{"id":5961,"date":"2019-01-01T09:08:29","date_gmt":"2019-01-01T14:08:29","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/?page_id=5961"},"modified":"2019-02-03T05:03:42","modified_gmt":"2019-02-03T10:03:42","slug":"uber-grenzen-hinweg","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/archive\/glossen-44-2019-current-issue\/uber-grenzen-hinweg\/","title":{"rendered":"\u00dcber Grenzen hinweg"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: center;\">Die Wahrnehmung des literarischen Werks von J\u00fcrgen Fuchs<br \/>\nau\u00dferhalb des deutschsprachigen Raumes<\/h3>\n<p>von <strong>Ernest Kuczy\u0144ski<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 360px;\"><em>\u201eWor\u00fcber man eigentlich nicht schreiben kann<br \/>\n<\/em><em>und was niemand h\u00f6ren will,<br \/>\n<\/em><em>davon m\u00f6chte ich sprechen\u201c<\/em><a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><br \/>\nJ\u00fcrgen Fuchs<\/p>\n<p><strong>I. Schreiben zwischen Ost und West. Einige Vorbemerkungen<\/strong><\/p>\n<p>Als 2017 der Berliner Jaron Verlag die Neuausgabe von <em>Vernehmungsprotokolle<\/em> erneut ank\u00fcndigte<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>, war der Autor dieser Zeilen nicht der einzige, den diese Initiative gleicherma\u00dfen beeindruckte wie \u00fcberraschte. Da seit l\u00e4ngerer Zeit keine Gedichtsammlung und kein einziger Roman des 1999 verstorbenen Schriftstellers im Handel erh\u00e4ltlich waren, so verbreitete sich die Nachricht, endlich sei ein Fuchs-Buch lieferbar, wie ein Lauffeuer.<\/p>\n<p>Die erstmals 1978 bei Rowohlt ver\u00f6ffentlichten <em>Vernehmungsprotokolle<\/em> beschreiben \u201edie subtile Gewalt, die im real existierenden Sozialismus herrschte\u201c und enth\u00fcllen \u201e[\u2026] den menschenverachtenden Umgang der DDR mit ihren Gegnern\u201c.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>\u00a0Dieses einzigartige, im letzten Jahrzehnt des geteilten Deutschlands Furore machende Buch ist nicht nur ein ausgezeichnetes St\u00fcck Literatur, sondern geh\u00f6rt heute noch zu den wichtigsten literarisch-zeithistorischen Publikationen, die das wahre Antlitz der SED-Diktatur, ihre Praktiken und Mechanismen schildern. Einst in der DDR verboten, wurde es dort als Schmuggelware intensiv gelesen und vor allem in alternativen Kreisen diskutiert, denn es stellte einen nachahmenswerten Verhaltenskatalog dar, den man in extremen (Konflikt-)Situationen zu Rate ziehen konnte. Zusammen mit <em>Ged\u00e4chtnisprotokolle<\/em> (Rowohlt, 1977), dem Erstling von J\u00fcrgen Fuchs, kursierten <em>Vernehmungsprotokolle<\/em> im DDR-Untergrund, machten Mut, dienten als Kompass und enth\u00fcllten schonungslos die Unrechtsverh\u00e4ltnisse sowie die staatlich institutionalisierte Gewaltt\u00e4tigkeit des SED-Staates, der im Schaffen des J\u00fcrgen Fuchs als eine weite und gewichtige Erinnerungslandschaft fungierte.<\/p>\n<p>Die Themenpalette des 1977 ausgeb\u00fcrgerten Schriftstellers ist breit und wird fassbar erst durch seine heftige Biographie, in der seine prosaische, lyrische und publizistische Art des Schreibens ihre Wurzel hat. Sie n\u00f6tigte ihn, Realit\u00e4t zu dokumentieren, Formen der Tyrannis zu analysieren, Strukturen des politischen Systems und dessen Sprache aufzudecken und literarisch darzustellen. Bereits als angehender Autor war J\u00fcrgen Fuchs bem\u00fcht, mit Gedichten und Kurzprosa sich gegen die Macht aufzulehnen, Mechanismen der SED-Diktatur blo\u00dfzustellen, das Verhalten des Einzelnen in Gefahrsituationen zu veranschaulichen und dabei der DDR-Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten. Von seiner schriftstellerischen Attit\u00fcde lie\u00dfen sich im Laufe der Jahre zahlreiche Leser wie auch Freunde, Weggef\u00e4hrte und Mitstreiter inspirieren, zumal Fuchs Klartext sprach und die Schw\u00e4chen des SED-Staates entbl\u00f6\u00dfte. Dabei hat er \u201ein vielfacher Weise Grenzen \u00fcberschritten, [\u2026] im Schreiben, durch sein Schreiben und indem er [\u2026] das Geschriebene abtippte, unter Freunden verbreitete, Formen suchte, die permanent verschiedene Genres mixten und \u00fcberschritten. Und bevor er das erste Buch ver\u00f6ffentlicht hatte, haben andere schon seine Texte auf der Schreibmaschine abgeschrieben und verbreitet \u2013 wie sie das mit Wolf Biermann oder Reiner Kunze taten\u201c.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref1\">[4]<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn1\"><\/a>Selbst erlebte Situationen aus der Zeit der zweiten deutschen Diktatur sind fester Bestandteil des gesamten Werks von J\u00fcrgen Fuchs. Darin sind nicht nur die Zeugenschaft, sondern auch Strategien des Schreibens vorhanden, die die DDR-Wirklichkeit literarisch erscheinen lassen. Seine mit unerw\u00fcnschten Wahrheiten gespickten Texte durften nur eine kurze Zeit erscheinen<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> und f\u00fchrten im Fr\u00fchjahr 1975 zur Kollision mit der Staatsmacht, die den renitenten K\u00fcnstler mit Publikationsverbot belegte<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> und in den darauf folgenden Monaten seine Biographie zu deformieren trachtete.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/p>\n<p>Die \u00f6ffentliche Rezeption der literarischen Arbeiten von J\u00fcrgen Fuchs nahm ihren Anfang am 19. September 1976, zusammen mit der ersten Ver\u00f6ffentlichung seiner Kurzprosa in einer westdeutschen Wochenzeitung. Auf diese Weise gelang es dem Autor, \u201edas f\u00fcr die DDR bestehende Ver\u00f6ffentlichungsverbot zu umgehen [\u2026] An diesem Tag erschienen [in der\u00a0 Literaturbeilage zur Frankfurter Buchmesse \u2013 E.K.] unter der \u00dcberschrift \u00bbAngesichts der Reinheit unserer Reihen \u2013 Neue Texte aus der DDR von J\u00fcrgen Fuchs\u00ab sechs [\u2026] Kurzgeschichten im <em>Deutschen Allgemeinen Sonntagsblatt<\/em>\u201c.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Fuchs bundesrepublikanisches Deb\u00fct blieb nicht nur vom Publikum im Westen, sondern auch vom Ministerium f\u00fcr Staatssicherheit nicht unbemerkt. Als am 11.11.1976, kurz vor der Ausb\u00fcrgerung Wolf Biermanns, der Deutschlandfunk in der Sendung \u201eLiterarisches Atelier\u201c der Zuh\u00f6rerschaft in West und Ost seine weiteren Prosatexte vorstellte<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a>, dauerte es nicht mehr lange, bis das MfS den Entschluss fasste, zuzuschlagen um den jungen Autor mundtot zu machen.<\/p>\n<p>Die k\u00fcnstlerischen Arbeiten des J\u00fcrgen Fuchs wurden als \u201ehetzerische Machwerke\u201c und agitatorische Schriften\u201c bezeichnet, sodass ihr Autor binnen weniger Tage vom unbequemen \u201eUnruhestifter\u201c zum \u201eKonterrevolution\u00e4r\u201c und \u201eDiffamierer\u201c avancierte. Am 19.11.1976 wird er aus dem Auto von Robert Havemann heraus verhaftet und beschuldigt, \u201estaatsfeindliche Hetze begangen zu haben, indem er mit dem Ziel die sozialistische Staats- und Gesellschaftsordnung der DDR zu sch\u00e4digen und gegen sie aufzuwiegeln, seit 1971 eine Vielzahl von Schriften herstellte, in denen er [\u2026] Verh\u00e4ltnisse in der DDR, die T\u00e4tigkeit [\u2026] der Organe der DDR sowie B\u00fcrger der DDR diskriminierte und zum Widerstand [\u2026] aufforderte. Diese Schriften verbreitete er planm\u00e4\u00dfig in der DDR sowie in der BRD\u201c.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><\/p>\n<p>Am Tag der Verhaftung des Schriftstellers entzieht sich der Kenntnis des MfS noch die Tatsache, dass an jenem 19. November die \u201eWestf\u00e4lische Rundschau\u201c seinen weiteren Text &#8211; ein Ged\u00e4chtnisprotokoll einer Befragung durch den Staatssicherheitsdienst &#8211; publizierte<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a>, der kurz davor im rororo-Band <em>Wolf Biermann &#8211; Liedermacher und Sozialist<\/em> erstver\u00f6ffentlicht wurde. Darin schilderte Fuchs u.a. den gescheiterten Anwerbeversuch der Stasi, womit er erneut ein streng geh\u00fctetes Tabuthema verletze:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIch sehe nicht ein, warum ich dauernd mit dem Staatssicherheitsdienst Gespr\u00e4che f\u00fchren soll. Und noch dazu im geheimen. Ich versuche, Literatur zu machen, bin also ein Mensch, der nichts verschweigen darf, schon gar nicht ein solches Gespr\u00e4ch, das mich sicher noch lange besch\u00e4ftigen wird. [\u2026] Meinetwegen k\u00f6nnen Sie konspirativ arbeiten, das ist Ihre Sache, ich jedenfalls tue das nicht, ganz im Gegenteil, ich bin daran interessiert, da\u00df m\u00f6glichst viele Menschen wissen, was ich denke\u201c.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>In den Folgewochen und -monaten hat die westdeutsche Presse des \u00d6fteren Kurzprosa des inhaftierten Autors publiziert. Die Medien, darunter die wichtigsten Tageszeitungen und Zeitschriften der Bundesrepublik<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a>, \u201erissen sich [\u2026] um Fuchs-Texte\u201c, obwohl er noch vor ein paar Wochen \u201eau\u00dfer Eingeweihten \u2013 im Westen kaum jemandem ein Begriff\u201c war.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a>\u00a0Und nachdem das am 10.12.1976 in Westberlin gegr\u00fcndete \u201eSchutzkomitee Freiheit und Sozialismus\u201c eine Patenschaft f\u00fcr ihn und weitere verhaftete DDR-B\u00fcrger \u00fcbernommen hatte, wurde der \u201eFall J\u00fcrgen Fuchs\u201c zum Politikum. Das auf Initiative des Verbandes deutscher Schriftsteller und der IG Druck und Papier ins Leben gerufene Komitee wurde initiativ und startete eine gro\u00df angelegte Solidarit\u00e4tskampagne, der sich zahlreiche namhafte Schriftsteller und Intellektuelle aus ganz Westeuropa anschlossen.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> Um m\u00f6glichst gro\u00dfe \u00f6ffentliche Wirkung zu erzielen, waren seine vier Gr\u00fcnder (Margret Frosch, J\u00f6rg Mettke, Hannes Schwenger und Manfred Wilke) bestrebt, den Fall auf unterschiedlichen Ebenen publik zu machen und somit die Freilassung des Verhafteten zu bewirken. Bevor dies geschah, lie\u00df man Anfang 1977 die f\u00fcr den Fall der Verhaftung vorbereiteten <em>Ged\u00e4chtnisprotokolle<\/em> im Rowohlt Verlag im Druck erscheinen, was J\u00fcrgen Fuchs nicht nur zum Autor bef\u00f6rderte, sondern ihm auch blitzartig die n\u00f6tige \u00d6ffentlichkeit verschaffte: \u201eDas Wichtigste daran war zu zeigen: Es gibt ihn, den Schriftsteller J\u00fcrgen Fuchs. Bis zu diesem Zeitpunkt leugneten die Offiziellen der DDR, dass in Hohensch\u00f6nhausen ein Autor inhaftiert war\u201c.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a><\/p>\n<p>Die Ver\u00f6ffentlichung der <em>Ged\u00e4chtnisprotokolle <\/em>ebnete J\u00fcrgen Fuchs einerseits den Weg zur Freiheit, andererseits zur Wahrnehmung au\u00dferhalb der Bundesrepublik. Der bisher unbekannte Autor ostdeutscher Provenienz stieg noch vor seiner Entlassung aus der Stasi-Haft zum weithin beachteten Schriftsteller auf, der 1977 auf der Buchmesse in Nizza mit dem Internationalen Pressepreis ausgezeichnet wurde. Die Jury setzte sich aus sieben Journalisten folgender Zeitungen zusammen: <em>L\u2019Espresso<\/em> (Italien), <em>Newsweek <\/em>(USA), <em>Politika<\/em> (ehem. Jugoslawien), <em>Triunfo<\/em> (Spanien), <em>The Observer<\/em> (Gro\u00dfbritanien), <em>Tagesanzeiger<\/em> (Schweiz) und <em>Le Nouvel Observateur<\/em> (Frankreich).<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a>\u00a0Seither begann man vom \u201eFall Fuchs\u201c regelm\u00e4\u00dfig zu berichten &#8211; die Aufmerksamkeit schenkten ihm nicht nur die Presse (u.a. Londoner <em>The Times<\/em><a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a>), sondern bald auch westeurop\u00e4ische Germanisten und \u00dcbersetzer. Den aus der DDR abgeschobenen \u201eSt\u00f6renfried\u201c lobte man f\u00fcr seine F\u00e4higkeit, Kunst und Politik zu verbinden sowie eindringliche Zeugenschaft zu leisten. Zu sch\u00e4tzen wusste man von Anfang an sein eigenwilliges, autobiographisches Schreiben, mit dem er Einblick hinter die Kulissen der sozialistischen Gesellschaft gew\u00e4hrte und den Lesern detaillierte Beschreibung des Lebens unter totalit\u00e4ren Verh\u00e4ltnissen bat.<\/p>\n<p>Dem literarischen Erfolg, den J\u00fcrgen Fuchs mit seinen ersten Westver\u00f6ffentlichungen verbuchte, lagen in erster Linie seine schriftstellerische Leistung sowie \u201edie Befreiung von der Allmacht der Autorit\u00e4ten und die damit verbundene Befreiung k\u00fcnstlerischer Themen, Mittel und Verfahrensweisen bei der nachfolgenden Autoren- und K\u00fcnstlergeneration [\u2026]\u201c<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a> zugrunde. <em>Ged\u00e4chtnis-<\/em> und <em>Vernehmungsprotokolle<\/em> erregten gro\u00dfe Aufmerksamkeit durch Verdeutlichung raffinierter Praktiken der SED-Gewaltherrschaft wie auch durch Entlarvung der Allgewalt des allt\u00e4glichen Diktatorischen. Die fulminante Rezeption dieser B\u00fccher ist aus heutiger Sicht auf die Tatsache zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass Fuchs, der damals seine \u201eAufgabe als Schriftsteller in der Aufdeckung der Wirklichkeit und der Kritik ihrer schlechten Seiten\u201c<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> sah, bestrebt war, mit seiner investigativen Literatur eine ganze Anzahl von tabuisierten Themen zu verletzen, u.a.: die scheinbar f\u00fchrende Rolle der Arbeiterklasse in der DDR (von der er selbst abstammte), Macht- und Repressionsmechanismen im SED-Staat, Kasernenhof der Nationalen Volksarmee, Methoden des MfS in der Untersuchungshaft. Seine Literatur war f\u00fcr viele Rezipienten nicht selten eine erste Begegnung mit Unterdr\u00fcckungsmechanismen und Tabus einer Republik, die sich &#8211; wie einst der Autor selbst konstatierte &#8211; \u201edeutsch und irrt\u00fcmlich demokratisch\u201c nannte. Sein \u00d6ffentlichkeit erzeugendes Schreiben war \u201ein einem doppelten Sinne innovativ: sowohl inhaltlich als auch formal\u201c.<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a><\/p>\n<p>Die fr\u00fchen Schriften von J\u00fcrgen Fuchs (darunter seine Gedichte aus dem Zyklus <em>Schriftprobe<\/em>) wirkten h\u00e4ufig als \u201ePaukenschlag\u201c und waren nicht nur \u201eOrientierung und Ma\u00dfstab\u201c<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a>, sondern auch \u201eein St\u00fcck politischer und literarischer Geschichte der DDR und der DDR-Literatur\u201c <a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a>, die Licht auf verbotene Themen warf: auf Zensur und Unterdr\u00fcckung der Meinungsfreiheit, auf Suizid in der Nationalen Volksarmee, Missbrauch der Psychologie in den H\u00e4nden der Geheimdienste sowie die Freikaufpraxis politischer DDR-Gefangener durch die BRD. Fuchs\u00b4 erfahrungsges\u00e4ttigte Texte wurden mit der Zeit zur Pflichtlekt\u00fcre, so dass neben Oppositionellen \u201eganze Friedens- und Menschenrechtsgruppen die Verh\u00f6rszenen nach[spielten] (und durften dann nach einer Festnahme lauter Dejavu-Erlebnisse in punkto Verh\u00f6rtaktiken haben)\u201c.<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a> Zu sch\u00e4tzen wussten die Rezipienten des autobiographischen Schreibens von J\u00fcrgen Fuchs sowohl seine mit Authentizit\u00e4t und Aufrichtigkeit einhergehende Zeugenschaft, als auch die von ihm entwickelte \u00e4sthetische Konzeption, das Erlebte zu memorieren, Fakten zu benennen, Gef\u00e4hrdungen zu schildern, sich \u201enicht hinter Metaphern oder Satiren [zu] verstecken, sich keiner Sklavensprache [zu] unterwerfen\u201c.<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a><\/p>\n<p>Dank dieser Vorgehensweise war seine Literatur einerseits eine \u201eVerf\u00fchrung zur Wahrheit, die nicht nach den Folgen fragt, sondern die Augen \u00f6ffnet [\u2026]\u201c<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a> und andererseits ein \u201eRettungsring\u201c<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a>, den kritische DDR-B\u00fcrgerrechtler in existenziellen Situationen zu gebrauchen wussten. Einer von ihnen war Wolfgang Templin, der die <em>Vernehmungs- <\/em>und <em>Ged\u00e4chtnisprotokolle <\/em>als etwas Besonderes wahrnahm: sie \u201ehatten ein noch mal anderes Gewicht. Fuchs war die Gegenwart, war einer von uns, war Literatur, die mitriss. Hier machte sich jemand zum professionellen Beobachter eines Geschehens, in dem er selbst die Hauptrolle spielte\u201c.<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a> In Bezug auf sein erzwungenes Verlassen der DDR konstatiert Templin folgendes: \u201eWir lasen die <em>Protokolle<\/em> als intensive Erfahrungsberichte, als Vorbereitung auf Situationen, die uns jederzeit erreichen konnten. Wie umgehen mit dem Moment der \u00dcberrumpelung, des Ausgeliefertseins bei Zuf\u00fchrungen, Verhaftungen, Vernehmungen? Wie am besten reagieren \u2013 das Schweigen durchhalten oder in die Offensive der verbalen Auseinandersetzung gehen? Wie die eigene Schw\u00e4che in den Griff bekommen, sich der Depression und Hilflosigkeit stellen?