{"id":8286,"date":"2024-03-12T13:32:45","date_gmt":"2024-03-12T17:32:45","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/?page_id=8286"},"modified":"2024-03-13T07:14:38","modified_gmt":"2024-03-13T11:14:38","slug":"sporl-wissen-vermitteln","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/archive\/glossen-50\/sporl-wissen-vermitteln\/","title":{"rendered":"K\u00f6nnen fiktionale Erz\u00e4hltexte Wissen \u00fcber die Wende vermitteln?"},"content":{"rendered":"<h3>Drei Gr\u00fcnde, die Frage mit Ja zu beantworten, diskutiert am Beispiel von Jens Sparschuhs Roman <em>Der Zimmerspringbrunnen<\/em><\/h3>\n<p>von Uwe Sp\u00f6rl<\/p>\n<p>Jens Sparschuhs Roman <em>Der Zimmerspringbrunnen<\/em> ist ein erhellender, schmerzhaft komischer Text, der uns, seine Leserinnen und Leser, \u00fcber das Leben als Ostdeutscher vor und nach der deutschen Wiedervereinigung unterrichtet \u2013 so die zweifellos richtige und pr\u00e4gnant formulierte These Jill Twarks im anderen Aufsatz dieser Ausgabe.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Ich m\u00f6chte in meinem Beitrag diese These unterst\u00fctzen. Genauer gesagt, m\u00f6chte ich diese Art von Thesen untersuchen und st\u00e4rken. Diese \u201eArt von Thesen\u201c zeichnet sich dadurch aus, dass einem literarischen Text das Potential zugeschrieben wird, seine Leserschaft zu \u201eunterrichten\u201c \u2013 etwa dar\u00fcber, wie es ist, als Ostdeutscher nach der Wende jahrelang arbeitslos zu sein, oder dar\u00fcber, was es hei\u00dft, die eigene Heimat zu verlieren, ohne den Wohnort zu wechseln.<\/p>\n<p>Das Gesamtkonzept unseres \u201eWende-Readers\u201c entspricht ebenfalls dieser \u201eArt von Thesen\u201c: Unsere kleine Serie an <em>Glossen<\/em>-Ausgaben beansprucht ja, ein \u201eWende-Reader f\u00fcr den Unterricht\u201c zu sein. Er soll als Unterst\u00fctzung dienen f\u00fcr die Lehrenden in den fortgeschrittenen Klassen an h\u00f6heren Schulen oder den grundst\u00e4ndigen Lehrveranstaltungen an Colleges und Universit\u00e4ten auf beiden Seiten des Atlantiks. Die vier ausgew\u00e4hlten Erz\u00e4hltexte (kurze Romane oder l\u00e4ngere Erz\u00e4hlungen), mit denen sich die vier Ausgaben befassen \u2013 neben Jens Sparschuhs <em>Der Zimmerspringbrunnen<\/em> sind das Bernd Schirmers <em>Schlehweins Giraffe<\/em>, Kerstin Hensels <em>Tanz am Kanal<\/em> und Jens Wonnebergers <em>Wiesinger<\/em> \u2013, sind in diesem Zusammenhang nat\u00fcrlich selbst Gegenst\u00e4nde unseres Interesses. Unsere Analysen und Interpretationen beziehen sich auf sie als literarische Werke, als die Kunstwerke oder Artefakte, die sie sind. Die vier Texte interessieren aber auch und \u00advielleicht sogar in besonderem Ma\u00dfe als Mittel, um jungen Menschen in Schule und Universit\u00e4t Einblicke in diese besondere Phase der deutschen Geschichte zu geben, ja um ihnen Wissen \u00fcber die Entwicklungen in Deutschland um 1989\/90 und in den Jahren danach zu vermitteln. Denn f\u00fcr die nach 1990 Geborenen ist die Wende ja l\u00e4ngst historisch geworden.<\/p>\n<p>Anders gesagt: Man kann z.B. Jens Sparschuhs <em>Zimmerspringbrunnen<\/em> nat\u00fcrlich im Literaturunterricht im Fach Deutsch behandeln, man kann den Roman aber auch f\u00fcr den Geschichtsunterricht nutzen \u2013 etwa um <em>Ostalgie<\/em> zu verstehen \u2013, f\u00fcr den Politikunterricht \u2013 \u201eWarum tickt der Osten bis heute anders?\u201c \u2013 oder am besten in einem Projekt, das all diese Perspektiven verbindet.<\/p>\n<p>Diese und \u00e4hnliche Verwendungsweisen von Literatur sind in Schule und Hochschule etabliert und weit verbreitet, sie werden in der Regel auch nicht in Frage gestellt. Sie haben aber eine problematische Voraussetzung, die in der Regel ungepr\u00fcfte Annahme n\u00e4mlich, dass man mit Literatur Wissen \u00fcber die Welt vermitteln kann.<\/p>\n<p>In einem ersten Schritt werde ich erl\u00e4utern, inwiefern diese Voraussetzung problematisch ist. Das hat mit der Fiktionalit\u00e4t von solcher Erz\u00e4hlliteratur zu tun. Wir wissen als Leserinnen, dass es Sherlock Holmes, Don Quijote und Hinrich Lobek, den \u201eHelden\u201c aus <em>Der Zimmerspringbrunnen<\/em>, und die Geschichten, die von ihnen erz\u00e4hlt werden, gar nicht gibt. Und dennoch sollen wir annehmen, dass solche Texte Wissen vermitteln k\u00f6nnen? In den drei folgenden Abschnitten werde ich dann drei unterschiedliche, durchaus konkurrierende, aber in der Praxis wohl auch kombinierbare Ans\u00e4tze vorstellen, die in j\u00fcngerer Zeit in Literaturtheorie und Literaturwissenschaft zur L\u00f6sung dieses Problems entwickelt worden sind. Als zur Veranschaulichung eingesetztes Beispiel soll dabei jeweils Sparschuhs tragisch-komischer Wende-Roman dienen.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Der erste vorzustellende L\u00f6sungsvorschlag geht davon aus, dass literarische Texte wie <em>Der Zimmerspringbrunnen<\/em> zwar insgesamt fiktional sind, dennoch aber S\u00e4tze enthalten k\u00f6nnen, die nicht-fiktional sind und deshalb potentiell wahr. Die Inhalte solcher wahren S\u00e4tze sind dann vermittelbare Gehalte von Wissen. Der zweite Ansatz setzt bei einer Standardpraxis der Wissensvermittlung im Alltag an: Wissen von Ereignissen vermitteln uns am besten Zeugen dieser Ereignisse. Jens Sparschuh hat \u2013 wie Hinrich Lobek, die von ihm erschaffene Hauptfigur aus <em>Der Zimmerspringbrunnen<\/em> \u2013 die Wende und die Nachwendezeit als DDR-B\u00fcrger bzw. Ostdeutscher selbst erlebt. Er kann deshalb auch in seinen fiktionalen Werken als glaubhafter Zeuge f\u00fcr die Wende gelten, also entsprechendes Wissen vermitteln. Die dritte und letzte Position versteht fiktionale Literatur als eine Institution, die zwar keine wahren S\u00e4tze enthalten kann, die aber in der Lage ist, Wahres zu zeigen und zu vergegenw\u00e4rtigen. <em>Der Zimmerspringbrunnen<\/em> etwa vermittelt uns Lesern anschaulich Wissen dar\u00fcber, wie es ist, sich mitten in Berlin wie Robinson auf einer einsamen Insel zu f\u00fchlen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>K\u00f6nnen fiktionale Erz\u00e4hltexte Wissen vermitteln?<\/strong><\/p>\n<p>Diese Frage kann mit guten Gr\u00fcnden verneint werden. Das hat mit den Begriffen und Anspr\u00fcchen von \u201aWissen\u2018 und \u201aFiktion\u2018 zu tun: Wissen setzt Wahrheit voraus. Um sagen zu k\u00f6nnen, dass jemand (die Person A) wei\u00df, dass dies und das der Fall ist (die Tatsache x), muss A nicht nur von x \u00fcberzeugt sein, sondern x muss auch wahr sein, eben eine Tatsache. Ein verbreiteter, noch anspruchsvollerer Wissensbegriff fordert dar\u00fcber hinaus, dass A Gr\u00fcnde f\u00fcr seine \u00dcberzeugung, dass x eine Tatsache ist, angeben kann, etwa den, x als Zeuge beobachtet zu haben.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Fiktion wiederum gilt als Institution, die Wahrheit gerade nicht voraussetzt. Fiktionale Erz\u00e4hlungen etwa erz\u00e4hlen, wie eben schon angedeutet, ausgedachte Geschichten von Figuren, die es gar nicht gibt. Diese auf der Hand liegende Fiktivit\u00e4t der Geschichten und Figuren ist aber wohl gar nicht wesentlich f\u00fcr Fiktion. Wichtiger d\u00fcrfte sein, dass die Erz\u00e4hlungen selbst gar nicht beanspruchen, Wahres zu erz\u00e4hlen. Ihre Autoren beabsichtigen das auch gar nicht. Und die Leserinnen fiktionaler Erz\u00e4hlungen wissen all das nat\u00fcrlich und rezipieren solche Texte entsprechend.