{"id":7411,"date":"2021-05-16T14:04:27","date_gmt":"2021-05-16T18:04:27","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/?page_id=7411"},"modified":"2021-05-17T10:53:23","modified_gmt":"2021-05-17T14:53:23","slug":"iv-essays-und-autobiografische-texte-heimatbilder-grenzgebiete","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/archive\/glossen-47-2021-current-issue\/iv-essays-und-autobiografische-texte-heimatbilder-grenzgebiete\/","title":{"rendered":"IV. Essays und autobiografische Texte: Heimatbilder, Grenzgebiete"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: center;\"><\/h1>\n<h1><\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1><\/h1>\n<h1><\/h1>\n<h1><\/h1>\n<h1 style=\"text-align: center;\">Heimat und Identit\u00e4tspolitik in<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1 style=\"text-align: center;\"><\/h1>\n<h1 style=\"text-align: center;\">Grenzgebieten am Eisernen Vorhang<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1 style=\"text-align: center;\"><\/h1>\n<h1 style=\"text-align: center;\">von Stettin bis zum Dreil\u00e4ndereck<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1><\/h1>\n<h1><\/h1>\n<h1 style=\"text-align: center;\">im Burgenland:<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1 style=\"text-align: center;\"><\/h1>\n<h1><\/h1>\n<h1 style=\"text-align: center;\"><strong>Vom Kalten Krieg bis zur<\/strong><\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1 style=\"text-align: center;\"><\/h1>\n<h1><\/h1>\n<h1 style=\"text-align: center;\"><strong>Vereinigung Europas<\/strong><\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Edith Borchardt, <span class=\"js-about-item-abstr\">Morris, Minnesota<\/span><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Haus, in dem ich mit meinen Eltern nach dem Zweiten Weltkrieg wohnte, steht nicht mehr, doch die Adresse ist erhalten geblieben. Heute ist es die Wohnanlage M\u00fcnchner Stra\u00dfe 10 mit einem Computer-Store und Jeansgesch\u00e4ft, wo es fr\u00fcher bei Bauer Tabakwaren und Lebensmittel zu kaufen gab. Rechtsanw\u00e4lte und Steuerberater haben jetzt dort ihre B\u00fcros, und durch die gl\u00e4serne Eingangst\u00fcr kann man in der hellen neuen Eingangshalle moderne Postk\u00e4sten sehen. Vor dem Abbruch des Altbaus haben T\u00fcrken in unserer Wohnung gelebt. Auf mein Klingeln hin lie\u00df mich ein kleiner schwarzhaariger Junge in den Flur, der zum Treppenhaus und hinten hinaus zum Garten f\u00fchrte. Vom Treppenabsatz blickte ich durch das kleine Fenster hinunter in den Garten, der an den Pfarrhof der evangelischen Kirche stie\u00df. \u00dcber den Zaun hingen die Zweige des Nussbaums vom anderen Grundst\u00fcck, und der hochragende Sattelturm mahnte immer noch zum Besuch des sonnt\u00e4glichen Gottesdienstes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf den Marktplatz unserer Kleinstadt mit der Leonhardikapelle an der Amper kam nach dem Krieg regelm\u00e4\u00dfig eine Leihbibliothek auf R\u00e4dern mit amerikanischen B\u00fcchern in deutscher \u00dcbersetzung. Heute wei\u00df ich, dass das eine Ma\u00dfnahme zur kulturellen Steuerung in der s\u00fcdlichen Besatzungszone war, denn die Sieger wollten ein positives Bild von Amerika verbreiten. Mir geriet damals ein Band in die H\u00e4nde, in dem es um das Leben einer Familie auf der Pr\u00e4rie im Mittelwesten Amerikas ging. Was mich beim Lesen am meisten beeindruckte, waren die Schneest\u00fcrme, die in dem Roman eine gro\u00dfe Rolle spielten. Es war mir unvorstellbar, dass der Weg vom Haus zu den St\u00e4llen durch Wind und Schneewehen lebensgef\u00e4hrlich werden konnte und man sich an Stricken entlangtasten musste, um sich nicht zu verirren und in den sich leise anh\u00e4ufenden Schneemassen zu erfrieren. Sp\u00e4ter, als ich in Kalifornien Germanistik studierte, erz\u00e4hlte mir eine Kanadierin aus Alberta, die auch im Internationalen Haus in Berkeley lebte, von der K\u00e4lte im Steppenland des nordamerikanischen Kontinents, wo minus 40 Grad keine Seltenheit waren. Wie konnte ich als Sch\u00fclerin vor dem Wirtschaftswunder ahnen, dass mein Lebensweg mich einmal, wenn auch auf mancherlei Umwegen, in diesen amerikanischen Mittelwesten f\u00fchren w\u00fcrde, an die Universit\u00e4t von Minnesota, wo ich jahrzehntelang deutsche Literatur, Sprache und Kultur unterrichten und selbst solche Schneest\u00fcrme auf der Pr\u00e4rie erleben sollte?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In meiner kindlichen Unbefangenheit im Nachkriegsdeutschland wusste ich nicht, warum die \u201ekulturelle Diplomatie\u201c der amerikanischen Leihbibliotheken notwendig war und dass sie Hand in Hand mit dem Marshall-Plan ging, der dazu bestimmt war, Deutschland beim Wiederaufbau zu unterst\u00fctzen. Er war die Gegenbewegung zum sowjetischen Einfluss in den westlichen Besatzungszonen nach der Berliner Blockade durch die Russen und folgte der rettenden Luftbr\u00fccke der Amerikaner, die Deutschland daraufhin in ein demokratisches Europa mit neuen Industrien integrieren wollten. Dass es auch anders h\u00e4tte kommen k\u00f6nnen, erfuhr ich erst Jahrzehnte sp\u00e4ter in einem Filmkurs in Berkeley, einem Sommerseminar, in dem ich Fassbinders <em>Die Ehe der Maria Braun<\/em> sah. In einer Radiosendung h\u00f6rt man da von dem Morgenthau-Plan von 1944, in dem der damalige amerikanische Finanzminister Henry Morgenthau Jr. aus Poughkeepsie \u2013 ein enger Freund von Franklin Delano Roosevelt, der nicht weit entfernt in Hyde Park lebte \u2013 vorschlug, Deutschland nach dem Sieg der Alliierten in einen Agrarstaat zu verwandeln. Die Fabriken, die im Krieg Waffen hergestellt hatten, sollten abgebaut und Bergwerke und Kohlegruben geschlossen werden, \u201ealles \u2026 sollte dem Erdboden gleichgemacht werden\u201c, damit Deutschland nie wieder Krieg f\u00fchren k\u00f6nnte. Au\u00dferdem wollte Morgenthau Deutschland in einen Nord- und einen S\u00fcdstaat trennen und deutsche Gebiete an Frankreich, D\u00e4nemark, Polen und die Sowjetunion \u00fcbertragen. Deutschland sollte das industrielle Ruhrgebiet total verlieren und Deutsche sollten als Zwangsarbeiter ins Ausland gebracht werden.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Durch die Berliner Blockade kam jedoch alles anders. Der Streit zwischen Amerika und der russischen Besatzung um die Regierung Berlins l\u00f6ste den ideologischen Kampf zwischen Amerika und der Sowjetunion aus, den Kalten Krieg, der sich \u00fcber 40 Jahre hinzog und auch mein eigenes Leben direkt betraf. Bei der offiziellen Teilung Deutschlands 1949 war ich in der ersten Klasse, erlebte aber erst in der dritten den Zustrom von Fl\u00fcchtlingen aus dem Osten nach dem Krieg, ohne zu wissen, warum pl\u00f6tzlich neue Sch\u00fcler aus Schlesien und Th\u00fcringen zu uns kamen, die einen anderen Dialekt sprachen und mit ihren Familien Hab und Gut im \u201eanderen\u201c Deutschland zur\u00fcckgelassen hatten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Anfang des Kalten Krieges kann auch Winston Churchill zugeschrieben werden, der 1946 in seiner ber\u00fchmten Rede am Westminster College in Fulton, Missouri, vom Eisernen Vorhang sprach, der sich von Stettin an der Ostsee bis Trieste am Adriatischen Meer hinziehen und das westliche Europa von der Sowjetunion und ihren im Krieg eroberten Satellitenstaaten trennen sollte.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Wie sp\u00e4ter die Mauer in Berlin, zerst\u00f6rte er die Zugeh\u00f6rigkeit von Familien, die in den Gebieten lebten, durch die sich diese neuen Grenzen zogen. Mein Vater kam aus Pommern, aus der N\u00e4he von Stettin, das heute polnisch ist. Er wuchs bei seiner Gro\u00dfmutter in Brandenburg bei Berlin auf, dessen Geschichte, Landschaft und Menschen Theodor Fontane in seinen <em>Wanderungen durch die Mark Brandenburg <\/em>eingehend beschrieben hat. Nach Ende des Krieges hat mein Vater seine Heimat hinter dem Eisernen Vorhang nie wiedergesehen. Von seiner Familie hat, soviel ich wei\u00df, niemand den Krieg \u00fcberlebt. Seine drei Schwestern h\u00e4tte ich gerne kennengelernt. Sie hie\u00dfen Br\u00fcnhild, Sieglind und Kriemhild. Meine Internetsuchen sind aber vergeblich. Auch mit der Angabe des Familiennamens weisen sie immer nur auf Richard Wagners <em>Ring<\/em> und das<em> Nibelungenlied <\/em>zur\u00fcck. Von meiner Urgro\u00dfmutter v\u00e4terlicherseits besitze ich ein kleines Schwarzwei\u00df-Foto, in dem sie im hohen Alter irgendwo in einem winterlichen Garten mit gefalteten H\u00e4nden auf einem Stuhl umgeben von Schneeresten sitzt. Ihr Haar ist sorgf\u00e4ltig in einen Knoten nach hinten gek\u00e4mmt, und sie scheint so viele R\u00f6cke zu tragen wie die kaschubische Gro\u00dfmutter am Anfang der <em>Blechtrommel<\/em> von G\u00fcnter Grass. Ihre Augen sind geschlossen, und auf ihrem Antlitz ruht ein fast \u00fcberirdisches L\u00e4cheln. Sie ist 96 Jahre alt geworden und h\u00e4tte vielleicht noch l\u00e4nger gelebt, meinte mein Vater, wenn die Russen sie am Ende des Krieges nicht tief im Winter in die K\u00e4lte hinausgesetzt h\u00e4tten, um sie erfrieren zu lassen. Er selbst wurde 95 Jahre alt. In den Tagen vor seinem Tod rief er immer nach Henrik, und als ich ihn fragte, wer das denn sei, antwortete er: \u201eDas ist mein Bruder.