\u201c.<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a><\/p>\n<p>Das fr\u00fche Werk des aus Reichenbach im Vogtland stammenden Autors war auch f\u00fcr Roland Jahn eine wichtige Lebenshilfe: \u201eIch wusste dank J\u00fcrgen Fuchs, wie die Stasi arbeitet, wie sie versucht, Menschen mit psychologischen Tricks zu zerst\u00f6ren, wie sie bei menschlichen Schw\u00e4chen ansetzt und an den Schwachpunkten einhakt, um sie kaputt zu spielen. [\u2026] Das gab mir die Kraft, der Stasi etwas entgegenzusetzen und das Gef\u00e4ngnis zu \u00fcberleben\u201c.<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\">[30]<\/a> Als der heutige Bundesbeauftragter f\u00fcr Stasi-Unterlagen 1982 selbst ins Gef\u00e4ngnis kam und danach zwangsweise ausgeb\u00fcrgert wurde, so halfen ihm die in <em>Vernehmungsprotokolle<\/em> geschilderten Gespr\u00e4che zwischen Vernehmern der Staatssicherheit und J\u00fcrgen Fuchs seine eigene Haft besser zu ertragen: \u201edie wichtigste Erkenntnis [\u2026] war f\u00fcr mich, dass die Stasi viele Tricks anwendet, um einen zum Reden zu bringen. Die entscheidende Mitteilung von J\u00fcrgen war: rede nicht mit ihnen. Sie werden alles, was du sagst, gegen dich verwenden. Das war die zentrale Botschaft\u201c.<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\">[31]<\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr den DDR-Staatssicherheitsdienst schien J\u00fcrgen Fuchs ein Sonderfall zu sein. Als H\u00e4ftling wusste er den wechselnden Vernehmern monatelang die Stirn zu bieten, obwohl das MfS versuchte, den Schriftsteller \u201ein eine Ausnahmesituation zu bringen, in der er durchdreht, in der er suizidale Neigungen hat und Gedanken entwi\u00adckelt und vor allem zusammenbrechen soll. Psychisch in seiner eigenen Person, in seiner eigenen Identit\u00e4t zusammenbrechen soll\u201c.<a href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\">[32]<\/a> Jedoch Fuchs, \u201ean dem sich die Stasi-Leute mit ihren Tricks und Finten, Grobheiten und Subtilit\u00e4ten die Z\u00e4hne ausbissen\u201c<a href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\">[33]<\/a>, wurde kein Opfer der Verh\u00e4ltnisse. Stattdessen brach er f\u00fcr etliche Wochen jegliche Kommunikation ab und in dieser Zeit konzentrierte sich \u201eauf das beschreiben der Tischplatte. Dabei geht es nicht darum, sichtbare Schriftspuren zu hinterlassen, sondern [\u2026] zu erreichen, da\u00df Gedanken zu Ende gedacht, Gef\u00fchle beschrieben werden, Geh\u00f6rtes notiert wird\u201c.<a href=\"#_ftn34\" name=\"_ftnref34\">[34]<\/a> Nach seiner Freilassung wurde Memoriertes in literarischer Form aufgeschrieben und erschien zuerst als f\u00fcnfteilige <em>Spiegel<\/em>-Serie, dann als Buch im Rowohlt-Verlag. Sein Titel: <em>Vernehmungsprotokolle. November \u201976 bis September \u201977<\/em>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>II. West-Berlin oder (Un)Gl\u00fcck des Exils<\/strong><\/p>\n<p>Am 26. August 1977 erfolgte die \u201eEntlassung aus der Staatsb\u00fcrgerschaft der DDR\u201c. Fuchs wurde direkt in die Bundesrepublik abgeschoben. konnte aber von Gl\u00fcck reden &#8211; dieses \u201eGl\u00fcck war die Prominenz seiner Freunde. Ihre und die von ihnen mobilisierte Solidarit\u00e4t bewahrte ihn vor der Endkonsequenz: Proze\u00df und langj\u00e4hrige Haft\u201c.<a href=\"#_ftn35\" name=\"_ftnref35\">[35]<\/a>\u00a0Wenige Tage nach der Ankunft in West-Berlin gab Fuchs &#8211; im Beisein von Christian Kunert und Gerulf Pannach &#8211; eine Presseerkl\u00e4rung ab<a href=\"#_ftn36\" name=\"_ftnref36\">[36]<\/a>, die eindeutig zeigte, dass die monatelange Haft ihn nicht gebrochen hatte. Zwar war der Ausgeb\u00fcrgerte auf den Westen \u00fcberhaupt nicht vorbereitet und hatte sich erst in die bundesdeutsche Realit\u00e4t einzuleben, aber trachtete von Anfang an danach, seine Schriftstellerei zu retten und das Erlebte k\u00fcnstlerisch darzustellen.<\/p>\n<p>Noch 1977 begann die Wiedergeburt des Autors, der im Exil sein \u00e4sthetisches Programm zu definieren und sich seine Position in der bundesdeutschen Literaturlandschaft zu erarbeiten suchte. Dabei bem\u00fchte er sich seine Identit\u00e4t nicht zu verlieren wie auch Treue zur eigenen Biographie zu halten: \u201eIch habe doch schlie\u00dflich meine Biographie. Ich kann doch 28 Jahre nicht ablegen wie ein altes Kleidungsst\u00fcck, sie bestimmen doch auch hier mein F\u00fchlen und Handeln\u201c.<a href=\"#_ftn37\" name=\"_ftnref37\">[37]<\/a> Da J\u00fcrgen Fuchs \u00fcber den sog. \u201edoppelten Film\u201c (Heinz Brandt) verf\u00fcgte und langsam mit zwei politischen Systemen vertraut wurde, so konnte er Themen anschneiden, die sich auf zwei unterschiedliche Realit\u00e4ten bezogen. Zu festen Motiven in seiner Exil-Phase geh\u00f6rten u.a. die Bew\u00e4ltigung der Diktaturerfahrung, Verlust der Heimat, Konfrontation mit der Fremde, die Suche nach Anhaltspunkten in der westlichen Welt sowie seine Reflexionen \u00fcber neue, aufgezwungene Existenzform.<\/p>\n<p>In der neuen Lebenssituation war der Autor bestrebt, sich seinen \u201eDDR-Kram\u201c von der Seele zu schreiben und das Erlebte (als Prosa, Lyrik oder Vers-Prosa) wiederzugeben. Dies hat zur Folge, dass im Werk des J\u00fcrgen Fuchs zahlreiche Zeugnisse jener Zeit zu finden sind, in die er hineingeboren wurde \u2013 pr\u00e4zise ausgedr\u00fcckt: Zeugnisse einer \u00e4u\u00dferst politischen Zeit und eines politischen Menschen, der gro\u00dfen Wert darauflegte, Zeugenschaft zu leisten, Vergangenes mit Gegenw\u00e4rtigem zu verbinden und Erkenntnisse mit Bedeutung aufzuladen. Angesichts des Schicksals eines Verfolgten, Inhaftierten, Zwangsausgeb\u00fcrgerten, Exilanten und Betroffenen hat sich Fuchs geweigert, in seiner k\u00fcnstlerischen Arbeit Politik und Literatur zu trennen und ein Dazwischen zu akzeptieren. Seine Wahrnehmung als K\u00fcnstler wurde seither durch das politisch-gesellschaftliche Engagement ged\u00e4mpft.<\/p>\n<p>In der neuen Heimat galt er zun\u00e4chst (wie die meisten aus der DDR \u201egefallenen\u201c Schriftsteller) als \u201eein seltenes Exemplar des Zoon politikon, [\u2026] als ein Fabeltier, ein Exote, aus dem gro\u00dfen DDR-Zoo entlaufen, ein unheimlicher Fremder\u201c<a href=\"#_ftn38\" name=\"_ftnref38\">[38]<\/a>, der auf die vorgefundene Wirklichkeit empfindlich reagierte und sich im aufgezwungenen Exil nicht zurechtfinden konnte. Jedoch es dauerte nicht mehr lange, bis Fuchs ein akzeptierter Autor wurde \u2013 im Herbst 1977 legte er die viel beachtete <em>Spiegel<\/em>-Serie <em>Du sollst zerbrechen!<\/em><a href=\"#_ftn39\" name=\"_ftnref39\">[39]<\/a> vor, womit er sich einen Namen machte und bald \u201eneben Thomas Brasch [als \u2013E.K.] die Identifikationsfigur f\u00fcr eine neue unabh\u00e4ngige DDR-Literatur\u201c zu gelten begann.<a href=\"#_ftn40\" name=\"_ftnref40\">[40]<\/a><\/p>\n<p>Die immer gr\u00f6\u00dfere Publizit\u00e4t von J\u00fcrgen Fuchs machte ihn auch in relativ kurzer Zeit au\u00dferhalb der BRD bekannt. Bereits 1978 kamen erste Einladungen aus Westeuropa und J\u00fcrgen Fuchs begann allm\u00e4hlich zu reisen. Ende Mai, also knapp ein Jahr nach der Freilassung aus der U-Haft in Hohensch\u00f6nhausen, besuchte er Frankreich, wohin er von Jean-Pierre Hammer eingeladen wurde. Der Pariser Germanist, t\u00e4tig an der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Universit%C3%A4t_Paris_III\">Universit\u00e4t Paris 3 (Sorbonne Nouvelle<\/a>), lernte den angehenden Autor noch in der DDR kennen, als dieser bei Robert Havemann, seinem fr\u00fchen Mentor, in Gr\u00fcnheide wohnte. Hammer gr\u00fcndete 1966 &#8211; u.a. mit F\u00e9lix Lusset &#8211; die bis heute erscheinende Zeitschrift <em>Allemagne d\u2019aujourd\u2019hui<\/em>, in der er dem franz\u00f6sischen Publikum neben deutscher Literatur auch die demokratische Opposition in der damaligen DDR n\u00e4herbrachte. In Paris hatte Fuchs &#8211; zusammen mit Bernd Markowsky und Franziska Grosser &#8211; an einer Lesung im Heinrich-Heine-Haus teilgenommen und aus seinem \u201ej\u00fcngsten Schaffen vorgelesen, vom neuen Dasein in West-Berlin gesprochen, [\u2026] \u00fcber die tragische Utopie vom Sozialismus und seiner t\u00e4glichen Perversion jenseits der Mauer philosophiert\u201c.<a href=\"#_ftn41\" name=\"_ftnref41\">[41]<\/a> Am Vortag der Lesung beteiligte sich der Schriftsteller (begleitet von Christian Kunert, Gerulf Pannach und Michael Sallmann) an der Solidarit\u00e4tsveranstaltung \u201eFreiheit f\u00fcr Bahro, Havemann, Mainz\u201c im gro\u00dfen Saal der \u201eMutualit\u00e9\u201c und pr\u00e4sentierte seine live-\u00fcbersetzte Kurzprosa. Den kurzen Aufenthalt in Paris konnte Fuchs als Erfolg verbuchen, zumal innerhalb der n\u00e4chsten Monate auf Franz\u00f6sisch <em>Ged\u00e4chtnis-<\/em> und <em>Vernehmungsprotokolle<\/em> wie auch deren Rezensionen erschienen.<a href=\"#_ftn42\" name=\"_ftnref42\">[42]<\/a><\/p>\n<p>Der Frankreich-Besuch schien f\u00fcr J\u00fcrgen Fuchs ein gl\u00fccklicher Anfang zu sein. Denn bald erhielt er weitere Einladungen (aus Stockholm und Kopenhagen) und wurde daraufhin ins Schwedische und D\u00e4nische \u00fcbersetzt.<a href=\"#_ftn43\" name=\"_ftnref43\">[43]<\/a>\u00a0Die ersten Reisen waren f\u00fcr den ausgeb\u00fcrgerten Autor insofern wichtig, als sie ihm eine gewisse Zeit zum Aufatmen gaben und halfen, den im Gef\u00e4ngnis aufgebauten Druck abzubauen und die Verunsicherung zu \u00fcberwinden. Da er in West-Berlin stets mit unterschiedlichen (meist politischen) Aktivit\u00e4ten besch\u00e4ftigt war, so konnte er sich im Ausland &#8211; wenn auch kurzfristig \u2013 davon erholen, zum Schreiben zu kommen und vor allem neue \u00e4sthetische Reize wahrnehmen, die dann oftmals Eingang in seine Gedichte fanden:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table class=\"aligncenter\" border=\"0\" width=\"80%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>ALS ICH MIT DER EISENBAHN<\/td>\n<td>AN DEN GRENZEN<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Nach Stockholm fuhr<\/td>\n<td>Zeige ich einen Pa\u00df<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Und nur ab und zu ein Haus sah<\/td>\n<td>Den ihr nicht habt<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Alte B\u00e4ume<\/td>\n<td>In Kopenhagen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Seen<\/td>\n<td>In Hamburg<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Ab und zu ein Haus<\/td>\n<td>In Paris<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Zerbrachen die W\u00e4nde meiner Zelle<\/td>\n<td>In Madrid<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Der \u00d6lsockel<\/td>\n<td>Werde ich euch nicht sehen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Die T\u00fcr<\/td>\n<td>Einer wird auf eine Sehensw\u00fcrdigkeit zeigen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Der Spiegel \u00fcber dem Waschbecken<\/td>\n<td>Und fragen: Ist das nicht sch\u00f6n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td>Ja<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td>Werde ich sagen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td>Ja<a href=\"#_ftn44\" name=\"_ftnref1\">[44]<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a>Beide Gedichte erschienen 1979 in <em>Tagesnotizen<\/em>, dem ersten Lyrikband von J\u00fcrgen Fuchs, gelobt in der Kritik f\u00fcr pointierte Beobachtungsgabe, wachsame Aufgeschlossenheit, emotionale Eingeschlossenheit, Intensit\u00e4t der Beobachtungen, die \u201eeine der ersten literarischen Auseinandersetzungen mit der zeitgen\u00f6ssischen Exil-Situation der DDR-Schriftsteller darstellten\u201c.<a href=\"#_ftn45\" name=\"_ftnref45\">[45]<\/a> Mit karger Metaphorik und kunstvoller Reflexion wusste der sich mit einer neuen gesellschaftlichen Realit\u00e4t vertraut machende Autor auch zahlreiche Leser au\u00dferhalb des deutschsprachigen Raumes zu \u00fcberzeugen, wovon \u00dcbersetzungen in etliche Sprachen (u.a. ins Englische und Polnische) zeugen. 1981 ver\u00f6ffentlichte die amerikanische Zeitschrift <em>Dimension. Contemporary German Arts and Letters<\/em> vier Gedichte von J\u00fcrgen Fuchs (<em>Die gro\u00dfen Worte, Was soll ich sagen, Nie, \u00dcber Paris<\/em>)<a href=\"#_ftn46\" name=\"_ftnref46\">[46]<\/a> und ein Jahr sp\u00e4ter erscheinen in der Untergrundzeitschrift <em>Przekazy,<\/em> herausgegeben von West-Berliner \u201eArbeitsgruppe Solidarno\u015b\u0107\u201c, ebenfalls Gedichte aus <em>Tagesnotizen<\/em> (<em>Meine Freunde, An den Grenzen, Ein Mann ist gekommen, Das glaube ich nicht<\/em>)<a href=\"#_ftn47\" name=\"_ftnref47\">[47]<\/a> sowie Ausz\u00fcge aus <em>Vernehmungsprotokolle<\/em><a href=\"#_ftn48\" name=\"_ftnref48\">[48]<\/a>. Die spannungsvolle, politische Existenz des Autors als Betroffenen und Erkennenden, aufgeschrieben in lyrischen Versen, schien seine Wahrnehmung im Ausland wesentlich zu beg\u00fcnstigen:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table class=\"aligncenter\" border=\"0\" width=\"90%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>DIE GROSSSEN WORTE<\/td>\n<td>THE BIG WORDS<\/td>\n<td>WIELKIE S\u0141OWA<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Haben ihren Sinn verloren<\/td>\n<td>Have lost their sense<\/td>\n<td>straci\u0142y sw\u00f3j sens<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Geblieben<\/td>\n<td>What remains<\/td>\n<td>Pozosta\u0142o<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Ist der Satz:<\/td>\n<td>Is the sentence:<\/td>\n<td>zdanie:<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Das dauert nicht ewig<\/td>\n<td>It won\u2019t last long<\/td>\n<td>To nie b\u0119dzie trwa\u0107 wiecznie<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>In der vorletzten Zeile<\/td>\n<td>This little worn-out sentence<\/td>\n<td>Ma\u0142e oklepane zdanie<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>deines ersten Briefes<\/td>\n<td>In the next-to-last line<\/td>\n<td>z przedostatniej linijki<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Und dein Stammeln am Telefon<\/td>\n<td>of your first letter<\/td>\n<td>twojego pierwszego listu<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Als ich dich zum erstenmal<\/td>\n<td>When I called for the first time<\/td>\n<td>kiedy pierwszy raz<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Aus einem anderen Land<\/td>\n<td>From another<\/td>\n<td>zadzwoni\u0142em do ciebie<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Anrief<\/td>\n<td>land<\/td>\n<td>z innego kraju<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Und das Wort Toilette<\/td>\n<td>And the word toilet<\/td>\n<td>I s\u0142owo toaleta<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Das Wort duschen<\/td>\n<td>The word shower<\/td>\n<td>s\u0142owo natrysk<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Das Wort Zigarette<\/td>\n<td>The word cigarette<\/td>\n<td>s\u0142owo papieros<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Das Wort Besuch<\/td>\n<td>The word visit<\/td>\n<td>s\u0142owo widzenie<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Das Wort essen<\/td>\n<td>The word eat<\/td>\n<td>s\u0142owo je\u015b\u0107<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Das Wort Protokoll<\/td>\n<td>The word protocol<\/td>\n<td>s\u0142owo protok\u00f3\u0142<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Das Wort Brot<\/td>\n<td>The word bread<\/td>\n<td>s\u0142owo chleb<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Das Wort Vernehmung<\/td>\n<td>The word interrogation<\/td>\n<td>s\u0142owo przes\u0142uchanie<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Das Wort Zeitung<\/td>\n<td>The word newspaper<\/td>\n<td>s\u0142owo gazeta<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Das Wort Entlassung<\/td>\n<td>The word fired<\/td>\n<td>s\u0142owo zwolnienie<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Das Wort Freistunde<\/td>\n<td>The word time-off<\/td>\n<td>s\u0142owo czas wolny<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Das Wort lachen<\/td>\n<td>The word laugh<\/td>\n<td>s\u0142owo \u015bmia\u0107 si\u0119<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Das Wort Obst<\/td>\n<td>The word fruit<\/td>\n<td>s\u0142owo owoce<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Das Wort Tee<\/td>\n<td>The word tea<\/td>\n<td>s\u0142owo herbata<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Und da\u00df du ihnen<\/td>\n<td>And that you<\/td>\n<td>I \u017ce nie<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>nicht gesagt hast<\/td>\n<td>didn\u00b4t tell them<\/td>\n<td>powiedzia\u0142a\u015b im<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Was ich dir<\/td>\n<td>What I told you<\/td>\n<td>co ci opowiada\u0142em<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\u00dcber den Kinderspielplatz<\/td>\n<td>About the playground<\/td>\n<td>o placu zabaw<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Vor meinem Haus erz\u00e4hlte<\/td>\n<td>In front of my house<\/td>\n<td>przed moim domem<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Und \u00fcber meine Angst<\/td>\n<td>And about my fear<\/td>\n<td>i \u017ce si\u0119 ba\u0142em<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Allein zu sein<a href=\"#_ftn49\" name=\"_ftnref49\">[49]<\/a><\/td>\n<td>Of being alone<a href=\"#_ftn50\" name=\"_ftnref50\">[50]<\/a><\/td>\n<td>by\u0107 sam<a href=\"#_ftn51\" name=\"_ftnref51\">[51]<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>John Whiton und seiner ersten \u00dcbertragung der Fuchs-Lyrik ins Englische folgte bald der aus den USA stammende \u00dcbersetzer, Autor und Herausgeber Mitch Cohen. 