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/p>\n<p>Auf der anderen Seite gibt es aber auch die weit verbreitete Intuition und Praxis, fiktionaler Literatur Wahrheiten und Wissensvermittlung zuzutrauen. Was haben wir nicht alle aus Literatur \u00fcber die Welt gelernt? \u00dcber fremde L\u00e4nder, gro\u00dfe Ereignisse der Geschichte, Abgr\u00fcnde der Seele, die Weiten des Weltraums, \u00fcber Liebe, Trauer und vieles, vieles mehr &#8230;<\/p>\n<p>Die Debatte um das Verh\u00e4ltnis von Literatur und Wahrheit bzw. Literatur und Wissen ist entsprechend alt und vielleicht nicht kontinuierlich, aber immer wieder gef\u00fchrt worden. Sie geht mindestens bis auf Platon und Aristoteles zur\u00fcck: Jener schloss Literatur aus seinem Ideal-Staat aus, jedenfalls als Lekt\u00fcre f\u00fcr die Personengruppen, die f\u00fcr den Erhalt des Staates zust\u00e4ndig sind. Einer der Gr\u00fcnde: Literatur ist Fiktion und deshalb zu weit von der Wahrheit entfernt. (Platon sieht Wahrheit in der g\u00f6ttlichen Idee, die von der wahrnehmbaren Realit\u00e4t nur unzureichend nachgebildet wird, die wiederum von der Literatur noch unzureichender abgebildet wird).<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Sein Sch\u00fcler und Nachfolger Aristoteles befasste sich, anders als Platon, in einer eigenen Schrift, der so genannten <em>Poetik<\/em>, nur mit Literatur. Sie ist, schreibt er, \u201eetwas Philosophischeres und Ernsthafteres als Geschichtsschreibung\u201c. Gerade weil sich Literatur nicht an den kontingenten Tatsachen historischer Geschehnisse orientiert, sondern an dem, \u201ewas geschehen k\u00f6nnte, d.h. [dem] nach den Regeln der Wahrscheinlichkeit oder Notwendigkeit M\u00f6gliche\u201c, hat sie Vorteile gegen\u00fcber der allein den Tatsachen verpflichteten Historiographie.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Mit nur ein wenig Zuspitzung kann man Aristoteles also so verstehen, dass Literatur gerade deshalb, weil sie fiktional ist, besonders wahr und relevant sei.<\/p>\n<p>Argumentationen und \u00dcberlegungen der j\u00fcngeren Literaturwissenschaft und Literaturtheorie nehmen einige Aspekte dieser Debatte aus dem 4. Jahrhundert v. u. Z. durchaus wieder auf: Die aktuelle Literaturwissenschaft hat \u2013 so k\u00f6nnte man erkennbare Tendenzen der letzten gut 20 Jahre beschreiben \u2013 ihr Interessen- und Gegenstandsgebiet \u00fcber die Literatur hinaus ausgeweitet. Insbesondere die jeweiligen historischen Kulturen, besonders die Wissenskulturen, denen Literatur entstammt, werden nun oft einbezogen. Dabei hat sich die ohnehin verbreitete Intuition einer Affinit\u00e4t von Literatur und Wissen (s. o.) zu einer Annahme verfestigt, die wissenschaftliche Forschungsprogramme begr\u00fcnden kann: \u201eLiteratur als konstitutives Element einer Geschichte des Wissens zu begreifen, [sei] m\u00f6glich, sinnvoll [und] produktiv\u201c, so eine Formulierung des einschl\u00e4gig ausgewiesenen Literaturwissenschaftlers Roland Borgards.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> Darauf, dass diese Annahme angesichts der Fiktionalit\u00e4t von (gro\u00dfen Teilen der) Literatur und den Anspr\u00fcchen, die ein fundierter Wissensbegriff nach sich zieht, nicht so ohne Weiteres zu halten ist, hat nun aber vor einigen Jahren ein anderer Literaturwissenschaftler sehr deutlich aufmerksam gemacht. In seinem Aufsatz \u201eVom Wissen <em>in<\/em> Literatur\u201c<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> bezweifelt Tilmann K\u00f6ppe, dass man Literatur Wissen zuschreiben kann, jedenfalls bei einem belastbaren Wissensbegriff wie dem auch hier skizzierten.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a><\/p>\n<p>Die Frage, ob Literatur, genauer: ob fiktionale Erz\u00e4hltexte wahr sein oder wahre Anteile haben und somit Wissen enthalten oder ihre Leserschaft unterrichten k\u00f6nnen, darf somit als nach wie vor unentschieden und nicht konsensuell beantwortet gelten. Mit unserem \u201eWende-Reader\u201c ist nun aber der Anspruch der Wissensvermittlung verkn\u00fcpft. Dieser Anspruch entspricht zwar einer etablierten Praxis, muss also vielleicht nicht zwingend theoretisch fundiert werden. Dennoch sollte ein Blick darauf lohnen, welche Begr\u00fcndungsstrategien f\u00fcr eine Antwort mit Ja die aktuelle Literaturwissenschaft und Literaturtheorie anbieten. Ich sehe hier vor allem drei Erfolg versprechende Vorschl\u00e4ge, die ich nun vorstellen m\u00f6chte. Im Erfolgsfall, wenn diese Strategien (jeweils) \u00fcberzeugen, dient das Unterfangen also der St\u00fctzung unseres \u201eReaders\u201c. Ich hoffe aber dar\u00fcber hinaus auch ein wenig, dass sich f\u00fcr die Interpretation der literarischen Gegenst\u00e4nde neue Perspektiven ergeben, in diesem Fall also f\u00fcr Sparschuhs Roman <em>Der Zimmerspringbrunnen<\/em>, den ich zur Veranschaulichung heranziehen werde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kognitivismus und Kompositionalismus: Fiktionale Literatur kann wahre S\u00e4tze enthalten<\/strong><\/p>\n<p>Die analytische Philosophin Maria E. Reicher argumentiert in ihrem Aufsatz \u201eK\u00f6nnen wir aus Fiktionen lernen?\u201c f\u00fcr eine Beantwortung dieser unserer Frage mit einem klaren Ja:<\/p>\n<blockquote><p>K\u00f6nnen fiktionale literarische Werke uns Wissen vermitteln? Wenn ja, wie ist das m\u00f6glich, und welche Art von Wissen vermitteln uns fiktionale Werk? Ich werde argumentieren, dass fiktionale literarische Werke in der Tat Wissen vermitteln k\u00f6nnen, und zwar, unter anderem, <em>propositionales<\/em> Wissen \u00fcber die \u201ewirkliche Welt\u201c.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Die von Reicher hervorgehobene Propositionalit\u00e4t des Wissens meint dabei das auch hier eingangs eingef\u00fchrte Wissen, dass (Tatsache) x. Jemand wei\u00df, dass dies und das der Fall ist. Dieses x ist als Aussagesatz formulierbar und somit \u201epropositional\u201c. Es unterscheidet sich vom Wissen, wie \u2013 \u201eich wei\u00df, wie man einen Er\u00f6rterungsaufsatz schreibt\u201c \u2013, und vom (nicht propositionalen) Vergegenw\u00e4rtigen (s. u.).<\/p>\n<p>In der philosophischen Diskussion wird die hier von Reicher vorgetragene und gest\u00fctzte Position meist als \u201e\u00e4sthetischer Kognitivismus\u201c bezeichnet, so auch von Reicher selbst.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> In anderen disziplin\u00e4ren Umgebungen wird die betreffende Position aber durchaus etwas anders eingef\u00fchrt, benannt und begr\u00fcndet. Ich m\u00f6chte im Folgenden nicht auf Reichers Ausf\u00fchrungen zur\u00fcckgreifen, sondern auf die Dissertation Eva-Maria Konrads, die \u2013 anders als Reicher, die als Philosophin fiktionale Kunstwerke insgesamt im Blick hat \u2013 als literaturwissenschaftliche Fiktionstheoretikerin auf fiktionale Erz\u00e4hlliteratur fokussiert. Bei Konrad hei\u00dft die (von ihr selbst vertretene) Position im Anschluss an Peter Blume<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> \u201eKompositionalismus\u201c.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> Dieser besagt, dass \u201eaus der Charakterisierung eines Gesamttextes als fiktional nicht die ausschlie\u00dfliche Fiktionalit\u00e4t all seiner Textteile folgert.