{"id":8406,"date":"2024-10-14T06:18:58","date_gmt":"2024-10-14T10:18:58","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/?page_id=8406"},"modified":"2024-11-08T03:40:25","modified_gmt":"2024-11-08T08:40:25","slug":"tanz-am-kanal-allgemeines","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/glossen-51-current-issue\/tanz-am-kanal-allgemeines\/","title":{"rendered":"Tanz am Kanal | Allgemeines"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"#Inhalt\">Inhalt und Struktur von Kerstin Hensels <em>Tanz am Kanal<\/em><\/a><br \/>\n<a href=\"#Figuren\">Figurenkonstellation<\/a><br \/>\n<a href=\"#Einordnung\">Zeitliche Einordnung<\/a><\/p>\n<h3><strong><a id=\"Inhalt\"><\/a>Inhalt und Struktur<\/strong><\/h3>\n<p>Die Erz\u00e4hlung verkn\u00fcpft zwei Ebenen und bettet die eine in die andere ein, weshalb von einer \u201eRahmen-\u201c und einer \u201eBinnenhandlung\u201c gesprochen werden kann: Gabriela von Ha\u00dflau, die Ich-Erz\u00e4hlerin erinnert sich nach der Wende an ihr Leben in der DDR und schreibt diese Erinnerungen auf. Beide Ebenen sind gleicherma\u00dfen pr\u00e4sent. Die Binnenhandlung erkl\u00e4rt zudem die Rahmenhandlung.<\/p>\n<p><strong>Rahmenhandlung<\/strong><\/p>\n<p>Juli 1994, es ist ein Jahrhundertsommer. Die Protagonistin Gabriela von Ha\u00dflau lebt unter der Kanalbr\u00fccke in der fiktiven Stadt Leibnitz (Kofferwort aus \u201eLeipzig\u201c und \u201eChemnitz\u201c), ein Ort, den sie selbst \u201eerobert\u201c hat. Sie findet einen blauen Bogen Packpapier und beschlie\u00dft, ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben. Gabriela versucht sich bewusst von den anderen Obdachlosen abzugrenzen: Sie achtet auf K\u00f6rperhygiene, gibt sich weder dem Alkohol noch anderen Suchtmitteln hin. Sie sucht sich immer neue Materialien, auf denen sie weiterschreiben kann: Plakate, Servietten und \u00c4hnliches mehr. Es wird Winter. Sie sucht Zuflucht im Lokal \u201eDie Drei Rosen.\u201c Eines Tages wird sie von zwei Journalistinnen angesprochen, die f\u00fcr die westdeutsche Frauenzeitschrift MAMMILIA arbeiten. Sie wollen eine Reportage \u00fcber Frauen in Not schreiben und bitten Gabriela um ein Interview. Als sie sich mit den beiden Journalistinnen in einem Hotel trifft, er\u00f6ffnet ihnen Gabriela, dass sie dabei ist ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben. Die beiden wittern eine Sensation und versprechen, ihre Geschichte zu ver\u00f6ffentlichen: \u201eMAMMILIA holt Sie aus dem Dreck!\u201c (S.\u00a080). Bei Gabriela kommt Hoffnung auf. Denn auch \u201eSemmelweis-M\u00e4rrie\u201c stellt sie im \u201eDrei Rosen\u201c zum Tellerwaschen an, sie hat jetzt also einen Job. Au\u00dferdem darf sie dort in der Seifenkammer schlafen. Polizeihauptkommissar Paffrath erscheint in der Kneipe und erkundigt sich aufgrund des Artikels in der MAMMILIA nach Gabriela. Die beiden kommen ins Gespr\u00e4ch. Paffrath wird regelm\u00e4\u00dfiger Besucher im Lokal. Eines Tages brechen die anderen Obdachlosen in der Kneipe ein, und Gabriela ist vor Ort. Als die Polizei kommt, hat auch Paffrath Dienst. Er nimmt sie anschlie\u00dfend mit in seine Wohnung. Dort kann Gabriela duschen und in einem richtigen Bett schlafen. Paffrath macht sich auf den Weg, um f\u00fcr sie neue Kleidung zu kaufen. Als er zur\u00fcckkehrt, empf\u00e4ngt Gabriela ihn nackt. Es kommt zum Sex zwischen den beiden. Allerdings bleibt unklar, ob dieser \u00fcbergriffig oder einvernehmlich geschieht.