{"id":7938,"date":"2022-12-06T14:39:51","date_gmt":"2022-12-06T19:39:51","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/?page_id=7938"},"modified":"2023-02-04T13:36:58","modified_gmt":"2023-02-04T18:36:58","slug":"rezeption-von-schleweins-giraffe","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/archive\/glossen-49\/rezeption-von-schleweins-giraffe\/","title":{"rendered":"Rezeption von Schleweins Giraffe"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDas ist der allererste Roman (1992 erschienen), der die Wende-Ereignisse und das ungew\u00f6hnliche Befinden der Ostdeutschen danach zum Thema hatte \u2013 von einem Ostdeutschen geschrieben, ohne Larmoyanz und ohne Beschuldigungswahn. Der Humor des Betroffenen unterscheidet das Buch von sp\u00e4teren Arbeiten j\u00fcngerer Autoren, die sich nicht betroffen f\u00fchlten, und von sp\u00e4teren Arbeiten anderer Schriftsteller, denen das Lachen vergangen war. Nach nur wenigen Jahren bewirkt das erz\u00e4hlte Erinnerung an eine irre Zeit, die Bernd Schirmer so genau und so irr beschrieben hat, da\u00df man meint, auch die Giraffe habe es gegeben. Oder war es vielleicht doch ein K\u00e4nguru?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">(Klappentext der <em>Edition Schwarzdruck<\/em>, von Christel Berger)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIn Bernd Schirmers Erz\u00e4hlung wird sie [die Giraffe JM] zur Metapher f\u00fcr den Wahnsinn der Wende und zum rettenden Strohhalm f\u00fcr ihren neuen Besitzer: Ohne sie w\u00e4re das Leben jetzt v\u00f6llig sinnlos, und sie bewahrt ihn vor der bestens bekannten J\u00e4mmerlichkeit. Schirmer dreht mit seiner Kunstfigur Giraffe die tragischen Realit\u00e4ten des neudeutschen Alltags ins Melodramatische. Das ist unterlegt mit dem unentwegten Bedauern \u00fcber den Verlust der \u201aguten\u2018 Seiten der DDR, denen der Autor ganz selbstverst\u00e4ndlich nachtrauert, egal ob es sich um Errungenschaften des Sozialismus handelt oder ob sie eher aus dem Widerstand gegen denselben entstanden sind.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Ehrlich, Lutz. \u201eDer l\u00e4ngste Hals der Wende\u201c. In: <em>taz <\/em>9. Okt. 1992, S. 27,<br \/>\n<a href=\"https:\/\/taz.de\/!1649222\/\">https:\/\/taz.de\/!1649222\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eAber vor allem ist dieser Roman ein ganz unwiederbringliches St\u00fcck ost-deutscher Stimmungsmusik, eine aberwitzige Satire auf die Zust\u00e4nde in der Nichtmehr-DDR, wo sich viele Menschen dennoch nicht als BRD-B\u00fcrger f\u00fchlen. Wobei Bernd Schirmer die allt\u00e4glichen Absurdit\u00e4ten eigentlich nur geringf\u00fcgig \u00fcbertriebt, weil er distanziert und sensibel genug ist, das Irreale, Scheinbare, Vorgespielte in der Wirklichkeit zu erkennen. Seltsam, da\u00df das beste Buch, was bisher \u00fcber die \u201aWende\u2018 geschrieben wurde, mit solchem Lachen gelesen werden kann.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Gutschke, Irmtraud. \u201eOst-deutsche Stimmungsmusik\u201c. In: <em>Neues Deutschland<\/em> 29. Sept. 1992,<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/378915.ost-deutsche-stimmungsmusik.html\">https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/378915.ost-deutsche-stimmungsmusik.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDas ist der allererste Roman (1992 erschienen), der die Wende-Ereignisse und das ungew\u00f6hnliche Befinden der Ostdeutschen danach zum Thema hatte \u2013 von einem Ostdeutschen geschrieben, ohne Larmoyanz und ohne Beschuldigungswahn. 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