\u201c<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a><\/p>\n<p>Der Ausgangspunkt ist also die Fiktionalit\u00e4t eines Erz\u00e4hltextes als Ganzem. Die Textganzheit und seine Textteile, insbesondere seine einzelnen, von der Erz\u00e4hlinstanz ge\u00e4u\u00dferten S\u00e4tze sind im Standardfall fiktional, nicht wahrheitsbeanspruchend oder wissensvermittelnd. Sie sind \u2013 zwischen Autorin und Leserschaft quasi verabredet \u2013 letztlich Aufforderungen, sich das von den S\u00e4tzen Ausgesagte als fiktive Tatsache vorzustellen, aber nicht auch als wahr zu glauben.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> Es <em>kann<\/em> aber eben, so die kompositionalistische These, innerhalb solcher fiktionalen Erz\u00e4hltexte Textteile oder S\u00e4tze geben, die nicht (oder nicht nur) fiktional, also als blo\u00dfe Vorstellungsaufforderungen von Fiktivem zu lesen sind. Solche Textpassagen k\u00f6nnen also (auch) als \u201efaktuale\u201c, nicht-fiktionale \u00c4u\u00dferungen gelten und sind mit dem Anspruch versehen, Wahres \u00fcber diese unsere Welt, die gemeinsame Welt der Autorin und ihrer Leser zu sagen.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a> Der Kompositionalismus hat also \u2013 darauf weist Konrad ausdr\u00fccklich hin \u2013 den Vorteil, \u201edie verbreitete Annahme, fiktionale Literatur k\u00f6nne Wissen vermitteln, unmittelbar begr\u00fcnden\u201c zu k\u00f6nnen, weil er \u201eanhand der faktualen Passagen f\u00fcr eine direkte Wissensvermittlung argumentieren kann.\u201c<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> Historische Romane z. B. sind besonders gut als solche Texte zu verstehen: Sie erz\u00e4hlen fiktional eine spannende, fiktive Geschichte, die aber eingebettet ist in einen historischen Zusammenhang, der in entsprechenden Textpartien korrekt wiedergegeben wird.<\/p>\n<p>Allerdings ist im Rahmen dieser Theorie noch zu kl\u00e4ren, wie wir Leserinnen und Leser die faktualen Textstellen erkennen bzw. von ihrer fiktionalen Umgebung unterscheiden k\u00f6nnen. V\u00f6llige Sicherheit wird es bzgl. dieser Frage wohl nie geben, aber durchaus ein gutes Gesp\u00fcr, jedenfalls bei erfahrenen Leserinnen und Lesern. Konrad jedenfalls nennt eine ganze Reihe von Hinweisen auf m\u00f6gliche Faktualit\u00e4t, darunter Textsorten, die in fiktionale Erz\u00e4hltexte eingebettet werden (etwa Essays, selbstreflexive \u00c4u\u00dferungen des Erz\u00e4hlers oder Montage-Elemente) oder Signale wie die Distanz zur erz\u00e4hlten Welt der fiktiven Geschichte, die Verwendung von Fachsprache, faktuale Namen, Tempuswechsel u.\u00a0a.\u00a0m.<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a> Denkbar ist auch, so Konrad, dass S\u00e4tze fiktiver Figuren oder vom Autor klar zu unterscheidender Erz\u00e4hler faktual sein k\u00f6nnen, jedenfalls solange der Erz\u00e4hler nicht unzuverl\u00e4ssig agiert, also hinsichtlich Wissen oder Wertungen vom Autor gerade zu unterscheiden ist.<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a><\/p>\n<p>Fiktionale Erz\u00e4hltexte \u00fcber die Wende kommen zweifellos als Texte in Frage, die dieser kompositionalistischen Fiktionstheorie entsprechend S\u00e4tze enthalten, die faktual sind, also (etwa historische) Tatsachen korrekt wiedergeben und so Wissen von diesen Tatsachen vermitteln. Diesbez\u00fcglich d\u00fcrften sie sich als zeitgeschichtliche oder Zeitromane wohl \u00e4hnlich wie historische Romane verhalten.<\/p>\n<p><em>Der Zimmerspringbrunnen<\/em> ist aber wohl nicht wirklich gut geeignet, um auf der Grundlage dieser Theorie als Wissen vermittelnder Text verstanden werden zu k\u00f6nnen. Der homodiegetische Ich-Erz\u00e4hler Hinrich Lobek erz\u00e4hlt ja im Wesentlichen von sich und seinen Erlebnissen als Vertreter f\u00fcr Zimmerspringbrunnen und Erfinder des \u201eostalgischen Kult-Produkt[s]\u201c<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> und Erfolgsmodells Atlantis \u2013 und die sind allesamt fiktiv. Zudem erz\u00e4hlt er als pikareske, schelmenhafte Au\u00dfenseiterfigur wohl auch nicht vollkommen zuverl\u00e4ssig: Er erscheint selbst mitunter als komische Figur, und er sch\u00e4tzt mindestens einige der Verhaltensweisen seiner Frau Julia (die Lobek wohl nicht mit ihrem Vorgesetzten betr\u00fcgt, wie dieser annimmt) und einige Vermutungen seiner Vorgesetzten (die anzunehmen scheinen, er habe f\u00fcr die DDR-Staatssicherheit gearbeitet, was er aber nicht erkennt) falsch ein. Der Erz\u00e4hler des <em>Zimmerspringbrunnens<\/em> ist also keinesfalls mit dem Autor bzw. der Aussageabsicht des Gesamttextes in \u00dcbereinstimmung zu bringen. Deshalb d\u00fcrften faktuale \u00c4u\u00dferungen von ihm wohl eher unwahrscheinlich sein.<\/p>\n<p>Es gibt sie aber dennoch, so meine \u00dcberzeugung: Lobek hat sich z.\u00a0B. \u00fcber \u201edas Thema \u201ader Zimmerspringbrunnen an und f\u00fcr sich\u2018\u201c, als er von der Firma Panta Rhein als Vertreter angeheuert wird, \u201enoch keine gro\u00dfen Gedanken gemacht. Das war v\u00f6llig neues Terrain!\u201c Diese Reflexionen \u00fcber sich selbst und das Neue f\u00fchren aber sogleich zu der Einsicht: \u201eInsofern aber nat\u00fcrlich nichts Neues \u2013 in den zur\u00fcckgelegten letzten drei Jahren hatte sich ja alles fortlaufend erneuert.\u201c<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a> F\u00fcr dieses \u201ealles\u201c gibt Lobek, der Erz\u00e4hler, im Folgenden eine ganze Reihe von Beispielen, darunter eindr\u00fccklich die \u201ePostanschrift\u201c (durch Umbenennung der Stra\u00dfe, nicht durch Umzug) und nat\u00fcrlich den Verlust des \u201eHeimatland[es]\u201c, das er, Lobek, \u201e[o]hne auch nur den Fu\u00df vor die T\u00fcr zu setzen\u201c, verlassen hat, \u201e(bzw. \u2013 es mich)\u201c.<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a> Diese Beispiele werden nat\u00fcrlich in fiktionalen, auf den fiktiven Lobek bezogenen S\u00e4tzen formuliert, sie liefern aber den Gehalt, den Kontext und das bessere Verst\u00e4ndnis des einleitenden Satzes, der durchaus als faktual verstanden werden kann: \u201e[I]n den zur\u00fcckgelegten letzten drei Jahren hatte sich ja alles fortlaufend erneuert.\u201c kann jedenfalls gut als eine wahre Aussage gelten \u00fcber das, was von 1990 bis 1993\/94 in der untergehenden DDR und den ganz neuen Bundesl\u00e4ndern geschehen ist: eine als Wissen zu vermittelnde Tatsache also. Solche S\u00e4tze und Textpassagen sind mehrfach zu finden im Roman, freilich stets kurz und meist unmittelbar eingebettet in fiktionale \u00c4u\u00dferungskontexte und von diesen kaum zu trennen \u2013 etwa der kurze Satz \u201eEs gab ja auch nichts zu erz\u00e4hlen!\u201c<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a> im Kontext der Reflexionen \u00fcber die eigene, Lobeks, Arbeitslosigkeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Zeugnis-Strategie: Auch Fiktionales kann Wissen vermitteln<\/strong><\/p>\n<p>Zeugnisse und H\u00f6rensagen sind weit verbreitete und durchaus respektable, weil recht verl\u00e4ssliche Quellen und Vermittlungsweisen von Wissen. Vor Gericht etwa kommt den Aussagen von Zeugen ggf. eine entscheidende Rolle zu. Und tats\u00e4chlich d\u00fcrfte vieles von dem, was wir wissen, nicht auf eigene Erfahrungen, Pr\u00fcfungen oder \u00dcberlegungen zur\u00fcckgehen, sondern auf die Aussagen anderer, vom Freund \u00fcber die Dozentin an der Uni bis zum wissenschaftlichen Sachartikel und seiner Autorin. Es ist also durchaus plausibel zu fragen, ob und inwiefern Literatur, auch fiktionale Erz\u00e4hlliteratur \u00fcber eine Art Zeugnis-Strategie als eine Quelle oder Tr\u00e4gerin von Wissen eingesch\u00e4tzt werden kann.