\u201c Mehr sagte er nicht und zog sich zur\u00fcck in sein Mittagsschl\u00e4fchen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf der Suche nach der Vergangenheit: \u201eIch hab\u2019 noch einen Koffer in Berlin\u2026\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In ihrer Jugend lebten meine Eltern einige Zeit in Berlin und schw\u00e4rmten f\u00fcr diese Stadt, bevor sie im Krieg zerst\u00f6rt wurde. Kurz nachdem wir nach New York kamen, brachten sie vom deutschen Metzger, der auch deutsche Zeitungen und Zeitschriften verkaufte, eine Schallplatte mit Berliner Liedern nach Hause, die wir in unserem neuen Grundig Musikschrank spielten. Alles, was ich von Berlin als Teenager wusste, lernte ich von dieser Langspielplatte: Dort h\u00f6rte ich zum ersten Mal Lieder wie \u201eUntern Linden, Untern Linden\u201c, \u201eIm Grunewald, im Grunewald ist Holzauktion\u201c und \u201eDurch Berlin flie\u00dft immer noch die Spree\u201c sowie \u201eIch hab so Heimweh nach dem Kurf\u00fcrstendamm\u201c. Das freie Berlin, nach dem Krieg von der Mauer umgeben, war gefangen im kommunistischen Osten und lange nicht leicht zug\u00e4nglich. Erst 31 Jahre sp\u00e4ter konnte ich auf der Spur der ehemaligen Mauer mit Kollegen aus Amerika spazierengehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu einem Symposium mit Schriftstellern aus der ehemaligen DDR war ich nach dem Fall der Mauer 1992 zu Gast in Berlin an der Freien Akademie und erfuhr, dass mein Familienname in dieser Gegend weit verbreitet ist. Die Freie Akademie in Grunewald, dem eleganten Villen- und Botschaftsviertel von Berlin, wollte Br\u00fccken schlagen zwischen Ost und West und zu gegenseitigem Verst\u00e4ndnis nach der Wende beitragen. G\u00fcnter de Bruyn und Helga Schubert sprachen zu uns \u00fcber das Leben unter der Regierung von Erich Honecker, \u00fcber die Bespitzelung im Schriftstellerverband der DDR von der Stasi im sozialistischen Staat und sogar auch von den eigenen Mitgliedern. Mit anderen Tagungsteilnehmern fuhr ich mit dem Bus durch den Grunewald und am Wannsee vorbei, wo die Vertreter der deutschen Reichsregierung 1942 beschlossen, alle Juden Europas zur Vernichtung in Konzentrationslager in den Osten zu bef\u00f6rdern. Das Protokoll f\u00fcr die \u201eEndl\u00f6sung\u201c wurde von Adolf Eichmann handschriftlich aufgenommen. Villa Wannsee ist heute eine Gedenkst\u00e4tte f\u00fcr den Holocaust. In Potsdam besuchten wir Sanssouci, das so kurz nach der Wende gerade renoviert wurde und von Bauger\u00fcsten umgeben war, denn die sozialistische Regierung der DDR hatte nach dem Krieg die Denkm\u00e4ler der deutschen Monarchie aus ideologischen und m\u00f6glicherweise finanziellen Gr\u00fcnden total vernachl\u00e4ssigt. Unsere Tour f\u00fchrte uns auch zu Schloss C\u00e4cilienhof, wo das Potsdamer Abkommen unterzeichnet wurde, in dem Stalin, Truman und Churchill im August 1945 die politische und geographische Neuordnung Deutschlands, Reparationen und die Entmilitarisierung des Landes beschlossen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 23.4153%;\"><\/td>\n<td style=\"width: 51.7759%;\"><a href=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/05\/Borchardt-Bild4.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-7497\" src=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/05\/Borchardt-Bild4-300x169.png\" alt=\"\" width=\"591\" height=\"333\" srcset=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/05\/Borchardt-Bild4-300x169.png 300w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/05\/Borchardt-Bild4.png 432w\" sizes=\"auto, (max-width: 591px) 100vw, 591px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 10pt;\">\u00a9 wikipedia: Potsdamer Abkommen 1945: Churchill, Truman, Stalin<\/span><\/p>\n<\/td>\n<td style=\"width: 24.8087%;\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein \u00fcbergro\u00dfes Portr\u00e4t dieser Regierungsoberh\u00e4upter h\u00e4ngt in einem der hohen, holzget\u00e4felten S\u00e4le. Die Siegerm\u00e4chte entschieden hier, dass Stettin und somit die Heimat meines Vaters unter polnische Verwaltung kommen w\u00fcrde. Mehr als zwei Millionen Deutsche aus der Kurmark, Brandenburg und Pommern verloren wegen dieses Abkommens ihre Heimat durch Zwangsumsiedlungen und Vertreibungen, darunter wahrscheinlich auch die spurlos verschwundenen Verwandten meines Vaters, die trotz Nachforschungen \u00fcbers Rote Kreuz unauffindbar blieben. Ungef\u00e4hr 600.000 Deutsche kamen von 1944 bis 1947 bei Flucht oder Vertreibung ums Leben. Bis Ende der f\u00fcnfziger Jahre kamen noch Millionen Aussiedler oder Vertriebene in beide Staaten des geteilten Deutschland,<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> manche von ihnen wohl die kleinen Fl\u00fcchtlinge, die pl\u00f6tzlich in der dritten Klasse bei mir in Bayern auftauchten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1999 hielt ich in Berlin-Schm\u00f6ckwitz einen Vortrag \u00fcber das Vereinte Europa auf dem Campus der Teikyo Universit\u00e4t, im fr\u00fcheren Osten von Berlin, zehn Jahre nachdem die Mauer und der Eiserne Vorhang gefallen waren. Ein t\u00fcrkischer Taxifahrer, der fabelhaft Deutsch sprach, brachte mich vom Flughafen zum Tagungszentrum, das ganz idyllisch am Zeuthener See an der Grenze zu Brandenburg liegt. Das Thema der Konferenz war \u201eThe New Europe at the Crossroads\u201c. Im Zusammenhang mit den Erwartungen f\u00fcr ein Vereintes Europa, das sich nach der Aufl\u00f6sung des Kommunismus in Mittel- und Osteuropa Frieden auf dem Kontinent erhoffte, sprach ich \u00fcber Novalis, Em\u00e9ric Cruc\u00e9 und Rudolf von Habsburg. 200 Jahre vorher hat Novalis zur Zeit der Fr\u00fchromantik im Chaos der Napoleonischen Kriege die Einheit Europas im katholischen Mittelalter in seinem Aufsatz \u201eDie Christenheit oder Europa\u201c idealisiert und poetisiert und den Zerfall des universalen Christentums in der Zersplitterung der Religion durch Luther, die Deisten und Enzyklop\u00e4disten im Prozess der S\u00e4kularisierung \u00fcber Jahrhunderte hinweg gesehen. Goethe, der auch die Napoleonischen Kriege erlebte, kommentiert im <em>Faust<\/em> den Zerfall des R\u00f6mischen Reiches durch die sp\u00f6ttelnden Studenten in Auerbachs Keller: \u201eDas liebe Heil\u2019ge R\u00f6m\u2019sche Reich, \/ Wie h\u00e4lt\u2019s nur noch zusammen?\u201c Bei Novalis ging es um die Erneuerung und Identit\u00e4t des christlichen Westens, der \u2013 wenn Novalis auch davon schweigt \u2013 oft dem Ansturm der T\u00fcrken aus dem Osmanischen Reich ausgesetzt war. Wiederholt (1529, 1683) wurden die Osmanen an den Toren von Wien im Habsburgerreich zur\u00fcckgeschlagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In seinem Werk <em>Le Nouveau Cyn\u00e9e <\/em>von 1623 war Em\u00e9ric Cruc\u00e9 der Meinung, dass ein dauernder Frieden in Europa nur hergestellt werden k\u00f6nnte, wenn Christen und Muslime sich nicht l\u00e4nger als Feinde betrachteten und Kriege gegeneinander f\u00fchrten. Diese Idee war besonders relevant zur Zeit beider Tagungen in Berlin, weil damals (1991\u20131999) noch die ethnischen Kriege in Jugoslawien w\u00fcteten, die zum Teil auf religi\u00f6sen Unterschieden beruhten. Ein paar Jahre sp\u00e4ter, infolge der Kriege im Mittelosten, sagten die extrem militanten Terroristen des Islamischen Staats im Irak und in Syrien dem Westen den Krieg an, womit sie den Frieden und die Sicherheit auf allen Kontinenten bedrohten. Em\u00e9ric Cruc\u00e9 war seiner Zeit weit voraus, indem er schon Anfang des 17. Jahrhunderts eine Weltordnung voraussah, die auf religi\u00f6ser Freiheit und einer freien Marktwirtschaft beruhte, eine Welt, in welcher der Frieden durch eine weltweite Organisation erhalten bliebe, zu der alle freien L\u00e4nder und Nationen geh\u00f6rten. Streitigkeiten sollten durch wirtschaftliche und diplomatische L\u00f6sungen beseitigt werden, und milit\u00e4rische Eingriffe sollten nur in Notf\u00e4llen stattfinden. Der Zoll an den Grenzen Europas sollte abgeschafft werden, um den Handel zu f\u00f6rdern und alle L\u00e4nder wirtschaftlich zu f\u00f6rdern und zu stabilisieren. Der Frieden sollte durch globales Denken gesichert werden und durch die Idee der gemeinsamen Menschlichkeit.