{"id":7551,"date":"2021-11-12T12:00:47","date_gmt":"2021-11-12T17:00:47","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/?page_id=7551"},"modified":"2021-11-12T11:25:01","modified_gmt":"2021-11-12T16:25:01","slug":"heimatbilder-grenzgebiete-teil-ii","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/archive\/glossen-48\/heimatbilder-grenzgebiete-teil-ii\/","title":{"rendered":"Heimatbilder, Grenzgebiete, Teil II"},"content":{"rendered":"<p>von <strong>Edith Borchardt<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Part 1: <span style=\"font-size: 10pt;\"><a href=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/?page_id=7551&amp;preview=true\">&#8220;Heimat und Identit\u00e4tspolitik&#8221;<\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p>Heimat: das ist Erinnerung an meine Kindheit in F\u00fcrstenfeldbruck, der Gartenstadt an der Amper mit der barocken Stadtpfarrkirche neben dem Friedhof am Fluss auf der einen Seite der Br\u00fccke und der Kapelle f\u00fcr St. Leonhard auf der anderen. Sie wurde f\u00fcr den Schutzpatron gebaut, der die Stadt vor einer \u00dcberschwemmung rettete. Zur Erinnerung schicken die Kinder einmal im Jahr selbstgebastelte Lichterboote den Fluss hinab, der an dem Garten des Hauses in der Emmeringerstra\u00dfe vor\u00fcberflie\u00dft, wo meine Freundin Christiane mit ihrer Mutter und ihrem j\u00fcngeren Bruder lebte. Dort spielten und badeten wir und feierten Geburtstage mit \u201cMensch-\u00e4rgere-dich-nicht\u201d und Fl\u00f6ten-, Klavier- und Geigenmusik. Von ihrem Sockel im Treppenhaus sah die Venus de Milo auf uns herab, deren verst\u00fcmmelte Arme mich immer wieder verwunderten. Manchmal begleitete mich Christiane einen Teil des Wegs nach Hause, an Villen und dem Friedhof vorbei, wo die Zweige der Trauerweiden in die Amper hingen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 34.8131%;\"><\/td>\n<td style=\"width: 32.5933%;\"><a href=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/07\/LucienhauschenaufderAmper.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6248 aligncenter\" src=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/07\/LucienhauschenaufderAmper.jpg\" alt=\"Ceremonial procession\" width=\"400\" height=\"289\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Photo 1: Lucienh\u00e4uschen auf der Amper in F\u00fcrstenfeldbruck<br \/>\n\u00a9 Richard Huber 2014: Wikimedia<\/span><\/p>\n<\/td>\n<td style=\"width: 32.4932%;\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu Hause: das war die Wohnung in der M\u00fcnchnerstra\u00dfe, deren Garten an den Pfarrhof der evangelischen Kirche stie\u00df. Ich wohnte mit meinen Eltern \u00fcber Bauers Lebensmittelgesch\u00e4ft, wo man immer noch mit Marken einkaufte. Die dunkle Treppe machte mich \u00e4ngstlich, besonders da, wo es in den Keller hinunterging. Lieber ging ich durch den Flur in den Garten, um mit den anderen Kindern im Haus Ball zu spielen oder Stachelbeeren von den Str\u00e4uchern am Zaun zu pfl\u00fccken. \u00dcber den Zaun hingen die Zweige des Nu\u00dfbaums vom Pfarrhof, und der hochragende Sattelturm der evangelischen Kirche mahnte zum Besuch des sonnt\u00e4glichen Gottesdienstes.