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich gibt es mindestens zwei Typen von Argumenten und eine ganze Reihe von Genres, die eine solche Zeugnis-Strategie als plausibel erscheinen lassen: Wir (Leser und Literaturwissenschaftlerinnen) beurteilen die Authentizit\u00e4t und Verl\u00e4sslichkeit von mancher fiktionaler Literatur durchaus nach den Zeugnis-Qualit\u00e4ten ihrer Autorinnen und Autoren: Literatur \u00fcber den Holocaust etwa kann durchaus fiktional sein, sie ist auf jeden Fall von anderer Qualit\u00e4t, wenn sie von tats\u00e4chlichen Opfern der Shoah geschrieben ist. Romane \u00fcber den Ersten Weltkrieg, die im Kontext der politischen Auseinandersetzungen der sp\u00e4ten Weimarer Republik einen Boom erlebten, wurden auch und besonders danach bewertet, ob ihr Autor Fronterfahrung hatte. Und aktuelle Wissenschaftsromane, die der breiten Leserschaft ein authentisches Bild von Wissenschaft, etwa der Klimaforschung vermitteln wollen, profitieren nat\u00fcrlich, wenn ihre Autoren selbst Naturwissenschaftler sind, bei Forschungsexpeditionen an Bord waren usw. Wenn direkte Zeugenschaft nicht vorliegt, so ist das am besten durch umfassende Recherchen zu kompensieren, auch in der Literatur: Auch das ist bei Wissenschaftsromanen der Fall, besonders aber nat\u00fcrlich bei Genres wie dem historischen Roman.<\/p>\n<p>Ich folge hier und im Anschluss nun einem Aufsatz von Tobias Klauk, von dem auch der Terminus \u201eZeugnis-Strategie\u201c stammt.<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a> Klauk und die Zeugnis-Strategie gehen \u00fcber den eben vorgestellten Kompositionalismus hinaus: \u201eWir wollen sagen, dass man nicht nur aus nicht-fiktionalen Passagen fiktionaler Werke lernen kann, sondern aus fiktionaler Rede selbst, insofern mit dieser fiktionalen Rede gleichzeitig nicht-fiktionale Sprechakte begangen werden.\u201c<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a> Daf\u00fcr muss aber die Beglaubigungsfunktion des Zeugnisses sichergestellt werden, eine Art Prinzip, im Standardfall zu glauben und als Wissen zu \u00fcbernehmen, was Zeugen oder anderweitig kompetente Personen \u00e4u\u00dfern. Dieses \u201eAkzeptanzprinzip\u201c besagt, \u201edass dem Zeugnis Anderer zu vertrauen eine epistemische Defaultposition ist.\u201c<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a> Nur wenn es Gr\u00fcnde gibt f\u00fcr die Annahme, die Quelle sei nicht vertrauensw\u00fcrdig, verliert das Prinzip seine Wirkung.<\/p>\n<p>Die Sache hat aber, so Klauk, einen Haken: Das Akzeptanzprinzip gilt wohl nur, wenn man es haupts\u00e4chlich mit behauptender Rede zu tun hat: \u201eAbweichende Verwendungen wie in Witzen, Ironie oder eben Fiktion m\u00fcssen markiert werden, um verst\u00e4ndlich zu sein.\u201c<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a><\/p>\n<p>Vielleicht gibt es aber ja Ersatz f\u00fcr das im Alltag so wirkungsm\u00e4chtige Akzeptanzprinzip, ein Prinzip, das innerhalb von fiktionalen Lekt\u00fcrekontexten daf\u00fcr sorgt, dass die Leserschaft bestimmte Informationen unter normalen Umst\u00e4nden als zuverl\u00e4ssig erachtet, und zwar als zuverl\u00e4ssig bzgl. unserer Alltags- und Lebenswelt. Ein solches Prinzip ist wohl als Lekt\u00fcrekonvention zu verstehen, als \u00fcbliche Art und Weise mit einer bestimmten Art von Text umzugehen. Oben haben wir eine solche Konvention schon einmal kurz angetippt: Historische Romane erz\u00e4hlen fiktional eine spannende, fiktive Geschichte, die aber eingebettet ist in einen historischen Zusammenhang, der in entsprechenden Textpartien korrekt wiedergegeben wird.<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a> Letztere sind also durchaus vertrauensw\u00fcrdig. Solche Konventionen sind, das ist schon absehbar, nicht sonderlich pr\u00e4zise und genau. Und nat\u00fcrlich sind sie implizit, wirksam also, ohne expliziert oder formuliert zu werden. Die Leserinnen und Leser folgen solchen Konventionen also, ohne dass ihnen dies bewusst sein d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>Eine solche Konvention entwickelt und formuliert Klauk nun also f\u00fcr die Verwendung im Kontext der Zeugnis-Strategie, als Ersatz f\u00fcr das Akzeptanzprinzip in fiktionalen Kontexten:<\/p>\n<blockquote><p>Ist die Handlung eines fiktionalen Textes raumzeitlich in unserer Welt verortbar, dann sind allgemeine Informationen \u00fcber die Szenerie und den Hintergrund der Handlung alles in allem historisch [ich w\u00fcrde allgemeiner sagen wollen: sachlich \u2013 U.S.] akkurat. Je n\u00e4her eine Information dagegen an der konkreten Handlung des fiktionalen Textes liegt, desto freier kann mit dem historischen Setting umgegangen werden.<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Eine solche Lesekonvention d\u00fcrfte, so m\u00f6chte ich erg\u00e4nzen, besonders nahe liegen oder ausgepr\u00e4gt verfolgt werden, wenn die Leserin wei\u00df, dass die Autorin das \u201ahistorische Setting\u2018, von dem sie schreibt, gut kennt, diesbez\u00fcglich also als verl\u00e4ssliche Quelle einzusch\u00e4tzen ist.<\/p>\n<p>Probieren wir es aus: <em>Der Zimmerspringbrunnen<\/em> erz\u00e4hlt ganz zweifellos eine Geschichte, die \u201ain unserer Welt verortbar\u2018 ist. In dieser Welt fiel 1989 die Mauer, und 1990 wurde Deutschland \u201awiedervereinigt\u2018, Hinrich Lobek wurde aber im Gegensatz zu vielen anderen \u201aOst-B\u00fcrgern\u2018 nicht arbeitslos, weil er fiktiv ist.<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\">[30]<\/a> Von seinem Autor d\u00fcrfen wir zudem getrost annehmen, dass er das \u201ahistorische Setting\u2018 der unmittelbaren Nachwendejahre in Berlin (Ost) bestens kennt. Sparschuh, Jahrgang 1955, lebte bis 1990 ausschlie\u00dflich in der DDR. W\u00e4hrend und nach der Wende wohnte er in (Ost-)Berlin, und lebt bis heute in dieser Stadt.<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\">[31]<\/a><\/p>\n<p>Wie im Zusammenhang mit dem Kompositionalismus d\u00fcrfte die homo- bzw. autodiegetische Anlage des Romans \u2013 Hinrich Lobek erz\u00e4hlt seine eigene Geschichte \u2013 daf\u00fcr sorgen, dass allgemeine, nicht auf den fiktiven Lobek und seine Geschichte bezogene Informationen eher selten gegeben werden. Wo das geschieht, d\u00fcrften sie aber in der Regel verl\u00e4sslich sein im Sinne der Zeugnis-Strategie, also als Wissen \u00fcber die tats\u00e4chliche Welt, in der die DDR mit der Wende ein Ende gefunden hat: Dazu z\u00e4hlen sicherlich die schon im letzten Abschnitt angef\u00fchrten und \u00e4hnliche Passagen zur Schweigsamkeit und Einsamkeit des Arbeitslosen oder zur stetigen Erneuerung in den fr\u00fchen neunziger Jahren, die wir als m\u00f6gliche faktuale Wissensinhalte identifiziert haben. Und auch hier l\u00e4sst sich feststellen, dass Informationen, die auf die fiktive Figur und ihre Geschichte bezogen sind, eng mit unsere Welt betreffenden Sachinformationen verwoben sind: \u201eDa bemerkte ich: heimlich, \u00fcber Nacht sozusagen, waren wir aus unserer Stra\u00dfe umgezogen worden. Sie trug jetzt einen anderen Namen\u201c, stellt Hinrich Lobek fest.