in die Stadt fuhr und mir auf einmal dieser Gedanke kam. Das hat sich dann entwickelt, ich habe jedes Kapitel meiner Frau vorgelesen. Erst habe ich es in Dialekt geschrieben, im Dialekt der Leute, die da redeten. Davon rieten mir meine Frau und Freunde ab. Ich schrieb den Text um und lie\u00df ihn viele Jahre liegen. Eines Tages ist er mir wieder in die Hand gekommen und ich dachte mir, vielleicht k\u00f6nne man doch etwas daraus machen, korrigierte und bearbeitete ihn.<sup><a href=\"#notes1\">5<\/a><\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>In einem gewissen Sinne mag es g\u00fcnstig gewesen sein, dass der Text zun\u00e4chst liegen blieb, denn erst in den Achtzigerjahren begann sich \u00d6sterreich (und Deutschland) intensiver daf\u00fcr zu interessieren, was exilierte Autoren zu ihren eigenen Erfahrungen im Nationalsozialismus und zu den Entwicklungen danach in Europa zu schreiben h\u00e4tten, ein Thema, das sich bis in die Gegenwart fortsetzt.<sup><a href=\"#notes1\">6<\/a><\/sup> So sehr pr\u00e4gte das Vorw\u00e4rtsdenken die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Nachkriegsentwicklungen, dass kulturell weniger Raum f\u00fcr den R\u00fcckblick auf den Nationalsozialismus und dessen Nachwirken blieb. Genau um eine \u00f6sterreichische Stimme aus dem s\u00fcdamerikanischen Exil zur Vergangenheitsbew\u00e4ltigung geht es nun in \u201eDas Wunder von B\u00fcttelsburg\u201c, wobei ein Sarg zu einem surrealistischen Dingsymbol wird, das motivisch im Hintergrund der Erz\u00e4hlung allgegenw\u00e4rtig ist und das Geschehen vorantreibt.<sup><a href=\"#notes1\">7<\/a><\/sup><br \/>\nKurz zur Handlung: B\u00fcttelsburg, das anhand der sprachlichen Einschl\u00e4ge im Text, die trotz Kalmars Umschreibung ins Hochdeutsche bleiben, im S\u00fcden Deutschlands oder in \u00d6sterreich liegen k\u00f6nnte, hatte 1939 einen j\u00fcdischen Mitb\u00fcrger, Jakob Kellermann, und seine Familie aus dem St\u00e4dtchen vertrieben. In der s\u00fcdamerikanischen Emigration ist er nun verstorben und soll, seinen W\u00fcnschen gem\u00e4\u00df, in der Heimat begraben werden. Der B\u00fcrgermeister und andere Figuren der Erz\u00e4hlung empfangen den Sarg am Bahnhof, und ein Trauermarsch begleitet ihn zum Hauptplatz, wo er f\u00fcr eine Schweigeminute vor dem ehemaligen Gesch\u00e4ft Kellermanns abgestellt werden soll. Hier geschieht dann das surrealistische \u201eWunder\u201c der Erz\u00e4hlung, wie wir von einem der Feuerwehrm\u00e4nner h\u00f6ren: \u201eDer Sarg. Wir k\u00f6nnen ihn nicht heben.\u201c<sup><a href=\"#notes1\">8<\/a><\/sup> Ob nun Seile, ein Pressluftbohrer, ein Traktor oder sogar Feuer zum Einsatz gebracht werden, der Sarg bleibt unverr\u00fcckbar stecken und l\u00e4sst sich nicht begraben. Die etwa zweihundert Seiten des Textes f\u00fchren uns dann die Reaktionen der B\u00fcttelsburger vor, zun\u00e4chst mit satirisch-ironischen Elementen von Kalmar gezeichnet, bevor Verschwiegenes zunehmend zur Sprache kommt und sich die schreckliche Wahrheit hinter Kellermanns Schicksal enth\u00fcllt, das sich am Kollektiv der B\u00fcttelsburger r\u00e4cht. Wie hier noch zu zeigen sein wird, ist damit aber die Vergangenheit keineswegs im Sinne einer positiven zukunftsorientierten Perspektive bew\u00e4ltigt. Vielmehr scheint sich die Erz\u00e4hlung in einen unerbittlichen Kreislauf der Geschichte einzuf\u00fcgen.