1983 erschien in Kalifornien die umfangreiche Anthologie <em>Berlin: Contemporary Writing in East and West<\/em><a href=\"#_ftn52\" name=\"_ftnref52\">[52]<\/a>, in der er zahlreiche Autoren aus Ost- und West-Berlin vorstellte, darunter J\u00fcrgen Fuchs. Das englischsprachige Publikum konnte sich nun mit einer Auswahl des aus der DDR ausgewiesenen Schriftstellers vertraut machen, u.a. mit den von Cohen eigens f\u00fcr das Buch \u00fcbersetzen Ausz\u00fcgen aus <em>Ged\u00e4chtnisprotokolle <\/em>(Memory Register), <em>Vernehmungsprotokolle <\/em>(Interrogation Register) und <em>Tagesnotizen<\/em> (Notes of the Day)<a href=\"#_ftn53\" name=\"_ftnref53\">[53]<\/a>. Aus der heutigen Perspektive ist es schwer zu beurteilen, welche Resonanz J\u00fcrgen Fuchs Texte in den USA hatten, aber es dauerte nicht mehr lange, bis amerikanische Germanisten ihre Aufmerksamkeit auf den talentierten Literaten richteten. Einer von ihnen war Jay Rosellini, der 1986 in der Zeitschrift <em>German Studies Review<\/em> der renommierten German Studies Association<a href=\"#_ftn54\" name=\"_ftnref54\">[54]<\/a> eine l\u00e4ngere Studie &#8211; betitelt <em>Die Schriften des J\u00fcrgen Fuchs. Betrachtungen eines Poli\u00adtischen<\/em> &#8211; ver\u00f6ffentlichte. Darin schilderte er nicht nur den Werdegang und die Lebensstationen des in die DDR hineingeborenen Autors, sondern untersuchte auch mit wissenschaftlichen Kriterien sein literarisches Werk (darunter das zweite Gedichtband <em>Pappkameraden<\/em> und den NVA-Roman <em>Fassonschnitt<\/em><a href=\"#_ftn55\" name=\"_ftnref55\">[55]<\/a>), dem er folgendes attestierte:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Bedenkt man, da\u00df Fuchs in einem \u201erealsozialistischen\u201c Land zu schreiben angefangen hat, so ist seine Auffassung, der Schriftsteller sei eine moralische In\u00adstanz, eine Art \u201eGewissen der Nation\u201c, nichts Erstaunliches. [\u2026] Fuchs f\u00fcrchtet zu Recht, er k\u00f6nnte zum listigen Mahner abgestempelt werden, <em>mit der Wahr\u00adheit auf den Lippen, die keiner h\u00f6ren will<\/em>\u2026<a href=\"#_ftn56\" name=\"_ftnref56\">[56]<\/a> Da er sich, anders man\u00adche Pariser Intellektuelle [Andr\u00e9 Glucksmann \u2013 E.K.], nicht als Antikommunist vermarkten las\u00adsen will, wird er in den kommenden Jahren wahrscheinlich einen schweren Stand haben. Hinzu kommt, dass er als einer, der auf \u00e4sthe\u00adtischem Gebiet nicht zur \u201eAvantgarde\u201c geh\u00f6rt, kaum im Mittelpunkt der bundesrepublikanischen Literatur-Szene stehen wird. Sein eigent\u00adliches Publikum befindet sich in dem Land, das er nicht mehr betre\u00adten darf, und das wird sich erst dann \u00e4ndern, wenn er sich westlichen Themen zuwendet. Dass seine Beobachtungsgabe und sein Wahr\u00adheitssinn auch in der neuen Heimat geeignete Bet\u00e4tigungsfelder fin\u00adden k\u00f6nnten, steht au\u00dfer Frage.<a href=\"#_ftn57\" name=\"_ftnref57\">[57]<\/a><br \/>\nDas von Rosellini formulierte Urteil ist insofern zutreffend, als J\u00fcrgen Fuchs als politischer Autor, der mit seiner Diktaturerfahrung die Verh\u00e4ltnisse in Ost und West nicht sch\u00f6nredete und oftmals unerw\u00fcnschte Erkenntnisse und Wahrheiten vermittelte, vornehmlich in intellektueller Interventionskunst und Argumentation und weniger in \u00e4sthetischen Konzeptionen bewandert war. Als Schriftsteller war er sich seiner Verantwortung und seines Auftrags bewusst: der Intellektuelle \u201ehat zu fragen und eine Distanz zur Macht zu halten\u201c<a href=\"#_ftn58\" name=\"_ftnref58\">[58]<\/a>, sie in Zweifel zu ziehen, ihrer Verlockungen zu widerstehen, Kritik zu \u00fcben und \u201edie zeitlosen Werte Gerechtigkeit, Wahrheit und Vernunft zu verteidigen\u201c<a href=\"#_ftn59\" name=\"_ftnref59\">[59]<\/a>. Ein integraler Bestandteil seines \u00e4sthetischen Programms war die Verschriftlichung des Erinnerten, Aufdeckung der Wirklichkeit wie auch Literarisierung totalit\u00e4rer Strukturen und Praktiken. Aus diesem Grund blieb er literarisch souver\u00e4n und zog nach wie vor den DDR-Stoff den \u201ewestlichen Themen\u201c vor. Da er sich ebenfalls publizistisch bet\u00e4tigte und mit seinem Credo \u201eSagen, was ist\u201c pr\u00e4zis Position bezog, so galt er des \u00d6fteren als Unruhestifter, worunter teilweise seine k\u00fcnstlerische Reputation litt. Als Autor konnte er sich vor allem dort verstanden f\u00fchlen, wo man Erfahrungen mit dem Leben in der kommunistischen Diktatur hatte. Demnach schien seine Literatur, in der die Pr\u00e4gungen der Tyrannis und der Kampf um die W\u00fcrde des Menschen im Vordergrund standen, f\u00fcr den \u201eOsten\u201c von Bedeutung zu sein.<\/p>\n<p><strong>III. Wahrnehmung in Osteuropa<\/strong><\/p>\n<p>In der Zeit des Kalten Krieges war West-Berlin nicht nur eine Stadt mit politischem Sonderstatus, sondern ein in vieler Hinsicht besonderer Ort, \u201eeine Insel \u2013 oder eine Arche Noah, wo man alles finden konnte, alles und noch viel mehr\u201c.<a href=\"#_ftn60\" name=\"_ftnref60\">[60]<\/a> Dies betraf verschiedenste Aktivit\u00e4ten, auch Literatur, die von diesem Schmelztiegel der Kulturen aus in die ganze Welt gelangte, ebenfalls in die Ostblockl\u00e4nder. Daf\u00fcr sorgte u.a. J\u00fcrgen Fuchs, \u201eein Netzwerker in mehrfachem Sinne, zwischen Literatur und politischem Handeln, zwischen Freunden, die er versuchte, auf ganz spezifische Weise zu f\u00f6rdern, zwischen Ost- und Westdeutschen, Osteurop\u00e4ern und Neu-Westberlinern, Literaten und Politik-Engagierten, Polen und Tschechen und Rum\u00e4niendeutschen\u201c.<a href=\"#_ftn61\" name=\"_ftnref61\">[61]<\/a> In den 80er Jahren bet\u00e4tigte er sich enorm viel organisatorisch und wurde \u201ezu einer wahren Drehscheibe politischer und literarischer Ost-West-Kontakte. In seiner Tempelhofer Wohnung kreuzten sich die Wege zahlreicher mittelosteurop\u00e4ischer Exilanten, neue Kontakte entstanden\u201c.<a href=\"#_ftn62\" name=\"_ftnref62\">[62]<\/a> In West-Berlin wurde der Schriftsteller &#8211; trotz der massiven Verfolgung<a href=\"#_ftn63\" name=\"_ftnref63\">[63]<\/a> &#8211; zu einem der entscheidenden Knotenpunkte eines Netzwerks, das sich um Unterst\u00fctzung der immer st\u00e4rker vernehmbaren demokratischen Opposition in den Ostblockl\u00e4ndern mit Literatur, Logistik und Geld oder Organisation von Solidarit\u00e4tskampagnen bei Repressionen und Verhaftungen k\u00fcmmerte.<\/p>\n<p>Osteuropa war dem ausgeb\u00fcrgerten Autor vertraut, jedoch aus politischen Gr\u00fcnden unerreichbar &#8211; selbst eine einmaliger Reise gen Osten h\u00e4tte ihn, was er zurecht vermutete<a href=\"#_ftn64\" name=\"_ftnref64\">[64]<\/a>, die Freiheit gekostet. Er hat \u201eVon West-Berlin aus, \u00fcber die Grenze hinweg, das \u00f6stliche Europa in die Gedankenwelt [einbezogen \u2013 E.K.] \u2013 zu einer Zeit, als es f\u00fcr viele im Westen nicht zu existieren schien\u201c. Es war \u201enah in Gedanken. Denn die \u00f6stliche Hemisph\u00e4re geh\u00f6rte wie selbstverst\u00e4ndlich zur geistigen Welt des Schriftstellers J\u00fcrgen Fuchs dazu, in Form von Romanen, Gedichten, Liedern und Filmen\u201c.<a href=\"#_ftn65\" name=\"_ftnref65\">[65]<\/a> Er fand den intellektuellen Austausch mit Osteuropa enorm wichtig und war bestrebt, mit Polen, Tschechen, Ungarn und Rum\u00e4niendeutschen Freund- und Bekanntschaften zu schlie\u00dfen. Da man hinter dem Eisernen Vorhang dem Schreiben von J\u00fcrgen Fuchs vielerorts literarischen Rang attestierte und seine oppositionelle T\u00e4tigkeit sch\u00e4tzte, so war sein Name den osteurop\u00e4ischen Emigranten im Westen bekannt \u2013 etliche Gleichgesinnte und Mitstreiter besuchten ihn oder suchten seinen Rat, darunter Adam Zagajewski, Gy\u00f6rgy Dalos, Mikl\u00f3s Haraszti, Herta M\u00fcller, Richard Wagner, Helmuth Frauendorfer, Milan Hor\u00e1\u010dek, Ji\u0159\u00ed Pelikan, Josef Rauvolf ua.<\/p>\n<p>Die ehemalige \u010cSSR und die Volksrepublik Polen waren L\u00e4nder, mit denen sich Fuchs am meisten identifizierte und solidarisierte. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr lagen nicht nur in der Bewunderung deren Strebens nach einem \u201eSozialismus mit menschlichem Antlitz\u201c und Kampfes gegen die kommunistische Diktatur, sondern auch in literarischen Vorbildern des Schriftstellers, der seit seiner Jugend in B\u00fcchern osteurop\u00e4ischer Autoren das \u201egeistige Bezugsfeld\u201c fand \u2013 die wichtigsten \u201eLeuchtt\u00fcrme im geistigen Kosmos von J\u00fcrgen Fuchs\u201c<a href=\"#_ftn66\" name=\"_ftnref66\">[66]<\/a> (neben vielen russischen Literaten) waren u.a. Milan Kundera, Vladim\u00edr Holan, Karel Kryl, Jan Pato\u010dka, Ludv\u00edk Vaculik, V\u00e1clav Havel, Ji\u0159\u00ed Gru\u0161a, Czes\u0142aw Mi\u0142osz, Tadeusz R\u00f3\u017cewicz, Zbigniew Herbert, Tadeusz Borowski, Hanna Krall, Adam Michnik, Jacek Kuro\u0144.<\/p>\n<p>An der Weichsel versuchte man \u201eeinen Dialog mit der europ\u00e4ischen Kultur trotz der Zensur zu pflegen \u2013 und J\u00fcrgen Fuchs z\u00e4hlte zu jenem Kreis von deutschen Autoren, die nach ihrer Abschiebung in den Westen auch im kommunistischen Polen, au\u00dferhalb der Zensur funktionierten und ihren polnischen Lesern Bilder der DDR-Diktatur vermittelten\u201c.<a href=\"#_ftn67\" name=\"_ftnref67\">[67]<\/a> Die \u00dcbersetzungen seiner Texte waren pr\u00e4sent vor allem in Untergrund- bzw. Exilzeitschriften, die einerseits in Polen (<em>Bez Debitu, Obecno\u015b\u0107, Veto<\/em>) und andererseits in polnischen Kulturzentren im Ausland, darunter in West-Berlin (<em>Pogl\u0105d, Przekazy, Archipelag<\/em>), Paris (<em>Zeszyty Literackie<\/em>) oder London (<em>Wiadomo\u015bci<\/em>), herausgegeben wurden. Als erste erschienen bereits 1977 &#8211; der junge Autor sa\u00df damals in Hohensch\u00f6nhausen ein &#8211; zwei Prosatexte aus <em>Ged\u00e4chtnisprotokolle<\/em> (<em>Die Wende<\/em> und <em>1968<\/em>)<a href=\"#_ftn68\" name=\"_ftnref68\">[68]<\/a>, denen in den 80er Jahren eine F\u00fclle von \u00dcbertragungen von Gedichten aus <em>Tagesnotizen<\/em> und <em>Pappkameraden<\/em> folgte<a href=\"#_ftn69\" name=\"_ftnref69\">[69]<\/a>. Die meisten von ihnen \u00fcbersetzte der in Krakau lebende Dichter und Verleger Ryszard Krynicki, der mit der Zeit zum wichtigsten Vermittler seiner Lyrik in Polen wurde. Er lernte Fuchs noch vor dem Mauerfall pers\u00f6nlich kennen und widmete ihm nach seinem Tod das Gedicht <em>In Berlin<\/em><a href=\"#_ftn70\" name=\"_ftnref70\">[70]<\/a>.<\/p>\n<p>Auch die Prosa von J\u00fcrgen Fuchs fand in Polen relativ gro\u00dfen Zuspruch und war entscheidend f\u00fcr seine Rezeption hierzulande. 1985 brachte der renommierte Untergrundverlag NOWA das Buch <em>Vernehmungsprotokolle<\/em> heraus, das unter dem Titel <em>Protoko\u0142y przes\u0142ucha\u0144. Wspomnienia<\/em> in insgesamt f\u00fcnf Auflagen erschien. Der Autor schrieb im Vorwort: \u201eIch bin \u00fcberzeugt, dass es einen Weg gibt, die totalit\u00e4re Diktatur zu besiegen. Die polnischen Intellektuellen und Arbeiter kennen diesen Weg. Wir m\u00fcssen ihn erst noch finden \u2013 den eigenen Weg in diesem geteilten Land. Notwendig sind Dialog und Solidarit\u00e4t. Die polnische \u00dcbersetzung dieses Buches halte ich f\u00fcr die wichtigste meiner bisherigen Publikationen. Ich danke denen herzlich, die sie erm\u00f6glichten\u201c.<a href=\"#_ftn71\" name=\"_ftnref71\">[71]<\/a> Der Dank war in erster Linie an die \u00dcbersetzerin und Literaturkritikerin Ma\u0142gorzata \u0141ukasiewicz gerichtet, die in den 80er Jahren in West-Berlin mitunter weilte und 1987 dem polnischen Publikum das bis heute einzige Interview mit dem Schriftsteller pr\u00e4sentierte. Dieses l\u00e4ngere Gespr\u00e4ch, an dem ebenfalls Hans-Joachim Sch\u00e4dlich und Johano Strasser teilnahmen, erschien in der unabh\u00e4ngigen Zeitschrift <em>Krytyka <\/em>unter dem Titel <em>Po dw\u00f3ch stronach muru<\/em> [Beiderseits der Mauer] und thematisierte \u201edie Teilung der deutschen Kultur, insbesondere der Literatur, die Situation ausgeb\u00fcrgerter DDR-Autoren im Westen, die Friedensbewegung und die Ostpolitik der SPD\u201c.<a href=\"#_ftn72\" name=\"_ftnref72\">[72]<\/a><\/p>\n<p>In der ehemaligen Tschechoslowakei, die J\u00fcrgen Fuchs einerseits durch die Literatur, andererseits durch die geographische Lage seiner Heimatstadt (Reichenbach im Vogtland) nahe war, begann die Rezeption des Schriftstellers unter ungew\u00f6hnlichen Umst\u00e4nden, und zwar nicht mit der Wahrnehmung seines Werks, sondern mit Rockmusik von Mikol\u00e1\u0161 Chadima. Im Fr\u00fchjahr 1985 war der Rockmusiker \u201ein einer Samizdatabschrift auf Fuchs\u2019 Gedichte gesto\u00dfen, die ihn so stark ansprachen, da\u00df er sich entschied, sie f\u00fcr seine MCH Band zu vertonen\u201c.<a href=\"#_ftn73\" name=\"_ftnref73\">[73]<\/a> Chadima, in der damaligen \u010cSSR von der Geheimpolizei (StB) verfolgt und mit Auftrittsverbot belegt, beeindruckten die Gedichte aus <em>Tagesnotizen <\/em>(<em>Leicht <\/em>und <em>Nein<\/em>) und <em>Pappkameraden<\/em> (<em>Gorleben<\/em>), an denen er so gro\u00dfes Gefallen fand, dass er sie ins Repertoire sei\u00adner Band aufnahm, bei (halb)illegalen Konzerten auf Deutsch spielte und per Tonbandkopien verbreitete.<\/p>\n<p>F\u00fcr die musikalische Inspiration wollte sich Chadima bei J\u00fcrgen Fuchs bedanken und ihm eine der Untergrund-Kassetten schenken. Dies gelang auf vielen Umwegen mit Hilfe von Josef Rauvolf, der Ende der 80er Jahre nach West-Berlin zu reisen und einige Zeit sp\u00e4ter Fuchs\u00b4 Gedichte ins Tschechische zu \u00fcbersetzen begann<a href=\"#_ftn74\" name=\"_ftnref74\">[74]<\/a>. 1989 sollte eine Auswahl davon \u201ein der von dem Schriftsteller J\u00e1chym Topol mitbegr\u00fcndeten legend\u00e4ren Prager Untergrundzeitschrift <em>Revolver Revue<\/em> erscheinen, in der letzten Nummer vor dem November der \u201esamtenen Revolution\u201c. Doch die tschechoslowakische Geheimpolizei steckte das Einfamilienhaus, in dem die Zeitschrift hergestellt wurde, in Brand. Die Texte wurden dann in der ersten legalen Nummer der <em>Revolver Revue<\/em> im Mai 1990 ver\u00f6ffentlicht\u201d.<a href=\"#_ftn75\" name=\"_ftnref75\">[75]<\/a> In der \u00dcbertragung von Josef Rauvolf erschienen u.a. die Gedichte aus <em>Tagesnotizen:<\/em><\/p>\n<p><center><\/center><\/p>\n<table class=\"aligncenter\" border=\"0\" width=\"80%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>JETZT BIN ICH RAUS, JETZT<\/td>\n<td>TE\u010e JSEM VENKU, TE\u010e<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Kann ich erz\u00e4hlen<\/td>\n<td>M\u016f\u017eu vypr\u00e1v\u011bt<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Wie es war<\/td>\n<td>Jak\u00e9 to bylo<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Aber das<\/td>\n<td>Ale to se<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>L\u00e4\u00dft sich nicht erz\u00e4hlen<\/td>\n<td>Ned\u00e1 vypr\u00e1v\u011bt<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Und wenn<\/td>\n<td>Pokud ano<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>M\u00fc\u00dfte ich sagen<\/td>\n<td>Musel bych \u0159\u00edct<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Was ich verschweige<\/td>\n<td>Co zaml\u010duji<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Zum Beispiel<\/td>\n<td>Nap\u0159\u00edklad<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Da\u00df ich am 17.12.1976 in meiner Zelle sa\u00df<\/td>\n<td>Jak jsem sed\u011bl 17.12.1976 ve sv\u00e9 cele<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Mit dem R\u00fccken zur T\u00fcr<\/td>\n<td>Z\u00e1dy ke dve\u0159\u00edm a<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Und weinte<\/td>\n<td>Plakal<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Weil ich am Vormittag<\/td>\n<td>Proto\u017ee jsem dopoledne<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>das Angebot abgelehnt hatte<\/td>\n<td>odm\u00edtl nab\u00eddku<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Mit ihnen zusammenzuarbeiten<\/td>\n<td>Ke spolupr\u00e1ci<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Und du wei\u00dft<\/td>\n<td>A ty v\u00ed\u0161<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Was es hei\u00dft, mit ihnen zusammenzuarbeiten<\/td>\n<td>Co to znamen\u00e1, s\u00a0nimi spolupracovat<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>DAS SCHLIMME ist nicht<\/td>\n<td>ZL\u00c9 nen\u00ed sed\u011bt<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>In einer Zelle zu sitzen<\/td>\n<td>V\u00a0cele<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Und verh\u00f6rt zu werden<\/td>\n<td>B\u00fdt vysl\u00fdch\u00e1n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Erst danach<\/td>\n<td>Teprve potom<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Wenn du wieder vor einem Baum stehst<\/td>\n<td>Kdy\u017e zase stoj\u00ed\u0161 p\u0159ed n\u011bjak\u00fdm stromem<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Oder eine Flasche Bier trinkst<\/td>\n<td>Nebo pije\u0161 pivo<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Und dich freuen willst<\/td>\n<td>A chce\u0161 aby ti bylo fajn<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Richtig freuen<\/td>\n<td>Skute\u010dn\u011b fajn<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Wie vorher<\/td>\n<td>Jako p\u0159edt\u00edm<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Erst dann<a href=\"#_ftn76\" name=\"_ftnref76\">[76]<\/a><\/td>\n<td>Teprve potom<a href=\"#_ftn77\" name=\"_ftnref77\">[77]<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da in der ehemaligen \u010cSSR die Literatur von J\u00fcrgen Fuchs nicht nur in der geschriebenen Form wahrgenommen wurde, so f\u00e4llt es schwer, die Wirkung seines Werks nur literarisch zu betrachten. Aber eins steht fest: viele Tschechen, wie der in Prag lebende \u00dcbersetzer Josef Rauvolf bemerkte, konnten sich problemlos mit den Erfahrungen des im Exil lebenden Autors identifizieren: \u201eIch war mit der Realit\u00e4t, die diese Gedichte beschrieben, sehr vertraut [\u2026]. Aus den Reaktionen der Leute, die diese \u00dcbersetzungen lasen, ging hervor, da\u00df sie von diesen Gedichten angesprochen waren &#8211; wegen der Thematik, aber auch wegen der Klarheit, der strengen Form und des pr\u00e4zisen Ausdrucks.