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Viele seiner Ideen sind seit der Gr\u00fcndung des Vereinten Europas verwirklicht worden, wenn auch Frieden auf der Welt weiterhin ein utopisches Ideal bleibt. Auf einer Rundfahrt in Berlin auf der Spree h\u00f6rte ich im Boot hinter mir ein Konferenzmitglied aus Albanien zu anderen von seiner Hoffnung sprechen, dass auch das Osmanische Reich in seiner fr\u00fcheren Herrlichkeit wiederaufgebaut werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Rudolf von Habsburg war der Meinung, dass das Reich, das er einmal erben sollte, die Doppelmonarchie an der Donau, schon ein Vereintes Europa in Miniatur war. An Georges Clemenceau schrieb er im Dezember 1886: \u201e\u00d6sterreich ist ein Staatenblock verschiedenster Nationen und verschiedenster Rassen unter einheitlicher F\u00fchrung. Jedenfalls ist das die grundlegende Idee eines \u00d6sterreich, und es ist eine Idee von ungeheuerster Wichtigkeit f\u00fcr die Weltzivilisation.\u201c<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 20.1366%;\"><\/td>\n<td style=\"width: 60.6284%;\"><a href=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/05\/TrianonTeilungUngarns800px-.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-7414\" src=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/05\/TrianonTeilungUngarns800px--300x186.png\" alt=\"\" width=\"634\" height=\"393\" srcset=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/05\/TrianonTeilungUngarns800px--300x186.png 300w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/05\/TrianonTeilungUngarns800px--768x475.png 768w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/05\/TrianonTeilungUngarns800px-.png 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 634px) 100vw, 634px\" \/><\/a><\/td>\n<td style=\"width: 19.2349%;\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Otto von Habsburg,<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> der Sohn des letzten Kaisers von \u00d6sterreich, Kronprinz und Thronerbe des vergangenen Reiches, half als Mitglied des Europ\u00e4ischen Parlaments in Br\u00fcssel von 1979\u20131999, Rudolfs Ideal der Vereinigten Staaten von Europa zu verwirklichen. Die Europ\u00e4ische Union geht aber weit \u00fcber die Grenzen des damaligen Habsburgerreichs hinaus und umfasst nicht nur alle L\u00e4nder des mittelalterlichen Heiligen R\u00f6mischen Reiches, sondern auch L\u00e4nder in Mittel- und Osteuropa, die nach dem Zweiten Weltkrieg sowjetische Satellitenstaaten waren. Der Eiserne Vorhang und die Mauer mussten fallen, damit diese Staaten in ein freies, demokratisches Europa integriert werden konnten. Otto von Habsburg hat als neues Mitglied im Europ\u00e4ischen Parlament 1979 einen unbesetzten Stuhl f\u00fcr die L\u00e4nder auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs aufstellen lassen<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> und ein starkes Interesse f\u00fcr diese L\u00e4nder gezeigt, die vor dem Ersten Weltkrieg zum Habsburgerreich geh\u00f6rt hatten. Er selbst war mitbeteiligt an der Planung f\u00fcr das Pan-Europ\u00e4ische Picknick in Sopron, einer Friedensdemonstration auf der ungarischen Seite des Eisernen Vorhangs am 19. August 1989.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Er wollte feststellen, ob der russische Generalsekret\u00e4r Michail Gorbatschow Offenheit f\u00fcr eine \u00c4nderung der gegenw\u00e4rtigen Zust\u00e4nde zeigen w\u00fcrde. Dieses Picknick bewirkte eine Kettenreaktion, durch welche die DDR und der Ostblock zu Fall kamen. Otto von Habsburg erw\u00e4hnte die Idee, den Eisernen Vorhang zu \u00f6ffnen, gegen\u00fcber Mikl\u00f3s N\u00e9meth, dem ungarischen Premier von 1988-1990, der den Plan in Aktion umsetzte.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Reiten, reiten, reiten, durch den Tag, durch die Nacht, durch den Tag. Reiten, reiten, reiten. Und der Mut ist so m\u00fcde geworden und die Sehnsucht so gro\u00df. Es gibt keine Berge mehr, kaum einen Baum\u2026. Nirgends ein Turm. Und immer das gleiche Bild\u2026. Vielleicht kehren wir n\u00e4chtens immer wieder das St\u00fcck zur\u00fcck, das wir in der fremden Sonne m\u00fchsam gewonnen haben?<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">So erlebt der junge Fahnentr\u00e4ger in Rilkes \u201eDie Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke\u201c das ungarische Flachland, das er im Vierten Krieg \u00d6sterreichs gegen die T\u00fcrken (1663-1664) unter Generalfeldmarschall Johann von Sporck durchzieht. Seine Kompagnie liegt jenseits der Raab, die in Gy\u00f6r in die <em>Mosoni Duna<\/em>, einen Seitenarm der Donau, m\u00fcndet. Aus dieser Gegend stammt meine Mutter, die im heutigen Komitat Gy\u00f6r-Moson-Sopron (Raab-Wieselburg-\u00d6denburg) in Ungarn zur Welt kam. Sie wuchs aber nicht in Ungarn auf, weil das heutige Burgenland, das deutschsprachige Westungarn, nach dem 1. Weltkrieg durch den Friedensvertrag von Trianon (im Juni 1920) und die Unterzeichnung der Venediger Protokolle (im Oktober 1921) offiziell zu \u00d6sterreich kam.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> Ihr Geburtsort, Mosonmagyar\u00f3v\u00e1r, blieb bei Ungarn, aber ihre Eltern bauten ein Haus auf der anderen Seite der Grenze im Dreil\u00e4ndereck, wo Ungarn, \u00d6sterreich und die Tschechoslowakei zusammenstie\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich selbst bin in Wien geboren, aber zu der Zeit geh\u00f6rte \u00d6sterreich zu den Gebieten, die Hitler annektierte, um die Deutschen in den \u00f6stlichen L\u00e4ndern \u201eheim ins Reich\u201c zu holen. Meine Tante Anni in Wien erz\u00e4hlte mir einmal, ich sei in einem j\u00fcdischen Sanatorium in D\u00f6bling geboren. Bei meinen Internetforschungen stie\u00df ich auf Geheimakten, die mir keinen Zugang boten. Darum pilgerte ich vor f\u00fcnf Jahren nach D\u00f6bling, dem \u00e4ltesten Stadtteil von Wien im 19. Bezirk. Dort hat Jan III. Sobieski 1683 die Osmanen unter dem Gro\u00dfwesir Kara Mustafa Pascha in der Schlacht von Wien auf dem Kahlenberg besiegt<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> und damit das christliche Abendland gerettet. Ich wollte sehen, wo ich das Licht der Welt zum ersten Mal erblickte. Das Grundst\u00fcck, vor dem ich stand, war leer, das Haus wahrscheinlich im Krieg zerst\u00f6rt oder sp\u00e4ter abgerissen. Ich dachte, es sei m\u00f6glich, dass das geheimnisumwitterte verschwundene Sanatorium eine gro\u00dfe Villa war, wie die Geb\u00e4ude links und rechts von dem leeren Fleck. Vielleicht existierte die Villa aber noch, und ich war auf meiner Suche nur daran vorbei gegangen, denn vielleicht hatte man mit der Zeit die Hausnummern ge\u00e4ndert, wie das so oft bei der Modernisierung vorkommt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor ein paar Wochen fiel mir aber meine Geburtsurkunde wieder in die H\u00e4nde, und ich stellte fest, dass ich mich in der Hausnummer geirrt hatte, als ich 2015 in Wien war. Es stellte sich heraus, dass mein Geburtshaus das ehemalige Sanatorium der Wiener Kaufmannschaft war, das 1912 auf demselben Grundst\u00fcck der 1909 errichteten Privatkrankenanstalt des Wiener Handelsstandes gebaut wurde.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> Heute ist es das Wilhelm-Exner-Haus der Wiener Universit\u00e4t f\u00fcr Bodenkultur und steht zusammen mit dem sezessionistischen Verwalterhaus, das 1909 von dem Architekten Ernst Gotthilf errichtet wurde, unter Denkmalschutz.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> Jetzt dient die Gotthilf-Villa als Zentrum f\u00fcr Internationale Beziehungen der BOKU. 1939 kam das Sanatorium in den Besitz der Stadt Wien, die es an die deutsche Luftwaffe verpachtete.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 23.0874%;\"><\/td>\n<td style=\"width: 53.8251%; text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/05\/D\u00f6bling_-_Wilhelm-Exner-Haus.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-7413\" src=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/05\/D\u00f6bling_-_Wilhelm-Exner-Haus-300x155.jpg\" alt=\"\" width=\"637\" height=\"329\" srcset=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/05\/D\u00f6bling_-_Wilhelm-Exner-Haus-300x155.jpg 300w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/05\/D\u00f6bling_-_Wilhelm-Exner-Haus-1024x531.jpg 1024w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/05\/D\u00f6bling_-_Wilhelm-Exner-Haus-768x398.jpg 768w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/05\/D\u00f6bling_-_Wilhelm-Exner-Haus-1536x796.jpg 1536w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/05\/D\u00f6bling_-_Wilhelm-Exner-Haus.