{"id":6051,"date":"2019-01-06T18:12:33","date_gmt":"2019-01-06T23:12:33","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/?page_id=6051"},"modified":"2019-02-01T02:55:01","modified_gmt":"2019-02-01T07:55:01","slug":"rezension-robert-schopflocher-eine-kindheit","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/archive\/glossen-44-2019-current-issue\/rezension-robert-schopflocher-eine-kindheit\/","title":{"rendered":"Rezension: Robert Schopflocher. &#8220;Eine Kindheit&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>Robert Schopflocher. <em>Eine Kindheit<\/em>. Ars Vivendi: Cadolzburg, 2018. ISBN: 978-3869137421. 285 Seiten.<\/p>\n<p>von Achim Viereck<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eEine Kindheit\u201c ist die 2018 von Ars Vivendi herausgegebene Sammlung der besten Erz\u00e4hlungen (\u201eHerzst\u00fccke\u201c) des deutsch-argentinischen Schriftstellers Robert Schopflocher. Neben der titelgebenden autobiographischen Erz\u00e4hlung sind neun weitere Erz\u00e4hlungen ( \u201e Der Sitz der Seele\u201c, \u201eEinsamkeit\u201c, \u201eWie Reb Froike die Welt rettete\u201c, \u201eSchach!\u201c, \u201eGeschichtsunterricht\u201c, \u201eFernes Beben\u201c, \u201eDer Uhrmacher\u201c, \u201eDer Kanarienvogel\u201c, \u201eDer Caudillo\u201c) und das h\u00f6chst lesenswerte Nachwort von Dirk Niefanger und Gunnar Och in diesem auch haptisch sehr ansprechendem Band zu finden. Ver\u00f6ffentlicht wurde das Werk posthum in der Reihe: \u201eModerne fr\u00e4nkische Klassiker\u201c.<\/p>\n<p>Der in F\u00fcrth geborene j\u00fcdische Autor musste 1937 seine geliebte Heimatstadt verlassen und ist ihr trotzdem immer treu geblieben. Nachhaltig gepr\u00e4gt haben ihn und sein literarisches Werk aber Argentinien und seine Bewohner, vor allem im l\u00e4ndlichen Raum. Hier spielt ein Gro\u00dfteil seiner Geschichten; hier begegnen wir den oft widerspr\u00fcchlichen Charakteren seiner Erz\u00e4hlungen. Bauernschl\u00e4ue, Selbst-gef\u00e4lligkeit und Arroganz zeichnen die vermeintlichen Gewinner seiner Geschichten aus. Auf der Verliererseite begegnen uns Tagel\u00f6hner, Flickschneiderinnen, psychisch und physisch Behinderte, scheiternde oder bereits gescheiterte Existenzen. Schopflocher versteht es meisterhaft, uns ihre Erinnerungen, \u00c4ngste und unerf\u00fcllten Hoffnungen n\u00e4her zu bringen. Er h\u00e4lt seinen Protagonisten &#8211; vor allem den T\u00e4tern, aber auch den Opfern &#8211; den Spiegel vor und so manch ein Leser wird vieles vom Bespiegelten in sich selbst erkennen.<\/p>\n<p>Schopflochers Erz\u00e4hlungen sind ein engagiertes Pl\u00e4doyer gegen Ignoranz, Vorurteile und Korruption. Er setzt sich ein f\u00fcr Humanit\u00e4t, Toleranz und ein Miteinander, frei von politischen oder religi\u00f6sen Repressalien. Schopflochers Sprache ist leise und behutsam; die schrillen T\u00f6ne kennt er nicht, den feinen Humor schon.<\/p>\n<p>Ars Vivendi ist zu danken, dass nunmehr neben den bekannten Erz\u00e4hlungen wie \u201eFernes Beben\u201c oder \u201eWie Reb Froike die Welt rettete\u201c auch \u201eDer Sitz der Seele\u201c (die wohl bewegendste Geschichte) und \u201eDer Caudillo\u201c dem breiten Leserkreis zug\u00e4nglich gemacht werden. Wer mehr \u00fcber das Leben und Wirken von Robert Schopflocher wissen m\u00f6chte, dem sei die Festschrift zu Ehren des Autors \u201eTransatlantische Auswanderergeschichten\u201c von Frederick Lubich ans Herz gelegt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Robert Schopflocher. Eine Kindheit. Ars Vivendi: Cadolzburg, 2018. 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