[\u2026] Durch diese Wahlverwandtschaft und der Vertrautheit mit der Realit\u00e4t mangelte es bei uns nicht an Verst\u00e4ndnis wie im Westen\u201c.<a href=\"#_ftn78\" name=\"_ftnref78\">[78]<\/a><\/p>\n<p>Auch in andere Ostblockl\u00e4nder &#8211; wie etwa nach Ungarn und Rum\u00e4nien \u2013 konnten die Schriften des J\u00fcrgen Fuchs trotz Zensurh\u00fcrden gelangen. Auf diese Weise stie\u00df der Schriftsteller und Journalist Helmuth Frauendorfer Anfang der 80er Jahre auf seine Lyrik: \u201eEiner unserer Schriftstellerkollegen, Werner S\u00f6llner \u2013 sp\u00e4ter stellte sich heraus, dass er IM war \u2013, durfte mal in den Westen reisen und brachte Gedichte von J\u00fcrgen Fuchs mit. Dar\u00fcber hinaus ist einmal im Monat einer von uns rum\u00e4niendeutschen Schriftstellern aus dem Banat [\u2026] nach Bukarest gefahren ins Goethe-Institut \u2013 das gab es seit 1979 \u2013 mit einem Koffer und hat B\u00fccher [\u2026] hergebracht nach Temeswar. [\u2026] So war es auch mit den Zeitungen und Zeitschriften aus dem Goethe-Institut, [\u2026] uns interessierten die Debatten, die in der Bundesrepublik Deutschland stattgefunden haben, die politischen und die kulturellen\u201c.<a href=\"#_ftn79\" name=\"_ftnref79\">[79]<\/a><\/p>\n<p>Da im deutschsprachigen Banat J\u00fcrgen Fuchs nicht \u00fcbersetzt zu werden brauchte, so wurden seine Texte gelesen und weitergegeben, durften jedoch nicht erscheinen. Frauendorfer hatte es versucht, sie in die \u00d6ffentlichkeit zu bringen, ist aber an der Zensur gescheitert. In einer Erinnerung an seinen Freund, den er im Zuge der Ausreise (sie erfolgte 1987 nach massiver Verfolgung von Securitate, \u00e4hnlich wie bei andren rum\u00e4niendeutschen Autoren, u.a. Herta M\u00fcller, Richard Wagner, Horst Samson) in West-Berlin kennen lernte, schrieb er: \u201eEs war 23 Uhr, die Texte von J\u00fcrgen waren schon gesetzt, da tauchte der Kerl auf, ein Zensor, den es offiziell gar nicht mehr gab in Rum\u00e4nien. Ich wei\u00df bis heute nicht, warum der nachts pl\u00f6tzlich auftauchte, und \u2013 verdammt, der wusste, wer J\u00fcrgen Fuchs ist. Er sagte: \u201eDiese Texte k\u00f6nnen nicht ver\u00f6ffentlicht werden\u201c. F\u00fcr solche F\u00e4lle hatte ich dann immer Fotos von einem Freund dabei. Und da sind zwei gro\u00dfe Fotos auf der Seite erschienen und meine Freunde wussten immer, wenn ganz viele Fotos auf der Literaturbeilage waren, dann sind ganz viele Texte rausgeflogen\u201c.<a href=\"#_ftn80\" name=\"_ftnref80\">[80]<\/a><\/p>\n<p>Auch in Ungarn, \u00e4hnlich wie im Rum\u00e4nien, kam es nicht zu \u00dcbersetzungen des Werks von J\u00fcrgen Fuchs. Seine Texte kursierten zwar in oppositionellen Kreisen, meist abgedruckt in westdeutschen Zeitungen und Zeitschriften, was jedoch den Nachteil hatte, dass die Sprachbarriere die Zahl deren Leser begrenzte. Der ungarische Schriftsteller Gy\u00f6rgy Dalos, der J\u00fcrgen Fuchs im Sommer 1972 in Jena begegnete, stie\u00df relativ fr\u00fch auf Manuskripte des sich damals literarisch bet\u00e4tigenden Studenten der Sozialpsychologie \u00fcber die Nationale Volksarmee: \u201eDas waren sehr trockene, sehr genau beschreibende, mit souver\u00e4n schlechter Laune geschriebene Novellen \u00fcber den Alltag in dieser Armee, und die NVA war aus meiner Warte nur eine Metapher f\u00fcr die Gesellschaft. Ich sah, dass hier ein guter Autor am Werk war, und meine Sorge wuchs\u201c.<a href=\"#_ftn81\" name=\"_ftnref81\">[81]<\/a><\/p>\n<p>Erst einige Jahre sp\u00e4ter konnte Dalos vom Schicksal des J\u00fcrgen Fuchs erfahren &#8211; eines Herbstages 1977 las er im Spiegel \u201emit angehaltenem Atem\u201c seine <em>Ged\u00e4chtnisprotokolle<\/em> und war bestrebt, den Kontakt wiederzubeleben. Erst 1982 kam es zum Widersehen mit J\u00fcrgen Fuchs in West-Berlin, danach blieben beide Schriftsteller in freundschaftlichem Kontakt: einerseits als Literaturschaffende, andererseits als B\u00fcrgerrechtler, die die demokratische Oppositionsbewegung in Ungarn und in der DDR (wo Dalos in den 80er Jahren als persona non grata galt) unterst\u00fctzten. Nach Jahren konstatierte der heutzutage in Berlin lebende Ungar: \u201eObwohl ich vieles von J\u00fcrgens Werken mit gro\u00dfem Genuss und Ge\u00adwinn gelesen habe, so haben doch vor allem die <em>Ged\u00e4chtnisprotokol\u00adle<\/em> auf mich au\u00dferordentlich stark gewirkt. [\u2026] Dem Geheimdienst seine Geheimnisse zu entrei\u00dfen und das Verschwiegene, das mit sieben Siegeln Verschlossene zu ver\u00ad\u00f6ffentlichen, war die eine, sozusagen zivilb\u00fcrgerliche Seite des Vor\u00adgangs. Die andere bestand darin, das Erlebte in einer transparenten Art und sparsamen Sprache der Au\u00dfenwelt nahe zu bringen\u201c.<a href=\"#_ftn82\" name=\"_ftnref82\">[82]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>IV. \u201eLandschaften der L\u00fcge\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Der politische Umbruch in Ostmitteleuropa und Zusammenbruch der SED-Herrschaft beeinflussten die Position wie auch die Themen des J\u00fcrgen Fuchs, der nach 1989 die Funktion seiner Literatur neu zu bestimmen suchte. In den 90er Jahren war der Autor bestrebt, sich schriftstellerisch \u201edas eigene Leben, die Erinnerung, die W\u00fcrde zur\u00fcckzuholen\u201c<a href=\"#_ftn83\" name=\"_ftnref83\">[83]<\/a>, so dass sich seine \u00c4sthetik der Einmischung zu einer \u00c4sthetik der Erinnerung wandelte. In dieser Phase sind in seinem Schreiben die Trennungslinien zwischen dem Literarischen und Dokumentarischen \u201enicht immer zu ziehen\u201c und \u201egekennzeichnet von einem moralischen Impetus, der gegen Verdr\u00e4ngung, Vergesslichkeit und falsch verstandene Solidarit\u00e4t [\u2026] opponiert\u201c.<a href=\"#_ftn84\" name=\"_ftnref84\">[84]<\/a> Nach dem Inkrafttreten des Stasi-Unterlagen-Gesetzes (29.12.1991) begann Fuchs nach Beweisen f\u00fcr politische Verfolgung zu suchen, um seine Zeugenschaft mit stichhaltigen Argumenten untermauern zu k\u00f6nnen. Seither berichtete er immer intensiver \u00fcber die Methoden des DDR-Staatssicherheitsdienstes, Untaten und Zersetzungsma\u00dfnahmen des MfS wie auch Leiden der vielen Opfer des SED-Regimes. Auf diese Weise wurde die wahre Botschaft seines Schaffens vermittelt:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eLiteratur muss gestehen, was war. Nicht im strafrechtlichen Sinne. Sie will die T\u00e4ter nicht jagen und hetzen, aber sie will geheime Apparate und Mechanismen blo\u00dflegen \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 (\u2026) Erst nach genauer Kenntnis der gesellschaftlichen und pers\u00f6nlichen Mechanismen haben wir die Chance auf ein aufrichtiges Verzeihen, haben wir die Sensibilit\u00e4t, eine andere, menschlichere Zukunft zu beginnen\u201c.<a href=\"#_ftn85\" name=\"_ftnref85\">[85]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: left;\">Der Dienstantritt in der BStU im April 1992 erm\u00f6glichte Fuchs uneingeschr\u00e4nkte Akteneinsicht. Da er in den Archiven des MfS auf zahlreiche Belege f\u00fcr seine fr\u00fcheren Vermutungen und Beweisst\u00fccke jener Macht stie\u00df, die bis 1989 straflos Biographien (darunter seine eigene) beeinflusste, so f\u00fchlte er sich veranlasst, Geheimnisse aus den \u201eekelhaften\u201c Papierbergen herauszuholen und von seinen Funden ein schockierendes und &#8211; wie es sich 1998 nach der Ver\u00f6ffentlichung von <em>Magdalena<\/em><a href=\"#_ftn86\" name=\"_ftnref86\">[86]<\/a> herausstellte &#8211; verst\u00f6rendes Zeugnis abzulegen. Kurzerhand entschlie\u00dft er sich, gewonnene Erkenntnisse explizit zu machen, \u201eweil ihre Hauptwache, ihre Gewalt, vor allem das Geheimnis war, die Konspiration, das berechnende L\u00fcgen und Hineinziehen in ihre Machenschaften. So entstanden entsetzliche Landschaften der L\u00fcge, der Abh\u00e4ngigkeit und der Gewalt\u201c.<a href=\"#_ftn87\" name=\"_ftnref87\">[87]<\/a> Bei der Konfrontation mit Stasi-Praktiken achtet der Schriftsteller weniger auf \u00c4sthetik &#8211; die Hauptrolle spielt die Schilderung der nackten Wirklichkeit, die er akribisch aufdeckt und registriert: \u201e[\u2026] auf Rache und Ha\u00df, kann verzichtet werden. Auf Wahrheitssuche, auf Durchsetzen der Menschenrechte, auf \u00f6ffentliche Entlarvung von hartn\u00e4ckiger L\u00fcge und die Entmachtung konspirativer Abh\u00e4ngigkeits- und Gewaltstrukturen nicht\u201c.<a href=\"#_ftn88\" name=\"_ftnref88\">[88]<\/a><\/p>\n<p>Die Biographie des J\u00fcrgen Fuchs, seine Erfahrungen mit der zweiten deutschen Diktatur und langj\u00e4hrige literarische Auseinandersetzung mit dem SED-Regime machten ihn in der Zeit nach dem Mauerfall zu einem viel gefragten Zeitzeugen, ebenfalls im Ausland. 1990 erschien in der Zeitschrift <em>The Germanic Review<\/em>, herausgegeben in New York von der Columbia University, eine umfangreiche Umfrage zur literarischen Zensur in der DDR. Der Schriftsteller, der im Fr\u00fchjahr 1988 die Antworten auf postalischem Weg erteilte, \u00e4u\u00dferte sich ausf\u00fchrlich zu mannigfaltigen Aspekten der Informationskontrolle in \u201eArbeiter- und Bauernstaat\u201c (u.a. zur Selbst-, Verlags- und Bibliothekszensur) und deren Auswirkungen, die er am eigenen Leib erfahren musste: \u201eDas Strafgesetzbuch der DDR erlaubt das beinahe beliebige Kriminalisieren, z.B. die Paragraphen 106 (\u201estaatsfeindliche Hetze\u201c, bis zu zw\u00f6lf Jahren Gef\u00e4ngnis) und 219 und 220 (\u201eungesetzliche Verbindungsaufnahme\u201c und \u201eStaatsverleumdung\u201c) sowie Paragraphen 98, 99 und 100 (\u201eSammlung von Nachrichten\u201c, \u201eLandesverr\u00e4terischer Treuebruch\u201c und \u201eStaatsfeindliche Verbindungen\u201c). [\u2026] Man mu\u00df mit Repressionen rechnen, auch mit Gef\u00e4ngnis und Ausb\u00fcrgerung. Erh\u00f6hter psychischer Druck, auch f\u00fcr die Familie\u201c.<a href=\"#_ftn89\" name=\"_ftnref89\">[89]<\/a><\/p>\n<p>Nach der \u00d6ffnung der Stasi-Archive erhielt J\u00fcrgen Fuchs des \u00d6fteren Einladungen zu Konferenzen und Tagungen, die ihm erlaubten, Bekanntschaften mit ausl\u00e4ndischen Autoren, Forschern und Wissenschaftlern zu schlie\u00dfen. Viele von ihnen waren sehr angetan \u2013 einerseits von der Zeugenschaft des Schriftstellers, der als Diktaturerfahrene u.a. \u00fcber die Konfrontation mit Stasi-Akten, \u00fcber den Missbrauch der Psychologie und perfide Zerm\u00fcrbungs- und Zersetzungspraktiken des MfS zu berichten wusste<a href=\"#_ftn90\" name=\"_ftnref90\">[90]<\/a>, andererseits von seinen literarischen und publizistischen Bem\u00fchungen, dem \u201eSchlussstrich\u201c entgegenzuwirken und damit der \u201eDiktatur der L\u00fcge\u201c ein Ende zu setzen. Diese Begegnungen waren f\u00fcr Fuchs oft Ansporn, ins Ausland zu reisen, wo man ihn als Literaturschaffenden und Intellektuellen sch\u00e4tzte. 1993 folgte Fuchs Einladungen aus Moskau und Prag<a href=\"#_ftn91\" name=\"_ftnref91\">[91]<\/a>, das er ebenfalls 1997 zur Feier von \u201e20 Jahren Charta 77\u201c (zusammen mit Doris Liebermann<a href=\"#_ftn92\" name=\"_ftnref92\">[92]<\/a>) besuchte.<\/p>\n<p>Eine seiner Reisen ging nach S\u00fcdafrika. 1996 nahm der Schriftsteller an der von der Lyrikerin Ingrid de Kok organisierten Faultlines-Konferenz teil, die anl\u00e4sslich der Wahrheits- und Vers\u00f6hnungskommission in Kapstadt stattfand und der Aufarbeitung der Apartheid-Erfahrung gewidmet war<a href=\"#_ftn93\" name=\"_ftnref93\">[93]<\/a>. Er lernte dabei Anette und Peter Horn, ein Germanistenpaar von der Universit\u00e4t von Kapstadt, kennen, die seiner Lyrik und Prosa und der darin geschilderten Auseinandersetzung mit dem totalit\u00e4ren Regime gro\u00dfe Aufmerksamkeit schenkten. In den darauffolgenden Jahren erschienen etliche Aufs\u00e4tze<a href=\"#_ftn94\" name=\"_ftnref94\">[94]<\/a>, in denen Horns das literarische Werk von J\u00fcrgen Fuchs nicht nur erforschten und popularisierten, sondern es auch ins Englische \u00fcbersetzten:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWhat I am writing down, I am not even allowed to think. And reading it to others, giving it to others to read? \u00abI\u00bb is only the \u00abI-narrator\u00bb, not me, I could say. [\u2026] I am a soldier, subject to hard laws, everything can be held against me. Where does it come from, to scribble every day in note books\u2026 I am only carrying out something\u2026 The topic, the observations are stronger than the fear of the author for himself. [\u2026] Writing as a last counter-attack. My writings break down any personal defence. Whoever reads that, knows I am thinking. Excuses are useless. [\u2026] Indifferent? Doesn\u00b4t matter? Attacks of fear. Throw the paper into the rubbish bin? Railways lines. Better to write, to risk it. I want to risk it\u201d.<a href=\"#_ftn95\" name=\"_ftnref95\">[95]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>\u201eWas ich aufschreibe, darf ich nicht einmal denken. Und vorlesen, anderen zu lesen geben? \u00abIch\u00bb ist nur der \u00abIch-Erz\u00e4hler\u00bb, nicht ich, k\u00f6nnte ich sagen. [\u2026] Ich bin Soldat, unterliege harten Gesetzen, alles l\u00e4sst sich gegen mich wenden. Woher kommt das, jeden Tag in Hefte kritzeln\u2026 ich f\u00fchre nur etwas aus\u2026 Das Thema, die Beobachtungen sind st\u00e4rker als die Angst des Autors um sich selbst. [\u2026] Schreiben als letzte Gegenwehr. Meine Aufzeichnungen demontieren jeden pers\u00f6nlichen Schutz. Wer das liest, wei\u00df, was ich denke. Ausreden sind sinnlos. [\u2026] Gleichg\u00fcltig? Egal? Anf\u00e4lle von Angst. Das Papier in M\u00fclltonnen werfen? Bahnschienen. Lieber schreiben, es riskieren. Ich will es riskieren\u201c.<a href=\"#_ftn96\" name=\"_ftnref96\">[96]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Der Aufenthalt in Afrika und die M\u00f6glichkeit, einmal von Diskriminierungen und Menschenrechtsverst\u00f6\u00dfen des Apartheidsystems zu erfahren, dann aber auch mit Reaktionen der s\u00fcdafrikanischen Rezipienten auf seine erfahrungsges\u00e4ttigte Literatur konfrontiert zu werden, bewirkten, dass bei J\u00fcrgen Fuchs die Erinnerungen an eigene Traumatisierung und Konfrontation mit dem SED-Regime wach wurden. Im R\u00fcckblick auf die harte Zeit der Isolation, auf psychische Folter und innere Angst vor dem Zusammenbruch in der Haft entstand das Gedicht <em>Nicht Alle<\/em>, das der Schriftsteller Anette und Peter Horn widmete:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table class=\"aligncenter\" border=\"0\" width=\"80%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><strong><em>Nicht Alle <\/em><\/strong><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Sitzen im Gef\u00e4ngnis<\/td>\n<td>Ein Leben<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Immer nur einer, immer nur eine<\/td>\n<td>Wer schickt Briefe, Postkarten?<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Immer sitzen einige, manchmal viele<\/td>\n<td>Wer B\u00fccher<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Im Gef\u00e4ngnis<\/td>\n<td>Wer legt den eigenen Pullover dazu?<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Im Lager<\/td>\n<td>Die Zeichnung des Kindes<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>In der Falle, die meisten nicht<\/td>\n<td>Mit Wasserfarben?