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 637px) 100vw, 637px\" \/><\/a> <span style=\"font-size: 10pt;\">Wilhelm-Exner-Haus \u00a9 Wikipedia<\/span><\/td>\n<td style=\"width: 23.0874%;\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich dort geboren wurde, muss es als Lazarett gedient haben. Mein Vater war Unteroffizier der Luftwaffe, in Langenlebarn stationiert, wo er mit meiner Mutter lebte. Sie erz\u00e4hlte einmal, dass ich auch im Zug zwischen Langenlebarn und Wien h\u00e4tte geboren werden k\u00f6nnen, denn sie war hochschwanger, als sie sich mit der Bahn zu diesem Lazarett begab. Es ist m\u00f6glich, dass mein Vater sich dort aufhielt, weil er im Krieg von einem Granatsplitter am Nacken verletzt worden war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine Gro\u00dfeltern \u2013 die Eltern meiner Mutter \u2013 im Habsburgerreich vor der Jahrhundertwende geboren, lebten im \u00f6stlichsten Winkel vom Burgenland, ganz nah am Eisernen Vorhang an der ungarisch-tschechischen Grenze. Bei einem Besuch in den Sommerferien, als ich klein war, h\u00f6rte ich die Erwachsenen vom Eisernen Vorhang sprechen. Ich dachte, es w\u00e4re ein richtiger Vorhang aus Eisen, konnte mir aber nicht vorstellen, wie so etwas in Wirklichkeit aussah. Mein Gro\u00dfvater brachte mich mit meinem Vater auf die Felder an der Grenze von Ungarn, um mir den dreireihigen Stacheldrahtzaun zu zeigen, hinter dem es einen hundert Meter breiten Streifen von Minenfeldern im Niemandsland gab und dann noch einmal dreifache Reihen von Stacheldraht. In regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden gab es Wachtt\u00fcrme mit bewaffneten Soldaten besetzt, die schussbereit eine \u00dcberquerung der Grenze ins Burgenland verhinderten. Von der Oberen Hauptstra\u00dfe im Dorf konnte man von weitem auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs in der Tschechoslowakei (der heutigen Slowakei), etwa f\u00fcnf Kilometer im Vogelflug entfernt, die Burg von Bratislava sehen, wo eine Schwester meiner Gro\u00dfmutter lebte, mit der sie sich ihr Leben lang nicht mehr treffen konnte, weil meine Oma starb, bevor sich der Eiserne Vorhang wieder \u00f6ffnete.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 21.8578%;\"><\/td>\n<td style=\"width: 57.2678%;\">\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/05\/Borachrdt-Bild-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-7496\" src=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/05\/Borachrdt-Bild-3-300x117.jpg\" alt=\"\" width=\"586\" height=\"229\" srcset=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/05\/Borachrdt-Bild-3-300x117.jpg 300w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/05\/Borachrdt-Bild-3.jpg 432w\" sizes=\"auto, (max-width: 586px) 100vw, 586px\" \/><\/a><span style=\"font-size: 10pt;\">\u00a9 Ferdinand Sitek: Der Eiserne Vorhang an der ungarischen Grenze im Burgenland circa 1954<\/span><\/p>\n<\/td>\n<td style=\"width: 20.8743%;\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Durchbruch des Stacheldrahts war dem 1988 neu ernannten ungarischen Ministerpr\u00e4sidenten Mikl\u00f3s N\u00e9meth<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> zu verdanken, der diese Grenze auf Grund internationaler und moralischer Gesetze abrei\u00dfen lie\u00df. In Fert\u00f6r\u00e1kos, nicht weit von Sopron, nur eine Stunde mit dem Auto vom Dorf meiner Gro\u00dfeltern entfernt, wurden im August 1989 die ersten Fluchtversuche von vier DDR-B\u00fcrgern mit Hilfe eines ungarischen Grenzpolizeikommandanten gemacht, der die Fliehenden zwar festnahm, ihnen dann aber bei ihrer Freilassung fl\u00fcsternd verriet, dass sie unbehindert durch den unbewachten Wald \u00fcber die Grenze ins Burgenland fliehen k\u00f6nnten. Auf eigene Verantwortung verhaftete er weitere 10.000 Fl\u00fcchtlinge und lie\u00df sie ohne Anweisung aus Budapest wieder frei.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> Schon im M\u00e4rz 1989 hatte Mikl\u00f3s N\u00e9meth sein Vorhaben, den Eisernen Vorhang nach den ersten freien Wahlen abzubauen, mit Michail Gorbatschow, dem Generalsekret\u00e4r der Kommunistischen Partei der Sowjetunion in Moskau besprochen, um zu pr\u00fcfen, wie ernst er es mit seiner Idee von <em>Perestroika, <\/em>der politischen und wirtschaftlichen Reformen und Umstrukturierung innerhalb des kommunistischen Systems, meinte. Weil Gorbatschow keine Anstalten machte, ihn an seinem Plan zu hindern, lie\u00df N\u00e9meth im Mai 1989 die Presse zu einem Fototermin an die Grenze bei Hegyeshalom kommen, wo der Abbau des Eisernen Vorhangs begann. Nachtr\u00e4glich durchschnitt Gyula Horn, der letzte kommunistische Au\u00dfenminister Ungarns, zusammen mit dem \u00f6sterreichischen Au\u00dfenminister Alois Mock am 27. Juni 1989 symbolisch den Eisernen Vorhang f\u00fcr die Medien.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a> Deshalb wohl wurde Horn statt N\u00e9meth die \u00d6ffnung der Grenze zugeschrieben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Walpurga von Habsburg, Dame des Malteserordens und Tochter Otto von Habsburgs, organisierte im August 1989 das Paneurop\u00e4ische Picknick im ungarischen Sopron,<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> bei dem ein Grenztor f\u00fcr drei Stunden symbolisch ge\u00f6ffnet werden sollte. Zwischen 600 und 700 DDR-B\u00fcrger, die zu Besuch an den Balaton nach Ungarn gekommen waren, flohen bei dieser Gelegenheit ins Burgenland. Als Staatsminister und Parlamentsmitglied unterst\u00fctzte Imre Pozsgay<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a> diese Aktion, indem er den ungarischen Oberbefehlshaber der Grenzpolizei benachrichtigte, und ihn bat, nicht einzugreifen, wenn die Fl\u00fcchtlinge den Weg in die Freiheit suchten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dem Durchbruch des Eisernen Vorhangs bei dem Picknick in Sopron im August folgten im November 1989 die Demonstrationen in Leipzig und der Mauerfall in Berlin, was Gorbatschow nicht verhinderte, weil er \u201eder Geschichte ihren Lauf lassen\u201c wollte. Wie eine Leipziger Demonstrantin nach dem Fall der Mauer bemerkte, w\u00e4re ohnehin alles so gekommen: \u201eIch will die Tatsache, dass wir \u02bb89 auf die Stra\u00dfe gegangen sind, nicht etwa klein machen. Es geh\u00f6rte damals wirklich Zivilcourage dazu, und es ist das in meinem Leben, worauf ich wirklich stolz bin, aber es [das System] w\u00e4re auch ohne den Herbst \u02bb89 zugrunde gegangen\u201c<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a>, meinte sie, und damit hatte sie Recht. Durch dieses \u201eLoch\u201c an der Grenze zwischen Ungarn und \u00d6sterreich entflohen 50.000 DDR-B\u00fcrger aus Budapest und der Prager Botschaft in das Burgenland und die Freiheit im Westen. Sie lie\u00dfen ihre Trabis, Campers und pers\u00f6nlichen Besitz einfach in Ungarn liegen und stehen und begaben sich zu Fu\u00df, erst zu zweit, dann zu viert, dann in immer gr\u00f6\u00dferen Gruppen zur Grenze hin, wo zuerst ein paar Leute von den Grenzw\u00e4chtern angeschossen wurden, schlie\u00dflich aber fast alle gl\u00fccklich \u00fcber die Grenze kamen. Nur ein junger Vater wurde bei der Flucht t\u00f6dlich verletzt, schob aber mit letzter Anstrengung noch sein Baby auf die andere Seite des Eisernen Vorhangs in die Sicherheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fr\u00fcher hatte ich mir gew\u00fcnscht, dass die Grenze zu Ungarn und der damaligen Tschechoslowakei sich einmal \u00f6ffnen w\u00fcrde, dass das Dorf meiner Gro\u00dfeltern nicht mehr am Ende der Welt liegen w\u00fcrde, weil man an der Grenze nicht weiter konnte. Ich hatte gehofft, dass man mit dem Auto oder der Bahn hin\u00fcberfahren k\u00f6nnte und die von \u201edr\u00fcben\u201c zu uns kommen k\u00f6nnten, dass es einen regen Verkehr zwischen den getrennten L\u00e4ndern geben w\u00fcrde. Niemand hatte aber einen so gro\u00dfen Zustrom von Fl\u00fcchtlingen aus dem Osten erwartet, auch nach der Demokratisierung der kommunistischen L\u00e4nder, die friedlich in der Tschechoslowakei und Ungarn verlief, aber ein Blutbad in Rum\u00e4nien verursachte. Als ich nach dem Fall der Grenzen mit einem Onkel und einer Tante aus Wien, die das Haus meiner Gro\u00dfeltern geerbt hatten, auf ein paar Wochen Urlaub ins Burgenland fuhr, war das Dorf voll von uniformierten Soldaten, die beauftragt waren, illegale Einwanderer aus den \u00f6stlichen L\u00e4ndern festzunehmen. Die Wachtposten an der Grenze waren wieder besetzt, aber diesmal nicht von ungarischen Grenzsoldaten, sondern von Soldaten des \u00f6sterreichischen Bundesheers, die f\u00fcr Sicherheit am Ort zu sorgen hatten und wie eine einheimische Besatzung durch die Dorfstra\u00dfen marschierten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs fuhr ich einmal mit einer Bekannten im Auto hin\u00fcber auf die Burg von Bratislava, nur um von einem Caf\u00e9 aus von dort oben auf ein paar Stunden den Blick auf die barocke Altstadt und die Donau zu genie\u00dfen. Schon beim Geldumtausch war die Sprache auf der tschechischen Seite problematisch, denn niemand sprach Deutsch oder Englisch. Verwandte aus Bratislava, von denen ich nichts wusste, kamen nach der \u00d6ffnung der Grenze zu Besuch zu meinem Onkel und meiner Tante im Burgenland und in Wien. Das war ein Neffe meiner Mutter und meiner Tanten mit seiner Tochter Gabi, die damals vierzehn war. Gabi sprach Slowakisch und Deutsch, mein Onkel Deutsch und D\u00e4nisch. Nur meine Tante konnte sich auf Ungarisch mit Gabis Vater verst\u00e4ndigen, denn sie hatte es als Kind in der Klosterschule in Mosonmagyar\u00f3v\u00e1r gelernt. Bratislava, heute die Hauptstadt der Slowakei, hie\u00df fr\u00fcher Pozsony und war im Habsburgerreich von 1536 bis 1783 die Haupt- und Kr\u00f6nungsstadt Ungarns.