<\/p>\n<p>Unsere Nachbarn im ersten Stock kamen aus Hamburg. P\u00fcppi, ein wenig j\u00fcnger als ich, hatte einen Wellensittich und ihr \u00e4lterer Bruder Lothar gr\u00fcne Augen mit einem braunen Fleck. Ihr Vater war fr\u00fcher Kapit\u00e4n. Jeden Tag begleitete P\u00fcppis Mutter uns zur Volksschule. Lothar ging schon aufs Gymnasium. Unser Weg f\u00fchrte \u00fcber die Br\u00fccke, die auf dem Stadtwappen abgebildet ist und schon im 13. Jahrhundert den Markt Bruck mit dem Besitz des Klosters F\u00fcrstenfeld verband. Jeden Morgen hatten wir Gottesdienst mit den h\u00f6heren Klassen, und meine Augen suchten heimlich Udo, den Sohn von Freunden meiner Eltern, die uns sonntags zum Kaffee besuchten. W\u00e4hrend sie sich im Wohnzimmer unterhielten, spielten wir in der K\u00fcche <em>Monopoly <\/em>zum Wunschkonzert mit Schlagern \u00fcber Fernweh und Sehnsucht nach der Heimat. An langen Skatabenden \u00fcbten wir Akkordeonduetts: Edelwei\u00df und Waldeslust, und wenn Udo mit seinen Eltern nach Hause ging, fehlte er mir. Als wir f\u00fcreinander reif wurden und uns Tanzschule und Jugendliebe bevorstanden, zog er mit seinen Eltern nach M\u00fcnchen. Dort trafen wir uns nur noch einmal und gestanden uns fast unsere Zuneigung. Wenig sp\u00e4ter wanderte ich mit meinen Eltern nach Amerika aus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 17.032%;\"><\/td>\n<td style=\"width: 63.6484%;\"><a href=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/07\/Kloster_F\u00fcrstenfeld_Hochaltar_HDR-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7563 aligncenter\" src=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/07\/Kloster_F\u00fcrstenfeld_Hochaltar_HDR-838x1024.jpg\" alt=\"Hochalter der Klosterkirche Mariae Himmelfahrt\" width=\"500\" height=\"611\" srcset=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/07\/Kloster_F\u00fcrstenfeld_Hochaltar_HDR-838x1024.jpg 838w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/07\/Kloster_F\u00fcrstenfeld_Hochaltar_HDR-245x300.jpg 245w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/07\/Kloster_F\u00fcrstenfeld_Hochaltar_HDR-768x939.jpg 768w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/07\/Kloster_F\u00fcrstenfeld_Hochaltar_HDR-1256x1536.jpg 1256w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/07\/Kloster_F\u00fcrstenfeld_Hochaltar_HDR-1675x2048.jpg 1675w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Photo 2: Hochaltar der Klosterkirche Mariae Himmelfahrt. \u00a9 Richard Huber 2009: Wikimedia<\/span><\/p>\n<\/td>\n<td style=\"width: 19.2192%;\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kindheit bedeutet Erinnerung an das Barockkloster, das die Zisterzienserm\u00f6nche im Mittelalter am Fu\u00dfe des Engelsberges errichteten und das nach dem Krieg die Gendarmerie behauste und ein Kriminalmuseum mit rekonstruierten Darstellungen von Morden und Gewalttaten. Ich spielte im B\u00fcro meines \u201cOnkels,\u201d dem Oberkommissar der Landpolizei, und dr\u00fcckte mit kleinen Fingern die Tasten der Schreibmaschine, was die Erwachsenen als Neigung zu meinem zuk\u00fcnftigen Beruf auslegten. Nat\u00fcrlich sollte ich Sekret\u00e4rin werden. In der Klosterkirche gab es jedes Jahr zu Weihnachten eine Mitternachtsmesse, ein Lichterfest mit Weihrauch und gregorianischen Ch\u00f6ren und hinterher Wei\u00dfw\u00fcrste bei \u201cOnkel\u201d Wendelin und seiner Frau. Obwohl ich evangelisch war, spielte der Katholizismus eine gro\u00dfe Rolle in meinem Leben. Als kleines M\u00e4dchen besuchte ich den katholischen Kindergarten, wo mir Schwester Martha erkl\u00e4rte, dass sie einen Vater im Himmel h\u00e4tte. Ihm und seinem Sohn und den Heiligen zuliebe gab es viele farbenpr\u00e4chtige Prozessionen w\u00e4hrend des Jahres. An der Fronleichnamsprozession nahm auch ich teil, in einem wei\u00dfen Kleid und einem Kranz auf den Stopsellocken. Das Murmeln der Betenden mit ihren Rosenkr\u00e4nzen klang wie ein Beschw\u00f6rungschor: \u201cHeilige Maria Mutter Gottes, gebenedeit seist Du unter den Weibern und gebenedeit sei die Frucht Deines Leibes&#8230;.