<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Die meisten sitzen nicht im Gef\u00e4ngnis<\/td>\n<td>Rot, gr\u00fcn, schwarz, eine Wiese, B\u00e4ume<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Nur manchmal<\/td>\n<td>Ein lachendes Ungeheuer<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Einer<\/td>\n<td>Alle sa\u00dfen nicht im Gef\u00e4ngnis<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Eine<\/td>\n<td>Immer nur einer, immer nur eine<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Einige<\/td>\n<td>Im Lager<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Viele, fast alle<\/td>\n<td>In der Falle<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Ein Vater folgt seiner Tochter<\/td>\n<td>Andere<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Er sagt Nein im Verh\u00f6r<\/td>\n<td>Sa\u00dfen in anderen Fallen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Sie br\u00fcllen<\/td>\n<td>Andere<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Er sagt Nein. &#8220;Sie sehen Ihre Tochter<\/td>\n<td>Sitzen in anderen Fallen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Nie wieder!&#8221;<\/td>\n<td>Manchmal<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Sie br\u00fcllen<\/td>\n<td>entscheidet ein Brief, eine Postkarte<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Er sagt Nein, will kein Schwein sein<\/td>\n<td>Ein Buch, eine Zeichnung eines Kindes<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Ein Vater folgt seiner Tochter<\/td>\n<td>Ein Freund, ein<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Der Himmel vielleicht blau<\/td>\n<td>Winken, ein<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Eine Sonne<\/td>\n<td>Gru\u00df<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Ein kleiner Regen<\/td>\n<td>\u00dcber Leben und Tod<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Eine Welt<\/td>\n<td>Einer, eine <a href=\"#_ftn97\" name=\"_ftnref97\">[97]<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Auf die im Gedicht erw\u00e4hnte \u201eZeichnung des Kindes\u201d war der Autor dieser Zeilen zuf\u00e4llig w\u00e4hrend seiner Recherchen in den MfS-Akten gesto\u00dfen: sie wurde am 20.05.1977 von der damals zweij\u00e4hrigen Tochter des Schriftstellers Lili angefertigt<a href=\"#_ftn98\" name=\"_ftnref98\">[98]<\/a>. Jenes mit bunten Wasserfarben bemalte Blatt Papier half dem inhaftierten Vater, sich nicht zu beugen und die hohe Belastung im Stasi-Gef\u00e4ngnis durchzuhalten. In den Vernehmungen \u201ehatten seine Gegner ein Gesicht, sa\u00dfen sie ihm gegen\u00fcber, waren sie meist kalkulierbar\u201c<a href=\"#_ftn99\" name=\"_ftnref99\">[99]<\/a>, anders als in West-Berlin, wo der Autor dem langen Arm des MfS nicht entging und der massiven Verfolgung (im Rahmen des ZOV \u201eOpponent\u201c) ausgeliefert war, ohne geahnt zu haben, dass die Staatssicherheit gegen ihn die Schranken freigegeben hatte<a href=\"#_ftn100\" name=\"_ftnref100\">[100]<\/a>. Unter den ausgekl\u00fcgelten Zersetzungsma\u00dfnahmen gab es nicht nur den jahrelang andauernden Psychokrieg, auch andere Mittel, die keine nachweisbaren Spuren hinterlassen sollten. Eines von ihnen war der mutma\u00dfliche Einsatz radioaktiver Stoffe, praktiziert gegen \u201eFeinde der DDR\u201c, darunter aufs\u00e4ssige Oppositionelle. Als J\u00fcrgen Fuchs Anfang der 90er an einem seltenen Blutkrebs erkrankte, verfestigte sich sein fr\u00fcherer Verdacht der zielgerichteten Verstrahlung von politischen H\u00e4ftlingen, zumal er erste Symptome der Kontamination bereits in der U-Haft erkannt haben wollte<a href=\"#_ftn101\" name=\"_ftnref101\">[101]<\/a>.<\/p>\n<p>Trotz der Entdeckung der Leuk\u00e4mie blieb das Arbeitspensum von J\u00fcrgen Fuchs enorm hoch. Er wusste, gegen die Zeit zu arbeiten, trotz alledem war bestrebt, Beweise f\u00fcr massive Verfolgung seiner Person, der Familie und Freunde zu liefern und damit die lang verhohlene Wahrheit \u00fcber die in Stasi-Akten festgehaltenen Schicksale aufzuzeigen. In dieser turbulenten Zeit, als Fuchs sein umfangreiches Projekt namens <em>Magdalena<\/em> zu beenden trachtete, erreichte ihn im Mai 1997 eine Einladung aus Amerika. Wolfgang M\u00fcller, Professor am Dickinson College in Pennsylvania, unterbreitete dem Schriftsteller ein Angebot, \u201efuer eine Woche bis 10 Tage im Oktober nach Carlisle zu kommen\u201c.<a href=\"#_ftn102\" name=\"_ftnref102\">[102]<\/a> M\u00fcller, der \u201evon J\u00fcrgens politischer und literarischer Arbeit mindestens seit 1976 \u00fcber deutsche Zeitschriften\u201c wusste, sich <em>Ged\u00e4chtnisprotokolle<\/em> und <em>Vernehmungsprotokolle<\/em> \u00fcber Buchgesch\u00e4fte besorgte und \u201eseinen literarischen Werdegang weiter verfolgt[e]\u201c, erfuhr von Hans Joachim Sch\u00e4dlich, als dieser 1994 \u201ewriter-in-residence\u201c am Dickinson College war, \u201esehr viel \u00fcber J\u00fcrgen, der ihm in seinen ersten schweren Jahren in der Bundesrepublik eine Art Vaterfigur wurde, obwohl ja eigentlich J\u00fcrgen der J\u00fcngere war\u201c.<a href=\"#_ftn103\" name=\"_ftnref103\">[103]<\/a><\/p>\n<p>Der Schriftsteller, dem in dieser Zeit gesundheitlich besser ging, nahm die Einladung mit folgender Bemerkung an: \u201eIch sitze an den \u201cLandschaften der Luege\u201c und komme voran. [\u2026] Reise: Bitte nicht zu rasch handeln, wenn, dann 98. Herzlich! Ihr j. f.\u201c.<a href=\"#_ftn104\" name=\"_ftnref104\">[104]<\/a> Im November 1997 konnte Wolfgang M\u00fcller dem Autor pers\u00f6nlich begegnen, und zwar an der Friedrich-Schiller-Universit\u00e4t Jena, wo beide am internationalen Autorencolloquium \u201eKunst und Freiheit \u2013 Literatur und Diktatur\u201c teilnahmen<a href=\"#_ftn105\" name=\"_ftnref105\">[105]<\/a>. Da einige Zeit sp\u00e4ter bei J\u00fcrgen Fuchs R\u00fcckfall der Erkrankung auftritt, so musste die angek\u00fcndigte Amerika-Reise abgesagt werden. Als im Februar 1998 endlich das viel erwartete Buch <em>Magdalena<\/em> erschien, schrieb M\u00fcller in seiner sachlichen und ausgewogenen Rezension f\u00fcr die Zeitschrift <em>Glossen. German Literature and Culture after 1945<\/em>:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eFuchs\u2019 Ged\u00e4chtnis, sein intuitives Verst\u00e4ndnis von Situationen und Menschen, seine F\u00e4higkeit, eine gro\u00dfe Anzahl von Ereignissen der Gegenwart und Vergangenheit, Personen und Gespr\u00e4chen als einen homogenen Text lebendig, ja \u201cwortgewaltig\u201d zu gestalten, sind beeindruckend. Hat man das Buch erst einmal in die Hand genommen, ist es schwer, es vor der letzten Seite wegzulegen. Ob es sich jedoch \u00fcber den Kreis jener hinaus, die auf die eine oder andere Weise in der DDR \u201cdabei gewesen\u201d sind und noch nicht vergessen wollen, durchsetzen wird? Der Leser merkt, in diesem Buch steckt eine enorme erz\u00e4hlerische Kraft und w\u00fcnschte, der Autor h\u00e4tte nach diesem \u201chei\u00dfen\u201d Bericht die Zeit und Ruhe einen \u201ckalten\u201d Roman zu schreiben, <u>den<\/u> Roman seiner Generation\u201c.<a href=\"#_ftn106\" name=\"_ftnref106\">[106]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>V. \u201eK\u00e4mpfer gegen das Vergessen\u201c \u2013 Wirkung nach 1999<\/strong><\/p>\n<p>Dem Schriftsteller, B\u00fcrgerrechtler und Sozialpsychologen<a href=\"#_ftn107\" name=\"_ftnref107\">[107]<\/a> J\u00fcrgen Fuchs wurde nur ein kurzes Dasein gew\u00e4hrt &#8211; er starb mit nur 48 Jahren an den Folgen der Leuk\u00e4mie. Im Ausland konnten von seinem Tod am 9. Mai 1999 u.a. die Leser der renommierten polnischen Literaturzeitschrift <em>Zeszyty Literackie<\/em> erfahren, in der bereits 1987 Fuchs\u00b4 Gedichte in der \u00dcbersetzung von Ryszard Krynicki pr\u00e4sentiert wurden<a href=\"#_ftn108\" name=\"_ftnref108\">[108]<\/a>. Kurze Zeit sp\u00e4ter erschien in der Wochenzeitschrift <em>Tygodnik Powszechny<\/em> ein l\u00e4ngerer, aufschlussreicher Text, in dem auch der h\u00e4ufig gestellten Frage nach der Todesursache des Autors nachgegangen wird: \u201eNun besch\u00e4ftigt auch die \u00d6ffentlichkeit ein Verdacht, den der ehemalige DDR-Dissident schon seit Ausbruch der Krankheit 1994 gegen\u00fcber Freunden und seiner \u00c4rztin formulierte: Dass diese Erkrankung \u201enicht gottgewollt, sondern menschengemacht\u201c gewesen sei. [\u2026] Beweisen konnte Fuchs seinen Verdacht nicht, v\u00f6llig ausschlie\u00dfen will ihn aber bisher nie\u00admand, der sich seit 1989 mit der Aufarbeitung des Stasi-Erbes be\u00adsch\u00e4ftigt\u201c.<a href=\"#_ftn109\" name=\"_ftnref109\">[109]<\/a><\/p>\n<p>Helga Hirsch, die nach dem Mauerfall einige Jahre in Polen als <em>ZEIT-<\/em>Korrespondentin t\u00e4tig war, portr\u00e4tierte anschaulich den Werdegang des Diktaturkritikers und schilderte dem polnischem Publikum Gr\u00fcnde f\u00fcr seinen harten Kampf um die \u201erichtige\u201c Aufarbeitung des Stasi-Erbes: \u201eJ\u00fcrgen Fuchs &#8211; er sagte es offen bei einer Anh\u00f6rung \u00fcber das SED-Regime 1994 im Berliner Reichstag &#8211; war \u00fcber den Umgang mit der Vergangenheit im wiedervereinten demokratischen Deutschland zunehmend entt\u00e4uscht und verbittert. [\u2026] Wie fr\u00fcher in der DDR f\u00fchlte er sich im Recht, doch wie fr\u00fcher stand er auf der Seite der Verlierer. Zunehmend trot\u00adzig suchte er Beweismaterial in den Stasi-Unterlagen: <em>Sauereien suche ich, verschwundene Akten, Beweise\u2026 Ein Befreier will ich sein, ein Zellenaufschlie\u00dfer, ein Akten\u00f6ffner. Und ein R\u00e4cher? Ein Eindringling, ein T\u00fcr\u00f6ffner, ein zur\u00fcckkehrender H\u00e4ftling? Ihre Ausreden sollen zu Ende sein. Ich will zeigen, was innen los ist<\/em>\u201c.<a href=\"#_ftn110\" name=\"_ftnref110\">[110]<\/a><\/p>\n<p>Dieses Zitat, zu finden in <em>Magdalena<\/em> auf Seite 131, liest sich wie ein k\u00fcnstlerisches Credo des J\u00fcrgen Fuchs, der seit seinem Dienstantritt in der BStU zahlreiche Beispiele f\u00fcr Untaten und Gewalt des SED-Regimes anf\u00fchren konnte, womit er auf breites Interesse ebenfalls der ausl\u00e4ndischen Wissenschaftler (vornehmlich Germanisten) stie\u00df. Viele von ihnen waren beeindruckt von der dokumentarisch-literarischen Leistung des Autors,, dessen Ver\u00f6ffentlichungen in den 90er Jahren zum Thema Psychologie und Staatssicherheit<a href=\"#_ftn111\" name=\"_ftnref111\">[111]<\/a> oftmals Ausgangspunkt f\u00fcr weitere Nachforschungen \u00fcber die Unterdr\u00fcckungsmechanismen des SED-Sicherheitsapparates und das unheilvolle Erbe der DDR-Gewaltherrschaft waren. In diesem Zusammenhang ist u.a. auf die wissenschaftlichen Arbeiten von Ewa Matkowska<a href=\"#_ftn112\" name=\"_ftnref112\">[112]<\/a> (Polen), Anne-Marie Corbin-Schuffels<a href=\"#_ftn113\" name=\"_ftnref113\">[113]<\/a>, <a href=\"https:\/\/cmb.hu-berlin.de\/team\/profil\/sibylle-goepper\/\">Sibylle Goepper[114] <\/a>(Frankreich), Carol Anne Costabile-Heming<a href=\"#_ftn115\" name=\"_ftnref115\">[115]<\/a> und Andrew Plowman<a href=\"#_ftn116\" name=\"_ftnref116\">[116]<\/a> (USA) hinzuweisen, die sich in ihren Studien mit der zweiten deutschen Diktatur auseinandersetzten und dabei einerseits auf die von J\u00fcrgen Fuchs betriebene Aufkl\u00e4rung der Verbrechen des MfS, andererseits explizit auf seine literarischen Texte bezogen. Insbesondere bei Costabile-Heming, t\u00e4tig an der University of North Texas, findet man etliche Bez\u00fcge zum Werk und dessen Analyse. In einer ihrer Studien bemerkt sie:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eFuchs&#8217;s post-unification works are marked by? his commitment to opening the archives of his life.[\u2026] While Fuchs continues his focus on factual evidence, this text [Magdalena \u2013 E.K.] abandons the more deliberate protocol style of the two earlier works [\u2026] Unlike earlier attempts at merging the Stasi files with autobiographical writing by Kunert and Loest, Fuchs&#8217;s <em>Magdalena <\/em>is not a linear, chronological story, because the time frames of the three parts overlap. Whereas in <em>Ged\u00e4chtnisprotokolle <\/em>and <em>Vernehmungsprotokolle<\/em> Fuchs as author is the protagonist, in <em>Magdalena<\/em>, Fuchs is simultaneously the subject and the object: the first-person narrator shares Fuchs&#8217;s experiences, and as the narrator\/Fuchs reads about himself in the files, he becomes objectified. Throughout the text, the narrator describes, reports, depicts, criticizes, and reflects. There is a polyphonic quality to the text, as multiple voices speak (his wife, Lilo; his daughter, Lili; friends and co-workers). Fuchs even creates an additional narrative voice for himself, the &#8220;Knaststimme&#8221; (slammer voice), which aids him in maintaining distance between himself and the evidence\u201c. [\u2026]<\/blockquote>\n<p>Furthermore, <em>Magdalena <\/em>picks up where <em>Vernehmungsprotokolle<\/em> left off, when he was dropped off in West Berlin without any form of proof that anything had happened. Whereas <em>Vernehmungsprotokolle<\/em> was a masterpiece precisely because Fuchs was able to recall his experiences from memory,<em> Magdalena<\/em> provides the longed for evidence:<\/p>\n<blockquote><p>Als ich in den &#8220;Vernehmungsprotokollen&#8221; das Stasi-Gef\u00e4ngnis Berlin-Hohensch\u00f6nhausen schilderte, die Zellen, die Verh\u00f6re, die leisen Methoden der Qu\u00e4lerei von Gefangenen, das Widerstehen und die Augenblicke der Schw\u00e4che, des Zusammenbruchs, des Wieder-hoch-Rappelns, hatte ich kein einziges Dokument &#8220;von ihnen.&#8221; Keinen Aktenschnipsel, nur das eigene Erleben, nur die nackte, antastbare Erinnerung. Jetzt triumphiert das Besserwissen\u201c.<\/p>\n[When I described the Stasi prison in Berlin Hohensch\u00f6nhausen in &#8220;Vernehmungsprotokolle,&#8221; the cells, the interrogations, the quiet methods of tormenting the prisoners, the resistance and the moments of weakness, of collapse, of picking oneself up again, I didn&#8217;t have a single document &#8220;from them.&#8221; No scraps from a file, only my own experience, the naked, inviolable memory. Now knowing better triumphs].<a href=\"#_ftn117\" name=\"_ftnref117\">[117]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><em>Magdalena <\/em>bleibt bis heute ein vielzitiertes Buch. Es fand vielerorts Anerkennung, z.B. in Polen, wo eine der Rezensentinnen f\u00fcr seine \u201eAufnahme in den Pflichtlekt\u00fcrekanon f\u00fcr all diejenigen, die die \u00b4Akten\u00f6ffnung\u00b4 in Zweifel ziehen\u201c, pl\u00e4dierte<a href=\"#_ftn118\" name=\"_ftnref118\">[118]<\/a>. Im Ausland &#8211; im Gegensatz zu Deutschland, wo <em>Magdalena<\/em> heftige Auseinandersetzungen erregte und von vielen Kritikern pauschal missbilligt wurde<a href=\"#_ftn119\" name=\"_ftnref119\">[119]<\/a> &#8211; hat dieses Werk auf die Wahrnehmung des in vieler Hinsicht unabh\u00e4ngigen Autors nicht abgef\u00e4rbt, vielmehr aufgezeigt, wie langwierig und schmerzhaft der Kampf um die Aufkl\u00e4rung der Verbrechen des Sicherheitsdienstes sein kann und was es bedeutet, als Schriftsteller die Wahrheit \u00fcber den Stasi-Staat aufzeigen zu wollen, nach der \u201eDiktaturanf\u00e4lligkeit der deutschen Gesellschaft\u201c zu fragen und dabei \u201eVergleiche zwischen den beiden deutschen Diktaturen\u201c zu ziehen<a href=\"#_ftn120\" name=\"_ftnref120\">[120]<\/a>. Marion Brandt, Professorin am Institut f\u00fcr Deutsche Philologie der Universit\u00e4t Gda\u0144sk (Danzig), konstatiert in Bezug auf J\u00fcrgen Fuchs und <em>Magdalena<\/em>: \u201eIndem er die Stasi-Verbrechen als Verbrechen der zweiten deutschen Diktatur bezeichnet, verleiht er den Versuchen, sie aufzukl\u00e4ren, eine zentrale Bedeutung f\u00fcr die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts. Aus dieser historischen Perspektive stellt er auch die Frage nach m\u00f6glichen Deformierungen und Gef\u00e4hrdungen der Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland\u201c.<a href=\"#_ftn121\" name=\"_ftnref121\">[121]<\/a><\/p>\n<p>Brandt hat auch in ihren fr\u00fcheren Arbeiten, in denen die Reaktionen der Schriftsteller aus der DDR auf die Demokratisierungsversuche und -bewegungen in Polen (insbesondere die der Solidarno\u015b\u0107-Revolution in den Jahren 1980\/81<a href=\"#_ftn122\" name=\"_ftnref122\">[122]<\/a>) untersucht wurden, oft darauf hingewiesen, dass J\u00fcrgen Fuchs zu jener kleinen Gruppe der Intellektuellen geh\u00f6rte, die sich Anfang 80er Jahre mit Polen solidarisierte und die damalige Ost- und Deutschlandpolitik der Regierung der BRD ignorierte. Zusammen mit anderen wenigen Literaten, die mit Polen sympathisierten (u.a. Heinrich B\u00f6ll, G\u00fcnter Grass, Hannes Schwenger, Peter Schneider, Hans-Christoph Buch, Utz Rachowski, Wolf Biermann, Helga M. Novak, Reiner Kunze, Siegfried Heinrichs), war Fuchs der Tatsache bewusst, dass die Schriftsteller den Auftrag haben, Distanz zur Macht zu halten, unabh\u00e4ngig von ihr \u201eund vom medialen Mainstream ihre Stimme zu erheben. Sie k\u00f6nnen politische Entscheidungen aus der Distanz beurteilen und die Konflikte zwischen macht, Realpolitik und Moral beim Namen nennen. [\u2026] Die meisten von ihnen hofften, dass es durch Solidarno\u015b\u0107 zu einer Demokratisierung im gesamten sozialistischen Lager kommen w\u00fcrde. Einige wenige dagegen sahen in der Entstehung der freien Gewerkschaft bereits damals den Anfang vom Ende des sozialistischen Staatensystems\u201c.