{"id":6487,"date":"2020-09-10T09:41:34","date_gmt":"2020-09-10T13:41:34","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/?page_id=6487"},"modified":"2020-12-25T06:49:01","modified_gmt":"2020-12-25T11:49:01","slug":"iv-transatlantischer-gedanken-und-erfahrungsaustausch-rockmusiker-in-der-ddr-und-heute","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/archive\/glossen-45-2020\/iv-transatlantischer-gedanken-und-erfahrungsaustausch-rockmusiker-in-der-ddr-und-heute\/","title":{"rendered":"IV. Transatlantischer Gedanken- und Erfahrungsaustausch: Rockmusiker"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: center;\"><strong>Kai Reininghaus: <\/strong><\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1 style=\"text-align: center;\"><strong>Rockmusiker in der DDR und heute<\/strong><\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Susan Wansink, Virginia Beach, Virginia<\/h2>\n<h2 style=\"text-align: center;\">&amp; Kai Reininghaus, Leipzig<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Susan Wansink:<\/strong> Lieber Kai, Du warst in der DDR Musiker, Gr\u00fcnder und S\u00e4nger\/Gitarrist in der Untergrund Band The Real Deal. Musik spielte und spielt heute immer noch eine wichtige Rolle in deinem Leben. Du hast dar\u00fcber auch ein Buch geschrieben <em>Kenton BLAU: die Leipziger Tageb\u00fccher 1986-1987<\/em> (<em>The Sound Behind The Wall<\/em>). Wie w\u00fcrdest du deine Musik beschreiben?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kai Reininghaus: <\/strong>Das ist gar nicht so einfach, Musik ist ja eher eine akustische Angelegenheit. Mit Worten kann man sich da nur bedingt n\u00e4hern. Die aktuellen Projekte sind, was die musikalische Ausrichtung betrifft, auch unterschiedlich. Das ist gewollt so. The Phonehead Music Club, mein Soloprojekt, ist ja eher eine \u201eStudioformation\u201c. Ich arbeite f\u00fcr mich und kann Ideen und Dinge realisieren, die mit dem Bandprojekt Tirsa Perl so nicht umsetzbar sind. Dennoch spielen wir einige PMC Songs, allerdings brechen wir sie runter auf Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang. Das ist spannend und die Songs zeigen manchmal ganz neue Seiten. Die Live-Performance ist zudem immer eine eher energetisch gepr\u00e4gte Darbietung, ein Zusammenspiel mit Publikum, Veranstaltungsort und so weiter. Da kommt vieles zusammen. Ich genie\u00dfe beides, die Solo- und die Bandarbeit. Aber um auf die Frage zur\u00fcckzukommen, The Phonehead Music Club bezeichne ich als eine Art Dream-Pop, Tirsa Perl \u2013 das Bandprojekt \u2013 geht mehr in Richtung Wave-Noise-Pop\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 33.3333%;\"><\/td>\n<td style=\"width: 33.3333%; text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2020\/09\/Real-Deal-1988.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-6491\" src=\"http:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2020\/09\/Real-Deal-1988-196x300.jpg\" alt=\"\" width=\"273\" height=\"418\" srcset=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2020\/09\/Real-Deal-1988-196x300.jpg 196w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2020\/09\/Real-Deal-1988.jpg 440w\" sizes=\"auto, (max-width: 273px) 100vw, 273px\" \/><\/a><span style=\"font-size: 10pt;\">Real Deal 1988<\/span><\/td>\n<td style=\"width: 33.3333%;\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 33.3333%;\"><\/td>\n<td style=\"width: 33.3333%; text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2020\/09\/Tirsa-Perl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-6492\" src=\"http:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2020\/09\/Tirsa-Perl-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"277\" height=\"369\" srcset=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2020\/09\/Tirsa-Perl-225x300.jpg 225w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2020\/09\/Tirsa-Perl.jpg 440w\" sizes=\"auto, (max-width: 277px) 100vw, 277px\" \/><\/a><span style=\"font-size: 10pt;\">Tirsa Perl 2019<\/span><\/td>\n<td style=\"width: 33.3333%;\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Susan Wansink:<\/strong> Wer hat dich musikalisch beeinflusst?