{"id":915,"date":"2011-01-11T08:00:35","date_gmt":"2011-01-11T12:00:35","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/"},"modified":"2011-01-15T17:51:33","modified_gmt":"2011-01-15T21:51:33","slug":"christine-cosentino","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.dickinson.edu\/glossen\/archive\/christine-cosentino\/","title":{"rendered":"Christine Cosentino"},"content":{"rendered":"<p><strong>Einige Gedanken zu Christa Wolfs <em>Stadt der Engel  oder The Overcoat of  Dr. Freud <\/em> und Kathrin Schmidts <em>Du stirbst nicht<\/em>: Selbstfindungsanalysen im Gewand der fiktiven Autobiographie<\/strong><\/p>\n<p>Zwei von \u00f6stlichen Autoren geschriebene Werke machten in den letzten Jahren auf sich aufmerksam. Im Jahre 2009 ver\u00f6ffentlichte Kathrin Schmidt ihren mit dem Buchpreis ausgezeichneten Band <em>Du stirbst nicht. Roman<\/em> [1], den man mit gutem Gewissen als fiktive Autobiographie bezeichnen kann. Ein Jahr sp\u00e4ter erschien Christa Wolfs \u201cRoman\u201d  <em>Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud<\/em> [2] auf dem B\u00fcchermarkt, der  \u2013- wie auch immer erz\u00e4hltechnisch unkonturiert  &#8212;  ebenfalls in diese Kategorie hineinspielt. Ein Vergleich dieser beiden Werke ist nicht uninteressant. In Schmidts Buch ist die DDR nur ein kleiner Teil des Erfahrungsbereichs der 1958 geborenen Autorin; bei Wolf (Jahrgang 1927) dagegen wird der untergegangene Staat &#8212; der komplexen politischen Weltanschauung der Autorin entsprechend  &#8212;  das emotionale Zentrum des Geschehens. Vorrangiger Anla\u00df f\u00fcr das Entstehen von <em>Stadt der Engel<\/em> ist die Auseinandersetzung der Autorin mit ihrer Stasi-Akte; in Schmidts<em> Du stirbst nicht<\/em> wiederum l\u00f6st ein sehr pers\u00f6nliches Erlebnis, das Erleiden eines Hirnschlags der Autorin\/Protagonistin im Jahre 2002 eine existentielle Krise aus, die von Sprach- und Erinnerungsverlust gekennzeichnet war.<\/p>\n<p>Beide Werke umkreisen die Problematik einer prek\u00e4r gewordenen Identit\u00e4t und k\u00f6nnen als Krisenb\u00fccher, B\u00fccher der Suche, Selbstfindung oder Neudefinierung, kurz, B\u00fccher \u00fcber das \u00dcberleben bezeichnet werden. In diesen Selbstbefragungen oder Selbstanalysen geht es um emotionale Ersch\u00fctterungen und den Wunsch, Vergessenes oder Verdr\u00e4ngtes wieder zu beleben und neuzubewerten. Sicherlich handelt es sich hier, das mu\u00df gesagt werden, um oberfl\u00e4chliche \u00c4hnlichkeiten. Angesichts der ausgepr\u00e4gt starken autobiographischen Komponenten in diesen beiden Erinnerungsb\u00fcchern ist es jedoch die romaneske Erz\u00e4hltechnik, die ins Auge sticht und den Leser zu einem Formvergleich anregt, ja, im Falle Christa Wolfs nolens volens auch zum Hinterfragen des Ausgesagten provoziert. Schreibt Schmidt einen klinisch n\u00fcchternen Bericht \u00fcber das \u00dcberleben, so gestaltet sich bei Wolf der Erz\u00e4hlstrom selbst als Thema, \u201cweil wir anders, ohne die wohlt\u00e4tige Gabe des Erz\u00e4hlens, nicht \u00fcberlebt h\u00e4tten und nicht \u00fcberleben k\u00f6nnten.\u201d(13) Kathrin Schmidt stellt das Ringen mit der Krankheit dar und wie sich die Protagonistin im Heilungsproze\u00df menschlich wandelt;  Christa Wolf wiederum versucht, eine Neudefinierung der Ich-Sprecherin durch den Erz\u00e4hlakt zu gestalten. Es ist das Bekenntnis einer Schriftstellerin &#8212; so ein Kritker &#8212;  \u201cdie sich vor allem verwandelt durch das Erz\u00e4hlen selbst, das Erz\u00e4hlen von einer ganzen Epoche.