<a href=\"#_ftn123\" name=\"_ftnref123\">[123]<\/a><\/p>\n<p>Einer von ihnen war J\u00fcrgen Fuchs, der \u201eIn vielem, was er tat\u201c sich \u201evom Ethos der Solidarit\u00e4t leiten\u201c lie\u00df: \u201ebei seiner Hilfe f\u00fcr Polen, seiner Vermittlung zwischen deutschen und polnischen Intellektuellen\u201c<a href=\"#_ftn124\" name=\"_ftnref124\">[124]<\/a>, bei Unterst\u00fctzung polnischer Emigranten in West-Berlin und Oppositioneller in Polen (u.a. mit Geld- und Sachspenden). In seinen Texten setzte er sich f\u00fcr die \u201epolnische Revolution\u201c ein, machte aufmerksam auf den mutigen Kampf um \u201eBrot und Freiheit\u201c und \u201eLeben ohne Angst\u201c aber \u201egegen L\u00fcge und Trickserei\u201c<a href=\"#_ftn125\" name=\"_ftnref125\">[125]<\/a>. Dabei kritisierte er die Gleichg\u00fcltigkeit der westdeutschen Linken und der Friedensbewegung zu Solidarno\u015b\u0107 und versuchte, den westdeutschen Intellektuellen, die ihn f\u00fcr \u201eQuerulanten\u201c und \u201eSt\u00f6renfried\u201c hielten<a href=\"#_ftn126\" name=\"_ftnref126\">[126]<\/a>, die Augen f\u00fcr die Opposition in den sozialistischen Staaten zu \u00f6ffnen:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIch geh\u00f6re zu denen, die sich nicht damit abfinden k\u00f6nnen, da\u00df das Wort Sozialismus zu einer L\u00fcge, einer Verh\u00f6hnung wurde. Dieses Wort geh\u00f6rt nicht denen, die wie schlechtgelaunte F\u00fcrsten im Namen des Volkes \u00fcber das eigene Volk herrschen und ihren Staat zunehmend in einen Kasernenhof verwandeln. Es geh\u00f6rt nicht dieser neuen Rechten. Den Aufs\u00e4ssigen, den Verfolgten, die in Polen und S\u00fcdamerika um ihre Rechte k\u00e4mpfen, denen, die wirklichen Frieden wollen ohne Raketen, ohne Panzer, ohne Gef\u00e4ngnisse, ohne Lager, denen geh\u00f6rt es\u201c.<a href=\"#_ftn127\" name=\"_ftnref127\">[127]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Vom politischen Engagement und von der schriftstellerischen Leistung von J\u00fcrgen Fuchs f\u00fchlten sich nicht nur Wissenschaftler angesprochen. 2002 fanden zahlreiche Ausz\u00fcge aus <em>Ged\u00e4chtnisprotokolle <\/em>und<em> Vernehmungsprotokolle<\/em> Eingang in den deutsch-belgischen Dokumentarfilm <em>La d\u00e9composition de l&#8217;\u00e2me<\/em> (<em>Zersetzung der Seele<\/em>)<a href=\"#_ftn128\" name=\"_ftnref128\">[128]<\/a>, gedreht am historischen Ort &#8211; im ehemaligen Stasi-Untersuchungsgef\u00e4ngnis in Berlin-Hohensch\u00f6nhausen. Nina Toussaint und Massimo Iannetta (Drehbuch und Regie) schildern darin Erinnerungen von zwei ehemaligen H\u00e4ftlingen, die als Zeitzeugen ihre Geschichten erz\u00e4hlen und Methoden der \u201eoperativen Psychologie\u201c des MfS erkl\u00e4ren, darunter Verh\u00f6rtechniken, Mechanismen von Belohnung, Bestrafung, Drohung und Erpressung. Dabei begegnen sie den Texten von J\u00fcrgen Fuchs, der in seinem fr\u00fchen Werk Hohensch\u00f6nhausen als einen Ort systematischer seelischer Zerst\u00f6rung und Zersetzung durch die DDR-Staatssicherheit literarisch darzustellen wusste: \u201eEs hat immer welche gegeben, die sagen, mit Gewalt sind Menschen nicht zu \u00e4ndern. Aber sie sagen: Dass Menschen mit Gewalt nicht zu \u00e4ndern sind, ist nicht gesagt, denn wir beherrschen unser Handwerk und haben viel Zeit\u201c.<a href=\"#_ftn129\" name=\"_ftnref129\">[129]<\/a><\/p>\n<p>Das Schicksal von J\u00fcrgen Fuchs und seine literarische Auseinandersetzung mit der totalit\u00e4ren Staatsmacht inspirierte Mikol\u00e1\u0161 Chadima, eine CD zum Gedenken an den verstorbenen Freund aufzunehmen. Ende November 1989 begegneten sich beide K\u00fcnstler pers\u00f6nlich in West-Berlin \u2013 schon damals plante der Prager Rockmusiker die Lyrik von Fuchs weiter musikalisch zu interpretieren, was jedoch erst 2002 passierte. Im Booklet der CD schildert Chadima seine Beweggr\u00fcnde: \u201e\u2026ich halte diese ganze Arbeit wirklich f\u00fcr einen Dienst am Menschen, der mir sehr sympathisch war, ja der mir sozial nahestand\u201c. Das Album <em>Tagesnotizen<\/em>, herausgegeben im Label Black Point Music, enth\u00e4lt insgesamt acht (teilweise neu vertonte) auf Deutsch gesungene Fuchs-Gedichte aus <em>Tagesnotizen <\/em>und <em>Pappkameraden<\/em>, die der Lyriker Ivan Wernisch ins Tschechische \u00fcbertrug: \u201eaus alter Verbundenheit mit J\u00fcrgen Fuchs, die aus totalit\u00e4ren Zeiten herr\u00fchrt\u201c.<a href=\"#_ftn130\" name=\"_ftnref130\">[130]<\/a><\/p>\n<p>Jene Verbundenheit mit dem verstorbenen Autor kam nach 1999 noch mehrmals zum Ausdruck &#8211; 2007 initiierte Ryszard Krynicki die Ver\u00f6ffentlichung der von ihm in den 80er Jahren \u00fcbersetzten Gedichte in der Wochenzeitung <em>Tygodnik powszechny<\/em><a href=\"#_ftn131\" name=\"_ftnref131\">[131]<\/a>; 2014 widmete der Pariser Germanist Jean-Pierre Hammer dem \u201eDichter und Rebell\u201c J\u00fcrgen Fuchs ein Kapitel in seinem Buch <em>Es war einmal die DDR<a href=\"#_ftn132\" name=\"_ftnref132\"><strong>[132]<\/strong><\/a><\/em>; 2015 erschien der Gedichtband <em>Miss Zuki czyli Ameryka jest ca\u0142kiem blisko<\/em> [Miss Suki oder Amerika ist nicht weit<a href=\"#_ftn133\" name=\"_ftnref133\">[133]<\/a>] von Utz Rachowski, f\u00fcr den der herausragende Lyriker Adam Zagajewski das Vorwort schrieb und darin an die Generation der ausgeb\u00fcrgerten DDR-Schriftsteller, die aus politischen Gr\u00fcnden ausgeb\u00fcrgert wurden und des \u00d6fteren dem Politischen weiter folgten, den Namen J\u00fcrgen Fuchs vergab. Zagajewski meinte damit eine Generation, die \u201edie Literatur nicht nur mit einem leeren Blatt auf dem Schreibtisch und nicht nur mit Rezensionen, Preisverleihungen, Ambitionen, Neid und Aufenthalten in eleganten \u201eH\u00e4usern der kreativen Arbeit\u201c assoziierte, sondern durchaus auch mit dem Risiko, das die Herausforderung an das politische System mit sich brachte. Die damals jungen Dichter und Schriftsteller der DDR, eines Staates, der nicht mehr existiert, riskierten viel mehr als ihre polnischen Kollegen. [\u2026] J\u00fcrgen Fuchs zahlte mit seinem Leben f\u00fcr den Konflikt mit dem bereits verschwundenen Staat\u201c.<a href=\"#_ftn134\" name=\"_ftnref134\">[134]<\/a><\/p>\n<p>Und 2016 kam es in Polen, zum ersten Mal au\u00dferhalb des deutschsprachigen Raumes, zur Veranstaltung der wissenschaftlichen Konferenz <em>J\u00fcrgen Fuchs: \u201eSagen was ist\u201c. Diktatur als grenz\u00fcberschreitende Erinnerungslandschaft<\/em><a href=\"#_ftn135\" name=\"_ftnref135\">[135]<\/a><em>. <\/em>Den Er\u00f6ffnungsvortrag hielt der langj\u00e4hrige Freund des Schriftstellers Utz Rachowski, der auf eine paradoxe Tatsache aufmerksam machte: J\u00fcrgen Fuchs war nie in Polen und ist hierzulande ungeheuer pr\u00e4sent. In Breslau, wo in Fachvortr\u00e4gen und Diskussionen \u00fcber die Wirkung des literarischen \u0152uvres von J\u00fcrgen Fuchs und seine Wahrnehmung reflektiert wurde, konnte sich das internationale Gremium von der Richtigkeit dieser Feststellung \u00fcberzeugen. Denn in Ostmitteleuropa gilt J\u00fcrgen Fuchs seit vielen Jahren nicht nur als wichtiger Autor, sondern als Vermittler von Literatur, Wegbereiter des intellektuellen Austausches und Br\u00fcckenschlager zwischen den unterdr\u00fcckten V\u00f6lkern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>VI. Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Seit \u00fcber 40 Jahren &#8211; angefangen vom Fr\u00fchjahr 1977, als in der alten Bundesrepublik <em>Ged\u00e4chtnisprotokolle<\/em> erschienen sind &#8211; steht das literarische Werk von J\u00fcrgen Fuchs nicht nur deutschsprachigen Lesern zur Verf\u00fcgung. Innerhalb dieser Zeit wurden seine Lyrik und Prosa in viele Sprachen \u00fcbersetzt und auf fast allen Kontinenten rezipiert<a href=\"#_ftn136\" name=\"_ftnref136\">[136]<\/a>. Es ist daher schwer zu erkennen, welcher seiner Romane, Essay- bzw. Gedichtb\u00e4nde heutzutage das gr\u00f6\u00dfte Ansehen genie\u00dft. Die Meinungen dazu variieren, selbst im heutigen Deutschland. Eine tiefe Spur haben zweifellos seine mit Emotionen geladenen Gedichte hinterlassen, in denen die poetische Sprache des J\u00fcrgen Fuchs zum Vorschein kommt; dar\u00fcber hinaus sein Lebensthema Haft und Stasi, dargestellt in <em>Magdalena<\/em>, zurecht als \u201eeines der gewagten Experimente in der neueren Literatur\u201c<a href=\"#_ftn137\" name=\"_ftnref137\">[137]<\/a> bezeichnet.<\/p>\n<p>Zwar ist J\u00fcrgen Fuchs nicht der einzige deutschsprachige Autor, der sich mit schmerzlichen Erfahrungen und \u201eschmutzigen\u201c Themen des 20. Jh. besch\u00e4ftigte, aber einer der wenigen, der sich so sprachm\u00e4chtig und unerbittlich mit Mechanismen eines totalit\u00e4r verfassten Staates und Tabus eines \u201eL\u00e4ndchens mit drei Gro\u00dfbuchstaben [\u2026], zwei gleichen und einem anderen im Alphabet\u201c<a href=\"#_ftn138\" name=\"_ftnref138\">[138]<\/a> auseinandersetzte. Dies wei\u00df man im Ausland \u00fcberall dort zu sch\u00e4tzen, wo der Schriftsteller wahrgenommen werden konnte, zumal seine Forderung nach einer freien, rigorosen Literatur, die keine R\u00fccksicht nimmt (auch auf Landsleute), nach wie vor aktuell ist. Es bleibt zu hoffen, dass seine B\u00fccher eines Tages als Werkausgabe erscheinen und in weitere Fremdsprachen \u00fcbersetzt werden, besonders da dem nicht deutschsprachigen Publikum bisher nur ein kleiner Teil seines lyrischen und prosaischen Werks bekannt ist. Seine Popularisierung w\u00fcrde auch eine andere \u201eKonjunktur\u201c in Deutschland beg\u00fcnstigen, wo man es bis heute nicht schaffte, Fuchs\u00b4 B\u00fccher in Lehrprogramme aufzunehmen und in den Schulen als Lekt\u00fcre zu empfehlen (die Ausnahme bildet der Freistaat Th\u00fcringen, wo seit 2001 der Gedichtband <em>Schriftprobe<\/em> als Lesestoff f\u00fcr die Klassenstufen 9-12 empfohlen wird).<\/p>\n<p>Am 9. Mai 2019 j\u00e4hrt sich sein Todestag zum 20. Mal. In den vergangenen Jahren schien J\u00fcrgen Fuchs eine Herausforderung zu sein, ebenfalls f\u00fcr die Germanisten. Aber wie der vorliegende Aufsatz zeigt, fanden bisher einige von ihnen gen\u00fcgend Argumente im Schaffen des J\u00fcrgen Fuchs, die die Dominanz des Politischen gegen\u00fcber dem Literarischen in den Hintergrund dr\u00e4ngen und deutlich aufzeigen, dass die Besch\u00e4ftigung mit dem Schriftsteller nicht unbedingt im Zeichen der geschichtlich-politischen Aufarbeitung der DDR-Zeit stehen muss. Damit Fuchs \u201eneu\u201c gelesen wird, bleibt &#8211; so meine These &#8211; mithilfe des komparatistischen Ansatzes zu versuchen, sein Werk aus einer anderen Perspektive und zwar einer grenz\u00fcberschreitenden Vergleichsperspektive zu betrachten, die es auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede mit Literatur verschiedener Kulturen untersucht<a href=\"#_ftn139\" name=\"_ftnref139\">[139]<\/a>. Dann l\u00e4sst sich vielleicht die Eigenart des Schreibens von J\u00fcrgen Fuchs neu entdecken und diese vor dem Hintergrund z.B. der osteurop\u00e4ischen Literatur (auch im Exil und Untergrund) reflektieren. Eins ist aber schon jetzt sicher: die Facetten und Sprache der Diktatur sind in vielen Teilen der Welt \u00e4hnlich, die Machttechniken wandeln sich, aber die Opfer bleiben dieselben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Notes<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Udo Scheer, <em>Gegen die Feigheit<\/em>, \u201eRheinischer Merkur\u201c, 07.05.2009.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> 2009 erschien zum 10. Todestag von J\u00fcrgen Fuchs die erste Neuauflage als Hardcover-Ausgabe mit Foto-Beigaben. Vgl. J\u00fcrgen Fuchs, <em>Vernehmungsprotokolle<\/em> (Mit Fotos von Tim Deussen und einem Vorwort von Hubertus Knabe), Berlin 2009.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> www.jaron-buchshop.de\/epages\/62119018.sf\/de_DE\/?ObjectPath=\/Shops\/62119018\/Products\/9783897738386 (abgerufen am 23.05.2018).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Ebenda, S. 54.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> In der DDR sind nur wenige Texte von J\u00fcrgen Fuchs erschienen. Bis zu seiner Ausb\u00fcrgerung am 26.08.1977 konnte er insgesamt eine Stellungnahme in der von Andreas Reimann ausgel\u00f6sten Lyrik-Debatte (vgl. <em>Diskussion. Die neuen Leiden der jungen Lyrik<\/em>, \u201eSinn und Form\u201c, Heft 5, 1974, S. 1091-1093) sowie 26 Gedichte in unterschiedlichen DDR-Anthologien ver\u00f6ffentlichen. Vgl. <em>Poesiealbum. Sonderheft Poetenseminar 1971<\/em> (Hg. Hannes W\u00fcrtz), Berlin 1971, S. 10; <em>Offene Fenster 3. Sch\u00fclergedichte <\/em>(Hg. Edwin und Margret Kratschmer), Berlin 1972, S. 82; <em>Offene Fenster. Sch\u00fclergedichte, <\/em>Bd. 4 (Hg. Edwin und Margret Kratschmer und Hannes W\u00fcrtz), Berlin 1973, S. 60ff, 76ff, 126, 131, 132, 135, 160; <em>Treffpunkt Klub<\/em>, Heft 4, Gera 1974, S. 10; <em>Auswahl 74. Neue Lyrik \u2013 Neue Namen <\/em>(Hg. Bernd Jentzsch u.a.), Berlin 1974, S. 60ff.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Nach der \u00f6ffentlichen Veranstaltung in der Galerie \u201eDie Gucke\u201c in Bad K\u00f6stritz (zusammen mit Gerulf Pannach und Bettina Wegner) am 7. Februar 1975 wurde J\u00fcrgen Fuchs mit Auftritts- und Publikationsverbot belegt. Seitdem ist kein literarischer Text von ihm in der DDR erschienen. Erst 1989 wurde in der Samisdat-Zeitschrift \u201e1. Mose 2,25\u201c das Kurzprosast\u00fcck \u201eDie Vorladung\u201c aus <em>Ged\u00e4chtnisprotokolle<\/em> abgedruckt. Erw\u00e4hnenswert ist auch die einzige Besprechung seines Romans <em>Das Ende einer Feigheit<\/em>, die je in der DDR ver\u00f6ffentlicht wurde. Vgl. Peter B\u00f6thig, <em>Schwarzer Hammer, roter Zirkel, goldener Drehpunkt<\/em>?, \u201eAriadnefabrik\u201c, Nr. II\/1989, S. 60-64.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Vgl. Udo Scheer, <em>Frei sein von allen Zw\u00e4ngen des Denkens und Sprechens. Literarische Opposition und politische Exmatrikulation von J\u00fcrgen Fuchs<\/em>. In: <em>Im Dialog mit der Wirklichkeit. <\/em><em>Ann\u00e4herungen an Leben und Werk von J\u00fcrgen Fuchs<\/em> (Hg. Ernest Kuczy\u0144ski), Halle 2014, S. 360-392; ders., <em>So zeigt sich der Staat nackt. <\/em>In:<em> Sagen, was ist! J\u00fcrgen Fuchs zwischen Interpretation, Forschung und Kritik<\/em> (Hg. Ernest Kuczy\u0144ski), Dresden-Wroc\u0142aw 2017, S. 143-152.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Andreas Schmidt, <em>Unruhiges Refugium. Als J\u00fcrgen Fuchs bei Robert Havemann wohnte<\/em>. In: <em>Ann\u00e4herungen an Robert Havemann. Biographische Studien und Dokumente<\/em> (Hg. Bernd Florath), G\u00f6ttingen 2016, S. 193. Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt (Nr. 38\/1976, S. 28) ver\u00f6ffentlichte folgende Texte von J\u00fcrgen Fuchs: <em>Das Interesse, Die Wende, Die Vorladung, 1968, Die rote Fahne, F\u00fcr S.F.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> W\u00e4hrend der Sendung wurden folgende Texte von J\u00fcrgen Fuchs vorgelesen. <em>Der Auftakt, Das Fenster, Das Kind, Der Schrei, Der Frieden, Die Verwandlung, Die Vorladung <\/em>und <em>Der Unterricht.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> BStU, MfS, AS 205\/83, Nr. 7717\/76, Bl. 17.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Vgl. J\u00fcrgen Fuchs, \u201e<em>Ihnen imponiert wohl, was sich dieser Biermann traut<\/em>\u201c, \u201eWestf\u00e4lische Rundschau\u201c, Nr. 260, 19.11.1976.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> J\u00fcrgen Fuchs, \u201e<em>Ihnen imponiert wohl, was sich dieser Biermann traut?<\/em>\u201c. In: Thomas Rotschild (Hg.), <em>Wolf Biermann. Liedermacher und Sozialist<\/em>, Reinbek 1976, S. 167.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Vgl. u.a.: <em>Das Erwachen<\/em>, \u201eFrankfurter Rundschau\u201c, 23.11.1976; <em>An der Universit\u00e4t<\/em>, \u201eDeutsches Allgemeines Sonntagsblatt\u201c, 28.11.1976; <em>Es wird Zeit, da\u00df Sie Farbe bekennen<\/em>, \u201eFrankfurter Allgemeine Zeitung\u201c, 27.11.1976; \u201e\u2026die f\u00fchrende Klasse und basta\u201c, \u201eDer Spiegel\u201c, Nr. 49, 29.11.1976; <em>Anf\u00e4lle von Angst<\/em>, \u201eDie Zeit\u201c, 3.12.1976; <em>Der Stuhl<\/em> \u201eStuttgarter Zeitung\u201c, 11.12.1976.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Andreas W. Mytze, <em>Der Fall J\u00fcrgen Fuchs. Ein Text aus dem Jahre 1977<\/em>. In: <em>Im Dialog mit der Wirklichkeit. <\/em><em>Ann\u00e4herungen an Leben und Werk von J\u00fcrgen Fuchs<\/em> (Hg. Ernest Kuczy\u0144ski), Halle 2014, S. 431.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Vgl. Hannes Schwenger, <em>Das Schutzkomitee Freiheit und Sozialismus in Selbstzeugnissen, Do\u00adkumenten, Briefen und im Zerrspiegel der MfS-Akten, <\/em>\u201e<em>europ\u00e4ische ideen\u201c, <\/em>Sonderheft 1995, S. 1-5.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Manfred Wilke, <em>Das Schutzkomitee Freiheit und Sozialismus.