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kai Reininghaus: <\/strong>Da gibt es viele. Alles, was man in den verschiedenen Phasen seines Lebens an Musik h\u00f6rt, beeinflusst die eigenen Songs, mehr oder weniger. Gerade in der Jugend ist man sehr empathisch, ein Song kann ein ganzes Lebensgef\u00fchl ausdr\u00fccken. Musik ist wichtig und strahlt auf alles aus. Leidenschaft usw. Bei manchen Menschen ebbt das dann mit den Jahren ab, Musik wird nur noch L\u00fcckenf\u00fcller oder Berieselung. Das ist bei mir nie passiert. Musik hat immer noch einen hohen Stellenwert, und ich kann nie nur so nebenbei Songs h\u00f6ren, die mir wichtig sind. Wobei ich sagen muss, dass mich die aktuelle Entwicklung und die Vorstellung, immer und st\u00e4ndig auf Millionen Songs zugreifen zu k\u00f6nnen, eher abschreckt. Das ist bedr\u00fcckend. Letztendlich sind es gar nicht so viele Alben oder Songs, die wirklich bleiben und einen niemals loslassen. Das merkt man erst mit dem \u00c4lterwerden. Aber es sind nicht nur Songs oder Bands, die meine Musik beeinflussen, es sind auch Ger\u00e4usche, die Natur, das Unbewusste. Das Leben insgesamt. Menschen, die einen ber\u00fchren. Manchmal ist wie aus dem Nirgendwo eine Melodie da. Und manchmal halte ich sie dann fest, und ein Song entsteht. Ein anderes Mal vergesse ich sie. Vielleicht sind die besten Songs die, die noch irgendwo auf alten Demotapes versteckt sind. Wir leben heute in einer Zeit des scheinbaren k\u00fcnstlerischen \u00dcberflusses &#8211; jeder verfasst Songs, jeder schreibt B\u00fccher, jeder fotografiert\u2026 das Netz ist voll davon. Vielleicht ist es da besser, die Dinge f\u00fcr sich zu behalten, nichts zu ver\u00f6ffentlichen. Aber andererseits sind nur wenige wirklich Musiker, Schriftsteller oder Fotografen. Mich \u00fcberfordert einfach das Beliebige. Das ist aber nur die eine Seite. Die digitale Entwicklung hat ja eine gewisse k\u00fcnstlerische Freiheit \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich gemacht und die fr\u00fchere starke Abh\u00e4ngigkeit von der Industrie aufgehoben. Es sind eben \u2013 wie so oft \u2013 zwei Seiten der Medaille.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Susan Wansink:<\/strong> In deinem Buch <em>Kenton Blau<\/em> beschreibst du u.a. deine Zeit in der Nationalen Volksarmee (NVA) oder besser gesagt: die NVA-Zeit von der Hauptperson im Buch. Haben deine Erfahrungen in der NVA einen Einfluss auf deine Musik gehabt?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kai Reininghaus: <\/strong>Schwer zu sagen. Zumindest hat die Armeezeit in der DDR mein sp\u00e4teres musikalisches Leben bestimmt. Dort habe ich Leute getroffen, mit denen ich danach in Bands gespielt habe. Allen voran Kai M\u00fcller. Der war Schlagzeuger und kam aus Leipzig. Ohne ihn w\u00e4re ich wohl kaum in diese Stadt gekommen. Wir haben dann, nach der Armee, zusammengewohnt, Bands gegr\u00fcndet. Eins kam zum anderen. Und meine Frau habe ich auch in Leipzig kennengelernt. Die Armeezeit, die Unfreiheit, die damit verbunden war und die vielfach gr\u00f6\u00dfer war als die allgemeine Unfreiheit im Land, hatte sicherlich Auswirkungen auf mich und meine Entwicklung zu dem, der ich heute bin. Aber ich habe keinen Vergleich. Das w\u00e4re ja ein \u201eIch\u201c ohne diese Armeezeit. Dessen Musik man mit meiner real entstandenen Musik vergleichen m\u00fcsste. Naja, das ist sehr hypothetisch. Auch die direkte Konfrontation mit der Staatsmacht dort, das Verbot f\u00fcr Monate, keine Musik machen zu d\u00fcrfen oder die Kaserne zu verlassen, hat Spuren hinterlassen. Und das alles nur, weil ich einige Texte zum Thema Freiheit geschrieben hatte, die bei einer Razzia gefunden wurden. Das Schlimmste war das Gef\u00fchl der Ohnmacht. So etwas vergisst man nicht. Und das Eingesperrtsein, der daraus resultierende Traum von der Freiheit ist ja immer auch eine Quelle der Inspiration. Insofern, ja, nat\u00fcrlich hatte die Armeezeit Auswirkungen auf meine Musik.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Susan Wansink:<\/strong> Wie war deine\/eure Musik damals anders als die Musik, der staatlichen Bands wie Renft, Silly, Karat?