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Heimsuchung

Heimsuchung: Geschichte als einen Ort

Die Geschichte, die Erpenbeck erzählt, beschäftigt sich nicht so im festen Sinne mit dem Verlauf der Zeit von der Perspektive einer Person. Es geht um die Geschichte eines von dem geraden Fluss der Zeit unverankerten Ortes. Die Erfahrungen verschiedener Familien und Individuen wurden durch ihre vielfältigen Verhältnisse zum Grundstück erzählt. Die Erzählung fängt in der Vorkriegszeit, vielleicht sogar vor dem Ersten Weltkrieg, an, aber wechselt zum Entkommen eines Mannes von den Russen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. In diesem Sinne wurde das Grundstück beziehungsweise die Natur, die das Urlaubshaus umringt, sehr detailliert beschrieben. Im starken Gegensatz dazu wird das Aussehen der Figuren der Geschichte nie ausführlich dargestellt. Das Grundstück wurde von der Handlung her nicht sehr relevant als Akteur mit Handlungsfähigkeit, aber stellt das rote Faden des Stückes dar, und bleibt immer im Hintergrund, egal was passiert.

Auch interessant für mich war die Behandlung historischer Elemente und Geschehnisse. Ich konnte manchmal den genauen Zeitpunkt eines oder jenes Kapitels platzieren, da es so eng auf das Grundstück fokussiert wurde. Es wird auch fast nie direkt angesprochen, was in der größeren Welt passiert ist; der zweite Weltkrieg wurde nur als „der Krieg“ erwähnt, und obwohl die rassistische Politik gegen die Juden eine große Rolle spielt, werden die Nazis und Hitler nie namentlich genannt. Da die Zeit nicht geradlinig dargestellt wurde, werden manche Ereignisse, wie zum Beispiel der Verkauf des Grundstückes an den Architekten, wobei man zu verschiedenen Platzen im Buch erfährt, dass es eine jüdische Familie das Grundstück verkauft hat.  Man geht hin und her, vor dem Krieg, nach dem Krieg und währen des Krieges. Es gibt anscheinend nur zwei „Figuren,“ die bleiben; der Gärtner, der durch verschiedenen Besitzer des Urlaubhauses sich um den Landschaftsbau kümmert, und das Grundstück selbst.

By elliswi

ist im achten Semester bei Dickinson College. Er studiert Germanistik und Internationale Politik mit Schwerpunkt Ostasien. Er interessiert sich für Deutsch erstens weil er sich generell für Sprache interssiert, und zweitens weil er seit langem deutsche Freunde hatte, und will mit ihnen in ihrer Muttersprache unterhalten können. Er denkt noch darüber nach, was er nach seinem Abschluss studieren will.

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