<a href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\">[32]<\/a> Der letzte Satz d\u00fcrfte ein gutes Beispiel sein f\u00fcr einen gleichzeitig fiktional und faktual zu verstehenden Satz im Sinne Klauks: Nat\u00fcrlich ist die Stra\u00dfe, um die es geht, die, in der Lobek wohnt, deshalb wohl eine fiktive Stra\u00dfe, deren Umbenennung sich die Leserin hier vorstellen soll. Dieselbe Leserin bekommt aber ebenso mitgeteilt, dass solche Umbenennungen damals \u00fcblich und h\u00e4ufig waren \u2013 etwa die (sp\u00e4ter im Roman explizit erw\u00e4hnte und f\u00fcr das Zimmerspringbrunnenmodell Atlantis verwendete) (R\u00fcck-)Umbenennung von \u201eKarl-Marx-Stadt\u201c in \u201eChemnitz\u201c.<a href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\">[33]<\/a><\/p>\n<p>Die Erw\u00e4hnung und Einbettung lebensweltlich realer Informationen als \u201aSzenerie\u2018 der fiktiven Geschichte im Klauk\u2019schen Sinne dient im Roman \u2013 so l\u00e4sst sich an einigen Stellen feststellen \u2013 auch der Komisierung der erw\u00e4hnten Elemente: Im Kapitel \u201e\u2013 A.I.D.A. oder im W\u00fcrgegriff des Kleinhandels \u2013\u201c<a href=\"#_ftn34\" name=\"_ftnref34\">[34]<\/a> wird von der h\u00f6chst erfolgreichen Nutzung der AIDA-Verkaufstechnik durch Lobek erz\u00e4hlt, der so sein selbst entwickeltes Zimmerspringbrunnen-Modell Atlantis an die ostalgische Kundschaft bringt. AIDA ist real, wie wir wissen,<a href=\"#_ftn35\" name=\"_ftnref35\">[35]<\/a> Lobek und Atlantis sind fiktiv. Dass ein Vertreter f\u00fcr (so etwas Nutzloses wie) Zimmerspringbrunnen nicht nur in der (komischen) Fiktion wie <em>Der Zimmerspringbrunnen<\/em> in derlei Verkaufstechniken geschult wird, ist also mehr als plausibel. Dass der Vertreter Hinrich Lobek mit der marktwirtschaftlichen Methode AIDA aber besonders schnell besonders gro\u00dfen Erfolg hat, liegt am Produkt, das er vertreibt und das in ideologischer und symbolischer Hinsicht keinen gr\u00f6\u00dferen Gegensatz zu AIDA bilden k\u00f6nnte: Atlantis ziert ja nicht nur der DDR-Fernsehturm \u2013 genauer: \u201eKugelschreiber in Form des DDR-Fernsehturms\u201c<a href=\"#_ftn36\" name=\"_ftnref36\">[36]<\/a> \u2013, sondern auch eine \u201eKupferplatte\u201c<a href=\"#_ftn37\" name=\"_ftnref37\">[37]<\/a> mit den Umrissen der DDR. Mehr (symbolische) DDR geht also nicht. Doch Atlantis erzeugt schon beim stummen Auspacken \u201eA wie attention\u201c, eine Aufmerksamkeit, die \u201ein diesem Fall fast automatisch\u201c in \u201eein spezielles Interesse (I = interest)\u201c verwandelt wird, so dass \u201ekeine drei Minuten sp\u00e4ter [&#8230;] auch Punkt D (desire = Kaufwunsch) feste Gestalt\u201c annimmt und \u201e[d]as abschlie\u00dfende A (= action)\u201c nur mehr \u201eeine Formsache\u201c ist.<a href=\"#_ftn38\" name=\"_ftnref38\">[38]<\/a><\/p>\n<p>Ganz unscheinbar, aber ebenfalls authentisch (und ein bisschen komisch) ist schlie\u00dflich eine weitere Art von Informationen, die in Sparschuhs Roman hin und wieder angef\u00fchrt wird: Hinrich Lobek hat ein Faible f\u00fcr Abk\u00fcrzungen, gerade f\u00fcr solche aus seiner fr\u00fcheren Heimat, der DDR, aus seiner \u201eKWV-Zeit\u201c.<a href=\"#_ftn39\" name=\"_ftnref39\">[39]<\/a> Als er bei seinen Verkaufsaktionen sp\u00e4ter auf \u201eWerner Janowski\u201c trifft, erinnert er sich an ihn als \u201eehemalige[n] PGH-Chef\u201c<a href=\"#_ftn40\" name=\"_ftnref40\">[40]<\/a> und vermittelt so dem Leser ein authentisches und nicht ohne Weiteres aufl\u00f6sbares DDR-Akronym \u2013 \u201ePGH\u201c steht f\u00fcr eine Produktionsgenossenschaft des Handwerks. Dass Lobek die Neigung zur Verwendung von Akronymen mit seinen Westkollegen teilt, die von den zu verkaufenden Zimmerspringbrunnen am liebsten als \u201eZSB\u201c sprechen, ist eine andere kleine deutsch-deutsche Pointe des Romans, die genau an der Verbindungsstelle zwischen realer Szenerie und fiktiver Handlung angesiedelt ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Vergegenw\u00e4rtigung von Wahrem<\/strong><\/p>\n<p>Die abschlie\u00dfend vorzustellende Theorie zur Begr\u00fcndung von gelingender Wissensvermittlung in fiktionalen Erz\u00e4hltexten geht auf die Theorie der Exemplifikation zur\u00fcck, die der Harvard-Philosoph Nelson Goodman in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt hat. In <em>Languages of Art<\/em> (1968) stellt er die Exemplifikation der Repr\u00e4sentation als kunsttypische Symbolverwendungsweise zur Seite. Beide unterscheiden sich, so Goodman, in der \u201eRichtung\u201c<a href=\"#_ftn41\" name=\"_ftnref41\">[41]<\/a> der Bezugnahme, in der Vertauschung des jeweiligen Verh\u00e4ltnisses des Besonderen zum Allgemeinen: Ein Symbol nimmt auf das Repr\u00e4sentierte Bezug: Das Wort \u201erot\u201c bezieht sich auf alles Rote. Das Exempel jedoch hat eine bestimmte Eigenschaft, die es exemplifiziert: Etwas Rotes exemplifiziert die Eigenschaft der R\u00f6te. Das Exempel ist also, so Goodman, eine Art Probe \u2013 wie das Stoffmuster eines Schneiders \u2013, die einige ihrer Eigenschaften nicht nur aufweist, sondern auch veranschaulicht.<\/p>\n<p>Diese Goodman\u2019sche Idee einer \u201eRichtungs\u00e4nderung des Bedeutens\u201c<a href=\"#_ftn42\" name=\"_ftnref42\">[42]<\/a> griff der deutsche Philosoph Gottfried Gabriel schon in seiner Konstanzer Antrittsvorlesung von 1980 auf, um das Wissensvermittlungspotential von fiktionaler Literatur zu erkl\u00e4ren. Er vertiefte, differenzierte und erweiterte diese Konzeption seither in zahlreichen Aufs\u00e4tzen und Publikationen. Von diesen m\u00f6chte ich im Folgenden vor allem \u201eFiktion, Wahrheit und Erkenntnis in der Literatur\u201c von 2014 als Textgrundlage nutzen, weil Gabriel hier in besonders gro\u00dfer \u00dcbereinstimmung mit unserem Problemzusammenhang argumentiert.<a href=\"#_ftn43\" name=\"_ftnref43\">[43]<\/a> Sein Ausgangspunkt ist hier der Satz \u201eEs gibt fiktionale Literatur, die einen relevanten Erkenntniswert besitzt.\u201c Und \u201e[s]eine Hauptthese besagt, dass dieser Erkenntniswert in einer <em>Vergegenw\u00e4rtigungsleistung<\/em> besteht.\u201c<a href=\"#_ftn44\" name=\"_ftnref44\">[44]<\/a> Diese Vergegenw\u00e4rtigungsleistung nach Gabriel ist eine besondere Art von Goodman\u2019scher Exemplifikation und folgt wiederum der \u201eRichtungs\u00e4nderung des Bedeutens\u201c.<a href=\"#_ftn45\" name=\"_ftnref45\">[45]<\/a> Das Besondere ist die Fiktionalit\u00e4t der Literatur, deren Erkenntnispotential Gabriel hier ganz in \u00dcbereinstimmung mit Aristoteles und seiner eingangs zierten Auffassung, die fiktionale Literatur sei philosophischer als die tatsachenorientierte Geschichtsschreibung, wie folgt bestimmt:<\/p>\n<blockquote><p>Was Dichtung wesentlich meint, wird nicht in ihr gesagt oder als in ihr enthalten mitgeteilt, sondern gezeigt, und zwar in der Weise, dass ein fiktional berichtetes Geschehen aufgrund seiner Fiktionalit\u00e4t den Charakter des Historisch-Einzelnen verliert und so \u2013 zu einem Besonderen geworden \u2013 eine Vergegenw\u00e4rtigungsleistung erbringt.