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kai Reininghaus: <\/strong>Wie waren dahingehend anders, dass wir vielleicht durch andere Musik sozialisiert worden sind. Es war die Zeit des sp\u00e4ten Punks, des Post-Punks, New-Wave, Gothic, Reggae usw. Die etablierten DDR-Bands waren schon deshalb f\u00fcr uns uninteressant, weil sie eben irgendwie das System repr\u00e4sentierten. Die neue Musik, die sogenannten \u201eanderen\u201c Bands waren einfach spannender. Radikaler. Offensiver. Das war aber nicht so, dass alle DDR-Jugendlichen so tickten. Es gab auch viele, die durchaus auf die offiziellen Bands standen. Die Underground-Szene war letztendlich ein Teil der Musikszene der DDR. Ein gro\u00dfer Unterschied war nat\u00fcrlich, dass es f\u00fcr die Underground-Bands keine M\u00f6glichkeit gab, Platten zu produzieren. Es gab keine unabh\u00e4ngigen Labels, nur die staatliche Firma \u201eAmiga\u201c k\u00fcmmerte sich um Popmusik. Aber nicht um den Underground, das passierte erst kurz vor dem Ende\u2026 aber da war es zu sp\u00e4t. Es gab auch nur eine Sendung im Radio, wo einmal in der Woche ein paar Tracks von DDR-Underground-Bands gespielt worden. Spannend war, dass man seine eigenen Kassetten produzierte (meist im Proberaum), dazu Cover bastelte und dann bei Konzerten verkaufte. Das, was im Westen als DIY (Do It Yourself) lief. Allerdings unter ganz anderen Voraussetzungen, allein was Equipment usw. betraf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Susan Wansink:<\/strong> Wo hat deine Band Konzerte in der DDR gegeben?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kai Reininghaus: <\/strong>Es gab ja zwei Bandprojekte damals in der DDR: Reininghaus (1986-1988, Deutsch-Rock) und The Real Deal (1987-1989, Post-Punk und Wavepop). Wir haben \u00fcberall gespielt, wo es ging. Am Anfang sogar in der Kirche. Sp\u00e4ter in Klubs, Kinos, aber auch auf Partys. Manchmal kamen da 20 Leute, manchmal waren es 500. Wir hatten Manager, die sich darum k\u00fcmmerten, Auftritte f\u00fcr uns zu organisieren. Es gab lustige Erlebnisse, aber auch deprimierende Gigs, wenn man merkte, dass man eigentlich vor den v\u00f6llig falschen Leuten spielte. Das kennen ja alle Bands. Wir haben nat\u00fcrlich in Leipzig \u00f6fters gespielt, da kamen wir ja her. In Berlin, Erfurt, Weimar, Magdeburg und vielen kleineren St\u00e4dten. Die DDR war nicht sehr gro\u00df, man kam also \u00f6fters wieder. Damals waren die Leute hungrig auf neue Livebands, Konzerte der Helden aus England, Amerika oder Westdeutschland gab\u2019s nicht. Es waren Events, wo man mit einer bestimmten Haltung hinging, man war <em>anders<\/em> als die normalen Leute. Das zeigte sich an der Kleidung, den Frisuren usw. Letztendlich unterschied es sich nicht viel von den westlichen Jugendkulturen jener Jahre. New Wave, Punk, Post-Punk\u2026 Die Erde ist rund, wir h\u00f6rten Westradio, sahen Westfernsehen. Waren informiert. Heute ist es schwieriger f\u00fcr Bands, es gibt ein \u00dcberangebot und die weltweite Konkurrenz. Bands k\u00f6nnen sich oft nur \u00fcber Livekonzerte finanzieren, so etwas l\u00e4uft sich irgendwann tot\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 14.5582%;\"><\/td>\n<td style=\"width: 68.7751%;\">\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2020\/09\/Reininghaus-Band.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-6493\" src=\"http:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2020\/09\/Reininghaus-Band-300x94.jpg\" alt=\"\" width=\"616\" height=\"193\" srcset=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2020\/09\/Reininghaus-Band-300x94.jpg 300w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2020\/09\/Reininghaus-Band.jpg 550w\" sizes=\"auto, (max-width: 616px) 100vw, 616px\" \/><\/a><span style=\"font-size: 10pt;\">Reininghaus Band 1987<\/span><\/p>\n<\/td>\n<td style=\"width: 16.6666%;\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Susan Wansink:<\/strong> Wie stand es mit eurer Spielerlaubnis?