\u201d Schwester Martha lehrte mich, dass Geben seliger sei als Nehmen. Ich hatte ihr ein Bonbon auf den Schreibtisch gelegt und es dann zur\u00fcckerobern wollen. Von ihr erfuhr ich, dass ein Geschenk endg\u00fcltig ist.<\/p>\n<p>Fr\u00fchling in Bayern: Schneegl\u00f6ckchen und Butterblumen, Anemonen und Veilchen an den H\u00e4ngen des Bahnhofsberges, auf dem man im Winter Schilaufen und Schlittenfahren konnte. Von den Kastanienb\u00e4umen auf beiden Seiten des Wegs zum Bahnhof fielen die Maik\u00e4fer, die wir als Kinder in Gl\u00e4sern und Streichholzschachteln fingen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 32.4178%;\"><\/td>\n<td style=\"width: 38.7307%;\">Maik\u00e4fer flieg,<br \/>\nDein Vater ist im Krieg,<br \/>\nDeine Mutter ist im Pommerland,<br \/>\nPommerland ist abgebrannt,<br \/>\nMaik\u00e4fer, flieg!<\/td>\n<td style=\"width: 28.8515%;\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 32.8876%;\"><\/td>\n<td style=\"width: 34.5714%; text-align: center;\">\n<div id=\"attachment_7739\" style=\"width: 510px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/10\/VatiEdithMaikafer1947.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7739\" class=\"wp-image-7739\" src=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/10\/VatiEdithMaikafer1947.png\" alt=\"Maik\u00e4fer circa 1947\" width=\"500\" height=\"344\" srcset=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/10\/VatiEdithMaikafer1947.png 972w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/10\/VatiEdithMaikafer1947-300x206.png 300w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/10\/VatiEdithMaikafer1947-768x529.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7739\" class=\"wp-caption-text\">Photo 3: Edith (links) und Vati (Mitte) betrachten einen Maik\u00e4fer im Feld am Bahnhofsweg circa 1947 \u00a9 Edith Borchardt 2021<\/p><\/div><\/td>\n<td style=\"width: 32.5409%;\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Sommer streiften wir durch die \u00c4hrenfelder der umliegenden Gegend und pfl\u00fcckten Kornblumen und Klatschmohn oder gingen im Amperbad schwimmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 19.9542%;\"><\/td>\n<td style=\"width: 58.3487%;\"><a href=\" https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/07\/VatiEdithOpaBurgenland1952.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7557 aligncenter\" src=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/07\/VatiEdithOpaBurgenland1952-300x204.png\" alt=\"Picture of farming in Burgenland\" width=\"450\" height=\"306\" srcset=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/07\/VatiEdithOpaBurgenland1952-300x204.png 300w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/07\/VatiEdithOpaBurgenland1952-1024x697.png 1024w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/07\/VatiEdithOpaBurgenland1952-768x523.png 768w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/07\/VatiEdithOpaBurgenland1952.png 1137w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"> Photo 4: Vati und Edith mit Opa auf dem Feld am Eisernen Vorhang im Burgenland circa 1952 <\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Foto aus dem Privatbesitz \u00a9 Ferdinand Sitek<\/span><\/p>\n<\/td>\n<td