<\/em> In: <em>Im Dialog mit der Wirklichkeit. \u00a0\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>\u00a0\u00a0\u00a0 <\/em><em>Ann\u00e4herungen an Leben und Werk von J\u00fcrgen Fuchs<\/em> (Hg. Ernest Kuczy\u0144ski), Halle 2014, S. 420.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Vgl. <em>Inhaftierter Dichter Fuchs erh\u00e4lt den Nizza-Preis<\/em>, \u201eDie Welt\u201c, 9.05.1977.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Vgl. <em>Five E-German dissidents emigrate to West<\/em>, \u201eThe Times\u201c, 29.08.1977, S. 4.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Klaus Michael, <em>K\u00fcnstlerische Autonomie und politisches Handeln. J\u00fcrgen Fuchs und die literarischen Szenen Ostdeutschlands<\/em>. In: <em>Sagen, was ist! J\u00fcrgen Fuchs zwischen Interpretation, Forschung und Kritik<\/em> (Hg. Ernest Kuczy\u0144ski), Dresden-Wroc\u0142aw 2017, S. 194.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> J\u00fcrgen Fuchs, <em>Ged\u00e4chtnisprotokolle. Mit Liedern von Gerulf Pannach und einem Vorwort von Wolf Biermann<\/em>, Reinbek 1977, S. 37.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Klaus Michael, <em>K\u00fcnstlerische Autonomie und politisches Handeln<\/em>\u2026a.a.O., s. 200-201.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Ebenda, S. 195. Der <em>Schriftprobe<\/em>-Zyklus &#8211; geschrieben im Fr\u00fchjahr 1972, als J\u00fcrgen Fuchs an der Friedrich-Schiller-Universit\u00e4t in Jena Psychologie studierte &#8211; umfasste urspr\u00fcnglich 27 Texte, von denen 1973 in der Anthologie <em>Offene Fenster 4<\/em> nur 11 ver\u00f6ffentlicht werden konnten. Der vollst\u00e4ndige Zyklus wurde von <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Edwin_Kratschmer\">Edwin Kratschmer<\/a> kurz nach dem Tod des Schriftstellers vorgelegt. Vgl. Edwin und Margret Kratschmer, Hannes W\u00fcrtz (Hg.), <em>Offene Fenster 4. Sch\u00fclergedichte,<\/em> Berlin 1973; J\u00fcrgen Fuchs, <em>Schriftprobe. Fr\u00fche Gedichte<\/em>, Weimar 2000 und 2001.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> Lutz Rathenow, <em>Grenz\u00fcberschreitendes Handeln und Schreiben von J\u00fcrgen Fuchs. <\/em>In: <em>Sagen, was ist! J\u00fcrgen Fuchs zwischen Interpretation, Forschung und Kritik<\/em> (Hg. Ernest Kuczy\u0144ski), Dresden-Wroc\u0142aw 2017, S. 54.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> www.deutschlandfunkkultur.de\/konstrukt-des-unerhoerten.1270.de.html?dram:article_id=191162Konstrukt des Unerh\u00f6rten (abgerufen am 23.05.2018).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> Udo Scheer, <em>So zeigt sich der Staat nackt<\/em>. In: <em>Sagen, was ist! J\u00fcrgen Fuchs zwischen Interpretation, Forschung und Kritik<\/em> (Hg. Ernest Kuczy\u0144ski), Dresden-Wroc\u0142aw 2017, S. 167.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> J\u00fcrgen Fuchs, <em>Das Erschrecken \u00fcber die eigene Sprache<\/em>. In<em>: <\/em>Deutsche Akademie f\u00fcr Sprache und Dichtung, Jahrbuch 1983, Heidelberg 1983, S. 44.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> Vgl. Roland Jahn, <em>Wir Angepassten. \u00dcberleben in der DDR<\/em>, M\u00fcnchen 2014, S. 153.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> Wolfgang Templin, <em>J\u00fcrgen Fuchs \u2013 Wegstationen<\/em>. In: <em>Im Dialog mit der Wirklichkeit. <\/em><em>Ann\u00e4herungen an Leben und Werk von J\u00fcrgen Fuchs<\/em> (Hg. Ernest Kuczy\u0144ski), Halle 2014, S. 87.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a> Wolfgang Templin, <em>J\u00fcrgen Fuchs \u2013 erneute Ann\u00e4herungen. Vom Umgang mit Schuld in der Diktatur<\/em>. In: <em>Sagen, was ist! J\u00fcrgen Fuchs zwischen Interpretation, Forschung und Kritik<\/em> (Hg. Ernest Kuczy\u0144ski), Dresden-Wroc\u0142aw 2017, S. 167.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a> Roland Jahn, <em>Sein L\u00e4cheln bleibt<\/em>. In: <em>Im Dialog mit der Wirklichkeit. <\/em><em>Ann\u00e4herungen an Leben und Werk von J\u00fcrgen Fuchs<\/em> (Hg. Ernest Kuczy\u0144ski), Halle 2014, S. 58.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a> Ebenda, S. 59.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref32\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a> Doris Liebermann, <em>Landschaften der L\u00fcge. Gespr\u00e4ch mit J\u00fcrgen Fuchs<\/em>. In: <em>Im Dialog mit der Wirklichkeit. Ann\u00e4herungen an Leben und Werk von J\u00fcrgen Fuchs <\/em>(Hg. Ernest Kuczy\u0144ski), Halle 2014, S. 33.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref33\" name=\"_ftn33\">[33]<\/a> www.deutschlandfunkkultur.de\/konstrukt-des-unerhoerten.1270.de.html?dram:article_id=191162Konstrukt des Unerh\u00f6rten (abgerufen am 13.06.2018).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref34\" name=\"_ftn34\">[34]<\/a> J\u00fcrgen Fuchs, <em>Vernehmungsprotokolle. November \u201976 bis September \u201877<\/em>, Berlin 2009, S. 106.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref35\" name=\"_ftn35\">[35]<\/a> Ulrich Schacht, <em>Wort-Wege durch Deutsch- und Konsumland. \u00dcber J\u00fcrgen Fuchs<\/em>, in: ders., <em>Gewissen ist Macht<\/em>,\u00a0\u00a0 M\u00fcnchen 1991, S. 212.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref36\" name=\"_ftn36\">[36]<\/a> Vgl. Udo Scheer, <em>J\u00fcrgen Fuchs. Ein literarischer Weg in die Opposition<\/em>, Berlin 2007, S. 182-183.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref37\" name=\"_ftn37\">[37]<\/a> Dagmar Siegmann, \u201e<em>Wir sind gef\u00e4hrdet, wenn wir Geld machen<\/em>\u201c, \u201eHannoversche Allgemeine Zeitung\u201c, 2.02.1981.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref38\" name=\"_ftn38\">[38]<\/a> Burkhard Meier-Grolman, \u201e<em>Der ist ja nicht unsympathisch\u201c<\/em>, \u201eS\u00fcdwest-Presse\u201c, 21.10.1978.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref39\" name=\"_ftn39\">[39]<\/a> Vgl. J\u00fcrgen Fuchs, <em>Du sollst zerbrechen<\/em>!, \u201eDer Spiegel\u201c, Nr. 43-47\/1977.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref40\" name=\"_ftn40\">[40]<\/a> Udo Scheer, <em>J\u00fcrgen Fuchs<\/em>\u2026a.a.O., S 216.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref41\" name=\"_ftn41\">[41]<\/a> August Graf Kageneck, \u201e<em>Vielleicht sind wir wirklich Spinner<\/em>\u201c, \u201eDie Welt\u201c, 3.06.1978, S. 15.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref42\" name=\"_ftn42\">[42]<\/a> Vgl. J\u00fcrgen Fuchs, <em>Souvenirs d&#8217;interrogatoires<\/em> (\u00e9dit\u00e9 par <a href=\"https:\/\/www.librairiedialogues.fr\/personne\/robert-simon\/85995\/\">Robert Simon<\/a>), <a href=\"https:\/\/www.librairiedialogues.fr\/editeur\/gallimard\/\">Gallimard<\/a>, Paris 1978; ders., <em>Proc\u00e8s-verbal d&#8217;un duel<\/em> (autres contributions de <a href=\"https:\/\/www.leslibraires.fr\/personne\/armand-georges-kermisch\/1403286\/\">Armand-Georges Kermisch<\/a>), Flammarion, Paris 1979.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref43\" name=\"_ftn43\">[43]<\/a> Vgl. Udo Scheer, <em>J\u00fcrgen Fuchs<\/em>\u2026a.a.O., S. 217.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref44\" name=\"_ftn44\">[44]<\/a> J\u00fcrgen Fuchs, <em>Tagesnotizen. Gedichte<\/em>, Reinbek 1979, S. 66-67.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref45\" name=\"_ftn45\">[45]<\/a> Das Zitat wurde dem Buchumschlag von<em> Pappkameraden<\/em> (Rowohlt Verlag, 1981) entnommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref46\" name=\"_ftn46\">[46]<\/a> Vgl. <em>Die gro\u00dfen Worte und andere Gedichte<\/em>. In: \u201e<em>Dimension. Contemporary German Arts and Letters\u201c,<\/em> Vol. 14, 1981, S. 186-191.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref47\" name=\"_ftn47\">[47]<\/a> Vgl. \u201ePrzekazy\u201c, Nr. 3\/1982.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref48\" name=\"_ftn48\">[48]<\/a> Vgl. \u201ePrzekazy\u201c, Nr. 10\/1982.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref49\" name=\"_ftn49\">[49]<\/a> J\u00fcrgen Fuchs, <em>Tagesnotizen<\/em>\u2026a.a.O., S. 11.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref50\" name=\"_ftn50\">[50]<\/a> J\u00fcrgen Fuchs, <em>The big words<\/em> (\u00fcbersetzt von John Whiton). In: \u201eDimension. Contemporary German Arts and Letters\u201c<em>,<\/em> Volume 14, 1981, S. 187.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref51\" name=\"_ftn51\">[51]<\/a> J\u00fcrgen Fuchs, <em>Wielkie s\u0142owa<\/em> (\u00fcbersetzt von Ryszard Krynicki). In: \u201eBez Debitu\u201c, Nr. 1(2), 1984\/85, S. 58.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref52\" name=\"_ftn52\">[52]<\/a> Vgl. J\u00fcrgen Fuchs. In: Mitch Cohen, <em>Berlin: contemporary writing in East and West<\/em>, Bandana Press, Santa Barbara 1983, S. 292-301.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref53\" name=\"_ftn53\">[53]<\/a> In der \u00dcbersetzung von Mitch Cohen erschienen u.a.: <em>Die Wende<\/em> (The Turning Point), <em>Das Kind<\/em> (The Child), <em>Das ist \u00fcbertrieben<\/em> (That is exaggerated), <em>Das glaube ich nicht<\/em> (I don\u00b4t belive that), <em>Aber ich hab doch seine Lieder <\/em>(9\/1\/78), <em>Immer sehe ich dich im Gef\u00e4ngnis<\/em> (Always I see you in prison).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref54\" name=\"_ftn54\">[54]<\/a> Vgl. www.thegsa.org<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref55\" name=\"_ftn55\">[55]<\/a> Vgl. J\u00fcrgen Fuchs, <em>Pappkameraden. Gedichte,<\/em> Reinbek 1981; ders. <em>Fassonschnitt,<\/em> Reinbek 1984.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref56\" name=\"_ftn56\">[56]<\/a> Vgl. J\u00fcrgen Fuchs: <em>Kunst und Kompromi\u00df<\/em>, \u201eFrankfurter Rundschau\u201c, 06.03.1984.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref57\" name=\"_ftn57\">[57]<\/a> Jay Rosellini, <em>Die<\/em> <em>Schriften des J\u00fcrgen Fuchs. Betrachtungen eines Poli\u00adtischen<\/em>, \u201eGerman Studies Review\u201c, Vol. 9, No. 2, May 1986, S. 402.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref58\" name=\"_ftn58\">[58]<\/a> J\u00fcrgen Fuchs,\u00a0 <em>Poesie und Zersetzung: Erste Vorlesung in der Reihe Literatur zur Bef\u00f6rderung der Humanit\u00e4t<\/em> (hrsg. von E. Kratschmer und U. Zwiener), Jena 1993, S. 14.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref59\" name=\"_ftn59\">[59]<\/a> G\u00fcnther R\u00fcther, <em>Literatur und Politik. Ein deutsches Verh\u00e4ngnis?,<\/em> G\u00f6ttingen 2013, S. 104.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref60\" name=\"_ftn60\">[60]<\/a> Adam Zagajewski, <em>Berlin, Anfang der 80er Jahre<\/em>. In: <em>Im Dialog mit der Wirklichkeit. Ann\u00e4herungen an Leben und Werk von J\u00fcrgen Fuchs <\/em>(Hg. Ernest Kuczy\u0144ski), Halle 2014, S. 46.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref61\" name=\"_ftn61\">[61]<\/a> Lutz Rathenow, <em>Grenz\u00fcberschreitendes Handeln und Schreiben<\/em>\u2026a.a.O., S. 55.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref62\" name=\"_ftn62\">[62]<\/a> Wolfgang Templin, <em>J\u00fcrgen Fuchs \u2013 erneute Ann\u00e4herungen<\/em>\u2026a.a.O., S. 170.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref63\" name=\"_ftn63\">[63]<\/a> Vgl. <em>J\u00fcrgen Fuchs, Landschaften der L\u00fcge. J\u00fcrgen Fuchs \u00fcber Schriftsteller im Stasi-Netz<\/em>, \u201eDer Spiegel\u201c, Nr. 47\u201351\/1991.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref64\" name=\"_ftn64\">[64]<\/a> Dazu schrieb Doris Liebermann: \u201eNach der \u201eEntlassung aus der Staatsb\u00fcrgerschaft der DDR\u201c, [\u2026] hatte Fuchs Einreiseverbot in den Arbeiter- und Bauern-Staat. Die Einreisesperre war von Anfang an bis 12\/99 festgelegt worden.[\u2026] Einreisesperre in die DDR bedeutete auch ein Verbot, die Transitstrecken in die sogenannten Drittl\u00e4nder Polen und Tschechoslowakei zu benutzen. Im Mai 1982 wurde au\u00dferdem ein Haftbefehl wegen \u201elandesverr\u00e4terischer Nachrichten\u00fcbermittlung\u201c und \u201estaatsfeindlicher Hetze\u201c sowie ein \u201eFahndungsersuchen Festnahme\u201c gegen ihn ausgestellt. H\u00e4tte er auch nur ein einziges Mal die Transitstrecken ins Bundesgebiet benutzt, h\u00e4tte er nur eine Reise ins \u00f6stliche Europa unternommen, w\u00e4re er sofort wieder verhaftet worden\u201c. Vgl. Doris Liebermann, <em>\u201eWas soll ich tun\u201c. J\u00fcrgen Fuchs, 1968 und das \u00f6stliche Europa<\/em>, \u201eOsteuropa\u201c, Heft 7, 2008, S. 102.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref65\" name=\"_ftn65\">[65]<\/a> Ebenda, S. 96, 102.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref66\" name=\"_ftn66\">[66]<\/a> Ebenda, S. 103.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref67\" name=\"_ftn67\">[67]<\/a> Krzysztof Oko\u0144ski, <em>Diagnosen nach dem Kollaps. Zum literaturhistorischen Standort von J\u00fcrgen Fuchs im unabh\u00e4ngigen polnischen Literaturumlauf<\/em>. In: <em>Sagen, was ist! J\u00fcrgen Fuchs zwischen Interpretation, Forschung und Kritik<\/em> (Hg. Ernest Kuczy\u0144ski), Dresden-Wroc\u0142aw 2017, S. 94.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref68\" name=\"_ftn68\">[68]<\/a> Vgl. Halina Zarychta, <em>Napady strachu<\/em>, \u201eWiadomo\u015bci\u201d, Nr. 12\/1977, 27.03.1977.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref69\" name=\"_ftn69\">[69]<\/a> Vgl. Krzysztof Oko\u0144ski, <em>Diagnosen nach dem Kollaps<\/em>\u2026a.a.O., s. 102, Fu\u00dfnoten 21-26.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref70\" name=\"_ftn70\">[70]<\/a> Vgl. Ryszard Krynicki, <em>Ein Gedicht f\u00fcr J\u00fcrgen Fuchs<\/em>. In: <em>Im Dialog mit der Wirklichkeit. Ann\u00e4herungen an Leben und Werk von J\u00fcrgen Fuchs <\/em>(Hg. Ernest Kuczy\u0144ski), Halle 2014, S. 113-115.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref71\" name=\"_ftn71\">[71]<\/a> Marion Brandt, <em>F\u00fcr eure und unsere Freiheit? Der Polnische Oktober und die Solidarno\u015b\u0107-Revolution in der Wahrnehmung von Schriftstellern aus der DDR<\/em>. Berlin 2002, S. 484.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref72\" name=\"_ftn72\">[72]<\/a> Ebenda. Vgl. <em>Po dw\u00f3ch stronach muru<\/em>, \u201eKrytyka\u201d, Nr. 25, 1987, S. 197-213. Eine gek\u00fcrzte deutsche Fassung des Gespr\u00e4ch ver\u00f6ffentlichte das Informationsbulletin \u201eSolidarno\u015b\u0107\u201d, Nr. 57, 1988, S. 32-46.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref73\" name=\"_ftn73\">[73]<\/a> Josef Rauvolf, <em>J\u00fcrgen Fuchs und die Tschechoslowakische Sozialistische Republik<\/em>. In: <em>Sagen, was ist! J\u00fcrgen Fuchs zwischen Interpretation, Forschung und Kritik<\/em> (Hg. Ernest Kuczy\u0144ski), Dresden-Wroc\u0142aw 2017, S. 121.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref74\" name=\"_ftn74\">[74]<\/a> Vgl. Ebenda, S. 121-123.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref75\" name=\"_ftn75\">[75]<\/a> Doris Liebermann, <em>\u201eWas soll ich tun\u201c<\/em>\u2026a.a.O., S. 104-105.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref76\" name=\"_ftn76\">[76]<\/a> J\u00fcrgen Fuchs, <em>Tagesnotizen<\/em>\u2026a.a.O., S. 10, 20, 23.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref77\" name=\"_ftn77\">[77]<\/a> J\u00fcrgen Fuchs, <em>Jetzt bin ich raus, Das Schlimme ist nicht<\/em>. In: \u201eRevolver revue\u201c, Nr. 97, 2014, S. 193 (\u00fcbersetzt von Josef Rauvolf).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref78\" name=\"_ftn78\">[78]<\/a> Josef Rauvolf, <em>J\u00fcrgen Fuchs und die Tschechoslowakische Sozialistische Republik<\/em>\u2026a.a.O., S. 123.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref79\" name=\"_ftn79\">[79]<\/a> Helmuth Frauendorfer, <em>Der rum\u00e4nische Fuchs. <\/em>In: <em>Sagen, was ist! J\u00fcrgen Fuchs zwischen Interpretation, Forschung und Kritik<\/em> (Hg. Ernest Kuczy\u0144ski), Dresden-Wroc\u0142aw 2017, S. 67.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref80\" name=\"_ftn80\">[80]<\/a> Ebenda, S. 68.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref81\" name=\"_ftn81\">[81]<\/a> Gy\u00f6rgy Dalos, <em>Umwege der Freiheit. Dissidentenkontakte 1970\u20131989. <\/em>In: <em>Sagen, was ist! J\u00fcrgen Fuchs zwischen Interpretation, Forschung und Kritik<\/em> (Hg. Ernest Kuczy\u0144ski), Dresden-Wroc\u0142aw 2017,\u00a0 S. 60.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref82\" name=\"_ftn82\">[82]<\/a> Gy\u00f6rgy Dalos, <em>Der moralische Rebell<\/em>. In: <em>Im Dialog mit der Wirklichkeit. Ann\u00e4herungen an Leben und Werk von J\u00fcrgen Fuchs <\/em>(Hg. Ernest Kuczy\u0144ski), Halle 2014, S. 109.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref83\" name=\"_ftn83\">[83]<\/a> Das Zitat wurde dem Buchumschlag von \u201e<em>Magdalena<\/em>\u201c entnommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref84\" name=\"_ftn84\">[84]<\/a> Antje Janssen-Zimmermann, Eintrag &#8220;Fuchs, J\u00fcrgen&#8221; in Munzinger Online\/KLG &#8211; Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Vgl. www.munzinger.de\/document\/16000000165 (abgerufen am 29.07.2018).