\u201d [3]\n<p>Von September 1992 bis Mai 1993 hielt sich Christa Wolf als Stipendiatin mit einem Forschungsprojekt \u00fcber eine Emigrantin an der Getty-Stiftung in Los Angeles auf. Dieser Aufenthalt garantierte zumindest eine r\u00e4umliche Distanz zu Literaturstreit und zu der Zeit der Einsichtnahme in ihre umfangreiche Opferakte, ebenfalls, \u00fcberraschend, in eine schlanke, wenn auch letztlich unerhebliche T\u00e4terakte, die Entsetzen in ihr ausl\u00f6ste, denn sie konnte sich an Kollaboration mit der Stasi nicht erinnern. Wolf studierte die Akten, bevor sie in die USA abreiste. Die deutsche \u00d6ffentlichkeit erfuhr w\u00e4hrend ihres Aufenthaltes in Los Angeles von der T\u00e4terakte. Aus Tageb\u00fcchern, Notizen und Erinnerungen rekonstruiert  Wolf dann in einer Zeitspanne von nahezu zwanzig Jahren, also ungef\u00e4hr von 1992\/93-2009, diese f\u00fcr sie schmerzhafte Phase, die im Zeichen von Schuld, Scham und Verzweiflung stand. Die Autorin, deren ganzes literarisches Lebenswerk um das Thema von Ged\u00e4chtnispr\u00fcfungen kreiste, mu\u00dfte sich fragen: \u201cKann man das vergessen? Da\u00df sie mir einen Decknamen gegeben haben? Da\u00df ich einen Bericht geschrieben habe.\u201d(205) Ihr US-Aufenthalt gibt Gelegenheit zur Selbsterforschung und f\u00fchrt &#8212; so darf der Leser annehmen &#8212; zu Akzeptanz des Geschehenen und Genesung.<\/p>\n<p>Wolf analysiert das f\u00fcr sie Horrende im Kontext ihrer weltanschaulichen \u00dcberzeugungen, die auf drei historisch-politischen Erfahrungen basieren: der Nazizeit, der DDR, der BRD. Im Zentrum ihrer Lebenspr\u00e4gung steht jedoch die DDR, auf die sie aus der Perspektive der Nazizeit und der Bundesrepublik zur\u00fcckblickt. Sie entwirft das Bild einer DDR, die sie bei aller Kritik am realen Sozialismus und im Angesicht des Fehlens einer Alternative zum Sozialismus immer noch als das  potentiell \u201cbessere Deutschland\u201d einsch\u00e4tzt, ein Konzept, das an jene Fr\u00fchzeit nach dem Zweiten Weltkrieg anschlie\u00dft, in der die DDR in den Augen vieler als Hort utopischer Hoffnungen galt. Kurz, Wolf erlebt Los Angeles und Amerika auf der Folie der DDR und ihres eigenen Verstricktseins in Stasiaktivit\u00e4ten.  Welche k\u00fcnstlerische Form die angemessenste f\u00fcr die Gestaltung von Akteneinsicht und Selbstbefragung gewesen w\u00e4re, soll hier nicht zu Diskussion stehen und sei dahingestellt. Fest steht, da\u00df Wolf die f\u00fcr sie traditionelle Form vielschichtiger Konturenverwischung w\u00e4hlte, mit der sie zu DDR-Zeiten die Zensur zu umgehen versuchte.<\/p>\n<p>In dem vom Verlag formulierten Klappentext des Buches taucht die Genrebezeichnung  \u201cRoman\u201d  auf. Im Titel oder Untertitel wird jedoch nicht darauf hingewiesen. Allerdings weist die Autorin in einer Anmerkung vor Beginn der Handlung darauf hin, da\u00df alle<\/p>\n<blockquote><p>Figuren in diesem Buch, mit Ausnahme der namentlich<br \/>\nangef\u00fchrten historischen Pers\u00f6nlichkeiten [\u2026] Erfindungen<br \/>\nder Erz\u00e4hlerin sind. Keine ist identisch mit einer lebenden oder<br \/>\ntoten Person. Ebensowenig decken sich beschriebene Episoden<br \/>\nmit tats\u00e4chlichen Vorg\u00e4ngen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Das erstaunt, denn die beschriebene fiktive Figur in <em>Stadt der Engel<\/em> gleicht der veritablen Christa Wolf aufs Haar. Beh\u00e4lt man im Auge, da\u00df das dem Titel beigegebene Versatzst\u00fcck \u201cthe overcoat of Dr. Freud\u201d  Psychoanalyse, also Spurensuche, befreiende Erinnerung und ein Sich-Stellen suggeriert, dann w\u00e4chst das Erstaunen des Lesers, denn in erkl\u00e4renden Interviews bezeichnete Wolf ihre spezifische Schreibmethode wiederholt als \u201cGewebe, wo die F\u00e4den ineinanderwirken und \u00fcbereinanderliegen. [\u2026] Mit einer solchen Struktur kann man auch vieles Ungesagte und Nicht-Sagbare ausdr\u00fccken.\u201d [4] Das gilt f\u00fcr das Schreiben von Literatur, und mit dieser Methode des angedeuteten Ungesagten hatte Christa Wolf zu  DDR-Zeiten Meisterwerke geschaffen. Die Autorin verqickt den Schreibproze\u00df aber ausdr\u00fccklich mit der Psychoanalyse, der Dreiheit \u201cErinnern, wiederholen, durcharbeiten,\u201d [5] d. h. mit dem Mantel des Dr. Freud,  \u201ceine[r] warme[n] Schutzh\u00fclle\u201d (155). Sie reflektiert:  \u201cWas mag dieser Mantel alles in seinem Innenfutter versteckt halten und nach und nach freisetzen?