<br \/>\nNachdem Reporter die Nachricht vom unverr\u00fcckbaren Sarg verbreitet haben, f\u00fchrt er als Sehensw\u00fcrdigkeit zur touristischen Ankurbelung der Wirtschaft:<\/p>\n<blockquote><p>\u00dcberall in B\u00fcttelsburg, im Gasthof \u201eZum goldenen Hirschen\u201c, in der Weinstube \u201eZum guten Tropfen \u2013 Hermann Fechters S\u00f6hne\u201c, in den [sic!] Raume, den der B\u00e4cker als Konditorei bezeichnete, beim Kaufmann Josef Margreiter, an der Tankstelle, im Postamt, im Gemeindeamt, an allen Telephonen, auf allen Spazierwegen und besonders auf dem Hauptplatz, \u00fcberall wimmelte es von Fremden, von geldausgebenden, wirtschaftsbelebenden, stimmungshebenden, herrlich anspruchsvollen und reichlich zahlenden Fremden. Man sprach in B\u00fcttelsburg von einem Wunder. (42)<\/p><\/blockquote>\n<p>Das ist sicher eine ironische Anspielung auf das \u201eWirtschaftswunder\u201c in Deutschland und \u00d6sterreich nach dem Krieg, finanziert durch amerikanische Marschall-Plan-Gelder. Ohnehin geh\u00f6ren auch Amerikaner zu den Fremden: \u201e[&#8230;] was ein anderer in unserm Geld zahlt, das zahlen die in Dollars\u201c (53). Hinzu kommt eine f\u00fcr den Ort nie dagewesene wissenschaftliche Aufmerksamkeit von acht Universit\u00e4ten europ\u00e4ischer L\u00e4nder, deren Vertreter das Ph\u00e4nomen untersuchen, auch \u201eein Gelehrter, ein Physiker von internationalem Ruf, Professor an der Princeton-Universit\u00e4t\u201c (53). Kurz: \u201eDer Ort war nicht wiederzuerkennen\u201c (54).<br \/>\nUm die gewinntr\u00e4chtige Stimmung in Gang zu halten, ersinnen B\u00fcrgermeister Meinrad und Gasthofwirt Burgstaller einen Trachtenzug, zu dem sie den Nachbarort Blunz einladen. Die Begr\u00fc\u00dfung Meinrads beim Empfang des Blunzer B\u00fcrgermeisters macht Kalmar zu einer Satire auf solche inhaltslose Reden:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eHerr B\u00fcrgermeister \u2013 also \u2013 gro\u00dfer Tag, nicht wahr \u2013 also, wir alle, nicht wahr \u2013 will sagen, im Namen von ganz B\u00fcttelsburg \u2013 ohne Ausnahme \u2013 wir sch\u00e4tzen die gro\u00dfe Ehre \u2013 Blunz \u2013 Sie, Herr B\u00fcrgermeister \u2013 pers\u00f6nlich \u2013 und Frau Gemahlin \u2013 uns die Ehre, unser Gast \u2013 G\u00e4ste \u2013 alle ihre Blunzer, Ehre und Freude \u2013 also, nicht wahr \u2013 will sagen \u2013 also \u2013 willkommen!\u201c (71-72)<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Trachtenzug wird auf alle F\u00e4lle zu einem vollen Erfolg, \u201ezum H\u00f6hepunkt des Jahres, ja vieler Jahre\u201c (64).<br \/>\nDoch einwandfrei k\u00f6nnen die B\u00fcttelsburger den wirtschaftlichen Erfolg und die Festlichkeiten nicht genie\u00dfen. Schon nach der Abreise der Reporter stehen sie \u201eohne Ablenkung dem Sarge allein gegen\u00fcber\u201c, was sie \u201emissmutig und gereizt\u201c (38) macht. B\u00fcrgermeister Meinrad erkennt das Problem sehr genau: \u201eDas Eigentliche bleibt ungesagt\u201c (39). Einem f\u00fcr den Trachtenzug herbeigereisten amerikanischen Journalisten ist z.B. unklar, \u201ewas die B\u00fcttelsburger \u00fcber die merkw\u00fcrdigen Vorg\u00e4nge in ihrem Ort dachten\u201c (84). Eine typische Reaktion h\u00e4lt er folgenderma\u00dfen fest:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eSie wissen ja, wie\u2019s damals war, man hat\u2019s doch auf der ganzen Welt gewusst. Wir selber nat\u00fcrlich, wir haben nichts gewusst. Na ja, den Juden ist es damals sehr schlecht gegangen, das muss man schon sagen \u2013 ihnen allen und dem Kellermann halt auch \u2013 man h\u00e4tte ihm ja gern geholfen, aber das war leider nicht m\u00f6glich, absolut unm\u00f6glich \u2013\u201c (85)<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Journalist \u00fcberlegt sich: \u201e\u2013 vielleicht wussten die Einwohner B\u00fcttelsburgs wirklich nicht mehr viel von den fr\u00fcheren Dingen. Aber geh\u00f6rten diese Dinge nicht dazu? Hatten sie nicht irgendetwas, und sogar ziemlich viel, mit dem, was jetzt hier vorging, zu tun?\u201c (85). Mit dieser offenen Frage endet formal der erste Teil des Textes, bevor im zweiten die Wahrheit langsam enth\u00fcllt wird, die so ungeheuerlich ist, dass sie keine Satire und Ironie mehr zul\u00e4sst.