style=\"width: 21.5967%;\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Heimat ist Kindheit: nicht nur in Bayern, sondern auch in \u00d6sterreich bei den Gro\u00dfeltern, im Burgenland ganz nahe am Eisernen Vorhang an der ungarisch-tschechischen Grenze, wo man von den Maisfeldern die Wachtt\u00fcrme sah und nicht hin\u00fcber konnte zu den Verwandten, die man nie getroffen hatte. Das ist das Zollhaus am Ende des Dorfes, das die Russen besetzt hatten, und in dem ich mit meinem Cousin spielte in der Wohnung meines Onkels, des Zollbeamten, und meiner Tante Aurelia. Hier verbrachte ich die Sommerferien bei den Gro\u00dfeltern, die zweisprachig in der Monarchie aufgewachsen waren. Mit der Nachbarin sprach Omi immer ungarisch, wenn ich sie nicht verstehen sollte. Vom Dach des Schuppens hinten im Hof h\u00f6rte ich ihrem Geheimgespr\u00e4ch zu, indem ich Maulbeeren vom Baum pfl\u00fcckte. Meinen Kinderohren klang es wie H\u00fchnergegacker. In ihren dunklen Kopft\u00fcchern, Kleidern und Sch\u00fcrzen sahen die Frauen wie Trauerv\u00f6gel aus und h\u00e4tten auch in \u00f6stlicheren L\u00e4ndern zu Hause sein k\u00f6nnen. In meiner ersten Erinnerung h\u00e4lt mich die Gro\u00dfmutter auf dem Arm, w\u00e4hrend sie das Feuer im Ofen der Bauernk\u00fcche sch\u00fcrt. Im T\u00fcrrahmen steht ein Schornsteinfeger mit Besen und Zylinderhut. Die M\u00e4nner waren auf den Kukuruzfeldern, und Omi bereitete zu Dutzenden die Palacsintas zum Abendessen vor, die im Rohr warm gehalten wurden. In einer gro\u00dfen Truhe gab es Mehl, von dem sie Nudelteig machte und Brot knetete, das ich im runden Korb zum B\u00e4cker brachte und als dunkelbraunen Laib wieder holte. Mit meinem Cousin Werner spielte ich am liebsten. Zusammen mit den Dorfbuben tobten wir auf den Heustadeln herum und w\u00fchlten uns wie Maulw\u00fcrfe hinein, bis der Gro\u00dfvater uns entdeckte und mit drohender Faust herunter holte. Die Gro\u00dfmutter k\u00e4mmte mir die Halme aus den aufgel\u00f6sten Z\u00f6pfen und beklagte, dass ich keinen Umgang mit M\u00e4dchen hatte. In den Tschardaken, wo nach der Ernte der Mais gelagert wurde, verga\u00dfen wir den Maulbeersaft auf den Regalen und fanden zu unserem Erstaunen am n\u00e4chsten Tag riesige Mottenleichen in den Tassen. Wir gingen im Kanal au\u00dferhalb des Dorfes schwimmen oder fuhren auf den R\u00e4dern \u00fcber die staubige Hauptstra\u00dfe hinaus, bis man von weitem die Burg auf der tschechischen Seite erkennen konnte. Das war Bratislava, fr\u00fcher Pre\u00dfburg, wo eine Schwester der Gro\u00dfmutter zu Hause war.<\/p>\n<p>Heimat: das sind die Tr\u00e4nen der Gro\u00dfmutter f\u00fcr den Sohn, der aus dem Krieg nicht wiederkam, f\u00fcr den sie Kerzen anz\u00fcndete und Gebete sprach mit mir auf dem Arm in der Kapelle neben der katholischen Kirche im Dorf. Dort steht heute sein Name auf der Liste der Gefallenen neben dem gekreuzigten Heiland. Ich finde ihn auch auf dem Kriegerdenkmal verzeichnet, an der Hauptstra\u00dfe, die nach dem Zollhaus, wo fr\u00fcher der Schlagbaum war, nicht mehr weiter ging. Ich bin in der Ostmark geboren, hei\u00dft es in einem alten Pass. Meinen Onkel habe ich nie gekannt. Er war jung und gro\u00df und schlank und sah meiner Mutter \u00e4hnlich, wie ich von Bildern wei\u00df. Er musste f\u00fcr den F\u00fchrer k\u00e4mpfen, der Judentransporte durch \u00d6sterreich schickte, welche unaufhaltsam an den Bahnh\u00f6fen vor\u00fcber rollten.