<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> Auf deutsch ist die Stadt als Pre\u00dfburg bekannt. Die Geschichte von Bratislava und meinen Verwandten dort erinnert mich an eine Bemerkung von Ilse Tielsch, deren Vorfahren im Grenzland zwischen B\u00f6hmen und M\u00e4hren im Habsburgerreich lebten. In ihrem Buch <em>Die Ahnenpyramide<\/em> schreibt sie, dass man ohne die eigene Wohnung zu verlassen, das Haus, in dem diese Wohnung ist, oder den Ort in dem man lebt, ein B\u00fcrger von \u00d6sterreich sein kann, dann von der Tschechoslowakei, dann Deutschland, und schlie\u00dflich staatenlos: \u201e\u00fcberhaupt kein Staatsb\u00fcrger mehr\u2026\u201c<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a>. Sie musste am Ende des Zweiten Weltkriegs aus ihrer s\u00fcdm\u00e4hrischen Heimat fliehen. Meine ungarischen Verwandten in der Slowakei sind nicht ausgewiesen worden. Sie haben sich adaptiert und, als die Tschechen nach dem Krieg an die Regierung kamen, in der \u00d6ffentlichkeit statt Deutsch nur Slowakisch gesprochen und zu Hause ganz geheim nur Ungarisch, wie Tante Irma mir erz\u00e4hlte, die 89 war, als ich sie 2015 zum ersten Mal traf. Sie ist die Schwiegertochter der Schwester meiner Gro\u00dfmutter, von der meine Oma zu mir als Kind sprach. Von ihr erfuhr ich, dass meine Gro\u00dftante Katarina hie\u00df und eine gro\u00dfe Leseratte war. Als ich mit Gabi zu Besuch nach Rusovce kam, h\u00f6rte Tante Irma mich Deutsch mit ihr sprechen, und ihre Augen leuchteten auf. Sie erkl\u00e4rte mir den ganzen Familienstammbaum auf Deutsch, und ich schrieb mit. Viele Jahrzehnte hatte sie kein Deutsch gesprochen, und ihre drei S\u00f6hne, die ungef\u00e4hr in meinem Alter waren, wussten nicht, dass sie es konnte. Bei anderen Verwandten, die wir antrafen, musste Gabi vermitteln, weil sie Slowakisch sprach. Die dritte Sprache der Verst\u00e4ndigung w\u00e4re Ungarisch gewesen, aber das hatte sie nicht gelernt, obwohl ihr Vater damit aufgewachsen war. In der Schule war Russisch f\u00fcr sie ein Pflichtfach.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das burgartige Internationale Haus in Berkeley auf dem Campus der Universit\u00e4t von Kalifornien, wo ich drei Jahre und viele Sommer lang wohnte, wurde zwischen den beiden Weltkriegen (1930) von John D. Rockefeller Jr. gegr\u00fcndet, um das Verst\u00e4ndnis zwischen Studenten und Forschern aus allen L\u00e4ndern der Welt zu f\u00f6rdern. Als Studentenwohnheim bietet es eine multikulturelle Erfahrung und macht es sich zum Ziel, eine friedlichere, tolerantere Welt zu schaffen. Dabei spielen die Gespr\u00e4che bei Tisch im gemeinsamen Speisesaal eine gro\u00dfe Rolle und die monatlichen <em>Sunday Suppers<\/em>, bei denen kulturelle Programme von den internationalen Studenten geboten werden. Ohne weit zu reisen, kann man Vertreter aus aller Welt in der Gro\u00dfen Halle oder im Caf\u00e9 treffen und die neuesten Nachrichten mit ihnen besprechen, mit Griechen und Zyprioten, mit Pal\u00e4stinensern und Israeliten, mit Indern, Persern, Arabern und Chinesen, Japanern, T\u00fcrken, Deutschen, Franzosen, Belgiern und Holl\u00e4ndern, mit Studenten und Forschern aus der Schweiz und Italien, aus Nord- und S\u00fcdamerika, Kanada und Afrika. Ungef\u00e4hr 600 Studenten aus 75 L\u00e4ndern leben \u201eunter dem Dom\u201c, dem orientalisch anmutenden gew\u00f6lbten Turm und Kennzeichen des Baus. Manche Zimmer \u00fcber dem Eingang haben einen gro\u00dfz\u00fcgigen Blick auf die Bucht von San Francisco und die Golden-Gate-Br\u00fccke. Der venezianisch wirkende Campanile, Wahrzeichen der Universit\u00e4t, ragt unterhalb von Piedmont Avenue wie ein s\u00e4kulares Minarett mit dem Ruf zum Wissen und zur Erkenntnis mehr als 100 Meter hoch \u00fcber dem Campus auf: \u201eFiat Lux!\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 23.2513%;\"><\/td>\n<td style=\"width: 52.0219%;\"><a href=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/05\/Borchardt-Bild-5.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-7498\" src=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/05\/Borchardt-Bild-5-300x175.jpg\" alt=\"\" width=\"578\" height=\"337\" srcset=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/05\/Borchardt-Bild-5-300x175.jpg 300w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/05\/Borchardt-Bild-5.jpg 432w\" sizes=\"auto, (max-width: 578px) 100vw, 578px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 10pt;\">\u00a9 Wikipedia: Internationales Haus in Berkeley mit dem Campanile der Universit\u00e4t<\/span><\/p>\n<\/td>\n<td style=\"width: 24.7267%;\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich Mitte der sechziger Jahre nach Berkeley kam, wollte ich eigentlich Komparatistik studieren und tat das auch zwei Semester lang. Mein Studienberater und Professor f\u00fcr Mittelhochdeutsch, das mich begeisterte, \u00fcberzeugte mich jedoch, der Germanistik den Vorrang zu geben und bot mir eine Assistentenstelle an. Damit begann die Suche nach meiner Vergangenheit anhand der deutschen Literatur. Ich kann mich noch deutlich daran erinnern, dass ich bei meinem Amtsantritt ein Dokument in einem B\u00fcro in Sproul Hall unterzeichnen musste, in dem ich schwor, dass ich die Verfassung der Vereinigten Staaten und die Verfassung des Staates von Kalifornien unterst\u00fctzen und meine Pflichten getreu und nach bestem Wissen und Gewissen erf\u00fcllen wolle. Au\u00dferdem musste ich best\u00e4tigen, dass ich kein Mitglied der Kommunistischen Partei sei oder irgendeiner Organisation angeh\u00f6re, die den Umsturz der Regierung durch Macht oder Gewalt bef\u00fcrwortete; dass ich keinen Konflikt h\u00e4tte mit der Ausf\u00fchrung meiner Pflichten, was unparteiische wissenschaftliche Forschung und das Streben nach Wahrheit betr\u00e4fe. Diese Aussage war eine Bedingung f\u00fcr meine Anstellung und die Erw\u00e4gung meines Gehalts. So lautet der Text von 1950, den ich im Archiv fand. Es ist m\u00f6glich, dass er in den sechziger Jahren etwas ver\u00e4ndert wurde. Sp\u00e4ter erinnerte ich mich nur daran, dass ich keinen Umgang mit Kommunisten haben sollte.<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So manifestierte sich der Kalte Krieg weit entfernt vom Eisernen Vorhang und der Mauer in Berlin auch im sonnigen Kalifornien. Umso erstaunlicher ist es, dass drei Jahre sp\u00e4ter schon die ersten Studenten und Wissenschaftler aus Rum\u00e4nien an der Universit\u00e4t in Berkeley und im Internationalen Haus zugelassen wurden. Jetzt wei\u00df ich, dass das auf Ceau\u015fescus Ann\u00e4herungsversuchen an den Westen beruhte.<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a> Als neuer Generalsekret\u00e4r der Kommunistischen Partei ab 1965 machte er sich in Rum\u00e4nien und im Westen beliebt, weil er eine Au\u00dfenpolitik einf\u00fchrte, die der Sowjetunion entgegenstand. Er weigerte sich 1968, mit den Sowjets in der Tschechoslowakei einzumarschieren, obwohl sein Land Mitglied im Warschauer Pakt war. In der Woche vor der Unterdr\u00fcckung der Revolution mit Panzern reiste er selbst nach Prag, um Alexander Dub\u010dek moralisch zu unterst\u00fctzen. Dadurch wurde er zum Ausnahmefall im kommunistischen Ostblock. Bei offiziellen Besuchen im Westen \u2013 in den Vereinigten Staaten, Gro\u00dfbritannien, Frankreich, Spanien und Australien \u2013 gab er sich als Reform-Kommunist aus, um internationalen Respekt f\u00fcr Rum\u00e4nien zu gewinnen. Als Mittelmann in internationalen Konflikten verhandelte er mit den Gegnern und half dem neugew\u00e4hlten US-Pr\u00e4sidenten Richard Nixon 1969 bei der Er\u00f6ffnung von diplomatischen Beziehungen zum kommunistischen China. Wegen der Liberalisierung der beiden neuen Regierungen kam es wohl zu dieser Zeit, dass rum\u00e4nische Studenten und Wissenschaftler ihr Land verlassen und im Westen studieren durften.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch wie schon Goethe in seinem <em>Faust <\/em>bemerkt: \u201eGrau, teurer Freund, ist alle Theorie und gr\u00fcn des Lebens goldner Baum.