<br \/>\nZun\u00e4chst stellt sich wieder Aggressivit\u00e4t unter den B\u00fcttelsburgern ein: \u201eWas die Gef\u00fchle so zum Kochen brachte, war die unbeantwortete Frage \u201aWarum?\u2019, das Verlangen nach einer Erkl\u00e4rung des Unverst\u00e4ndlichen. Was war schuld daran, dass dieser Sarg \u00fcber B\u00fcttelsburg gekommen war?\u201c (89). Aus Unzufriedenheit damit, dass der B\u00fcrgermeister das Problem nicht l\u00f6st, wird eine Volksversammlung abgehalten, bei der es zu einem wesentlichen Moment der Wahrheitsaufkl\u00e4rung kommt. Der Apotheker, \u201eder stille kleine Reitmann\u201c (111), findet den Mut, den Tatsachenbestand, warum der Sarg ausgerechnet vor Josef Margreiters Gesch\u00e4ft am Hauptplatz unverr\u00fcckbar bleibt, endlich auszusprechen. Es handelt sich um die Arisierung des Gesch\u00e4fts<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWeil\u2019s sein Gesch\u00e4ft war, sein eigenes Gesch\u00e4ft, das er so viele Jahre gehabt hat, bis man\u2019s ihm weggenommen hat, dem Kellermann, weggenommen mit Gewalt, gestohlen. Weil er sich nicht hat wehren k\u00f6nnen \u2013 weil er ein Jud war und hat\u2019s Maul halten m\u00fcssen, damit man ihm nicht auch noch das Leben nimmt! [&#8230;] Abgekauft! Abgekauft! Er [Kellermann] hat\u2019s mir damals erz\u00e4hlt, einen Hunderter hast du [Margreiter] ihm hingeschmissen, einen einzigen Hunderter f\u00fcrs ganze Gesch\u00e4ft mitsamt der Einrichtung und mitsamt der Ware! Und wie er gemeint hat, dass das doch nicht recht ist, da hast du ihm gesagt, er soll froh sein damit, wenn er\u2019s nicht nimmt, kriegt er gar nix \u2013 und es k\u00f6nnt ihm passieren, dass er \u00fcberhaupt nicht mehr wegkommt von B\u00fcttelsburg. So wie sein Bub nicht mehr weggekommen ist, und er h\u00e4tt\u2019 ihn vielleicht freikriegen k\u00f6nnen, wenn er das Geld gehabt h\u00e4tte. Wenn du nicht so ein Hund gewesen w\u00e4rst, dann h\u00e4tt\u2019 er das Geld gehabt. Die Kinder w\u00fcrden noch leben \u2013 unsere \u2013 unsere Kinder \u2013\u201c (112-13)<\/p><\/blockquote>\n<p>Die weiteren Einzelheiten der Geschichte, die wir im Laufe des Textes erfahren, haben mit dem Sohn Kellermanns, Richard, zu tun, der wegen boshafter Karikaturen des F\u00fchrers angezeigt und von Viktor, dem Sohn Margreiters, ins KZ abgef\u00fchrt wurde, aus dem er nicht zur\u00fcckkehrte. Reitmanns Sohn Philipp verliebte sich wiederum als Nicht-Jude in die Tochter Kellermanns, Ilse, was den Nazi Alois eifers\u00fcchtig machte, der sie trotz ihres Judentums f\u00fcr sich haben wollte. Philipp kommt wegen der verbotenen Liebe in ein Straflager, wo er scheinbar Selbstmord begeht, indem er in den elektrisch geladenen Stacheldraht rennt. Ilse wird von Alois vergewaltigt und bringt sich um.<br \/>\nWas sich enth\u00fcllt, ist eine komplexe Verflechtung von T\u00e4tern, Mitt\u00e4tern und Mitwissern, damals getrieben durch Opportunismus und Gleichg\u00fcltigkeit. In der Erz\u00e4hlgegenwart versuchen sie, sich mit einer S\u00fcndenbockmentalit\u00e4t zu sch\u00fctzen, Rache zu begehen, bzw. sich mit Argumenten des Pflichtgehorsams aus der Schuld und Mitschuld herauszureden und diese mit einer finanziellen Wiedergutmachung als S\u00fchne unter den Teppich zu kehren. Der Versuch des Pfarrers wiederum, den B\u00fcttelsburgern ins Gewissen zu reden, bringt wenig, au\u00dfer dass er Manfred als Sohn des B\u00fcrgermeisters f\u00fcr eine restlose Aufkl\u00e4rung der Wahrheit begeistern kann, was dann aber auch nicht unproblematisch ist, wie sich zeigt.<br \/>\nDie S\u00fcndenbockmentalit\u00e4t zeigt sich am unmittelbarsten am Ende der Volksversammlung:<\/p>\n<blockquote><p>Dann erhob sich hinten an der Wand ein gro\u00dfer Mann und br\u00fcllte mit aller Kraft: \u201eWahr! Was er sagt, das ist wahr! Du [Margreiter] hast das Gesch\u00e4ft arisiert, das wissen alle. Dieb! M\u00f6rder! Hund! Wegen dir ist der Sarg da, du Schuft!