<\/p>\n<p>Heimat: das ist Geschichte, \u00fcber die man lange nicht sprach und \u00fcber die es keine Schulb\u00fccher gab. Der Lehrer diktierte, was man wissen durfte von Hermann dem Cherusker bis zum Westf\u00e4lischen Frieden, und ich illustrierte meine Hefte mit Sanella-Bildchen des germanischen Helden Arminius und der Schlacht im Teutoburger Wald. Da kamen pl\u00f6tzlich neue Sch\u00fcler aus Schlesien und Th\u00fcringen, f\u00fcr die man neben sich in der Schulbank Platz machen musste. Die hatten einen anderen Dialekt und lie\u00dfen mit ihren Familien Hab und Gut im anderen Deutschland zur\u00fcck. Aus einer Heimat wurden zwei. Heimat ist Trennung und Teilung, erst heute wieder Vereinigung.<\/p>\n<p>Heimat ist Geschichte, die ich entdecke durch Zuckmayer, Hochhuth und B\u00f6ll, denn ich bin nicht Sekret\u00e4rin geworden, sondern Professor f\u00fcr Germanistik im Ausland. Heimat liegt lange zur\u00fcck, und ich suche sie nicht nur in meiner Erinnerung, sondern auch in der anderer. Auch B\u00f6ll kennt das Flachland der ungarischen Pu\u00dfta, aus der die Truppen sich am Ende des Krieges \u00fcber Nagyv\u00e1rad and Szok\u00e1rh\u00e9ly zur\u00fcck zogen. Auch er wei\u00df vom Unsinn des Todes im Krieg. Mein Onkel war in Rum\u00e4nien und Holland und Polen. Warum ist er nicht zur\u00fcck gekommen? Hat er sich mit ein paar Kameraden den Tod gegeben oder haben Partisanen ihn umgebracht?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 19.8552%;\"><\/td>\n<td style=\"width: 58.2001%;\"><a href=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/07\/Kriegerdenkmal2021.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7562 aligncenter\" src=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/07\/Kriegerdenkmal2021-229x300.png\" alt=\"Kriegerdenkmal\" width=\"400\" height=\"524\" srcset=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/07\/Kriegerdenkmal2021-229x300.png 229w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/07\/Kriegerdenkmal2021-782x1024.png 782w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/07\/Kriegerdenkmal2021-768x1006.png 768w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/07\/Kriegerdenkmal2021-1173x1536.png 1173w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/07\/Kriegerdenkmal2021-1563x2048.png 1563w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Photo 5: Kriegerdenkmal an der Oberen Hauptstra\u00dfe f\u00fcr die Gefallenen im 2. Weltkrieg \u00a9 Edith Borchardt 2021<\/span><\/p>\n<\/td>\n<td style=\"width: 21.8443%;\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Besuch in der Heimat: Wiederentdeckung der Vergangenheit mit meiner Tante Anni in Wien, die noch von den Urgro\u00dfeltern wei\u00df. Ich schreibe mit, w\u00e4hrend sie erz\u00e4hlt. Unsere Familie ist schon lange ans\u00e4ssig im Burgenland: hier sind meine Wurzeln m\u00fctterlicherseits. Ich selbst bin in Wien geboren, in D\u00f6bling, sagt sie, in einem j\u00fcdischen Sanatorium. Mein Onkel war noch ein Kind, als er 1917 mit seinen Eltern in die Castelligasse kam, wo er bis 2007 lebte. Sein Vater, der \u2013 als er nicht mehr in der Hofkanzlei arbeitete \u2013 immer auf einem Stuhl in der K\u00fcche sa\u00df, rauchte und Zeitung las, nahm mich oft mit auf den Friedhof, um die Gr\u00e4ber seiner Familie zu pflegen. Unsere gemeinsamen Ausfl\u00fcge in diese Todesg\u00e4rten, als ich klein war, haben mir die Angst vor dem Sterben genommen. Nun liegt auch er mit seiner Frau neben den Gro\u00dfeltern aus dem Burgenland. Wir bringen Blumen und z\u00fcnden die Kerzen an, die verloschen sind.