\u201d (177) In einem der vielen erkl\u00e4renden Interviews, die sich auf den Roman beziehen, erkl\u00e4rte Wolf nachdr\u00fccklich: \u201cIch halte viel von der Psychologie, z. B. von einer guten Therapie. Ich w\u00fcrde trotzdem denken, da\u00df die Literatur, wenn sie wirklich in die Tiefe geht, noch umfassender eine Psyche erforschen kann.\u201d [6] Schreiben als Therapie, dem allerdings das therapeutische  Gespr\u00e4ch, das Sich-etwas-von der-Seele-Reden,  mit Freunden, im besonderen mit ihrem Hauptgespr\u00e4chspartner Peter Gutman, vorausgeht: \u201cEs geht mir besser, wenn ich dar\u00fcber reden kann.\u201d (289)<br \/>\nIm Proze\u00df der schonungslosen Selbstbefragung im Handlungsgef\u00fcge  wirkt die Gewebe-Methode multipler Differenzierungen allerdings kontrolliert; erinnernde \u201ctherapeutische\u201d Aussagen weichen ins Vage aus. Die Methode  verr\u00e4tselt, und so bezeichnet dann auch ein Kritiker Wolfs Gewebe-Struktur in Stadt der Engel als \u201cfadenscheinig\u201d [7]. Der Gedanke an nicht-gestaltetes Ungesagtes, doch wohl  Unangenehmes, Bedr\u00fcckendes erh\u00e4rtet sich, wenn die Autorin in diesem Kontext ihre Identit\u00e4t hinterfragt. Das bezieht sich einmal auf den Wechsel zwischen den Erz\u00e4hlstimmen Ich (der Gegenwartsebene) und Du (der Erinnerungsebene), der keinen merklich distanzierenden Abstand erkennen l\u00e4\u00dft,  zum anderen  auf  die  vielen  \u201cIchs\u201d, von denen die Erz\u00e4hlerin geplagt wird:<\/p>\n<blockquote><p>Wer soll dieses Ich sein, das da berichtet. Es ist ja nicht nur,<br \/>\nda? ich vieles vergessen habe. Vielleicht ist noch bedenklicher,<br \/>\nda? ich nicht sicher bin, wer sich da erinnert. Eines von den vielen<br \/>\nIchs, die sich, in schneller oder langsamer Folge, in mir abgel\u00f6st haben,<br \/>\ndie mich zu ihrem Wohnsitz gew\u00e4hlt haben.\u00a0(214)<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Leser wird sich fragen, wer dieses Ich ist, das einerseits schonungslose Aufrichtigkeit f\u00fcr sich reklamiert, andererseits innerhalb der Erinnerungsarbeit den selbstgew\u00e4hlten Decknamen Margarete niemals erw\u00e4hnt. Scharfe Kritik von westlicher Seite lie\u00df nicht auf sich warten. Lothar M\u00fcller z.B. erkl\u00e4rte die Ged\u00e4chtnisl\u00fccke in den gestalteten  Erinnerungen mit ideologisch motivierten Verharmlosungen, und Joachim G\u00fcntner bem\u00e4ngelte die  \u201cweich abgefederte Selbstbefragung\u201d [8] der Autorin.  Jedoch auch ein ansonsten wohlwollender Kollege aus DDR-Tagen, Wolfgang Thierse, bemerkte  Unzul\u00e4ngliches, L\u00fcckenhaftes: \u201cMargarete [\u2026] Wer hatte den Namen gew\u00e4hlt. Das bleibt offen.\u201d [9]  Warum also f\u00fchrt  der  reklamierte  \u201cschonungslose\u201d,  \u201cselbstent\u00e4u\u00dfernde\u201d  Erinnerungsproze\u00df nicht so recht zum Kern?  Ist das  strenge  moralische Selbstverst\u00e4ndnis der Autorin\/Ich-Erz\u00e4hlerin bzw.  ihr Ruf  ged\u00e4chtnissch\u00fcrfender Sensibilit\u00e4t und Wahrheitssuche der Grund,  der  die  mystifizierende   Erinnerungsakrobatik verursacht?  Oder  ist es  &#8212;  wie ein Kritiker es fa\u00dft  &#8212;  das \u201cdominierende  \u00dcber-Ich\u201d [10] der Autorin?   War  Scham der Grund, Verdr\u00e4ngung, Selbstschutz, Angst vor dem Stigma oder einfach wirkliches Vergessen, weil die Sache nicht f\u00fcr wichtig gehalten wurde und weil ja auch die Stasi noch in den Anf\u00e4ngen steckte?<\/p>\n<p>Wie bereits ausgef\u00fchrt hat Wolfs <em>Stadt der Engel<\/em> so auffallend autobiographische Z\u00fcge, da\u00df man nicht umhin kann, letztere Fragen in der Biographie der Autorin verankert zu sehen.  