\u201c Nicolae Ceau\u015fescu wurde zum Diktator in Rum\u00e4nien, und die Universit\u00e4t von Kalifornien in Berkeley zog ihre Grenzen bei der Praxis von sozialistischen Idealen. Auf einem verlotterten Grundst\u00fcck in der Haste Street, einen Block oberhalb von Telegraph Avenue, in dessen Besitz die Universit\u00e4t zwei Jahre vorher durch Enteignung der Hausbesitzer gekommen war, deren H\u00e4user abgerissen wurden, s\u00e4ten Hippies im Fr\u00fchjahr 1969 Rasen an f\u00fcr einen von der Stadt- und Universit\u00e4tsverwaltung bewilligten <em>People\u2019s Park<\/em>.<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a> Sie stellten Schaukeln und Rutschen f\u00fcr die Kinder auf und pflanzten Blumen an, um den Block zu versch\u00f6nern und allgemein brauchbar und friedlich nutzbar zu machen. Als die Universit\u00e4t das Grundst\u00fcck zur\u00fcckforderte, um einen Parkplatz darauf zu bauen, kam es zu einem brutalen Konflikt zwischen den konservativen und liberalen M\u00e4chten in Berkeley, unterst\u00fctzt von dem damaligen Gouverneur Ronald Reagan, der die Nationalgarde gegen die \u201eBlumenkinder\u201c aufrief, um die Polizeiaktion zu st\u00e4rken. Viele der Soldaten waren gerade aus Vietnam zur\u00fcckgekehrt und behandelten die Hippies wie Feinde im Krieg.<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a> Sie wurden von Bajonetten bedroht, und ein Student, James Rector, wurde von der Polizei erschossen.<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a> Panzer rollten auf der S\u00fcdseite vom Campus hinunter. Soldaten mit Schutzhelmen und Gewehren standen an allen Eing\u00e4ngen zur Universit\u00e4t. Polizeiautos verfolgten Studenten auf den Stra\u00dfen mit Tr\u00e4nengas, auch wenn sie an der ganzen Situation nicht beteiligt waren. Das Tr\u00e4nengas, das ein Hubschrauber \u00fcber dem Campus verspr\u00fchte, drang in alle Klassenzimmer ein und gef\u00e4hrdete Patienten im Universit\u00e4tskrankenhaus, auch in der Eisernen Lunge. Ich hatte gerade ein Seminar in Dwinelle Hall und lief in das unterste Stockwerk, wo ich mich sicherer glaubte, aber das Tr\u00e4nengas f\u00fcllte das ganze Geb\u00e4ude. Ich machte ein Taschentuch am Wasserhahn nass, hielt es \u00fcber die Nase und versuchte, so schnell wie m\u00f6glich den Block bis zum Internationalen Haus hinaufzulaufen, konnte den Kanistern aber nicht entgehen, die von der Polizei auf Fu\u00dfg\u00e4nger entlang des Bancroft Way geworfen wurden. Es gab eine milit\u00e4rische Sperrstunde, und zwischen Studenten und der Polizei herrschte ein Kriegszustand, denn im Prinzip ging es um einen ideologischen Kampf zwischen den kapitalistischen Besitzrechten der Uni und den sozialistischen und humanistischen Werten der Hippies und Studenten. Aus dem umstrittenen Grundst\u00fcck wurde ein zementierter Parkplatz, auf den ich 1976 stie\u00df, als ich von einer tempor\u00e4ren Lehrstelle and der Universit\u00e4t von Illinois in Chicago zur\u00fcckkam, um meinen Doktorvater zu wechseln und in Berkeley weiter an meiner Dissertation zu schreiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie magnetisch zogen mich die Studenten und Wissenschaftler aus den L\u00e4ndern hinter dem Eisernen Vorhang an, die pl\u00f6tzlich nach dem Ende des Krieges in Vietnam ungef\u00e4hr Mitte der siebziger Jahre im Internationalen Haus auftauchten: aus Polen, Russland, Jugoslawien und der damaligen Tschechoslowakei, mit Namen wie Milan, Bed\u0159ich, Janusz und Igor, die zum ersten Mal im freien Westen forschen und studieren durften. Das war lange vor Michail Gorbatschows <em>Glasnost<\/em> und <em>Perestroika.<\/em> Igor, Physiker an der Akademie der Wissenschaften in Prag, erkl\u00e4rte mir bei Tisch im Speisesaal scherzhaft die Ideale des Kommunismus: \u201eWas mir geh\u00f6rt, geh\u00f6rt mir, und was dir geh\u00f6rt, geh\u00f6rt auch mir.\u201c Mit Janusz aus Polen, Igor und einem Russen, mit dem beide befreundet waren, machte ich einen Ausflug in die kalifornische Geisterstadt Columbia aus den Goldgr\u00e4bertagen in der Gegend n\u00f6rdlich von Sonora.<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a> Sie wurde 1850 gegr\u00fcndet und, in ihrem urspr\u00fcnglichen Zustand erhalten, wirkt sie wie die Filmkulisse f\u00fcr einen Western. Hier kann man die Goldrauschzeit nachvollziehen und sich sogar im Goldwaschen \u00fcben. <em>Highway 49<\/em>, der sich auf eine H\u00f6he von mehr als 2.000 Fu\u00df nach Columbia hinaufschl\u00e4ngelt, wurde nach den Neunundvierzigern benannt, die zuerst nach Gold in Kalifornien suchten, kurz nachdem das Land in dem Vertrag mit Mexiko 1848 an die Vereinigten Staaten \u00fcberging.<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a> Ich zeigte ihnen auch Yosemite Park mit dem imposanten Halbdom aus Granit und dem <em>Bridal-Veil<\/em>-Wasserfall. Sie waren \u00fcberrascht von einem Schild am Eingang, das uns informierte, dass es im Park B\u00e4ren g\u00e4be und man vorsichtig sein m\u00fcsse beim Zelten und Wandern. Wir kampierten aber in einem Holzbau, der uns Sicherheit bot. Obwohl die Autot\u00fcren meines Ford Falcon nach einem schweren Unfall im November klemmten, fuhr ich mit Igor und Janusz im Dezember doch noch nach San Francisco, wo wir uns im Opernhaus kurz vor Weihnachten den \u201eNussknacker\u201c von Tschaikowski ansahen. Ein paar Wochen sp\u00e4ter musste ich Berkeley verlassen, um Anfang Februar eine Stelle am Gustavus Adolphus College in St. Peter, Minnesota, anzutreten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im R\u00fcckblick musste ich mich fragen, warum gerade 1976 pl\u00f6tzlich Forscher aus Russland, Polen und der Tschechoslowakei ins Internationale Haus kamen. Igor konnte mir das nicht so genau sagen, als ich ihm vor Kurzem zu diesem Thema schrieb. Er berief sich nur auf das Austauschprogramm der Prager Akademie der Wissenschaften, bei dem er sich bewarb. Ihm wurde erlaubt, weniger als ein Jahr in Berkeley zu verbringen. Ich wunderte mich, was in der Weltpolitik zu diesem Zeitpunkt vor sich ging, um das m\u00f6glich zu machen: Obwohl der Prager Fr\u00fchling 1968 von den Sowjets durch den Einmarsch von einer halben Million Soldaten des Warschauer Paktes brutal unterdr\u00fcckt wurde und Panzer den Forderungen der Demonstranten nach politischer Liberalisierung und Demokratisierung unter Alexander Dub\u010dek ein Ende bereiteten,<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a> gab es in den n\u00e4chsten zwei Jahrzehnten trotz aller Gefahren der Verfolgung und Inhaftierung unter der streng kommunistischen Regierung seines Nachfolgers Gust\u00e1v Hus\u00e1k doch weiterhin Versuche von Einzelnen und von Gruppen, Reformen durchzuf\u00fchren. Schon 1966 hatte die Tschechoslowakei auf einer Sicherheitskonferenz einen Pakt der Vereinten Nationen f\u00fcr soziale, wirtschaftliche und kulturelle Rechte unterzeichnet, sowie einen Pakt f\u00fcr b\u00fcrgerliche und politische Rechte, die beide 1975 ratifiziert wurden und im M\u00e4rz 1976 in Kraft traten.<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\">[30]<\/a> Zus\u00e4tzlich garantierte die Helsinki-Schlussakte von 1975, die von der Sowjetunion, Polen und der Tschechoslowakei unterschrieben wurde, spezifische Menschenrechte und die Kooperation im Handel und in der wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen diesen L\u00e4ndern und dem Westen.<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\">[31]<\/a> \u00c4hnlich wie das Buchmobil der Amerikaner nach dem Zweiten Weltkrieg im S\u00fcden Deutschlands eine \u201ekulturelle Diplomatie\u201c aus\u00fcbte, so baute man schon vor Gorbatschows <em>Glasnost <\/em>und dem Fall des Eisernen Vorhangs durch die Helsinki-Schlussakte eine \u201ewissenschaftliche Diplomatie\u201c \u00fcber Kontakte zwischen Forschern aus Amerika und Osteuropa auf. So kam es, dass der Kollege aus Russland, Janusz aus Polen und Igor aus der Tschechoslowakei die M\u00f6glichkeit wahrnehmen konnten, schon vor dem Fall des Eisernen Vorhangs ihre Forschung auf den Gebieten der Wirtschaft und der Physik in Kalifornien zu betreiben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie ein Mosaik f\u00fcgen sich die Steinchen der Vergangenheit zusammen im Rahmen der Weltpolitik, wenn auch L\u00fccken und R\u00e4tsel bestehen bleiben. Meine Familiengeschichte ist eng verflochten mit der Geschichte Europas durch die Orte, wo ich meiner Herkunft nach verankert bin: Stettin, Berlin, Bratislava, Mosonmagyar\u00f3v\u00e1r, Wien. Meine Wurzeln reichen von der Ostsee bis zum Neusiedler See, dem \u201eMeer der Wiener\u201c, von der ehemaligen Mark Brandenburg bis zum Flachland im Burgenland, der Slowakei und Ungarn.