<a href=\"#_ftn46\" name=\"_ftnref46\">[46]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Inhalte dieser fiktionale Literatur ausmachenden Vergegenw\u00e4rtigungsleistung sind allerdings nicht-propositional. Gabriel geht zwar davon aus, dass \u201e[i]n realistischen [&#8230;] und historischen Romanen [&#8230;] <em>neue<\/em> propositionale Erkenntnisse\u201c vermittelt werden k\u00f6nnen, die eigentliche \u201eErkenntnisleistung\u201c von Literatur besteht aber nicht \u201ein der abstrakten <em>Auf<\/em>stellung einer allgemeinen Proposition oder These als vielmehr in der konkreten nicht-propositionalen <em>Dar<\/em>stellung, n\u00e4mlich in der narrativen <em>Vergegenw\u00e4rtigung<\/em> von deren Inhalt.\u201c<a href=\"#_ftn47\" name=\"_ftnref47\">[47]<\/a> Diese \u201enicht-propositionale literarisch fiktionale Vergegenw\u00e4rtigung der Lebenswirklichkeit\u201c<a href=\"#_ftn48\" name=\"_ftnref48\">[48]<\/a> ist laut Gabriel durchaus als Art von Wissen zu verstehen. Es ist aber eben kein (propositionales) Wissen, dass etwas so und so ist, sondern ein \u201enicht-propositionale[s] Wissen, <em>wie<\/em> es ist, sich in der-und-der Stimmung oder Situation zu befinden\u201c.<a href=\"#_ftn49\" name=\"_ftnref49\">[49]<\/a><\/p>\n<p>Gabriels Erweiterung des Wissensbegriffs auf Nicht-Propositionales wird Skeptiker wie den eingangs angef\u00fchrten Tilmann K\u00f6ppe mit einem eher engen, auf Propositionales beschr\u00e4nkten Wissensbegriff wohl nicht \u00fcberzeugen k\u00f6nnen. Im \u00dcbrigen hat die Gabriel\u2019sche Konzeption der Vergegenw\u00e4rtigungsleistung von Literatur als Art von Wissensvermittlung aber sicherlich gegen\u00fcber den beiden anderen hier vorgestellten Ans\u00e4tzen mindestens zwei Vorteile: Sie ist mit der in der Literaturwissenschaft \u00fcblichen Praxis, literarische Texte auf ihren Sinn hin zu interpretieren, verwandt und vertr\u00e4glich. Und sie kann in Sparschuhs Roman <em>Der Zimmerspringbrunnen<\/em> nicht nur einzelne kleine Passagen als Wissensinhalte auszeichnen, sondern l\u00e4ngere Abschnitte oder sogar die Gesamtheit des Romans, allerdings mit abnehmender Konkretheit der textuellen Grundlage f\u00fcr das betreffende Wissen. So vergegenw\u00e4rtigt <em>Der Zimmerspringbrunnen <\/em>etwa \u2013 darauf hat schon Matteo Galli hingewiesen \u2013 in Hinrich Lobek sicherlich nicht nur eine typische Figur aus Wendeliteratur und Wendefilm, sondern auch einen historischen Typus der Wendejahre selbst: Er ist \u201eein Abgewickelter.\u201c<a href=\"#_ftn50\" name=\"_ftnref50\">[50]<\/a> Lobek hat mit der DDR nicht nur seine Arbeit bei der KWV verloren, sondern auch sein soziales Umfeld, sein Einkommen, sein Selbstvertrauen und seine W\u00fcrde \u2013 und er f\u00fcrchtet nun, auch seine Frau zu verlieren. Den Hund nennt er \u201eFreitag\u201c,<a href=\"#_ftn51\" name=\"_ftnref51\">[51]<\/a> das macht ihn zum Robinson und damit zu einem topischen Veranschaulichungsexempel von Einsamkeit. Wie Robinson hat er seine Heimat verloren, anders als dieser aber \u201eohne auch nur den Fu\u00df vor die T\u00fcr\u201c gesetzt zu haben.<a href=\"#_ftn52\" name=\"_ftnref52\">[52]<\/a><\/p>\n<p>\u00dcberhaupt wird der Untertitel des Romans \u201eEin Heimatroman\u201c, der in der Taschenbuchausgabe von 1997 \u00fcbrigens fehlt,<a href=\"#_ftn53\" name=\"_ftnref53\">[53]<\/a> sehr anschaulich \u00fcber die Vergegenw\u00e4rtigungsfunktion des Romans erkl\u00e4rbar: Lobek f\u00e4hrt f\u00fcr das Vorstellungsgespr\u00e4ch bei der Zimmerspringbrunnenfirma Panta Rhein ja maximal weit in den Westen, in die alte BRD, eine abgelegene Kleinstadt im Schwarzwald. Und hier erlebt er einen bisher noch unbekannten Aspekt des \u201aWestens\u2018, die Tristesse einer sch\u00e4bigen Kleinstadt-Pension und eines Fernsehprogramms mit Softsex-Filmen \u201eaus den siebziger Jahren [&#8230;] in bayrischer Sprache\u201c.<a href=\"#_ftn54\" name=\"_ftnref54\">[54]<\/a> In Verbindung mit der ohnehin schon deprimierenden Einsamkeit kulminiert diese Szene in Lobeks Sto\u00dfseufzer, \u201e\u201aIch liebe meine Heimat, die Deutsche Demokratische Republik.\u2018\u201c Der Satz, so oder so \u00e4hnlich sicherlich oft geh\u00f6rt in der Schule oder der FDJ, ist Lobek \u201ebisher noch nie in meinem Leben \u00fcber die Lippen gekommen\u201c.<a href=\"#_ftn55\" name=\"_ftnref55\">[55]<\/a> Die Szene veranschaulicht also nicht nur, dass Heimat etwas ist, das man erst dann sch\u00e4tzt und liebt, wenn es verloren ist, sondern auch, dass auch die untergegangene DDR eine solche verlorene, nun geliebte oder nostalgisch-verkl\u00e4rte Heimat sein kann. Der Ausdruck \u201eOstalgie\u201c taucht im Roman zwar nicht auf. Das Ph\u00e4nomen Ostalgie aber bestimmt den zweiten Teil der fiktiven Romangeschichte ebenso wie die historischen Nachwendejahre.<a href=\"#_ftn56\" name=\"_ftnref56\">[56]<\/a> Ostalgie wird im Roman nat\u00fcrlich \u00fcber das von Lobek in einer f\u00fcr eine DDR-Sozialisation exemplarischen (?) Mischung aus mangelbedingter Improvisation und Pragmatismus entwickelte Zimmerspringbrunnenmodell Atlantis veranschaulicht, das im letzten Abschnitt schon als Symbol der DDR eingef\u00fchrt worden ist. Atlantis steht mit seinen Konturen (DDR), seinen Elementen (Fernsehturm) und seinem Namen (Utopie, untergegangen) wie nichts anderes f\u00fcr die DDR, wird aber trotz der offenkundigen Nutzlosigkeit als Zimmerspringbrunnen von Lobeks Kunden in Massen gekauft, ja verehrt: \u201eEs waren regelrechte Altarecken, wo er [der \u201eZSB\u201c, U.S.] landete\u201c.<a href=\"#_ftn57\" name=\"_ftnref57\">[57]<\/a><\/p>\n<p>Ich gehe davon aus, dass die Reihe dessen, was der Roman vergegenw\u00e4rtigt, zeigt und veranschaulicht, mit diesen drei kleinen Einblicken nicht abgeschlossen ist. Und ich gehe auch davon aus, dass Vergegenw\u00e4rtigung im Roman nicht die einzige Art der Bezugnahme auf das Gezeigte ist, sondern mindestens eine gewisse Distanzierung oder Komisierung hinzu kommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Schluss<\/strong><\/p>\n<p>Das wesentliche Ziel meines Beitrags war es aber ja, theoretisch begr\u00fcndete Erkl\u00e4rungen f\u00fcr das angenommene wissensvermittelnde Potential fiktionaler Erz\u00e4hltexte vorzustellen und diese am Beispiel von Sparschuhs <em>Zimmerspringbrunnen<\/em> zu veranschaulichen. Alle drei ausgew\u00e4hlten Positionen \u2013 Kompositionalismus, Zeugnis-Strategie und Vergegenw\u00e4rtigung \u2013 haben Anteile und Aspekte des Romans identifizierbar gemacht, die nicht fiktional sind, wahrheitsf\u00e4hig oder anderweitig als Wissensinhalte angesehen werden k\u00f6nnen. Das jeweilige Wissen bzw. die zugrunde liegende Textbasis wiesen dabei auch \u00dcberscheidungen auf. Die drei Ans\u00e4tze konkurrieren theoretisch miteinander, schlie\u00dfen sich aber im Ergebnis keineswegs aus, im Gegenteil. Vieles deutet darauf hin, dass sie sich praktisch durchaus gegenseitig erg\u00e4nzen k\u00f6nnen. Hinsichtlich Sparschuhs Roman hat sich die Vergegenw\u00e4rtigung als der Ansatz erwiesen, der die gr\u00f6\u00dfte Menge an Wissensinhalten hervorgebracht hat, w\u00e4hrend die beiden anderen Ans\u00e4tze und insbesondere der Kompositionalismus eine eher geringe Menge an als Wissen vermittelte Textstellen ergeben haben. Die Probe kann aber \u2013 so meine Vermutung, die nat\u00fcrlich zu pr\u00fcfen w\u00e4re \u2013 bei anderen fiktionalen Erz\u00e4hltexten und vielleicht auch bei anderer Wendeliteratur durchaus andere Ergebnisse zeitigen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Twark, Jill. \u201eSelling <em>Ostalgie<\/em>: <em>Der Zimmerspringbrunnen<\/em> as a Tragicomic Salesman\u2019s Tale of German Unification\u201c. In: <em>Glossen. German Literature and Culture after 1945<\/em>. Nr. 50 (2024), <a href=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/twark-selling-ostalgie\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/twark-selling-ostalgie\/<\/a>, hier: <a href=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/twark-selling-ostalgie\/#Spoerl_1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/twark-selling-ostalgie\/#Spoerl_1<\/a>: \u201eThe novel and film version of <em>Der Zimmerspringsbrunnen<\/em> remain insightful, painfully funny texts that teach us about life as an Eastern German before and after German unification.