\u201c<br \/>\n\u201eSchuft!\u201c schrie es nun von allen Seiten. Man hatte einen Schuldigen. \u201eSchuft. Dieb! Verbrecher! Du bist schuld an allem.\u201c Von irgendwo flog ein Funke in den Zunder. \u201eHaut ihm das Gesch\u00e4ft zusammen, dann wird alles in Ordnung kommen mit dem Sarg. Alles kurz und klein schlagen, er muss raus aus dem Gesch\u00e4ft, er hat es gestohlen. Nieder Margreiter, nieder mit ihm!\u201c (113)<\/p><\/blockquote>\n<p>So kommt es zu einer perversen Lynchjustiz, bei der Margreiter sogar umgebracht wird. Verbogen ist ebenfalls eine r\u00e4chende Selbstjustiz, wenn Hermann seinen Bruder Alois wegen seiner Mitschuld an Ilses und Philipps Selbstmord t\u00f6tet. Viktor als Sohn Margreiters m\u00f6chte Reitmann allgemein um Verzeihung f\u00fcr die damaligen Ereignisse bitten, doch von diesem daraufhin angesprochen, warum er den jungen Kellermann, als er ihn ins KZ abf\u00fchrte, nicht hat laufen lassen, erwidert er mit einem Standardsatz des Pflichtgehorsams: \u201eBefehl ist Befehl\u201c (135). Die Lehrerin glaubt, eine Art S\u00fchne w\u00e4re durch eine finanzielle Wiedergutmachung zu erreichen. Was von Margreiters unrechtm\u00e4\u00dfig erworbenem Gesch\u00e4ft bleibt, wird verkauft und der Erl\u00f6s auf das Konto des \u00fcberlebenden Kellermann-Sohnes, Herbert, in Kalifornien \u00fcberwiesen. Danach wird ein neuer Versuch gestartet, den Sarg zu entfernen, aber: \u201eDer Sarg stand fest\u201c (153). Wie oberfl\u00e4chlich der Wiedergutmachungsversuch eigentlich ist, zeigt sich darin, dass die Lehrerin zur Anf\u00fchrerin einer neo-nazistischen Gruppe wird.<br \/>\nDas verdr\u00e4ngende Verhalten und die (Mit-)Schuld der B\u00fcttelsburger l\u00e4sst sich am deutlichsten an der \u201eGewissensforschung\u201c (189) des B\u00fcrgermeisters ablesen, die er sich am Erz\u00e4hlende am Teich, wo sich Ilse umgebracht hatte, vornimmt. Sie wird zu einem B\u00fcndel von fragw\u00fcrdigen Rechtfertigungen: Der F\u00fchrer habe f\u00fcr Ordnung gesorgt; einen Einfluss habe er auf die Verhaftung Richard Kellermanns nicht haben k\u00f6nnen; von der Anzeige gegen ihn habe er nichts gewusst; die Abf\u00fchrung ins KZ habe er ebenfalls nicht verhindern k\u00f6nnen; um ihn mit einer Bestechung zu befreien, h\u00e4tten die Kellermanns nicht so eilig und billig ihr Gesch\u00e4ft verkaufen sollen, was vielleicht ohnehin eine verleumderische Geschichte sei; Philipp und Ilse seien auch nicht zu helfen gewesen, ohne dass er sich selbst exponiert h\u00e4tte. Er bedauert zwar die Ereignisse, doch Machtlosigkeit ist die motivische Konstante seiner Rechtfertigungen: \u201eWie machtlos ist doch der Mensch! Und grad dann, wenn\u2019s darauf ankommt, dann ist er am meisten machtlos\u201c (195). In der letzten Instanz ist er schuldlos:<\/p>\n<blockquote><p>Die Geschichte war erledigt, Punkt f\u00fcr Punkt durchgegangen, mehr gab es nicht. Er blickte auf das Blatt Papier in seiner Hand und es wurde ihm warm uns Herz. Frage um Frage hatte er sich vorgelegt, ehrlich, streng, ohne Nachsicht mit sich selbst beantwortet, hier war das Ergebnis: NULL. Er hatte sein Gewissen aufrichtig gepr\u00fcft, es war rein, er hatte sich nichts vorzuwerfen, keine Schuld lastete auf ihm. (199)<\/p><\/blockquote>\n<p>Das St\u00fcck Papier, auf dem er sich die Fragen seiner Gewissensforschung notiert hatte und jeweils mit einer Null versah, zerkn\u00fcllt er und will es wegwerfen. Es k\u00f6nnte aber der falschen Person in die H\u00e4nde geraten, und so umwickelt er einen Stein damit und wirft ihn in den Teich. Doch dann f\u00e4llt ihm ein, dass Ilse dort Selbstmord begangen hatte: \u201e[&#8230;] der Stein fiel ins Wasser und lie\u00df einen d\u00fcnnen Wellenring aufspringen, der sich auf der glatten Fl\u00e4che schnell erweiterte und aussah wie ein gro\u00dfes, rundes Grinsen\u201c (200). Das Grinsen deutet eine makabre Ironie an, dass der B\u00fcrgermeister ausgerechnet dort sozusagen seine Mitschuld ertr\u00e4nken will, wo Ilse ins Wasser gegangen ist.