Das w\u00fcrde bedeuten, da\u00df man das Werk mit dem Etikett der Autobiographie bzw. der fiktiven Autobiographie belegen m\u00fc\u00dfte, ein Genre, das voll von  Fallstricken f\u00fcr Autor und Leser ist, d.h. voll von selektierten Teilwahrheiten, Selbstt\u00e4uschungen, bewu\u00dften\/unbewu\u00dften  Sch\u00f6nf\u00e4rbereien, Auslassungen, Verdichtungen. G\u00fcnter de Bruyn fa\u00dfte es 1995 in Ausf\u00fchrungen \u00fcber Wahrheit und Dichtung n\u00fcchtern:  \u201cJeder macht sich eine Lesart seines Lebensweges, vielleicht auch seine Lebenslegende zurecht.\u201d [11]  Drastischer formulierte es im Jahre 1990 der amerikanische Theoretiker Timothy Dow Adams:<\/p>\n<blockquote><p>All autobiographers are unreliable narrators, all human beings<br \/>\nare liars [\u2026] I believe autobiography is the story of an attempt<br \/>\nto reconcile one\u2019s life with one\u2019s self and is not, therefore, meant<br \/>\nto be taken as historically accurate but as metaphorically authentic.[12]<\/blockquote>\n<p>Doch Wolfs Buch versteht sich als Fiktion, als Roman. Die spezifische verr\u00e4tselnde Gewebestruktur, die die Autorin f\u00fcr die Gestaltung ihrer Lebensbilanz w\u00e4hlte,  erh\u00f6ht das unverbindliche Vage  zus\u00e4tzlich.<\/p>\n<p>Die Ich-Erz\u00e4hlerin erreicht im Laufe der Handlung den Punkt, wo sie den Mantel des Dr. Freud nicht mehr braucht. Sie zieht das Fazit: \u201cIm \u00dcbrigen ist die Zeit der Klagen und Anklagen vorbei,und auch \u00fcber Trauer und Selbstanklage und  Scham mu\u00df man hinauskommen.\u201d(93) Sie scheint sich im therapierenden Sprech- und Schreibakt also gewandelt  zu haben, ja, sie findet  in der Stadt der Engel ihren eigenen Schutzengel, eine schwarze Bedienstete mit dem vielsagenden Namen \u201cAngelina\u201d, von der sie gr\u00f6\u00dferes Entspanntsein,  Leichtigkeit und sp\u00f6ttisches L\u00e4cheln in  kritischen  Situationen zu lernen scheint.  Handelt es sich folglich um eine Neudefinierung des erz\u00e4hlenden Ichs, eine Auss\u00f6hnung, das Erk\u00e4mpfen eines neuen Selbstbewu\u00dftseins oder aber um anhaltende Verunsicherung? Der verschwommene Erz\u00e4hlstil bel\u00e4\u00dft es bei der Offenheit.<br \/>\nWolfs Buch ist eine Inventur ihrer Erfahrungen in der Zeit des Faschismus, der Zeit des  \u201cAntifaschismus\u201d in den Anfangsjahren der  DDR, dann des \u00dcbergangs in den bundesdeutschen  Erlebnisbereich. Die letzte westliche Phase beginnt mit dem Verri\u00df  ihres ersten, im  vereinigten Deutschland ver\u00f6ffentlichten Werkes <em>Was bleibt<\/em> (1990), einer Erz\u00e4hlung, in der die Autorin  ihre eigene dem\u00fctigende Stasiobservierung gestaltet.  Das Werk l\u00f6ste den ost-westlichen Literaturstreit aus und kam auf der Folie der eigenen Verstrickung der Autorin im Jahre 2010 erneut ins Gespr\u00e4ch. Generell ist  Die Stadt der Engel  als Lebensbilanz der ber\u00fchmten Ich-Erz\u00e4hlerin\/Autorin zu begreifen, stellt somit eine faszinierende subjektive Dokumentation der DDR-Historie dar und zwar so, wie  die veritable Christa Wolf sie erlebt hatte: voll Hoffnung und Illusionen, Irrt\u00fcmern, Naivit\u00e4t, Loyalit\u00e4t, Zwiespalt und Entt\u00e4uschung. Sie erinnert sich an biographische Episoden in den  f\u00fcnfziger  Jahren, in denen die noch sehr junge stalinistische Genossin als illegale Wahlhelferin in Westberlin agitierte und verhaftet wurde;  sie berichtet \u00fcber die sich verst\u00e4rkenden Verh\u00e4rtungen in der Kulturpolitik der DDR, \u00fcber die um ihren  Roman Nachdenken \u00fcber Christa T. kreisenden Denunziationen, denen sie 1969 auf dem 6. Schriftstellerkongre\u00df ausgeliefert war; oder sie erinnert die Protestaktion gegen die Biermann-Ausb\u00fcrgerung im Jahre 1976. Die Ich-Erz\u00e4hlerin\/Autorin skizziert einen Proze\u00df langsamer, schmerzvoller Desillusionierung, einen Proze\u00df, der zeigt,  wie sie, die  kritische, trotzdem loyale DDR-B\u00fcrgerin, die ihr Land in vielen Funktionen \u00f6ffentlich  repr\u00e4sentiert hatte,  von den Staatsorganen rigoros isoliert und durch die Jahre hinweg bespitzelt wurde.  