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kai Reininghaus: <\/strong>In der DDR versuchte der Staat, alles unter Kontrolle zu haben. Vor allem auch in der Kultur. Man wollte wissen, was auf den B\u00fchnen passierte. Wor\u00fcber die Bands sangen, welche Musik sie spielten. Eben eine Diktatur. Also mussten alle Bands, die \u00f6ffentlich auftreten wollten, eine sogenannte Einstufung machen. Das bedeutete, das man vor einer Kommission von Leuten ein Konzert geben musste. Das war wie eine Jury aus Kulturfunktion\u00e4ren, Jugendarbeitern usw. Dann legten die fest, ob das, was man spielte, ins sogenannte sozialistische Kulturleben passte. Wenn ja, bekam man die Einstufung \u2013 die Spielerlaubnis. Das war wie ein Ausweis. Alle nannten das aber nur die \u201ePappe\u201c \u2013 weil es aus papp\u00e4hnlichem Papier war. Es gab verschiedene Stufen, je nachdem, wie gut diese Leute einen bewerteten (A, B, C und S f\u00fcr Sonderstufe). Danach richtete sich auch, wie viel Geld man f\u00fcr ein Konzert vom Veranstalter verlangen konnte. Es war nat\u00fcrlich eine l\u00e4cherliche Angelegenheit, das war allen klar. Aber, was wollte man machen? Wenn man live auftreten wollte, musste man die \u201ePappe\u201c einfach haben. Nat\u00fcrlich haben das einige Musiker konsequent verweigert, vor allem Punkbands. Denen blieben dann nur noch Auftritte in Kirchen oder in illegalen Klubs. Wir wollten aber richtige Konzerte spielen, also haben wir die \u201ePappe\u201c gemacht. Und wenn man sie erst einmal hatte, konnte man eh machen, was man wollte. Gerade in den letzten Jahren der DDR gab\u2019s da nur noch wenig Kontrollen. Der Staat war wahrscheinlich froh, wenn seine B\u00fcrger abgelenkt waren \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Susan Wansink: <\/strong>Erz\u00e4hl von dem Projekt ,,Leipzig Heldenstadt anders\u201c!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kai Reininghaus: <\/strong>Eine ganz tolle Geschichte! Eine Gruppe musikbegeisterter Leipziger \u2013 allen voran Jacob Geisler und seine Frau Uli \u2013 kam infolge eines anderen Projektes zu dem Schluss, dass es eigentlich \u00fcberhaupt keine wirkliche Aufarbeitung der Leipziger Underground-Musikszene der 80er-Jahre gibt. Daraus entstand dann die Idee, auf einer LP wichtige Vertreter dieser \u00c4ra zu versammeln. Schlie\u00dflich wurde daraus eine 3-LP Box + Buch + Poster. Vertreten sind 39 der wichtigsten Bands aus den Jahren 1982-1989. Reininghaus ist mit einem, The Real Deal sogar mit zwei Songs vertreten. Das hat uns nat\u00fcrlich gefreut. Alle Bands haben bei der Realisierung mitgewirkt, Musik zur Verf\u00fcgung gestellt, Infos und Fotos usw. Alles also aus erster Hand. Das Gro\u00dfartige daran ist, dass so Musik und Geschichten zu den Bands f\u00fcr die Nachwelt erhalten bleiben. Denn f\u00fcr den Underground, die Independent-Szene der DDR, gab es keine M\u00f6glichkeit damals, Platten zu ver\u00f6ffentlichen. Das passierte ausschlie\u00dflich auf selbsthergestellten Tapes. Und deren Lebensdauer ist nat\u00fcrlich begrenzt. Zum Release der LP-Box fand dann im September 2019 ein dreit\u00e4giges-Festival statt. 17 Bands vom Sampler sind aufgetreten \u2013 bis auf eine haben die die meisten seit Jahrzehnten keine Konzerte mehr gespielt. Es war wunderbar, teilweise magisch. Viele Menschen kamen und waren gl\u00fccklich. F\u00fcr diesen Anlass haben Kai M\u00fcller, der Drummer von damals und heute, und ich unser altes Real-Deal-Projekt noch einmal aufleben lassen und gemeinsam mit unserem Tirsa-Perl-Bassisten Afi Fischer ein sch\u00f6nes Konzert gespielt. Davon gibt es auf YouTube auch Aufnahmen zu sehen, es wurde n\u00e4mlich gefilmt und sogar ein Festival-Film zusammengestellt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 18.0723%;\"><\/td>\n<td style=\"width: 63.0521%; text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2020\/09\/Kai-Reininghaus-Heldenstadt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-6494\" src=\"http:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2020\/09\/Kai-Reininghaus-Heldenstadt-300x205.jpg\" alt=\"\" width=\"529\" height=\"361\" srcset=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2020\/09\/Kai-Reininghaus-Heldenstadt-300x205.jpg 300w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2020\/09\/Kai-Reininghaus-Heldenstadt.jpg 439w\" sizes=\"auto, (max-width: 529px) 100vw, 529px\" \/><\/a><span style=\"font-size: 10pt;\">Kai Reininghaus Heldenstadt Anders 2019 by Uwe Winkler<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/td>\n<td style=\"width: 18.8755%;\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 33.3333%;\"><\/td>\n<td style=\"width: 33.3333%; text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2020\/09\/Heldenstadt-Anders.