\u201c Auch die in dieser Einleitung meines Beitrags beispielhaft angef\u00fchrten Wissensinhalte aus <em>Der Zimmerspringbrunnen<\/em> finden sich in Jill Twarks Beitrag: Nachwende-Arbeitslosigkeit, -Heimatverlust und -Isolation.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Sparschuh, Jens. <em>Der Zimmerspringbrunnen. Ein Heimatroman<\/em>. K\u00f6ln: Kiepenheuer &amp; Witsch, 1995.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Die philosophische Besch\u00e4ftigung mit dem menschlichen Wissen, seinen M\u00f6glichkeiten und Grenzen ist beinahe so alt wie die Philosophie selbst, entsprechend vielgestaltig. Einen sehr guten Einblick in die Wissens- und Erkenntnistheorie gibt etwa Moser, Paul K. (Ed.). <em>The Oxford Handbook of Epistemology<\/em>. Oxford: Oxford UP, 2002.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Das Feld der literaturwissenschaftlichen und philosophischen Fiktionstheorien ist bei weitem zu breit und zu vielf\u00e4ltig, um hier einzelne Titel oder Positionen zu dokumentieren oder hervorzuheben: Einen sehr guten, aber nach gut 20 Jahren nicht mehr ganz aktuellen \u00dcberblick gibt Zipfel, Frank. <em>Fiktion, Fiktivit\u00e4t, Fiktionalit\u00e4t. Analysen zur Fiktion in der Literatur und zum Fiktionsbegriff in der Literaturwissenschaft<\/em>. Berlin: Erich Schmidt, 2001. Einen umfassenden Einblick in das Feld bietet Klauk, Tobias \/ K\u00f6ppe, Tilmann (Hg.). <em>Fiktionalit\u00e4t. Ein interdisziplin\u00e4res Handbuch<\/em>. Berlin: de Gruyter, 2014.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Platon spricht in seinen uns heute bekannten Texten selten in eigener Sache. Man kann also durchaus sagen, seine philosophischen Schriften in Dialogform seien selbst fiktional. Im Dialog <em>Politeia<\/em> (dt. <em>Der Staat<\/em>) argumentiert die historisch-fiktive Figur Sokrates jedenfalls so wie hier skizziert, vgl. Platon. <em>Der Staat \/ Politeia<\/em>. \u00dcbers. von R\u00fcdiger Rufener. Hg. von Thomas A. Szlez\u00e1k. D\u00fcsseldorf, Z\u00fcrich: Artemis &amp; Winkler, 2000, (Buch X, \u00a7\u00a7 595-608) S. 804-847.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Aristoteles. <em>Poetik<\/em>. Griechisch \/ Deutsch. \u00dcbers. und hg. von Manfred Fuhrmann. Stuttgart: Reclam, (\u00a7\u00a01451a\/b) S. 29.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Borgards, Roland. \u201eWissen <em>und<\/em> Literatur. Eine Replik auf Tilmann K\u00f6ppe\u201c. In: <em>Zeitschrift f\u00fcr Germanistik<\/em>. N.\u00a0F. 17 (2007), S. 425-428, hier: S. 425.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> K\u00f6ppe, Tilmann. \u201eVom Wissen <em>in<\/em> Literatur\u201c. In: <em>Zeitschrift f\u00fcr Germanistik<\/em>. N.\u00a0F. 17 (2007), S. 398-410. Dieser Aufsatz ist der Beginn einer Diskussion, die in Nr. 17 der <em>Zeitschrift f\u00fcr Germanistik<\/em> dokumentiert ist \u2013 eine der Repliken ist der eben zitierte Beitrag von Borgards \u2013, die mit diesem Zeitschriftenband aber nicht abgeschlossen war. K\u00f6ppes Dissertationsschrift etwa \u2013 K., T. <em>Literatur und Erkenntnis. Studien zur kognitiven Signifikanz fiktionaler literarischer Werke<\/em>. Paderborn: mentis, 2008 \u2013 wurde ebenfalls intensiv diskutiert.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Auch zum weiten Feld des Verh\u00e4ltnisses und Zusammenhangs von Literatur und Wissen m\u00f6chte ich auf eine Monographie hinweisen, die einen guten Ein- und \u00dcberblick gew\u00e4hrt: Klausnitzer, Ralf. <em>Literatur und Wissen. Zug\u00e4nge \u2013 Modelle \u2013 Analysen<\/em>. Berlin, New York: de Gruyter, 2008.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Reicher, Maria E. \u201eK\u00f6nnen wir aus Fiktionen lernen?\u201c In: Demmerling, Christoph \/ Vendrell Ferran, \u00cdngrid (Hg.). <em>Wahrheit, Wissen und Erkenntnis in der Literatur. Philosophische Beitr\u00e4ge<\/em>. Berlin: de Gruyter, 2014, S.\u00a073-95, hier: S. 73.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Ebd., S. 74.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Vgl. Blume, Peter. <em>Fiktion und Weltwissen. Der Beitrag nichtfiktionaler Konzepte zur Sinnkonstitution fiktionaler Erz\u00e4hlliteratur<\/em>. Berlin: Erich Schmidt, 2004.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Konrad, Eva-Maria. <em>Dimensionen der Fiktionalit\u00e4t. Analyse eines Grundbegriffs der Literaturwissenschaft<\/em>. M\u00fcnster: mentis, 2014. Konrad unterscheidet hier \u201ePanfiktionalismus\u201c \u2013 alles ist fiktional, Nicht-Fiktionales gibt es nicht und damit auch keinen Gegensatz zwischen Fiktion und Wahrheit \u2013, \u201eAutonomismus\u201c \u2013 Fiktionen enthalten nur Fiktionales \u2013 und eben den hier vorzustellenden \u201eKompositionalismus\u201c (Kap. 4, S. 265-474).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Ebd., S. 370. \u2013 Auf der Folgeseite 371 findet sich die komplette kompositionalistische Variante der Definition von Fiktionalit\u00e4t, die Konrad hier entwickelt.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Dies entspricht der Auffassung von Fiktionalit\u00e4t als einer pragmatisch konventionalisierten Institution, die aktuell die Forschung dominiert, auch wenn sie vielleicht noch kein allgemeiner Konsens ist.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> \u201eFaktual\u201c meint im fiktionstheoretischen Diskurs \u201enicht fiktional\u201c. \u2013 Konrad sieht \u00fcbrigens tats\u00e4chlich beide (hier mit den Einklammerungen angedeuteten) F\u00e4lle vor: zum einen Textpassagen, die eben nicht fiktional, sondern faktual (zu lesen) sind, zum anderen Textpassagen, die sowohl fiktional zu lesen sind als auch als faktual: \u201eDer Autor intendiert hier sowohl, den Leser zu einer Imagination aufzufordern, als auch, ihn von etwas zu \u00fcberzeugen oder ihn \u00fcber etwas zu informieren\u201c (ebd., S. 442).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Ebd., S. 405.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Vgl. ebd., S. 430-474.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Vgl. ebd., S. 461.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Galli, Matteo. \u201eSparschuh, Jens: Der Zimmerspringbrunnen. Ein Heimatroman\u201c. In: Tommek, Heribert \/ Galli, Matteo \/ Geisenhansl\u00fcke, Achim (Hg.). <em>Wendejahr 1995. Transformationen der deutschen Literatur<\/em>. Berlin, Boston: de Gruyter, 2015, S. 497-501, hier: S. 498.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Sparschuh. <em>Zimmersprungbrunnen<\/em>, S. 38.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> Ebd., S. 16.