Und sie berichtet mit Begeisterung von jenem f\u00fcr sie erhebenden Moment im November 1989, in dem noch einmal f\u00fcr einen kurzen Moment die Utopie eines  \u201cwahren\u201d  Sozialismus greifbar nahe war. Von dieser Warte einstiger Hoffnungen ist das von Kritikern oft monierte Statement  der Ich-Erz\u00e4hlerin: \u201cWir haben dieses Land geliebt.\u201d(73) durchaus verst\u00e4ndlich.  Auch die im Grunde belanglose T\u00e4terakte aus tiefster Vergangenheit h\u00e4tte im spezifischen Kontext der fr\u00fchen Verblendung und Verirrung der Autorin sicherlich an Bedeutung verloren, w\u00e4re die f\u00fcr dieses Thema gew\u00e4hlte  verr\u00e4tselnde  Gewebestruktur nicht zum Stolperstein f\u00fcr die Kritiker geworden.  Vermutlich h\u00e4tte auch die Anschuldigung vorrangig westlicher Kritiker &#8212; laut Wolf die  schrille \u201cHexenjagd\u201d &#8212; ein schnelles Ende gefunden.  Das gilt ebenfalls f\u00fcr Wolfs  h\u00e4ufige Hinweise in der Presse,  da\u00df  die Furore um ihre T\u00e4terakte  einer der Anl\u00e4sse f\u00fcr das  Entstehen des Buches gewesen sei [13]. Diese wirkten wie eine moralistische Selbstverteidigung, die sich  aus dem Abstand der Jahre er\u00fcbrigt h\u00e4tte.  So ger\u00e4t das an Informationen und interessanten Einsichten reiche Buch ins Kreuzfeuer ernst zu nehmender Kritik,  aber auch endloser geh\u00e4ssiger Querelen und Anschuldigungen, f\u00fcr die  Christa Wolf selbst  ihren Feinden die  Belege lieferte.<\/p>\n<p>Auf v\u00f6llig anderen Tonlagen gestaltet Kathrin Schmidt in ihrem Roman <em>Du stirbst nicht<\/em> die Schwierigkeiten der Erinnerungsarbeit und die Entdeckungsreise in das eigene Selbst. Die Rekonstruktion des Ich und das F\u00fcllen der L\u00fccken  &#8212;  \u201cSie hat kein Bild von sich\u201d(13) &#8212;  vollzieht sich in einem Zwischenbereich im Krankenhaus, in dem sie keine Kontrolle \u00fcber K\u00f6rper und Sprache hat. Wolfs Zwischenbereich w\u00e4re die Stadt Los Angeles, in der  sie \u201cjemanden such[t]\u201d(48), denn  \u201cich bem\u00fchte mich, mich so genau wie m\u00f6glich kennenzulernen\u201d(68). Kathrin Schmidts Werk ist keine Betroffenheitsliteratur. Die Autorin protokolliert ohne Sentimentalit\u00e4t oder Wehleidigkeit den m\u00fchsamen Proze\u00df der Selbstwiederzusammensetzung. Ihr Ton ist n\u00fcchtern, sachlich, nicht selten selbstironisch. Der Kontrast zu Wolfs von demonstrativem Leiden get\u00f6nten Text k\u00f6nnte nicht gr\u00f6\u00dfer sein. Man erinnere sich, da\u00df Wolfs Erinnerungsaufarbeitung in Los Angeles im therapeutischen Schreibakt verankert ist. Schmidts Erinnerungsarbeit dagegen ist kein qu\u00e4lender Proze\u00df, denn, so \u00e4u\u00dferte sie sich in einem Interview: \u201cDas wurde nie Selbsttherapie..[\u2026] Das mu\u00df daran liegen, dass ich das verarbeitet hatte, als ich anfing zu schreiben. Und die Distanz war gro\u00df genug, dass ich v\u00f6llig unbelastet schreiben konnte.\u201d [14]\n<p>In den Wolfschen Erinnerungen vermi\u00dft man auf weite Strecken  Distanz und  Gelassenheit; der  vorherrschende Ton ist stark emotional eingef\u00e4rbt, vermutlich  deshalb,  weil die Reflexionen prim\u00e4r Ich-ersch\u00fctternde politische Krisen und Wendepunkte in der  DDR-Geschichte betreffen.  F\u00fcr die ebenfalls DDR-gepr\u00e4gte Autorin Schmidt dagegen, die sich im November 1989 in Berlin f\u00fcr das Projekt \u201cVereinigte Linke\u201d am runden Tisch engagierte,  ist es ein Hirnschlag und der damit verbundene Zusammenbruch, der ihrem Werk eine v\u00f6llig andere Dynamik gibt.  Sie kommentiert lakonisch: \u201cDie DDR  ist nicht mehr das eigentliche Thema. Ich war in einer Situation, die mich nicht mehr nach dieser Herkunft fragen lie\u00df [\u2026] Das war so existentiell, dass das keine Rolle mehr spielte.\u201d [15]  Hinzu kommt, da\u00df bei Schmidt kein traumatischer Identit\u00e4tsbruch mit der Wende verbunden war.  