<\/p>\n<p><strong>Binnenhandlung<\/strong><\/p>\n<p>Gabriela bekommt im Alter von vier Jahren eine Geige geschenkt. Ihrem Vater, dem Obermedizinalrat Ernst von Ha\u00dflau muss sie st\u00e4ndig nachsprechen. In ihrer Vorstellung \u201egeh\u00f6ren\u201c gewisse Worte den Personen, die sie sagen:\u00a0 Ihrer Mutter geh\u00f6rt \u201eEhlchen\u201c, denn so nennt sie Gabriela. Ihrem Vater zum Beispiel geh\u00f6rt das Wort \u201eVarizen\u201c. Gabriela bekommt Geigenunterricht bei Frau Popiol, diese zeigt ihr gegen\u00fcber besondere, aber \u00fcbergriffige Zuneigung, k\u00fcsst sie sogar. Als Gabriela in die Schule kommt, wird sie von ihren Klassenkameraden wegen ihres Namens verspottet. Sie lernt Katka Lorenz kennen, die das Gegenteil von Gabriela repr\u00e4sentiert. Sie stammt aus einfachsten Verh\u00e4ltnissen. Gabrielas Eltern verbieten ihr deshalb den Umgang mit Katka. Die Eltern feiern regelm\u00e4\u00dfig Partys f\u00fcr ihr \u201ePrestiesch\u201c (S. 40). Auf einer der Partys lernt Gabrielas Mutter den K\u00fcnstler Samuel kennen und beginnt mit ihm ein Verh\u00e4ltnis. Schlie\u00dflich f\u00fchrt dies zur Trennung der Eltern, doch Gabriela bleibt bei ihrem Vater, der aber den Kummer in Alkohol zu ertrinken versucht. Gabriela ist keine wirklich gute Sch\u00fclerin. Zudem ist sie kein Mitglied der FDJ und darf nicht an eine erweiterte Oberschule oder gar studieren. In der achten Klasse wird Gabriela auf dem n\u00e4chtlichen Heimweg Opfer einer Vergewaltigung. Die Vergewaltiger ritzen ihr ein Kreuz in den Arm. Die Polizei schenkt ihrer Aussage jedoch keinen Glauben und wirft ihr Selbstverst\u00fcmmelung vor. Da Katka auf eine andere Schule wechselt, verlieren sich die beiden Freundinnen aus den Augen. Auch die wirtschaftliche Situation der Familie verschlechtert sich und Gabriela und ihr Vater ziehen in eine Zweizimmerwohnung. Ihren Schulabschluss nach der zehnten Klasse erreicht sie nur knapp mit der Note 4. Gabrielas Vater flieht in den Westen. Als Gabriela eine Lehre zur Zerspanungsfacharbeiterin beginnt, bricht sie diese schnell ab und versucht ebenfalls zu fliehen, allerdings nicht in den Westen. Auf der Flucht wird sie von Manfred und Queck, zwei Stasimitarbeitern, aufgegriffen. Von nun an soll Gabriela Hausaufs\u00e4tze f\u00fcr sie schreiben, ihnen also aus der Kunstszene der Stadt berichten. Dazu schicken Manfred und Queck Gabriela zu einer Veranstaltung in der Kabinettm\u00fchle. Dort trifft sie Frau Popiol, Samuel und auch Katka wieder. Katka und sie feiern gemeinsam und am n\u00e4chsten Morgen erwacht Gabriela in Katkas Wohnung, nackt und \u00fcbers\u00e4t mit blauen Flecken. Queck und Manfred sammeln sie ein und fahren mit ihr auf einen See. Pl\u00f6tzlich kann sie sich erinnern: In der Nacht zuvor hatten Queck und Manfred sie vergewaltigt. Jetzt vermutet sie, dass sie sie umbringen wollen. Aus Notwehr t\u00f6tet sie die beiden und flieht nach Mecklenburg, wo sie auf Bauernh\u00f6fen arbeitet. Als sie von der Wende erf\u00e4hrt, kehrt sie nach Leibnitz zur\u00fcck, um Frau Popiol, Katka oder Samuel zu suchen. Da sie oder die Menschen, von denen sie spricht, keiner kennt, wird sie mehrfach mit Verdacht auf Schizophrenie in die Psychiatrie eingewiesen, doch wieder entlassen. So wird erkennbar, dass Gabriela keinen Fu\u00df mehr fassen konnte und so in die Obdachlosigkeit der Rahmenhandlung geraten ist.<\/p>\n<h3><strong><a id=\"Figuren\"><\/a>Figurenkonstellation\u00a0 (<a href=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2024\/10\/Hensel-Figurenkonstellation.