<\/p>\n<p>Mit Onkel Ferdinand besuche ich die Denkm\u00e4ler der Wiener Moderne: Wir fahren die Stadtbahnstationen von Otto Wagner ab, die neu renoviert sind f\u00fcr das 150. Jubil\u00e4um der \u00d6sterreichischen Bundesbahn, f\u00fcr die er sein ganzes Leben lang gearbeitet hat. Er zeigt mir den klassischen Bau der Direktion, an dessen Eingang zwei Karyatiden stehen, und wir gehen an dem B\u00fcro vorbei, das fr\u00fcher sein Namensschild trug. Den Einfluss Wagners soll ich auch an den Gemeindebauten ablesen, die nach dem Ersten Weltkrieg entstanden: den Verlust der Dekoration und die einfachen Linien zum Zweck der Funktionalit\u00e4t. Das Hundertwasserhaus steht am Ende dieser Entwicklung: Anti-Architektur der Postmoderne mit schwankenden Linien, farbenfreudiger Verzierung und S\u00e4ulen ohne Zweck. Wir fotografieren eine Reihe von Kaffeeh\u00e4usern,<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 19.8056%;\"><\/td>\n<td style=\"width: 58.745%;\"><a href=\" https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/07\/FerdinandCafeCentral1987.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7560 aligncenter\" src=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/07\/FerdinandCafeCentral1987-300x205.png\" alt=\"Onkel mit Peter Altenberg\" width=\"400\" height=\"274\" srcset=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/07\/FerdinandCafeCentral1987-300x205.png 300w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/07\/FerdinandCafeCentral1987-1024x700.png 1024w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/07\/FerdinandCafeCentral1987-768x525.png 768w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/07\/FerdinandCafeCentral1987-1536x1050.png 1536w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/07\/FerdinandCafeCentral1987-2048x1400.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Photo 6: Onkel Ferdinand im historischen Caf\u00e9 Central in Wien (1987)<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">\u00a9 Edith Borchardt 2021<\/span><\/p>\n<\/td>\n<td style=\"width: 21.349%;\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>die schon um die Jahrhundertwende existierten: das vornehme Imperial, Caf\u00e9 Sperl mit seinen Billiardtischen und das Hawelka, Caf\u00e9 Korb und Caf\u00e9 Museum von Adolf Loos. In Galerien und Museen versuche ich, die Ausstellung \u201cTraum und Wirklichkeit\u201d zu rekonstruieren, die ich in New York vers\u00e4umt habe. Ich bin auf den Spuren Klimts und Schieles, auch denen des Herrn Sabarsky, dessen au\u00dfergew\u00f6hnlichen Besitz expressionistischer Gem\u00e4lde ich gerne sehen m\u00f6chte, weil seine Galerie in der Madison Avenue geschlossen war und er so gut wie verschollen. Ich h\u00f6re seine Stimme im \u00d6sterreichischen Rundfunk. Er ist mir immer einen Schritt voraus mit einer neuen Ausstellung in Wien und im Burgenland. Schloss Halbturn ist nur eine halbe Stunde vom Haus meiner Gro\u00dfeltern entfernt. Die Nachbarn fahren mich mit dem Auto hin. Ich staune, da\u00df es hier solche Sch\u00e4tze gibt: eine Ausstellung weniger bekannter Impressionisten und im Saal gegen\u00fcber Zeichnungen von Egon Schiele, der die Betrachter in diesem l\u00e4ndlichen Museum auch heute noch schockiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 26.0463%;\"><\/td>\n<td style=\"width: 43.0441%;\"><a