Sie sieht es n\u00fcchtern: \u201cBei mir kam anders als bei vielen nicht die tiefe Resignation. Ich habe gedacht, wenn das jetzt auf Anschluss hinausl\u00e4uft, ist das zwar nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe, aber wir sind dann zumindest in der Weltgeschichte angekommen, in der sich alle aufhalten, und sind nicht mehr unter dieser Glocke.\u201d [16]\n<p>Schmidts  Roman  <em>Du stirbst nicht<\/em> weist viele autobiographische Parallelen auf. Sie berichtet in der dritten Person Singular und nennt ihre Protagonistin Helene Wesendahl. Doch hinter der fiktiven Figur erkennt man deutlich die biographische Folie der Kathrin Schmidt. Die 1958 in Gotha geborene Autorin war alt genug, die DDR-Zeit bewu\u00dft als Erwachsene zu durchleben.  Was fehlt, ist der utopische  politische Glaube und der Schmerz des Verlusts.  Sie studierte Psychologie und machte 1981 ihr Diplom. Jahrelang arbeitete sie als Kinderpsychologin in Berlin. Dann begann sie, Gedichte zu ver\u00f6ffentlichen.  1998 erschien ihr erster Roman, Die Gunnar-Lennefsen-Expedition.  Im Jahre 2005 folgte ihr zweiter Roman <em>Sebalds schwarze Katzen<\/em>, das erste literarische Produkt nach einem mit Sprach- und Ged\u00e4chtnisverlust verbundenen Hirnschlag. Der Roman <em>Du stirbst nicht<\/em> verarbeitet die R\u00fcckeroberung der Welt der Kathrin Schmidt, der Welt einer Ehefrau, einer Mutter, einer Schriftstellerin. Auch die Genesung der Protagonistin Helene Wesendahl sch\u00f6pft unverkennbar aus dem Erfahrungshintergrund der Autorin, denn es gibt viele \u00c4hnlichkeiten:  Autorin und literarische Figur sind gleichaltrig, sind DDR-gepr\u00e4gt,  haben Psychologie studiert,  sind Schriftstellerin und Mutter von f\u00fcnf Kindern;  beide erleiden im Jahre 2002 eine Hirnblutung und m\u00fcssen sich nach Erinnerungs- und Sprachverlust ihr Leben neu zusammensetzen. Beide erk\u00e4mpfen sich in diesem Proze\u00df eine  \u201cfreiere\u201d  Sprache und einen \u201cGesinnungs- und Verhaltenswandel\u201d. Andere Geschichten jedoch, die sich um dieses biographische Grundger\u00fcst ranken, sind frei erfunden, so z.B. der angedeutete Wunsch der Protagonistin, sich von ihrem Mann zu trennen.  \u201cIch hatte nie vor, mich von meinem Mann zu trennen. Auch eine Liebesgeschichte zu einer Transsexuellen gab es so nicht,\u201d erkl\u00e4rt Schmidt. Alles andere sei authentisch: \u201cIch habe eigentlich die ganze Krankheitsgeschichte nach dem Erwachen aus dem Koma eins zu eins abgebildet. Auch wenn ich davon abstrahieren wollte, konnte ich kein Fitzelchen wegnehmen, weil sie einfach da war als Erfahrungshintergrund.\u201d [17]  Der Roman ist das distanzierte Protokoll des Erlebten.<\/p>\n<p>Die Schriftstellerin Helene Wesendahl erwacht auf der Intensivstation eines Krankenhauses aus dem Koma. Sie hat die Sprache verloren, kann keine Zusammenh\u00e4nge mehr herstellen, hat ein zersplittertes Bewu\u00dftsein; W\u00f6rter und Erinnerungsfetzen gehen ihr splitterhaft durch den Sinn, doch die Bedeutung hat sich von den W\u00f6rtern gel\u00f6st. Sie benennt die Dinge anders und verwechselt W\u00f6rter. Dann kommen in einem langwierigen Rehabilitierungsproze\u00df die Erinnerungen und auch die Sprache zur\u00fcck. Minuti\u00f6s wird der Zustand des Ausgeliefertseins und der Aphasie geschildert: die \u00c4ngste und die Hilflosigkeit der Patientin, deren Zucken, Stammeln und Sabbern, deren v\u00f6lliges Angewiesensein auf das Krankenhauspersonal, auf Rollstuhl und Rollator.  Monatelang sucht sie in ihrem Ged\u00e4chtnis und langsam findet sie die verlorene Zeit wieder.  Sie n\u00e4hert sich &#8212; schockiert &#8212; ihrer prek\u00e4r gewordenen Identit\u00e4t. Wollte sie sich nicht in einer Ehekrise von ihrem Ehemann Matthes trennen, Matthes, der sie jeden Tag besucht und f\u00fcrsorglich betreut?  