<br \/>\nDer Pfarrer versucht wiederum, die Schuld und Mitschuld der B\u00fcttelsburger in einen biblischen Kontext zu stellen. Als sie verst\u00e4rkt in die Kirche kommen, weil sie auch dort eine L\u00f6sung f\u00fcr den unverr\u00fcckbaren Sarg suchen, predigt er ihnen die Geschichte von der Zerst\u00f6rung des Tempels zu Jerusalem durch die R\u00f6mer im J\u00fcdischen Krieg des Jahres 70 n. Chr. als Analogie zur Situation in B\u00fcttelsburg. Die Zerst\u00f6rung hatte Christus vorausgesagt (Matth\u00e4us Kapitel 24, Vers 1 und 2):<\/p>\n<blockquote><p>\u201eLiebe Gemeinde!\u201c begann er. \u201eVon Zerst\u00f6rung und Zukunft, von Verzweiflung und Verhei\u00dfung spricht die Evangelienstelle des heutigen Sonntags, von den letzten Dingen, von der Zerst\u00f6rung Jerusalems, der Wiederkunft Christi und dem Ende der Zeit, der Welt. Vernichtung k\u00fcndigt der Herr an, Vernichtung des heiligen Tempels, von dem kein Stein mehr auf dem anderen bleiben w\u00fcrde, Vernichtung auch der Stadt und schlie\u00dflich die gro\u00dfe Vernichtung \u2013 und Rettung \u2013 durch das Weltgericht. Eindringlich warnt Christus: in die Berge m\u00f6ge fliehen, wer zu dieser Zeit in Jud\u00e4a sei, sich nicht Zeit nehmen, etwas aus dem Hause zu holen, ja auch nur die Kleider aufzunehmen, die er vor der Feldarbeit abgelegt, nichts mitnehmen, nur fliehen. Aber ist Flucht schon Rettung? Noch lange nicht. Von gro\u00dfer Bedr\u00e4ngnis und Tr\u00fcbsal spricht der Herr. F\u00fcr wen? Nicht f\u00fcr jene, die der Vernichtung anheimfielen, sondern f\u00fcr jene, die sie \u00fcberlebten\u201c (140).<\/p><\/blockquote>\n<p>Als \u00dcberlebende des Nationalsozialismus h\u00e4tten die B\u00fcttelsburger Schuld auf sich geladen: \u201eAuf dem Grunde jeder Zerst\u00f6rung finden wir immer das Gleiche: Entheiligung, Schuld, im Kleinen wie im Gro\u00dfen, in B\u00fcttelsburg wie in Jerusalem\u201c (140). Der Pfarrer pl\u00e4diert f\u00fcr eine Vergangenheitsbew\u00e4ltigung, die die Schuld aufarbeitet.<br \/>\nDas Thema der Vergangenheitsbew\u00e4ltigung ist ein wesentlicher Teil des deutschsprachigen kulturellen Diskurses seit dem Zweiten Weltkrieg.<sup><a href=\"#notes1\">9<\/a><\/sup> In der literarischen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus gab es zun\u00e4chst eine Tendenz, die Auswirkungen des m\u00f6rderischen Regimes in gr\u00f6\u00dfere unab\u00e4nderliche Zusammenh\u00e4nge einzuordnen. In ihrer grundlegenden Studie zu diesem Thema beschreibt die Literaturwissenschaftlerin Judith Ryan diese Tendenz wie folgt:<\/p>\n<blockquote><p>The German people were seen as the collective victim of a terrible fate, rather than as a group of morally responsible individuals. An entire historical epoch was reduced to merely one manifestation among many of the eternal struggle between good and evil; history came to be seen in terms of primal myth.<sup><a href=\"#notes1\">10<\/a><\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>In diesem Zusammenhang f\u00fchrt sie u.a. solche Prosawerke wie Ernst Wiecherts <em>Der Totenwald<\/em> (1946), Hermann Kasacks <em>Die Stadt hinter dem Strom<\/em> (1947), Elisabeth Langg\u00e4ssers <em>M\u00e4rkische Argonautenfahrt<\/em> (1950) oder Bernd von Heiselers <em>Vers\u00f6hnung<\/em> (1953) an. Das mythologisierende Verst\u00e4ndnis des Nationalsozialismus als Wiederholung der Geschichte wich aber in den F\u00fcnfzigerjahren der Frage, \u201ewhether individual action was at all possible and how.