href=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/10\/Burgenlandhaus2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-7764\" src=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/10\/Burgenlandhaus2-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"319\" srcset=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/10\/Burgenlandhaus2-300x212.jpg 300w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/10\/Burgenlandhaus2-1024x725.jpg 1024w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/10\/Burgenlandhaus2-768x544.jpg 768w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/10\/Burgenlandhaus2.jpg 1458w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"> Photo 7: Burgenlandhaus: &#8220;Hinter einem dieser Tore hat fr\u00fcher [meine Kusine] Gitti gewohnt.&#8221; <\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">\u00a9 Edith Borchardt 2021<\/span><\/p>\n<\/td>\n<td style=\"width: 30.8092%;\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Deutsch-Jahrndorf ist zum Kurort geworden, die Hauptstra\u00dfe zu einer Allee. Es gibt keine Tiere mehr und fast niemand betreibt die Landwirtschaft. Ein Diplom-Landwirt hat den meisten Besitz erworben und treibt als einziger noch Schweinezucht. Manche H\u00e4user sind in Verfall geraten, weil die Kinder nach Wien gezogen oder ausgewandert sind. Viele kommen am Wochenende mit dem Auto zur\u00fcck. Statt Staub gibt es Rasen, und hohe B\u00e4ume vor den H\u00e4usern mit den Hofeinfahrten sch\u00fctzen vor der Sommersonne im Flachland. Hin und wieder tritt eine alte Frau in dunkler Kleidung mit Sch\u00fcrze und Kopftuch vor das Tor und zieht sich still wieder zur\u00fcck. Hinter einem dieser Tore hat fr\u00fcher Gitti gewohnt, die Tochter meines gefallenen Onkels. H\u00fchner und G\u00e4nse verirren sich nicht mehr auf die Stra\u00dfen im Ort. Dagegen gibt es ein neues Gesetz. Man erwacht nicht mehr zu Hahnengeschrei oder Hundebellen. Pferde und K\u00fche sind verschwunden. Fanzlers Lebensmittelgesch\u00e4ft bleibt weiterhin in der Familie. Die Post ist neu, aber das Zollhaus sch\u00e4big. Bei str\u00f6mendem Regen gehe ich in die Kapelle bei der katholischen Kirche, wo Omi immer gebetet hat. Ein Blitz erhellt pl\u00f6tzlich und unerwartet den Kirchhof und beleuchtet die Heilandsfigur in den Armen seiner Mutter und die Gedenktafel mit dem Namen meines Onkels. Ein rollender Donner folgt. Auf dem Weg zur\u00fcck in die Nickelsdorfer Stra\u00dfe h\u00e4lt mich ein alter Mann f\u00fcr meine Tante, weil ich ihr \u00e4hnlich sehe.<\/p>\n<p>Mit meinem Cousin und seiner Tochter fahre ich durch die Maisfelder an die ungarische Grenze. Hier hat sich nichts ver\u00e4ndert, nur der Stacheldraht ist etwas herunter gezerrt. Ein Schild warnt: \u201cAchtung! Staatsgrenze!\u201d Wir werden von den Soldaten im Wachtturm auf der anderen Seite ersp\u00e4ht. Die sechzehnj\u00e4hrige Karin nimmt ihr Pfeifen als Gru\u00df auf und winkt ihnen zu. Ich denke mir, wie sch\u00f6n es w\u00e4re, einmal mit Kaffee und Strudel hin\u00fcberzugehen und sich mit denen zu unterhalten. Wir suchen den Stein, der das Dreil\u00e4ndereck markiert. Ein Gendarm hat uns am Vorabend beim Heurigen geraten, es nicht alleine zu tun. Er wollte uns f\u00fchren. Das ist nun alles Geschichte und solche Warnungen nicht mehr n\u00f6tig. Die Grenze hat sich aufgetan: der Stacheldraht ist aufgerollt und wird als Souvenir verkauft. Das Dorf liegt nicht mehr am Ende der Welt. Die Hauptstra\u00dfe f\u00fchrt nach Ungarn und die Zukunft vielleicht zu regem Verkehr und neuem Leben f\u00fcr den kleinen Ort.