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> Klauk, Tobias. \u201eFiktion, Behauptung, Zeugnis\u201c. In: Demmerling, Christoph \/ Vendrell Ferran, \u00cdngrid (Hg.). <em>Wahrheit, Wissen und Erkenntnis in der Literatur. Philosophische Beitr\u00e4ge<\/em>. Berlin: de Gruyter, 2014, S.\u00a0197-217, hier: S. 197.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> Ebd., S. 207.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> Ebd., S. 208 f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> Ebd., S. 209. \u2013 Klauk folgt hier im \u00dcbrigen dem Philosophen Tyler Burge: B., T. \u201eContent Preservation\u201c. In: <em>The Philosophical Review<\/em> 102.4 (1993), S. 457-488.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> Auch Klauk f\u00fchrt den historischen Roman als verwandt an (vgl. S. 213) und verweist auf entsprechende \u00dcberlegungen Umberto Ecos, vgl. E., U. <em>Im Wald der Fiktionen<\/em>. <em>Sechs Streifz\u00fcge durch die Literatur.<\/em> Aus dem Ital. von Burkhart Kroeber. M\u00fcnchen: Hanser, 1994, S. 141.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a> Klauk. \u201eFiktion, Behauptung, Zeugnis\u201c, S. 213.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a> Jill Twark verweist in ihrem eingangs angef\u00fchrten Beitrag ganz im Sinne meiner Ausf\u00fchrungen hier auf die Arbeitslosenzahlen in den neuen Bundesl\u00e4ndern in den 90er Jahren als \u201esome background infornation on the history of East Germany\u201c \u2013 Twark. \u201eSelling <em>Ostalgie<\/em>\u201c, <a href=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/twark-selling-ostalgie\/#Spoerl_2\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/twark-selling-ostalgie\/#Spoerl_2<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a> Wenn man derlei nicht ohnehin schon wei\u00df, weil man den Autor, die Autorin kennt, helfen der Leserschaft hier auch gerne die Klappentexte der B\u00fccher aus. Bei Jens Sparschuh kann man aber auch die heutzutage meistgenutzte Quelle f\u00fcr verl\u00e4ssliche Informationen (im Sinne der Zeugnis-Strategie) nutzen: <em>Wikipedia<\/em>, vgl. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jens_Sparschuh\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jens_Sparschuh<\/a> (eingesehen am 25. August 2023).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref32\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a> Sparschuh. <em>Zimmersprungbrunnen<\/em>, S. 38.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref33\" name=\"_ftn33\">[33]<\/a> Ebd., S. 105.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref34\" name=\"_ftn34\">[34]<\/a> Ebd., S. 97.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref35\" name=\"_ftn35\">[35]<\/a> Wenn wir nicht sicher bin, sehen wir wieder bei <em>Wikipedia<\/em> nach: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/AIDA-Modell\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/AIDA-Modell<\/a> (eingesehen am 25. August 2023).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref36\" name=\"_ftn36\">[36]<\/a> Sparschuh. <em>Zimmersprungbrunnen<\/em>, S. 95.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref37\" name=\"_ftn37\">[37]<\/a> Ebd., S. 104.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref38\" name=\"_ftn38\">[38]<\/a> Ebd., S. 103 f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref39\" name=\"_ftn39\">[39]<\/a> Ebd., S. 13. \u2013 Lobek arbeitete also in einer der vielen Kommunalen Wohnungsverwaltungen der DDR.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref40\" name=\"_ftn40\">[40]<\/a> Ebd., S. 92.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref41\" name=\"_ftn41\">[41]<\/a> Goodman, Nelson. <em>Sprachen der Kunst. Entwurf einer Symboltheorie<\/em>. \u00dcbers. von Bernd Philippi. Frankfurt am Main: suhrkamp taschenbuch wissenschaft, 1997, S. 59. \u2013 Neben die Repr\u00e4sentation und Exemplifikation tritt bei Goodman dann noch der Ausdruck, den der Philosoph als metaphorischen Exemplifikation bestimmt (vgl. S. 88).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref42\" name=\"_ftn42\">[42]<\/a> Gabriel, Gottfried. \u201e\u00dcber Bedeutung in der Literatur. Zur M\u00f6glichkeit \u00e4sthetischer Erkenntnis\u201c. In: <em>Allgemeine Zeitschrift f\u00fcr Philosophie<\/em> 8 (1983), S. 7-21, hier: S. 14.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref43\" name=\"_ftn43\">[43]<\/a> Gabriel, Gottfried. \u201eFiktion, Wahrheit und Erkenntnis in der Literatur\u201c. In: Demmerling, Christoph \/ Vendrell Ferran, \u00cdngrid (Hg.). <em>Wahrheit, Wissen und Erkenntnis in der Literatur. Philosophische Beitr\u00e4ge<\/em>. Berlin: de Gruyter, 2014, S. 163-180.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref44\" name=\"_ftn44\">[44]<\/a> Ebd., S. 163.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref45\" name=\"_ftn45\">[45]<\/a> Ebd., S. 168.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref46\" name=\"_ftn46\">[46]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref47\" name=\"_ftn47\">[47]<\/a> Ebd., S. 172.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref48\" name=\"_ftn48\">[48]<\/a> Ebd., S. 175.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref49\" name=\"_ftn49\">[49]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref50\" name=\"_ftn50\">[50]<\/a> Galli. \u201eDer Zimmerspringbrunnen\u201c, S. 497.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref51\" name=\"_ftn51\">[51]<\/a> Sparschuh. <em>Zimmerspringbrunnen<\/em>, S. 17.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref52\" name=\"_ftn52\">[52]<\/a> Ebd., S. 38.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref53\" name=\"_ftn53\">[53]<\/a> Sparschuh, Jens. <em>Der Zimmerspringbrunnen<\/em>. Berlin: btb 1997.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref54\" name=\"_ftn54\">[54]<\/a> Sparschuh. <em>Zimmerspringbrunnen <\/em>(1995), S. 54.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref55\" name=\"_ftn55\">[55]<\/a> Ebd., S. 55.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref56\" name=\"_ftn56\">[56]<\/a> Vgl. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ostalgie\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ostalgie<\/a> (eingesehen am 28. August 2023) und Twark. \u201eSelling <em>Ostalgie<\/em>\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref57\" name=\"_ftn57\">[57]<\/a> Sparschuh. <em>Zimmerspringbrunnen<\/em>, S. 105.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Drei Gr\u00fcnde, die Frage mit Ja zu beantworten, diskutiert am Beispiel von Jens Sparschuhs Roman Der Zimmerspringbrunnen von Uwe Sp\u00f6rl Jens Sparschuhs Roman Der Zimmerspringbrunnen ist ein erhellender, schmerzhaft komischer Text, der uns, seine Leserinnen und Leser, \u00fcber das Leben als Ostdeutscher vor und nach der deutschen Wiedervereinigung unterrichtet \u2013 so die zweifellos richtige und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":282,"featured_media":0,"parent":8218,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-8286","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/8286","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/282"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8286"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/8286\/revisions"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/8218"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8286"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}