Und was  war ihr Verh\u00e4ltnis zu der transsexuellen Frau Viola, die sie ein Jahr vor dem Hirnschlag kennenlernte;  Viola, die einst Viktor war, der sich zu einer neuen Identit\u00e4t bekannte und zur Frau wurde, ein neues Wesen, das mit Macht die Fundamente ihrer Ehe ersch\u00fctterte?  Was zog sie an diesem Menschen an? Viola\/Viktor ist im Handlungsgef\u00fcge eine konkrete Person, die stirbt, als Helene im Krankenhaus liegt. Vielleicht ist diese Figur aber auch als personifiziertes Konzept entworfen, als Gestaltung eines Wunschbildes, des Muts, aus der Rolle zu fallen und sich zu etwas Neuem zu bekennen?  Ging es der Autorin Schmidt  bzw. ihrer Protagonistin Wesendahl  um die Veranschaulichung  des  Geschlechterkampfes, um  die Problematik der Rollenverteilung in der Ehe? Ging es ihr um ein in den Dimensionen von \u201cMann\u201d und  \u201cFrau\u201d sich verh\u00e4rtendes  festgefahrenes Denken,  das der L\u00f6sung bedarf?  Die Entscheidung ist dem Leser \u00fcberlassen.<br \/>\nDoch deutlich erkennbar ist, da\u00df sich in der Phase der Rekonvaleszenz und in der R\u00fcckeroberung der Welt die Identit\u00e4t der Protagonistin wandelt. Sie reflektiert \u00fcber fr\u00fchere Verhaltensmuster, \u00e4ndert dann z.B. die Beziehung zu ihrem Mann: \u201cSie sieht ihn sein Sauer-Scharf-S\u00fcppchen schl\u00fcrfen. Kein Gedanke an einen Vorwurf. Wieder so ein Gesinnungs- und Verhaltenswandel. Oder hat es damit zu tun, dass die Leine gekappt ist, an der sie einander in Schach hielten?\u201d(323) Sie bilanziert: \u201cEinssein zu zweit, ohne Leine und Besetzung des anderen.\u201d(326) Die einge\u00fcbte \u201cMatthesordnung\u201d existiert nicht mehr, und was fr\u00fcher wichtig war, verliert an Bedeutung. Auch dazu gibt es eine Parallele im Leben der Kathrin Schmidt,denn auf die Frage, ob die Krankheit sie leichter und heiler gemacht habe, antwortete sie:<\/p>\n<blockquote><p>In gewisser Weise schon. Ich habe ja noch Schwierigkeiten, W\u00f6rter<br \/>\nzu finden. Das Sprechen ist schon noch anders als vorher. Weil ich<br \/>\nirgendwie viel bewu\u00dfter sprechen mu\u00df, nach W\u00f6rtern suchen mu\u00df.<br \/>\nAndererseits ist das Sprechen aber auch freier als fr\u00fcher, weil ich<br \/>\nmir kaum noch Gedanken mache, wie das, was ich sage ankommt.<br \/>\nDa habe ich fr\u00fcher lieber gleich den Mund gehalten. Das ist v\u00f6llig<br \/>\nweg.  Ich wei\u00df heute, worauf es ankommt, und worauf es nicht<br \/>\nankommt. Was andere sagen, ist mir heute ein bi\u00dfchen egaler als fr\u00fcher.\u00a0[18]<\/blockquote>\n<p>Das Sichbefreien vom kalkulierten, berechneten Wort suggeriert Wachstum und Reife:  in der Ehe, in der Familie, in der Gesellschaft, und &#8212;  last but not least &#8212; in der Best\u00e4tigung der k\u00fcnstlerischen Identit\u00e4t.  Schrieb Schmidt selbsttherapeutisch und unter M\u00fchen den Roman <em>Sebalds schwarze Katzen<\/em> (2005), um sich als Schriftstellerin neu zu beweisen, so verfa\u00dft Helene Wesendahl  &#8212;  ebenfalls noch im Krankenhaus  &#8212; einen gut formulierten  Text zu B\u00fcchners  <em>Lenz<\/em>.<\/p>\n<p>Christa Wolf und Kathrin Schmidt warten mit fiktiven Autobiographien auf, die sie als Romane bezeichnen. Wolf kommentiert im <em>Spiegel<\/em>-Interview, \u201cdass [sie] gerade bei den Teilen, die diese Konflikte  [die Auseinandersetzung mit der eigenen Person und die \u00f6ffentlichen Reaktionen darauf] schildern, nahe an den tats\u00e4chlichen Ereignissen entlang erz\u00e4hle.\u201d [19] Doch sie w\u00e4hlte eine k\u00fcnstlerische Form, mit der sich Nicht-Sagbares, Ungesagtes vermitteln l\u00e4\u00dft.  Der therapeutische \u201cOvercoat des Dr. Freud\u201d h\u00e4tte  aber auf Sagbares und Gesagtes zielen m\u00fcssen.  Die verwischende Struktur f\u00fchrt zu Vagem. Auch Schmidt berichtet \u00fcber eine im Biographischen verwurzelte Krise; sie bildete diese aber im Wesentlichen \u201ceins zu eins ab.