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Haus, in dem ich jetzt lebe, ist nicht weit von Poughkeepsie \u2013 dem Wohnort von Henry Morgenthau Jr. \u2013 und Hyde Park, wo Franklin Delano Roosevelt sein Landgut hatte, das jetzt ein Museum ist. Ich wohne auf der anderen Seite vom Hudson River, der Dutchess County von Ulster County trennt. Mein Vater hat unser Haus vor 60 Jahren selbst gebaut, und es ist das Verm\u00e4chtnis meiner Eltern, deren Gegenwart ich hier sp\u00fcre. W\u00e4hrend meiner Wanderjahre in Amerika von der Ostk\u00fcste an die Westk\u00fcste, von Lake Michigan bis zum Golf von Mexiko in tempor\u00e4ren Lehrstellen vor Beendung meiner Dissertation, bin ich in den Ferien immer wieder in mein Elternhaus zur\u00fcckgekehrt, auch aus dem Mittleren Westen, nachdem ich meine feste Anstellung an der Universit\u00e4t von Minnesota erhielt und viel zu Konferenzen und Lesungen reiste. Es war der feste Punkt, der Anker in meinem Leben. Die \u00e4ltere Generation in meiner Familie lebt nicht mehr. Wien war mein zweites Zuhause, aber seit dem Tod meiner Onkel und Tanten bin ich dort obdachlos geworden. Ein Nachbar meiner Gro\u00dfeltern hat das Haus im Burgenland \u00fcbernommen und es liebevoll im Burgenl\u00e4nder Stil restauriert. Die einzige Verwandte, die mit mir in Verbindung bleibt, ist meine Kusine Gabi, die hinter dem Eisernen Vorhang geboren und im sozialistischen System in der Slowakei aufgewachsen ist. Ihr Vater war Aufseher in einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft, immer auf Abruf bereit, wie sie mir erz\u00e4hlte. Er war ein paar Jahre j\u00fcnger als ich, starb aber schon in seinen Vierzigern, sieben Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs. Ich habe ihn nicht gekannt. Mit Gabi und ihrer Schwester Erika besuchte ich sein Grab bei meinem Besuch in Rusovce, in der N\u00e4he von Bratislava. Vor zwei Jahren hat Gabi mir ein gerahmtes Bild zu Weihnachten geschickt, das ihre ganze Familie zeigt, die ich erst vor einigen Jahren zum ersten Mal getroffen habe: ihre Mutter, ihre Schwester und ihren Bruder, ihre Nichten und Neffen in der Slowakei, ihren Mann und ihre zwei kleinen Kinder aus \u00d6sterreich, wo sie jetzt lebt. Sie hat das Foto digital bearbeiten und mich in die Gruppe hineinf\u00fcgen lassen, um mir zu zeigen, dass ich nicht alleine bin, dass ich zu ihrer Familie geh\u00f6re, zu den Nachkommen der Schwester meiner Gro\u00dfmutter aus dem Burgenland.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Footnotes:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> \u201eDer Morgenthau-Plan \u2013 eine Idee mit Sprengkraft: Wie Deutschland fast zum Bauernstaat wurde.\u201c Politik. <em>S\u00fcddeutsche Zeitung. <\/em>21. September 2019. <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/morgenthau-plan-1.4609175\">https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/morgenthau-plan-1.4609175<\/a> (eingesehen am 22. Januar 2021).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> \u201eChurchill\u2019s Iron Curtain Speech.\u201c Westminster College. Fulton, Missouri. March 5, 1946. <a href=\"https:\/\/www.wcmo.edu\/about\/history\/iron-curtain-speech.html\">https:\/\/www.wcmo.edu\/about\/history\/iron-curtain-speech.html<\/a> (eingesehen am 22. Januar 2021).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> \u201ePotsdamer Abkommen. Zwangsumsiedlungen und Vertreibungen.\u201c <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Potsdamer_Abkommen\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Potsdamer_Abkommen<\/a> (eingesehen am 22. Januar 2021). Dazu auch Gregor Delvaux de Fenffe. \u201eFl\u00fcchtlingsstr\u00f6me. Fluchtbewegungen.\u201c <a href=\"https:\/\/www.planet-wissen.de\/geschichte\/deutsche_geschichte\/flucht_und_vertreibung\/fluechtlingsstroeme-106.html\">https:\/\/www.planetwissen.de\/geschichte\/deutsche_geschichte\/flucht_und_vertreibung\/fluechtlingsstroeme-106.html<\/a> (eingesehen am 28. Januar 2021).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Borchardt, Edith. \u201eVisions of a United Europe: Novalis, Em\u00e9ric Cruc\u00e9, Victor Hugo, and Rudolf von Habsburg.\u201c In: <em>Schatzkammer der deutschen Sprache, Dichtung und Geschichte<\/em> 27 (2001), S. 149-156. <a href=\"https:\/\/digitalcommons.morris.umn.edu\/german\/6\/\">https:\/\/digitalcommons.morris.umn.edu\/german\/6\/<\/a> (eingesehen am 22. Januar 2021).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Hamann, Brigitte. <em>Rudolf. Kronprinz und Rebell. <\/em>M\u00fcnchen 1978. S. 13.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> \u201eOtto von Habsburg.\u201c <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Otto_von_Habsburg\">https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Otto_von_Habsburg<\/a> (eingesehen am 22. Januar 2021).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> \u2026unbesetzter Stuhl: Siehe Par. 4.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Picknick von Sopron: \u201ePan-European Picnic.\u201c 19. August 1989 \u2013 a step on the way to German reunification. <a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-en\/news\/-pan-european-picnic--1662402\">https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-en\/news\/-pan-european-picnic&#8211;1662402<\/a> (eingesehen am 29. Januar 2021).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> \u201eThe idea of opening the border at a ceremony came from <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Otto_von_Habsburg\">Otto von Habsburg<\/a> and was brought up by him to <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Mikl%C3%B3s_N%C3%A9meth\">Mikl\u00f3s N\u00e9meth<\/a>, the then Hungarian Prime Minister, who also promoted the idea.\u201c <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Pan-European_Picnic#cite_note-4\">https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Pan-European_Picnic &#8211; cite_note-4<\/a> Par. 2. (eingesehen am 22. Januar 2021).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> \u201eVertrag von Trianon.\u201c Austria-Forum. <a href=\"https:\/\/austria-forum.org\/af\/AustriaWiki\/Vertrag_von_Trianon\">https:\/\/austria-forum.org\/af\/AustriaWiki\/Vertrag_von_Trianon<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">(eingesehen am 29. 1. 2021) und \u201eVenediger Protokolle.\u201c <a href=\"https:\/\/www.rechteasy.at\/wiki\/venediger-protokolle\/\">https:\/\/www.rechteasy.at\/wiki\/venediger-protokolle\/<\/a> (eingesehen am 24. Januar 2021).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> \u201eSchlacht am Kahlenberg.\u201c Ende der Zweiten Wiener T\u00fcrkenbelagerung 1683. Martinovsky, Dominik. <em>Die Schlacht am Kahlenberg als Wendepunkt in der Geschichte des Osmanischen Reiches.<\/em> Diplomarbeit. University of Vienna: Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakult\u00e4t, 2016.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Sanatorium der Wiener Kaufmannschaft, Privatkrankenanstalt des Wiener Handelsstandes (Auktions-Ansichtskarte): <a href=\"https:\/\/www.ansichtskarten-center.de\/doebling\/wien-1925-doebling-sanatorium-krankenhaus-preissenkung\">https:\/\/www.ansichtskarten-center.de\/doebling\/wien-1925-doebling-sanatorium-krankenhaus-preissenkung<\/a> (eingesehen am 24. Januar 2021).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Wilhelm-Exner-Haus: <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/File:D%C3%B6bling_-_Wilhelm-Exner-Haus.JPG\">https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/File:D%C3%B6bling_-_Wilhelm-Exner-Haus.JPG<\/a> (eingesehen am 23. Januar 2021).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Mikl\u00f3s N\u00e9meth is a Hungarian economist and politician, who served as Prime Minister of Hungary from 24 November 1988 to 23 May 1990. G\u00e9za Entz. \u201cMikl\u00f3s N\u00e9meth. The Premier of a Peaceful Transition 1988-1990.\u201d Hungarian Review.\u201d 16. Juli 2015. <a href=\"http:\/\/www.hungarianreview.com\/article\/20150716_miklos_nemeth_the_premier_of_peaceful_transition_1988_1990\">http:\/\/www.hungarianreview.com\/article\/20150716_miklos_nemeth_the_premier_of_peaceful_transition_1988_1990<\/a> (eingesehen am 24. Januar 2021).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Die Gro\u00dfe Freiheit, Teil 1: Der Traum von Budapest. Ein Film von Friedrich Kurz und Guido Knopp. Buch und Regie: Friedrich Kurz, ZDF 1994. <a href=\"https:\/\/www.new-video.de\/film-guido-knopp-die-grosse-freiheit\/\">https:\/\/www.new-video.de\/film-guido-knopp-die-grosse-freiheit\/<\/a> (eingesehen am 22. Januar 2021).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> \u201eVor 30 Jahren hat es an der \u00f6sterreichisch-ungarischen Grenze ein historisches Ereignis gegeben. Die Au\u00dfenminister der beiden L\u00e4nder, Alois Mock und Gyula Horn, haben den \u201aEisernen Vorhang\u2019 durchschnitten. Es entstand ein Foto, das damals beigetragen hat, Europa zu ver\u00e4ndern. 27. Juni 1989: Ein Foto ver\u00e4ndert Europa.\u201c <a href=\"https:\/\/noe.orf.at\/stories\/3002107\/\">https:\/\/noe.orf.at\/stories\/3002107\/<\/a> (eingesehen am 23. Januar 2021).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Zum Picknick von Sopron: \u201eWalpurga Habsburg Douglas: \u2018We knew the Iron Curtain could fall.