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-6495\" src=\"http:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2020\/09\/Heldenstadt-Anders-300x278.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"278\" srcset=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2020\/09\/Heldenstadt-Anders-300x278.jpg 300w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2020\/09\/Heldenstadt-Anders.jpg 440w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><span style=\"font-size: 10pt;\">Heldenstadt Anders LP Box 2019<\/span><\/td>\n<td style=\"width: 33.3333%;\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Susan Wansink:<\/strong> Was war das OstArt Festival in Berlin?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kai Reininghaus: <\/strong>Eine Veranstaltung zum 30. Jahrestag des Mauerfalls in Berlin, ein Festival der DDR-Subkultur. Also nicht nur Musik, sondern auch Bilder, Literatur usw. Es gab Konzerte, Filme, Lesungen und Ausstellungen. Ein spannendes Projekt, wir waren da auch eingeladen und haben am 9.11.2019 noch einmal ein Real-Deal-Set gespielt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 33.3333%;\"><\/td>\n<td style=\"width: 33.3333%; text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2020\/09\/Real-Deal-at-OstArt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-6496\" src=\"http:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2020\/09\/Real-Deal-at-OstArt-300x150.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2020\/09\/Real-Deal-at-OstArt-300x150.jpg 300w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2020\/09\/Real-Deal-at-OstArt.jpg 439w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><span style=\"font-size: 10pt;\">REAL DEAL at OstArt 2019<\/span><\/td>\n<td style=\"width: 33.3333%;\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 33.3333%;\"><\/td>\n<td style=\"width: 33.3333%;\">\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2020\/09\/Kai-Reininghaus-2019.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6497 aligncenter\" src=\"http:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2020\/09\/Kai-Reininghaus-2019-205x300.jpg\" alt=\"\" width=\"208\" height=\"304\" srcset=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2020\/09\/Kai-Reininghaus-2019-205x300.jpg 205w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2020\/09\/Kai-Reininghaus-2019.jpg 330w\" sizes=\"auto, (max-width: 208px) 100vw, 208px\" \/><\/a><span style=\"font-size: 10pt;\">Kai Reininghaus 2019<\/span><\/p>\n<\/td>\n<td style=\"width: 33.3333%;\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Links zu Bandprojekten von Kai Reininghaus:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>The Phonehead Music Club<\/strong><br \/>\nhttps:\/\/www.youtube.com\/user\/PhoneheadMusicClub\/videos<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Tirsa Perl<\/strong><br \/>\n(mit Kai M\u00fcller und Afi Fischer)<br \/>\nhttps:\/\/www.youtube.com\/user\/tirsaperlmusic<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>The Real Deal<\/strong> + <strong>Reininghaus<\/strong><br \/>\n(DDR-Underground 1986-1989, mit Kai M\u00fcller und anderen) https:\/\/www.youtube.com\/channel\/UC95U6n5R50cnRXLAlLVzQKg\/videos<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Weitere Infos<\/strong>:<br \/>\nReininghaus-media.de<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>TIPP<\/strong>:<br \/>\nAb Anfang April 2020 wird es die Musik vom The Phonehead Music Club und Tirsa Perl auch auf spotify, apple music und vielen anderen digitalen Kan\u00e4len geben<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kai Reininghaus: &nbsp; Rockmusiker in der DDR und heute &nbsp; Susan Wansink, Virginia Beach, Virginia &amp; Kai Reininghaus, Leipzig &nbsp; Susan Wansink: Lieber Kai, Du warst in der DDR Musiker, Gr\u00fcnder und S\u00e4nger\/Gitarrist in der Untergrund Band The Real Deal. 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