\u201d  Da sie die  therapeutische Selbsthilfe bereits im Schreibproze\u00df des Romans <em>Sebalds schwarze Katzen<\/em> abgeschlossen hatte, stand sie der  Gestaltung ihrer Identit\u00e4tskrise in <em>Du stirbst nicht<\/em> mit einer Haltung von mit Distanz, Humor und Spott gegen\u00fcber, eine Haltung, die jegliches Selbstmitleid ausschaltete. Der Ton ist offen, ohne Zimperlichkeiten, n\u00fcchtern und klar. So entsteht das minuti\u00f6se Protokoll einer Heilung, die der Leser mit Staunen nachvollziehen kann. Schmidt  macht  \u201cUnsagbares\u201d sagbar.  Im Falle Christa Wolfs scheiden sich die Meinungen der Kritiker.  F\u00fcr Leser, die ihr nicht wohlwollen, verschwindet Unangenehmes, Aufw\u00fchlendes hinter einer halbfiktionalen Fassade im unkonturierten Nebul\u00f6sen.<\/p>\n<p><strong>Endnoten<\/strong><\/p>\n<p>1 Kathrin Schmidt, <em>Du stirbst nicht. Roman<\/em> , 7. Auflage (K\u00f6ln: Kiepenheuer &amp; Witsch, 2009). Zitate daraus befinden sich im Text der Arbeit.<\/p>\n<p>2 Christa Wolf, <em>Stadt der Engel oder The Overcoat of  Dr. Freud<\/em> (Berlin; Suhrkamp, 2010). Zitate daraus befinden sich im Text der Arbeit.<\/p>\n<p>3Volker Weidermann, \u201cDer ungeteilte Himmel\u201d, <em>Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung<\/em>. Feuilleton 13. Juni 2010.<\/p>\n<p>4 Susanne Beyer und Volker Hage, \u201cWir haben dieses Land geliebt&#8221;, <em>Der Spiegel<\/em> 24 (2010), S. 135-138; hier 136.<\/p>\n<p>5 Siehe z.B. Frauke Meyer-Gosau, \u201cWas hilft?,\u201d <em>Literaturen<\/em> Juli\/August 2010.  S. 66-67; hier 66.<\/p>\n<p>6 Hanns-Bruno Kammert\u00f6ns und  Stephan Lebert, \u201cWas war der Geschmack ihrer Kindheit, Frau Wolf?\u201d <em>Zeit-Magazin<\/em> 27,  1.7. 2010, S. 24-28; hier 28.<\/p>\n<p>7Arno Widman,  \u201cWahrheit und Wahn. Eine Flucht, die sich als Suche ausgibt: Zu Christa Wolfs \u2018Stadt der Engel\u2019,\u201d <em>Frankfurter Rundschau<\/em> 14. Juni 2010.<\/p>\n<p>8 Joachim G\u00fcntner, \u201cWeich abgefederte Selbstbefragung,\u201d <em>Neue Z\u00fcrcher Zeitung<\/em> 22. Juli 2010.<\/p>\n<p>9 Wolfgang Thierse, \u201cFremd zieh ich wieder aus,\u201d <em>Der Freitag<\/em>. Kultur  24. Juni 2010.<\/p>\n<p>10 Oliver Prohlmann, \u201cWie konnte ich das vergessen?\u201d <em>Der Tagesspiegel<\/em> 14. Juni 2010.<\/p>\n<p>11 G\u00fcnter de Bruyn, <em>Das erz\u00e4hlte Ich. \u00dcber Wahrheit und Dichtung in der Autobiographie<\/em> (Frankfurt a. M.: Fischer, 1995), S. 38.<\/p>\n<p>12 Timothy Dow Adams, <em>Telling Lies in Modern American Autobiography<\/em> (Chapel Hill, 1990), S. ix.<\/p>\n<p>13 Siehe u. a.  <em>Der Spiegel<\/em> 24, 136.<\/p>\n<p>14 Elmar Krekeler, \u201cWie ich die Sprache wiederfand. Buchpreis-Tr\u00e4gerin Kathrin Schmidt \u00fcber ihren Roman \u2018Du stirbst nicht\u2019,\u201d <em>Die Welt<\/em> 14. 10. 2009.<\/p>\n<p>15 J\u00f6rg Magenau, \u201cAuf der Suche nach dem verlorenen Leben. Portr\u00e4t&#8221;, <em>Literaturen<\/em> April 2009. S.  54-58; hier 55.<\/p>\n<p>16 Kathleen Fietz, Kristina Pezzei und Detlev Schilke, \u201cIch wusste schnell wieder, wer ich bin. Montageinterview,\u201d  <em>TAZ<\/em> 4. 1. 2010.<\/p>\n<p>17 Walter Fabian,  Schmidt, \u201cKathrin Schmidt im Gespr\u00e4ch. Das ist ein anderes Schreiben, als es vorher war&#8221;, <em>Poet<\/em>,  Herbst 2009. S. 175-183; hier 181.<\/p>\n<p>18 Krekeler, \u201cWie ich die Sprache wiederfand\u2026.\u201d<\/p>\n<p>19 \u201cWir haben dieses Land geliebt \u2026,\u201d 137.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einige Gedanken zu Christa Wolfs Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud und Kathrin Schmidts Du stirbst nicht: Selbstfindungsanalysen im Gewand der fiktiven Autobiographie Zwei von \u00f6stlichen Autoren geschriebene Werke machten in den letzten Jahren auf sich aufmerksam. Im Jahre 2009 ver\u00f6ffentlichte Kathrin Schmidt ihren mit dem Buchpreis ausgezeichneten Band Du stirbst nicht. 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