\u2019\u201c <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/en\/walburga-habsburg-douglas-we-knew-the-iron-curtain-could-fall\/a-17863605\">https:\/\/www.dw.com\/en\/walburga-habsburg-douglas-we-knew-the-iron-curtain-could-fall\/a-17863605<\/a> (eingesehen am 24. Januar 2021).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> As the minister of culture (1976\u221280), minister of education (1980\u221282), minister of state (1988\u221290), and parliament member (1983\u221294), he [Pozsgay] was the only ranking member of the Communist Party to play an active role in the political events of the great time of regime change, 1988\u221290.\u201d <em>Maciej Siekierski. \u201cIn Memoriam Imre Pozsgay 1933-2016.\u201d <\/em><a href=\"https:\/\/www.hoover.org\/news\/memoriam-imre-pozsgay-1933-2016\">https:\/\/www.hoover.org\/news\/memoriam-imre-pozsgay-1933-2016<\/a> (eingesehen am 29. Januar 2021).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Aus meinem pers\u00f6nlichen Transkript zu dem Film, Die Gro\u00dfe Freiheit, Teil 3. Das Wunder von Berlin. Ein Film von Ekkehard Kuhn und Guido Knopp. Buch und Regie: Ekkehard Kuhn, ZDF 1994.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> \u201ePressburg (slowak. Bratislava), im \u00e4u\u00dfersten Westen des historischen K\u00f6nigreiches Ungarn an der Donau gelegen (der ungarische Name der Stadt lautet Pozsony), \u00fcbernahm von 1536 bis 1784 die Funktion als ungarische Haupt- und\u00a0Kr\u00f6nungsstadt.\u201c <a href=\"https:\/\/www.habsburger.net\/de\/schauplaetze\/pressburg?language=en\">https:\/\/www.habsburger.net\/de\/schauplaetze\/pressburg?language=en<\/a> (eingesehen am 24. Januar 2021).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Borchardt, Edith. Review: <em>The Ancestral Pyramid <\/em>by Ilse Tielsch. Trans. David <em>Scrase<\/em>. <em>Southern Humanities<\/em> <em>Review <\/em>37 no. 2 (2003) 195 &#8211; 198. Originalausgabe: Ilse Tielsch, <em>Die<\/em> <em>Ahnenpyramide<\/em>. Graz: Verlag Styria, 1980. <a href=\"https:\/\/digitalcommons.morris.umn.edu\/cgi\/viewcontent.cgi?article=1002&amp;context=german\">https:\/\/digitalcommons.morris.umn.edu\/cgi\/viewcontent.cgi?article=1002&amp;context=german<\/a> (eingesehen am 24. Januar 2021).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Loyalty Oath, University of California, Berkeley, during the McCarthy Era:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/www.lib.berkeley.edu\/uchistory\/archives_exhibits\/loyaltyoath\/symposium\/oath.html\">https:\/\/www.lib.berkeley.edu\/uchistory\/archives_exhibits\/loyaltyoath\/symposium\/oath.html<\/a> (eingesehen am 24. Januar 2021).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> \u201eNicolae Ceau\u015fescu.\u201c <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Nicolae_Ceau%C8%99escu\">https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Nicolae_Ceau%C8%99escu<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">(eingesehen am 24. Januar 2021).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> \u201ePeople\u2019s Park\u201c (Berkeley). <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/People%27s_Park_(Berkeley\">https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/People%27s_Park_(Berkeley<\/a>)<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">(eingesehen am 24. Januar 2021).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.sfchronicle.com\/bayarea\/article\/People-s-Park-at-50-A-recap-of-the-Berkeley-13838786.php?psid=2eCG\">\u201eBloody Thursday\u201c, 15 May 1969<\/a>, \u201ewas the day the Vietnam war came home. The streets of Bohemian Berkeley, the New Left\u2019s west coast HQ, became a bloody war zone. Martial law was declared, a curfew imposed and national guardsmen with unsheathed bayonets and live ammunition occupied the town. A military helicopter doused the campus with tear gas. Many members of the Alameda county sheriff\u2019s department had just come home from Vietnam. Some later admitted that they treated antiwar students like Viet Cong.\u201c <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/books\/2019\/jul\/06\/the-battle-for-peoples-park-berkeley-1969-review-vietnam\">https:\/\/www.theguardian.com\/books\/2019\/jul\/06\/the-battle-for-peoples-park-berkeley-1969-review-vietnam<\/a> (eingesehen am 24. Januar 2021).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> James Rector was shot on \u201eBloody Thursday\u201c in Berkeley, May 15, 1969:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/datebook.sfchronicle.com\/books\/newfound-photos-mark-50th-anniversary-of-the-day-peoples-park-turned-deadly\">https:\/\/datebook.sfchronicle.com\/books\/newfound-photos-mark-50th-anniversary-of-the-day-peoples-park-turned-deadly<\/a> (eingesehen am 24. Januar 2021).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> \u201eColumbia, California 1850. Historic Gold Rush Town.\u201c <a href=\"http:\/\/visitcolumbiacalifornia.com\/\">http:\/\/visitcolumbiacalifornia.com\/<\/a> (eingesehen am 24. Januar 2021).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> \u201eIn 1848, a treaty was signed between the U.S. and Mexico which allowed the U.S. to claim California as their own. However, it didn&#8217;t officially become a recognized state until September 9, 1850, and this was in part due to the California Gold Rush.\u201c <a href=\"https:\/\/www.luckypanner.com\/history-of-california-gold-rush-and-the-forty-niners\/\">https:\/\/www.luckypanner.com\/history-of-california-gold-rush-and-the-forty-niners\/<\/a> (eingesehen am 24. Januar 2021).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a> \u201e50 Jahre Prager Fr\u00fchling.\u201c <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/politik\/hintergrund-aktuell\/167238\/50-jahre-prager-fruehling\">https:\/\/www.bpb.de\/politik\/hintergrund-aktuell\/167238\/50-jahre-prager-fruehling<\/a> (eingesehen am 29. Januar 2021).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a> \u201eIn the context of international detente, Czechoslovakia had signed the <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/United_Nations\">United Nations<\/a> <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/International_Covenant_on_Economic,_Social,_and_Cultural_Rights\">Covenant on Economic, Social, and Cultural Rights<\/a> and the <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/International_Covenant_on_Civil_and_Political_Rights\">Covenant on Civil and Political Rights<\/a> in 1968. In 1975 these were ratified by the Federal Assembly, which, according to the Constitution of 1960, is the highest legislative organization. The Helsinki Conference on Security and Cooperation in Europe&#8217;s <em>Final Act<\/em> (also known as the <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Helsinki_Accords\">Helsinki Accords<\/a>), signed by Czechoslovakia in 1975, also included guarantees of <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Human_rights\">human rights<\/a>.\u201c <a href=\"https:\/\/treaties.un.org\/Pages\/ViewDetails.aspx?src=IND&amp;mtdsg_no=IV-3&amp;chapter=4&amp;clang=_en\">https:\/\/treaties.un.org\/Pages\/ViewDetails.aspx?src=IND&amp;mtdsg_no=IV-3&amp;chapter=4&amp;clang=_en<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">(eingesehen am 31. Januar 2021).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a> \u201eHelsinki Final Act, 1975.\u201c \u201eThe Soviet Union, Poland, and Czechoslovakia were among the nations who signed the Final Act of the Helsinki Accords. That promoted cooperation between the West and these countries, among others.\u201c <a href=\"https:\/\/history.state.gov\/milestones\/1969-1976\/helsinki\">https:\/\/history.state.gov\/milestones\/1969-1976\/helsinki<\/a> (eingesehen am 24. Januar 2021).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Heimat und Identit\u00e4tspolitik in &nbsp; Grenzgebieten am Eisernen Vorhang &nbsp; von Stettin bis zum Dreil\u00e4ndereck &nbsp; im Burgenland: &nbsp; Vom Kalten Krieg bis zur &nbsp; Vereinigung Europas &nbsp; Edith Borchardt, Morris, Minnesota &nbsp; &nbsp; Das Haus, in dem ich mit meinen Eltern nach dem Zweiten Weltkrieg wohnte, steht nicht mehr, doch die Adresse ist [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4340,"featured_media":0,"parent":7324,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-7411","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/7411","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4340"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7411"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/7411\/revisions"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/7324"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7411"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}