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">PDF<\/a>)<a href=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2024\/10\/Figurenkonstellation-Bild-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-8470 size-full\" src=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2024\/10\/Figurenkonstellation-Bild-scaled-e1727787054165.jpg\" alt=\"Visual of Network of charcters in Tanz am Kanal\" width=\"1979\" height=\"2060\" srcset=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2024\/10\/Figurenkonstellation-Bild-scaled-e1727787054165.jpg 1979w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2024\/10\/Figurenkonstellation-Bild-scaled-e1727787054165-288x300.jpg 288w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2024\/10\/Figurenkonstellation-Bild-scaled-e1727787054165-984x1024.jpg 984w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2024\/10\/Figurenkonstellation-Bild-scaled-e1727787054165-768x799.jpg 768w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2024\/10\/Figurenkonstellation-Bild-scaled-e1727787054165-1476x1536.jpg 1476w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2024\/10\/Figurenkonstellation-Bild-scaled-e1727787054165-1967x2048.jpg 1967w\" sizes=\"auto, (max-width: 1979px) 100vw, 1979px\" \/><\/a><\/strong><strong><a id=\"Einordnung\"><\/a>Zeitliche Einordnung (<a href=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2024\/10\/Hensel-Zeitliche-Einordnung.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">PDF<\/a>)<\/strong><\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2024\/10\/Zeitliche-Einordnung-Bild-e1727787266438.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-8469 size-full\" src=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2024\/10\/Zeitliche-Einordnung-Bild-e1727787325892.jpg\" alt=\"Timeline of Events in Tanz am Kanal\" width=\"1651\" height=\"2042\" srcset=\"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2024\/10\/Zeitliche-Einordnung-Bild-e1727787325892.jpg 1651w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2024\/10\/Zeitliche-Einordnung-Bild-e1727787325892-243x300.jpg 243w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2024\/10\/Zeitliche-Einordnung-Bild-e1727787325892-828x1024.jpg 828w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2024\/10\/Zeitliche-Einordnung-Bild-e1727787325892-768x950.jpg 768w, https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/files\/2024\/10\/Zeitliche-Einordnung-Bild-e1727787325892-1242x1536.jpg 1242w\" sizes=\"auto, (max-width: 1651px) 100vw, 1651px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Inhalt und Struktur von Kerstin Hensels Tanz am Kanal Figurenkonstellation Zeitliche Einordnung Inhalt und Struktur Die Erz\u00e4hlung verkn\u00fcpft zwei Ebenen und bettet die eine in die andere ein, weshalb von einer \u201eRahmen-\u201c und einer \u201eBinnenhandlung\u201c gesprochen werden kann: Gabriela von Ha\u00dflau, die Ich-Erz\u00e4hlerin erinnert sich nach der Wende an ihr Leben in der DDR und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":282,"featured_media":0,"parent":8403,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-8406","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/8406","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/282"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8406"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/8406\/revisions"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/8403"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8406"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}