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref85\" name=\"_ftn85\">[85]<\/a> Edwin Kratschmer, <em>Versus Diktatur. Texte zu J\u00fcrgen Fuchs<\/em>, Unterwellenborn 2001, S. 19.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref86\" name=\"_ftn86\">[86]<\/a> Vgl. J\u00fcrgen Fuchs, <em>Magdalena. MfS, Memfisblues, Stasi, Die Firma, VEB Horch &amp; Gauck &#8211; ein Roman<\/em>, Reinbek 1998.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref87\" name=\"_ftn87\">[87]<\/a> J\u00fcrgen Fuchs, <em>Landschaften der L\u00fcge<\/em>, \u201eDer Spiegel\u201c, Nr. 47\/1991, S. 284.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref88\" name=\"_ftn88\">[88]<\/a> J\u00fcrgen Fuchs, J\u00fcrgen: <em>Der Abschied von der Diktatur. <\/em>In. Aktenkundig (Hg. Hans Joachim Sch\u00e4dlich), Berlin 1992, S. 20-21.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref89\" name=\"_ftn89\">[89]<\/a> Richard A. Zipser, <em>Literary Censorship in the German Democratic Republic. Part Two: The Authors speak<\/em>. In: \u201eThe Germanic Review\u201c, Vol. LXV, Number 3, 1990, S. 121-122.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref90\" name=\"_ftn90\">[90]<\/a> Vgl. J\u00fcrgen Fuchs, <em>Landschaften der L\u00fcge<\/em>, \u201eDer Spiegel\u201c, Nr.47\u201351\/1991; J\u00fcrgen Fuchs, Gerhard Hieke, <em>Dummgeschult? Ein Sch\u00fcler und sein Lehrer<\/em>, Berlin 1992; J\u00fcrgen Fuchs, <em>Poesie und Zersetzung: Erste Vorlesung in der Reihe \u201eLiteratur zur Bef\u00f6rderung der Humanit\u00e4t\u201c<\/em> (Hg. Edwin Kratschmer und Urlich Zwiener), Jena 1993; J\u00fcrgen Fuchs, <em>Unter Nutzung der Angst<\/em>. <em>Die \u201eleise\u201c Form des Terrors &#8211; Zersetzungsma\u00dfnahmen des MfS<\/em>. Berlin 1994 (Reihe \u201eBF informiert\u201c, Heft 2\/1994); Klaus Behnke, J\u00fcrgen Fuchs (Hg.): <em>Zersetzung der Seele. Psychologie und Psychiatrie im Dienste der Stasi<\/em>, Hamburg 1995 (Neuauflage: Leipzig, 2010).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref91\" name=\"_ftn91\">[91]<\/a> Vgl. Elsbeth Zylla, <em>J\u00fcrgen Fuchs und die K\u00f6lner Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung.<\/em> In: <em>Sagen, was ist! J\u00fcrgen Fuchs zwischen Interpretation, Forschung und Kritik<\/em> (Hg. Ernest Kuczy\u0144ski), Dresden-Wroc\u0142aw 2017, S. 271.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref92\" name=\"_ftn92\">[92]<\/a> Vgl. Doris Liebermann, J\u00fcrgen Fuchs, Vlasta Wallat (Hg.): <em>Dissidenten, Pr\u00e4sidenten und Gem\u00fcseh\u00e4ndler. <\/em><em>Tschechische und ostdeutsche Dissidenten 1968\u20131998<\/em>, Essen 1998.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref93\" name=\"_ftn93\">[93]<\/a> Vgl. Ingrid De Kok, <em>The Fault Lines Initiative: Inquiries into Truth and Reconciliation<\/em>, In: <em>\u201e<\/em>West Coast Line\u201d, 20 (30\/2), 1996, S. 107-110.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref94\" name=\"_ftn94\">[94]<\/a> Vgl. Anette Horn, <em>Von keinem Diskurs beherrscht. Das Gedicht \u201eNicht Alle\u201c von J\u00fcrgen Fuchs<\/em>. In: \u201eActa Germanica\u201c, Nr. 26\/27, 1998\/1999, S. 95-106; Peter Horn, <em>\u00dcber die ideologischen und milit\u00e4rischen Sch\u00fctzengr\u00e4ben hinweg. J\u00fcrgen Fuchs\u00b4 Ged\u00e4chtnisprotokolle.<\/em> In: \u201eActa Germanica\u201c, Nr. 26\/27, 1998\/1999, S. 83-93; Anette Horn, <em>An End to Conformity: J\u00fcrgen Fuchs\u00b4 Experience oft the Army in Fassonschnitt (Crewcut) and Das Ende einer Feigheit (An End to Cowardice)<\/em>. In: <em>Modern Europe: Histories and Identities<\/em> (Eds. Peter Monteath, Fredric Zuckerman), Adelaide 1998, S. 291-298; Peter Horn, <em>\u201eOn the first floor an uncharitable voice was saying something apparently unquestionable\u201c \u2013 The Experience of School in the GDR.<\/em> In: <em>Modern Europe: Histories and Identities<\/em> (Eds. Peter Monteath, Fredric Zuckerman), Adelaide 1998, S. 299-309.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref95\" name=\"_ftn95\">[95]<\/a> Anette Horn, <em>An End to Conformity<\/em>\u2026a.a.O. S. 296.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref96\" name=\"_ftn96\">[96]<\/a> J\u00fcrgen Fuchs, <em>Das Ende einer Feigheit<\/em>, Reinbek 1988, S. 110-111.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref97\" name=\"_ftn97\">[97]<\/a> Anette Horn, <em>Von keinem Diskurs beherrscht<\/em>\u2026a.a.O., S. 103.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref98\" name=\"_ftn98\">[98]<\/a> Vgl. BStU, MfS, AU 11554\/78, Bd. 5, Bl. 23.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref99\" name=\"_ftn99\">[99]<\/a> Udo Scheer, <em>J\u00fcrgen Fuchs<\/em>\u2026a.a.O., S. 343.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref100\" name=\"_ftn100\">[100]<\/a> Vgl. Ebenda, S. 358-368.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref101\" name=\"_ftn101\">[101]<\/a> Vgl. J\u00fcrgen Fuchs,<em> Magdalena<\/em>\u2026a.a.O., S. 409-411.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref102\" name=\"_ftn102\">[102]<\/a> Das Zitat entstammt einer E-Mail von Wolfgang M\u00fcller an J\u00fcrgen Fuchs vom 2.05.1997.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref103\" name=\"_ftn103\">[103]<\/a> E-Mail von Wolfgang M\u00fcller an Ernest Kuczy\u0144ski vom 7.05.2018.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref104\" name=\"_ftn104\">[104]<\/a> Das Zitat entstammt einer E-Mail von J\u00fcrgen Fuchs an Wolfgang M\u00fcller vom 4.05.1997.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref105\" name=\"_ftn105\">[105]<\/a> Vgl. Edwin Kratschmer (Hg.), <em>Literatur + Diktatur<\/em>, Jena 1997; Wolfgang M\u00fcller, Tagungsbericht in der online-Zeitschrift \u201eGlossen\u201c: <em><a href=\"http:\/\/www2.dickinson.edu\/glossen\/heft4\/tagung.html\">http:\/\/www2.dickinson.edu\/glossen\/heft4\/tagung.html<\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref106\" name=\"_ftn106\">[106]<\/a> <a href=\"http:\/\/www2.dickinson.edu\/glossen\/heft5\/fuchs.html\">http:\/\/www2.dickinson.edu\/glossen\/heft5\/fuchs.html<\/a> (abgerufen am 31.07.2018).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref107\" name=\"_ftn107\">[107]<\/a> In diesem Beruf war Fuchs t\u00e4tig seit 1980 in \u201eTreffpunkt Waldstra\u00dfe\u201c. Vgl. Christa Moog, <em>Das Projekt \u201eWaldstra\u00dfe\u201c. J\u00fcrgen Fuchs und die Betreuung von Problemkindern<\/em>. In: <em>Im Dialog mit der Wirklichkeit. Ann\u00e4herungen an Leben und Werk von J\u00fcrgen Fuchs <\/em>(Hg. Ernest Kuczy\u0144ski), Halle 2014, S. 474-488.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref108\" name=\"_ftn108\">[108]<\/a> Vgl. \u201eZeszyty Literackie\u201d, Nr. 17\/1987 (S. 23-24) sowie Nr. 67\/1999 (S. 184).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref109\" name=\"_ftn109\">[109]<\/a> Helga Hirsch, <em>Niewyrozumia\u0142y po\u015br\u00f3d sprawiedliwych<\/em>, \u201eTygodnik Powszechny\u201c, Nr. 30, 25.07.1999, S. 7. Das Zitat wurde der deutschen Fassung entnommen: Helga Hirsch, <em>Der Unnachsichtige unter den Aufrechten. <\/em>In: <em>Im Dialog mit der Wirklichkeit. Ann\u00e4herungen an Leben und Werk von J\u00fcrgen Fuchs <\/em>(Hg. Ernest Kuczy\u0144ski), Halle 2014, S. 50.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref110\" name=\"_ftn110\">[110]<\/a> Ebenda, S. 54.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref111\" name=\"_ftn111\">[111]<\/a> Vgl. J\u00fcrgen Fuchs, <em>\u201e\u2026 und wann kommt der Hammer?\u201c \u2013 Psychologie, Opposition und Staatssicherheit,<\/em> Berlin 1990; Klaus Behnke, J\u00fcrgen Fuchs (Hg.): <em>Zersetzung der Seele. Psychologie und Psychiatrie im Dienste der Stasi,<\/em> Hamburg 1995 (Neuauflage: Leipzig, 2010).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref112\" name=\"_ftn112\">[112]<\/a> Ewa Matkowska, <em>Syndrom ofiar Stasi. Metody destrukcji stosowane w wi\u0119ziennictwie NRD<\/em>, \u201eArcana\u201d, Nr. 4-5\/2002, S. 165-172; dies. System. Obywatel NRD pod nadzorem tajnych <em>s\u0142u\u017cb<\/em>, Krak\u00f3w 2003, S. 128-141; dies., <em>Anschaulichkeit in der Lyrik von J\u00fcrgen Fuchs.Tagesnotizen (1979). <\/em>In:<em> Sagen, was ist! J\u00fcrgen Fuchs zwischen Interpretation, Forschung und Kritik<\/em> (Hg. Ernest Kuczy\u0144ski), Dresden-Wroc\u0142aw 2017,\u00a0 S. 213-222.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref113\" name=\"_ftn113\">[113]<\/a> Vgl. Anne-Marie Corbin-Schuffels, <em>Images de la Stasi et travail de m\u00e9moire<\/em>. In: L&#8217;opinion publique dans les pays de langue allemande (hrsg. von Andr\u00e9 Combes, Fran\u00e7oise Knapper), Paris 2006, S. 299-309; dies., <em>Pr\u00e9sentation<\/em>, \u201eGermanica\u201c, Nr. 25\/1999 (http:\/\/germanica.revues.org\/2325).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref114\" name=\"_ftn114\">[114]<\/a> <a href=\"https:\/\/cmb.hu-berlin.de\/team\/profil\/sibylle-goepper\/\">Sibylle Goepper,\u00a0<\/a><em>J\u00fcrgen Fuchs: \u00e9crivain et homme d\u2019action \u2013 une incarnation est-allemande de l\u2019intellectuel \u2039\u00e0 la fran\u00e7aise\u203a.<\/em> In: \u201eRevue d&#8217;Allemagne et des Pays de langue allemande\u201c, Nr. 46 (2014), 2 (Intellectuels et politique en Allemagne), S. 393-408.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref115\" name=\"_ftn115\">[115]<\/a> Vgl. Carol Anne Costabile-Heming, <em>J\u00fcrgen Fuchs. Documenting Life, Death and the Stasi.<\/em> In: German Writers and the Politics of Culture. Dealing with the Stasi (hrsg. von Paul Cooke und Andrew Plowman), New York 2003, S. 213\u2013226; dies.: <em>Preserving the Self: Constructs of Memory and Biography in the Works of J\u00fcrgen Fuchs<\/em>. In: \u201eEdinburgh German Yearbook\u201d, Vol. 9 (2015), S. 163-177;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref116\" name=\"_ftn116\">[116]<\/a> Andrew Plowman, \u201e<em>Eine Armee wie jede andere auch\u201c? <\/em><em>Writers and Filmakres Remember the Nationale Volksarmee.<\/em> In: Twenty Years On. Competing Memories oft the GDR in Postunification German Culture (hrsg. von Renate Rechtien, Dennis Tate), New York, S. 114-125.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref117\" name=\"_ftn117\">[117]<\/a> Carol Anne Costabile-Heming, <em>Preserving the Self<\/em>\u2026a.a.O., S. 170-171, 172-173.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref118\" name=\"_ftn118\">[118]<\/a> Vgl. Rezension von \u201eMagdalena\u201c in \u201eWi\u0119\u017a\u201c, Nr. 7 (513), 2001, S. 190 (eigene \u00dcbersetzung).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref119\" name=\"_ftn119\">[119]<\/a> Vgl. Udo Scheer, <em>J\u00fcrgen Fuchs<\/em>\u2026a.a.O., S. 329-342.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref120\" name=\"_ftn120\">[120]<\/a> Vgl. Marion Brandt, <em>Die Aufarbeitung der Verbrechen der Staatssicherheit in den Romanen Magdalena (1999) von J\u00fcrgen Fuchs und Czas niedokonany (2011) von Bronis\u0142aw Wildstein<\/em>. In: <em>Sagen, was ist! J\u00fcrgen Fuchs zwischen Interpretation, Forschung und Kritik<\/em> (Hg. Ernest Kuczy\u0144ski), Dresden-Wroc\u0142aw 2017,\u00a0 S. 231.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref121\" name=\"_ftn121\">[121]<\/a> Ebenda<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref122\" name=\"_ftn122\">[122]<\/a> Vgl. Marion Brandt, <em>F\u00fcr eure und unsere Freiheit? Der Polnische Oktober und die Solidarno\u015b\u0107-Revolution in der Wahrnehmung von Schriftstellern aus der DDR<\/em>, Berlin 2002.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref123\" name=\"_ftn123\">[123]<\/a> Marion Brandt (Hg.), <em>Fortschritt, unverhofft. Deutschsprachige Schriftsteller und die Solidarno\u015b\u0107 \u2013 eine Anthologie<\/em>, Osnabr\u00fcck 2016, S. 9-10.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref124\" name=\"_ftn124\">[124]<\/a> Marion Brandt, <em>F\u00fcr eure und unsere Freiheit<\/em>\u2026a.a.O., S. 519.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref125\" name=\"_ftn125\">[125]<\/a> Vgl. J\u00fcrgen Fuchs, <em>Einmischung in eigene Angelegenheiten. Gegen Krieg und verlogenen Frieden<\/em>, Reinbek 1984, S. 51, 113.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref126\" name=\"_ftn126\">[126]<\/a> Vgl. Marko Martin, <em>Utopia ist hier. Zwischen Skepsis, Neugier und Engagement: J\u00fcrgen Fuchs? Leben und Schreiben in West-Berlin.<\/em> In: <em>Sagen, was ist! J\u00fcrgen Fuchs zwischen Interpretation, Forschung und Kritik<\/em> (Hg. Ernest Kuczy\u0144ski), Dresden-Wroc\u0142aw 2017,\u00a0 S. 73.85.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref127\" name=\"_ftn127\">[127]<\/a> J\u00fcrgen Fuchs, <em>Einmischung in eigene Angelegenheiten<\/em>\u2026a.a.O., S. 22.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref128\" name=\"_ftn128\">[128]<\/a> Der Film <em>La d\u00e9composition de l&#8217;\u00e2me <\/em>(81 Min.) ist abrufbar unter: www.youtube.com\/watch?v=i6Coo00zV0A<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref129\" name=\"_ftn129\">[129]<\/a> <a href=\"https:\/\/vimeo.com\/ondemand\/zersetzungderseele\">https:\/\/vimeo.com\/ondemand\/zersetzungderseele<\/a> (abgerufen am 4.08.2018).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref130\" name=\"_ftn130\">[130]<\/a> Doris Liebermann, <em>\u201eWas soll ich tun\u201c<\/em>\u2026a.a.O., S. 106.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref131\" name=\"_ftn131\">[131]<\/a> Vgl. <em>J\u00fcrgen Fuchs (1950-1999). Wiersze<\/em>, \u201eTygodnik Powszechny\u201d, Nr. 18\/2007, S. 19.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref132\" name=\"_ftn132\">[132]<\/a> Vgl. Jean-Pierre Hammer, <em>Es war einmal die DDR<\/em>, Berlin 2014, S. 228-239.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref133\" name=\"_ftn133\">[133]<\/a> Vgl. Utz Rachowski, <em>Miss Zuki czyli Ameryka jest ca\u0142kiem blisko! <\/em><em>Wiersze wok\u00f3\u0142 pewnego psa<\/em>, Wroc\u0142aw 2015.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref134\" name=\"_ftn134\">[134]<\/a> Ebenda, S. 7. Die deutsche Fassung des Zitats stammt aus: Utz Rachowski, <em>J\u00fcrgen Fuchs kommt nach Polen<\/em>. In: <em>Sagen, was ist! J\u00fcrgen Fuchs zwischen Interpretation, Forschung und Kritik<\/em> (Hg. Ernest Kuczy\u0144ski), Dresden-Wroc\u0142aw 2017, S. 27-28.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref135\" name=\"_ftn135\">[135]<\/a> Nach der Konferenz in Breslau erschien in deutsch-polnischer Kooperation der Tagungsband <em>Sagen, was ist! J\u00fcrgen Fuchs zwischen Interpretation, Forschung und Kritik<\/em> (Hg. Ernest Kuczy\u0144ski), Dresden-Wroc\u0142aw 2017.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref136\" name=\"_ftn136\">[136]<\/a> Edwin Kratschmer, der sich als erster mit der Wirkung des literarischen Werks von J\u00fcrgen Fuchs besch\u00e4ftigte, hat folgendes konstatiert: \u201eAu\u00dferhalb Deutschlands wur\u00adden Werke bzw. einzelne Texte von J\u00fcrgen Fuchs in neun Sprachen und zw\u00f6lf L\u00e4ndern ver\u00f6ffentlicht, und zwar in Australien, D\u00e4nemark, England, Frankreich, Italien, Korea, den Niederlanden, Polen, Schwe\u00adden, S\u00fcdafrika, Tschechien und in den USA\u201c (Vgl. Edwin Kratschmer, <em>\u201ePapier, wir haben Feinde\u201c.<\/em> In:<em> Im Dialog mit der Wirklichkeit. Ann\u00e4herungen an Leben und Werk von J\u00fcrgen Fuchs <\/em>(Hg. Ernest Kuczy\u0144ski), Halle 2014, S. 214.). Der Autor dieser Zeilen konnte im Zuge seiner Recherchen diese Angaben nicht best\u00e4tigen. Auch die Kontaktaufnahme mit Edwin Kratschmer war wegen seiner Erkrankung nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref137\" name=\"_ftn137\">[137]<\/a> Vgl. Udo Scheer, <em>J\u00fcrgen Fuchs<\/em>\u2026a.a.O., S. 337.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref138\" name=\"_ftn138\">[138]<\/a> J\u00fcrgen Fuchs, <em>Mildere Zeiten w\u00e4ren nicht schlecht<\/em>, \u201eS\u00fcddeutsche Zeitung\u201c, 7\/8.11.1987, S. 162.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref139\" name=\"_ftn139\">[139]<\/a> Einen Schritt in diese Richtung setzte bereits die Germanistin Marion Brandt. Vgl. <em>Die Aufarbeitung der Verbrechen der Staatssicherheit in den Romanen Magdalena (1999) von J\u00fcrgen Fuchs und Czas niedokonany (2011) von Bronis\u0142aw Wildstein<\/em>. In: <em>Sagen, was ist! J\u00fcrgen Fuchs zwischen Interpretation, Forschung und Kritik<\/em> (Hg. Ernest Kuczy\u0144ski), Dresden-Wroc\u0142aw 2017, S. 223-234.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Wahrnehmung des literarischen Werks von J\u00fcrgen Fuchs au\u00dferhalb des deutschsprachigen Raumes von Ernest Kuczy\u0144ski &nbsp; \u201eWor\u00fcber man eigentlich nicht schreiben kann und was niemand h\u00f6ren will, davon m\u00f6chte ich sprechen\u201c[1] J\u00fcrgen Fuchs I. Schreiben zwischen Ost und West. 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