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 26.531%;\"><\/td>\n<td style=\"width: 42.3318%;\"><a href=\" https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/07\/BratislavaCityscape2016.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7558 size-full aligncenter\" src=\" https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2021\/07\/BratislavaCityscape2016-300x164.png\" alt=\"Cityscape of Bratislava\" width=\"356\" height=\"250\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"> Photo 8: Bratislava <\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Courtesy of Justraveling <\/span><\/p>\n<\/td>\n<td style=\"width: 31.1372%;\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bratislava bleibt nicht eine Fata Morgana, nur aus der Ferne bestaunt. Auch die Slowakei bietet Zugang. \u00dcberall fallen die Schranken: die Deutschen tanzen auf der Mauer, die abgebaut wird, und trinken Sekt. Ich bin nie in der DDR gewesen und werde sie niemals kennenlernen, weil die getrennte Heimat heute wieder ein Land ist. Die Heimat aber, die ein Land war, als ich geboren wurde, besteht aus zwei L\u00e4ndern, die auch im Vereinten Europa ihre Identit\u00e4t bewahren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Photo credits and additional information:<\/strong><\/p>\n<p>Please click on photos for an enlarged view.<\/p>\n<p>Photo 1: \u201cNach dem traditionellen Luciengottesdienst auf dem Leonhardsplatz vor der Wallfahrtskirche St. Leonhard werden die H\u00e4uschen am Abend in einer Prozession zum Amperufer getragen und unter Aufsicht der Wasserwacht der Str\u00f6mung \u00fcbergeben. Langsam treiben die von den Kerzen im Inneren erleuchteten H\u00e4uschen dann flussabw\u00e4rts.\u201d (Quelle: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lucien-H%C3%A4uschen-Schwimmen\">Wikipedia<\/a>)<\/p>\n<p>Photo 6: mit der Papierm\u00e2ch\u00e9 Figur des Schriftstellers Peter Altenberg der Wiener Moderne<\/p>\n<p>Photo 8: <a href=\"http:\/\/www.justraveling.com\/\">Justraveling: justraveling.com<\/a><\/p>\n<p><strong>Anmerkung:<\/strong><\/p>\n<p>\u201cHeimatbilder\u201d wurde urspr\u00fcnglich in <em>TRANS-LIT<\/em> ver\u00f6ffentlicht: (SCALG IX, 1 &amp; 2: Sommer und Winter 2000), 18-23. Zweimal f\u00fcr den <em>Elisabeth Fraser de Bussy Prose Prize<\/em> nominiert.<\/p>\n<p>Nachdruck in drei gek\u00fcrzten Teilen auf Deutsch und Englisch in <em>German Life <\/em>(hier mit anderen Bildern):<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">\u201cPictures from my Homeland, Part III,\u201d (with original German text), <em>German Life:<\/em> December 2003\/January 2004: 52 \u2013 55.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">\u201cPictures from my Homeland, Part II,\u201d (with original German text), <em>German Life:<\/em> Oktober\/November 2003: 52 \u2013 55.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">\u201cPictures from my Homeland, Part I,\u201d (with original German text),<em> German Life: <\/em>August\/September 2003: 52 \u2013 54.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Translation rights remain with the author.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Edith Borchardt Part 1: &#8220;Heimat und Identit\u00e4tspolitik&#8221; Heimat: das ist Erinnerung an meine Kindheit in F\u00fcrstenfeldbruck, der Gartenstadt an der Amper mit der barocken Stadtpfarrkirche neben dem Friedhof am Fluss auf der einen Seite der Br\u00fccke und der Kapelle f\u00fcr St. Leonhard auf der anderen. 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