\u201c<sup><a href=\"#notes1\">11<\/a><\/sup> Dabei geht es nicht allein um den erfolgreichen Widerstandsk\u00e4mpfer, \u201ebut the tantalizingly blank spot where he might have stood. And in forcing us to form our own image of this proponent of action they [die Schriftsteller] create a new kind of reader-oriented rethinking of the Nazi period.\u201c<sup><a href=\"#notes1\">12<\/a><\/sup> In diesem Sinne interpretiert Ryan dann solche Texte wie Alfred Anderschs <em>Sansibar oder der letzte Grund<\/em> (1957), G\u00fcnter Grass\u2019 <em>Die Blechtrommel<\/em> (1959), Siegfied Lenz\u2019 <em>Die Deutschstunde<\/em> (1968) oder Christa Wolfs <em>Kindheitsmuster<\/em> (1976). Diese Liste kann bis in die relative Gegenwart fortgesetzt werden. Dabei unterliegt Ryans Ausf\u00fchrungen die Hoffnung \u201ethat the course of history is something not entirely out of our own hands.\u201c<sup><a href=\"#notes1\">13<\/a><\/sup><br \/>\nIm Sinne der Vergangenheitsbew\u00e4ltigung und Ryans Ausf\u00fchrungen geht Kalmars \u201eWunder von B\u00fcttelsburg\u201c der Frage nach der individuellen Verantwortung im Nationalsozialismus nach. Selbst wenn der Pfarrer biblische Vergleiche herausbeschw\u00f6rt, so hat er aber nicht die Absicht, die Verbrechen des Nationalsozialismus mythologisierend abzutun. Um noch einmal auf seine Predigt vor der B\u00fcttelsburger Gemeinde zur\u00fcckzukommen: Er will sie vielmehr zu einer Auseinandersetzung mit ihrer individuellen Verantwortung in den schrecklichen Ereignissen um die Arisierung von Kellermanns Gesch\u00e4ft bewegen. Mit der Wiederkunft des Herrn und dem Weltgericht werden sich die B\u00fcttelsburger mit der \u201efurchtbare[n] Frage\u201c konfrontiert sehen: \u201ewas hast du getan in der Zeit zwischen Kommen und Wiederkommen des Herrn\u201c (141).<br \/>\nDa sich aber die B\u00fcttelsburger dieser Frage verweigern, indem sie keine individuelle Schuld (oder Mitschuld) auf sich nehmen, scheint es im weiteren Textverlauf doch fast so etwas wie eine biblische Rache des Weltgerichts an B\u00fcttelsburg zu geben. Mit dem unverr\u00fcckbaren Sarg werden die Menschen nicht fertig und verlassen den Ort, bis nur der Pfarrer bleibt, der als letzter auch aus dem St\u00e4dtchen fortgeht. Zur\u00fcck bleibt der Sarg: \u201eDer Sarg stand allein und hielt sein Schweigen dem Himmel entgegen, und der Himmel antwortete, und es war dasselbe Schweigen\u201c (209). Eine biblische Erl\u00f6sung von der Schuld gibt es hier nicht. Die Vergangenheit bleibt nicht nur unbew\u00e4ltigt, sondern sie wiederholt sich, wie wir in Kalmars angef\u00fcgtem \u201eNach- und Vorbericht\u201c erfahren. Ohne Einwohner verf\u00e4llt das Dorf und wird vom Milit\u00e4r benutzt, um eine neue Waffe auszuprobieren \u2013 sicher eine Anspielung auf die Wiederbewaffnung \u00d6sterreichs 1952 durch das Bundesheer oder Deutschlands 1955 durch die Bundeswehr. Weitere Zeit vergeht: \u201eSonne, Regen, Wind, Schnee bearbeiteten den Boden. Sand und Erde legten sich auf den Sarg, immer h\u00f6her, wurde er zu einem kleinen H\u00fcgel. Gras wuchs dar\u00fcber. Dann sprossen G\u00e4nsebl\u00fcmchen, Butterblumen, L\u00f6wenzahn\u201c (210). Zwei junge Menschen siedeln sich dort an, und es entsteht wieder ein Dorf mit regem Leben. Doch dann geschieht Folgendes:<\/p>\n<blockquote><p>Aber einmal, einmal, irgendwann, da kommt Fremdes \u00fcber sie alle, sie, die zusammengeh\u00f6ren, erkennen einander nicht mehr. Anderssein wird Schuld, erloschen Geglaubtes flackert auf, durch die Asche hindurch, wird zur Flamme, Unbegreifliches vollzieht sich, Gut und B\u00f6se verkrallen sich ineinander, da\u00df sie nicht zu scheiden sind. Mit wissendem L\u00e4cheln sieht der Teufel zu, wie S\u00e4rge aus den Gr\u00e4bern springen und Geschehenes, l\u00e4ngst Abgetanes, wieder geschieht und wieder, immer wieder geschieht ohne Ende (211)<\/p><\/blockquote>\n<p>Es sind die Schlussworte der Erz\u00e4hlung, die aber f\u00fcr Kalmar eben nicht endet, sondern zum schrecklichen Kreislauf wird. Der \u201eNachbericht\u201c k\u00f6nnte ebenfalls als \u201eVorbericht\u201c dienen.<br \/>\nMan mag dieses pessimistische Ende gegen den Strich lesen und sich mit dem B\u00fcrgermeistersohn Manfred identifizieren wollen. Immerhin hatte er auf wesentliche Weise die Wahrheitsfindung vorangetrieben, wenn sich dabei auch herausstellt, dass es seine eigene Mutter war, die eventuell aus einem falsch verstandenen Pflichtbewusstsein heraus Richard Kellermanns Karikaturen des F\u00fchrers angezeigt hatte. Er will auch weg aus B\u00fcttelsburg, um im Heiligen Land durch harte Arbeit die Schuld zu s\u00fchnen. Der Pfarrer r\u00e4t ihm: \u201eEs geht nicht nur darum, eine Schuld zu s\u00fchnen, sondern auch eine Hoffnung zu erf\u00fcllen, die Hoffnung, dass es anders wird, wenn ihr an die Reihe kommt, dass nie mehr geschehen kann, was einmal geschah\u201c (203). Vor dem \u201eProvinzialismus des B\u00f6sen\u201c, ihrer \u201eAllt\u00e4glichkeit, die vorstellbar ist und eine m\u00f6gliche Wiederholung einschlie\u00dft\u201c, so Janka, will uns Kalmar warnen, vor allem die Jugend.<sup><a href=\"#notes1\">14<\/a><\/sup> Manfred verspricht auch wenigstens: \u201eAber ich will versuchen, wiederzukommen, zu den Eltern \u2013 wenn ich es kann\u201c (204). Darin liegt eine vage Hoffnung f\u00fcr eine bessere Zukunft, die aber sehr ambivalent bleibt. Schlie\u00dflich ist es Manfreds Jugend, die man in den zwei jungen Menschen widerspiegelt sehen kann, die das Dorf in einer weiten Zukunft wieder beleben, dann aber in einen unerbittlichen Zyklus der endlosen Gewalt hereingezogen werden. Kalmar scheint der von Ryan interpretierten Tendenz in der literarischen Vergangenheitsbew\u00e4ltigung letzten Endes zu widersprechen, dass man einen Einfluss auf den Geschichtsverlauf haben k\u00f6nnte. Wie Saint-Sauveur Hehn schreibt, steht im Zentrum der Erz\u00e4hlung \u201edas Thema der unm\u00f6glichen S\u00fchne nach der Vernichtung und Vertreibung j\u00fcdischer B\u00fcrger\u201c.<sup><a href=\"#notes1\">15<\/a><\/sup> Mit dem surrealistischen Element des Sarges als Dingsymbol gelang es Kalmar, aus dem s\u00fcdamerikanischen Exil seine pessimistische und fatalistische Grundhaltung zum Geschichtsverlauf in Deutschland und \u00d6sterreich und wohl \u00fcberhaupt zum Ausdruck zu bringen \u2013 und das auf literarisch \u00fcberzeugende Weise.<\/p>\n<p><a name=\"notes1\"><\/a><\/p>\n<h3>Notes<\/h3>\n<p><sup>1<\/sup> F\u00fcr weitere biographische Angaben vgl. Anne Saint Sauveur-Henn, \u201eDas Portrait. 65 Jahre danach: Fritz Kalmar\u201c. <em>Neuer Nachrichtenbrief der Gesellschaft f\u00fcr Exilforschung e.V. <\/em>, Nr. 21 (Juni 2003), S. 16-18.<br \/>\n<sup>2<\/sup> Erich Hackl, \u201eKlage um einen Freund. Abschied von Fritz Kalmar\u201c. <em>Informationsstelle Lateinamerika e.V. <\/em>, <a href=\"http:\/\/www.ila-web.de\/nachrufe\/fritzkalmar.htm\">http:\/\/www.ila-web.de\/nachrufe\/fritzkalmar.htm<\/a> (2008).<br \/>\n<sup>3<\/sup> Horst Jarka, \u201eFritz Kalmar: Das Wunder von B\u00fcttelsburg und andere Erz\u00e4hlungen\u201c. <em>Literaturhaus Wien, Rezensionen Buch<\/em>, <a href=\"http:\/\/www.literaturhaus.at\/index.php?id=1735&amp;L=Ontertainment%2Factor-actress-phone-numbers%2Fx1437\">http:\/\/www.literaturhaus.at\/index.php?id=1735&amp;L=Ontertainment%2Factor-actress-phone-numbers%2Fx1437<\/a> (2001). Vgl. auch Horst Jarka, \u201eFritz Kalmar: Das Herz europaschwer. Heimwehgeschichten aus S\u00fcdamerika\u201c. In: Ibid., <a href=\"http:\/\/www.literaturhaus.at\/index.php?id=1789\">http:\/\/www.literaturhaus.at\/index.php?id=1789<\/a> (1999). Ebenfalls vgl. Klaus Jetz, \u201eKalmar, Fritz: Das Herz europa-schwer. Heimwehgeschichten aus S\u00fcdamerika. \u00d6sterreichisches Exil in S\u00fcdamerika\u201c. <em>Quetzal. Politik und Kultur in S\u00fcdamerika<\/em>, <a href=\"http:\/\/www.quetzal-leipzig.de\/rezension-buch-literatur\/fritz-kalmar-das-herz-europaschwer-heimwehgeschichten-aus-sudamerika-19093.html\">http:\/\/www.quetzal-leipzig.de\/rezension-buch-literatur\/fritz-kalmar-das-herz-europaschwer-heimwehgeschichten-aus-sudamerika-19093.html<\/a> (1997).<br \/>\n<sup>4<\/sup> Hackl (Anm. 2) bezeichnet den Text als \u201eRoman\u201c, Saint Sauveur-Henn (Anm. 1) als \u201eeine l\u00e4ngere Erz\u00e4hlung\u201c. Ein Gattungsstreit soll hier nicht stattfinden. Jedenfalls deutet der Titel des Bandes an, dass Kalmar selbst den Text als Erz\u00e4hlung sah, die allerdings mit ihren knapp \u00fcber zweihundert Seiten eine betr\u00e4chtliche L\u00e4nge erreicht. Die \u201eanderen\u201c Erz\u00e4hlungen des Bandes sind jeweils zwei bis neun Seiten lang. Sie werden hier nicht n\u00e4her in Betracht gezogen, da es den hier gesetzten Rahmen der Vergangenheitsbew\u00e4ltigung sprengen w\u00fcrde.<br \/>\n<sup>5<\/sup> Gert Eisenb\u00fcrger und Gaby K\u00fcppers, \u201eVom Emigranten zum Konsul. Der Wiener Fritz Kalmar in Bolivien und Uruguay\u201c. <em>Informationsstelle Lateinamerika e.V. <\/em>, 240, <a href=\"http:\/\/www.ila-bonn.de\/lebenswege\/schicksalkalmar.htm\">http:\/\/www.ila-bonn.de\/lebenswege\/schicksalkalmar.htm<\/a> (1999).<br \/>\n<sup>6<\/sup> Vgl. Gert Eisenb\u00fcrger, \u201eZufluchtsland Bolivien. Ein Buch und ein Film \u00fcber j\u00fcdische EmigrantInnen in der Andenrepublik.\u201c <em>Informationsstelle Lateinamerika e.V. <\/em>, 358, <a href=\"http:\/\/ila-web.de\/kulturszene\/358juedische_emi_bolivien_film_buch.htm\">http:\/\/ila-web.de\/kulturszene\/358juedische_emi_bolivien_film_buch.htm<\/a> (2012). In \u00d6sterreich leistete hier wesentliche Verdienste das Literaturhaus Wien, die Zeitschrift <em>Zwischenwelt<\/em> und der Autor und Kritiker Erich Hackl. Leon Kanes <em>Der Fallstrick<\/em> (2006) und Benno Weiser Varons <em>Ich war Europ\u00e4er<\/em> (2008) sind zwei Romane, die man in diesem Zusammenhang anf\u00fchren k\u00f6nnte. Vgl. ebenfalls die Publikationen von Exiltexten der \u00d6sterreichischen Exilbibliothek: <a href=\"http:\/\/www.literaturhaus.at\/index.php?id=6854&amp;L=0%2525252Fadmin%2525252Ffile_manager.php%2525252Findex.phphttp%3A%2F%2F\">http:\/\/www.literaturhaus.at\/index.php?id=6854&amp;L=0%2525252Fadmin%2525252Ffile_manager.php%2525252Findex.phphttp%3A%2F%2F<\/a>.<br \/>\n<sup>7<\/sup> Zum Dingsymbol vgl. Gero von Wilpert, <em>Sachw\u00f6rterbuch der Literatur<\/em>. Stuttgart: Alfred Kr\u00f6ner Verlag, 1969. S. 174.<br \/>\n<sup>8<\/sup> Fritz Kalmar, <em>Das Wunder von B\u00fcttelsburg und andere Erz\u00e4hlungen<\/em>. Wien: Ibera Verlag, 1999. S. 18. Alle weiteren Angaben nach diesem Text in Klammern.<br \/>\n<sup>9<\/sup> Vgl. Torben Fischer und Matthias N. Lorenz (Hrsg.), <em>Lexikon der \u201eVergangenheitsbew\u00e4ltigung\u201c in Deutschland. Debatten- und Diskursgeschichte des Nationalsozialismus nach 1945<\/em>. Bielefeld: transcript, 2007. Vgl. besonders die Auswahlbibliographie auf S. 357ff.<br \/>\n<sup>10<\/sup> Judith Ryan, <em>The Uncompleted Past. Postwar German Novels and the Third Reich<\/em>. Detroit: Wayne State University Press, 1983. S. 25.<br \/>\n<sup>11<\/sup> Ibid., S. 16.<br \/>\n<sup>12<\/sup> Ibid., S. 15.<br \/>\n<sup>13<\/sup> Ibid., S. 20.<br \/>\n<sup>14<\/sup> Janka, Fritz Kalmar: \u201eDas Wunder von B\u00fcttelsburg und andere Erz\u00e4hlungen\u201c (Anm. 3).<br \/>\n<sup>15<\/sup> Saint-Sauveur Hehn (Anm. 1), S. 17.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Reinhard Andress Fritz Kalmar, 1911 in Wien geboren und aufgewachsen, studierte Jura und arbeitete zun\u00e4chst in einer Anwaltskanzlei, bevor ihn der \u201eAnschluss\u201d 1938 zur Flucht zwang. 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