Archive for the 'Uncategorized' Category

Apr 27 2015

Günter Grass und Salman Rushdie — Ost-Westlicher Diwan

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Hochkarätige Literaten treffen sich im Cafe Einstein: Salman Rushdie und Günter Grass

Salman Rushdie und Günter Grass treffen sich im “Cafe Einstein Unter den Linden”

 

Frederick A. Lubich

Ost-Westlicher Diwan

Der große Blechtrommler der europäischen Nachkriegsliteratur, der den
Untergang des Abendlandes noch einmal nacherzählte, zusammen mit
dem satanischen Verseschmied, der den morgenländlichen Gotteszorn
der islamischen Fundamentalisten heraufbeschwor.

Während sich der deutsche Schriftsteller mit seiner Fabulierkunst die
Lorbeeren des Nobelpreises erschreiben sollte, rief der indische
Romancier mit seinem Roman die Fatwa, das tödliche Gottesurteil der
Dschihadisten auf sich herab.

Zur kreativen Pause, zur Stern- und Kaffeestunde der Kulturen treffen
sich die zwei großen Geschichtenerzähler im “Café Einstein Unter den
Linden”. Hier vermischen sich Ost und West, christliche und islamische
Wahrheiten zu relativen Theorien und imaginären Realitäten

 

 

 

 

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Apr 18 2015

Michael Augustin und Walter Weber — zum Tode von Günter Grass

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Beim Klang der Olivetti — Günter Grass und die Poesie

Der Beitrag von Michael Augustin und Walter Weber befindet sich auf der Seite zu den Sendungen von Radio Bremen/Nordwestradio. Er ist über den folgenden Link zu erreichen:

 http://www.radiobremen.de/nordwestradio/…

 

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Apr 08 2015

Der neue Film “Nackt unter Wölfen” — SED-Propaganda in der ARD?

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Am 1. April lief in der ARD die Neuverfilmung des Romans von Bruno Apitz Nackt unter Wölfen. Wäre man gutgläubig, hätte man meinen können, Regisseur Philipp Kadelbach und Drehbuchautor Stefan Kolditz
erlauben sich mit der Neuverfilmung einen Aprilscherz. Statt eines auf historischen Fakten basierenden Filmes bekam man die alte und zugleich offizielle Version der einstigen DDR noch einmal aufgetischt: Die Rettung des „Buchenwaldkindes“ Stefan Jerzy Zweig durch den Widerstand der Kommunisten im KZ-Buchenwald. Dienten der Apitz-Roman und die DDR-Erstverfilmung von 1963 unter der Regie von Frank Beyer noch der SED-Propaganda, so gibt diese Neuverfilmung Rätsel auf: 25 Jahre nach dem Ende der DDR wird die Rettungs-Geschichte immer noch zur propagandatauglichen Lügengeschichte verfälscht, weil die Verfilmung nur dem Roman von Apitz folgt.

Weder stimmt es, dass der Junge in einem Koffer zwei Wochen vor der Befreiung des Lagers von einem Polen ins Lager geschmuggelt noch dass er nicht registriert wurde. Historisch korrekt ist, der dreijährige Jerzy Zweig kam an der Hand seines Vaters Zacharias, eines polnisch-jüdischen Rechtsanwalts, in das KZ, und zwar bereits im August 1944 und nicht zwei Wochen vor der Befreiung des Lagers. Der Dreijährige wurde auch registriert. Es gibt eine Häftlingsakte mit der Registrierungsnummer 67.509. Er musste an Appellen teilnehmen.

Untrennbar mit der Geschichte Jerzy Zweigs ist die des Sinto-Jungen Willy Blum verknüpft. Willy Blum, der von kommunistischen Funktionshäftlingen statt Zweig auf die Transportliste nach Auschwitz gesetzt wurde, ein „Opfertausch“, wie es der Historiker Volkhard Knigge bezeichnete, kommt auch in der Neuverfilmung wieder nicht vor. Neben Willy Blum trifft der Opfertausch noch 11 andere Jugendliche.

Jedoch nicht allein der Film irritiert, weil diese historischen Fakten ausgelassen werden. Es sind Artikel in deutschen Zeitungen. Alexander Cammann in der ZEIT findet alles in Ordnung. In Die Welt wird über die Geschichtsklitterei hinweggegangen, sie titelt: „So brutal-real war ein KZ-Film noch nie.“ Die Gala weiß, „Der TV-Film „Nackt unter Wölfen“ basiert auf einer wahren Geschichte.“

Absolut unerträglich ist ein Artikel im Berliner Tagesspiegel von Kerstin Decker. Sie attestiert den „alten“ Bundesbürgern Ignoranz, da ein Großteil im Westen den Roman nicht einmal kenne. „Die Ostdeutschen können es kaum glauben, eine bundesdeutsche Fernsehanstalt verfilmt das Buch eines kommunistischen Autors, das vom kommunistischen Widerstand handelt? Den gab es doch gar nicht mehr in den letzten 25 Jahren.“

Schon allein diese Zeilen sind an Frechheit kaum zu überbieten. Übel wird einem, wenn Decker sich über die renommierte Literaturhistorikerin und Schriftstellerin Ruth Klüger auslässt. So heißt es bei Decker: „Vielleicht ist es gut, dass Apitz 1979 gestorben ist […]“ und nicht mehr habe lesen müssen, wie die „Jüdin Ruth Klüger“ über den Roman urteilte. Zu Recht schrieb Klüger 1992 in ihrem Erinnerungsbuch weiter leben: „Die Agitprop-Burschen, die das Schild vom geretteten Kind anbrachten, infantilisierten, verkleinerten und verkitschten damit den großen Völkermord, die jüdische Katastrophe im 20. Jahrhundert. Das ist mir der Inbegriff von KZ-Sentimentalität.“

Auch gegen den Historiker Lutz Niethammer wird ausgeteilt, der in seinem Buch Der gesäuberte Antifaschismus. Die SED und die roten Kapos von Buchenwald die Frage aufwarf, ob die kommunistischen Funktionshäftlinge nicht die Erfüllungsgehilfen der SS waren. Vor allem aber sei Bruno Apitz die Lektüre von Hans Joachim Schädlichs Roman Anders erspart geblieben, so Decker.

In seinem 2003 erschienen Roman erzählt Schädlich die wahre Geschichte von Jerzy Zweig und Willy Blum und benennt die Lüge, die dem Gründungsmythos der DDR diente. Schädlich schreibt: „Die ostdeutschen Kommunisten haben Jerzy Zweig seine wahre Geschichte gestohlen.“ Auf Apitz und seinen Roman, wie auf die Kommunisten überhaupt, will Decker nichts kommen lassen. Im Grunde bezichtigt sie Klüger, Niethammer und Schädlich der antikommunistischen Hetze und instrumentalisiert Jerzy Zweig – wie es schon zu DDR-Zeiten geschah und wie es die ARD-Verfilmung wieder tut.

— Susanne Schädlich

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Dec 11 2014

Deutsche Welle braucht Hilfe

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Offener Brief
Deutsche Welle ohne Deutsch? Nicht mit uns!

DW-Intendant Peter Limbourg hat angekündigt, das deutsche, spanische und arabische TV-Programm zu schließen, falls die Bundesregierung nicht deutlich mehr Geld für den Auslandssender zur Verfügung stellt.

Wir sagen NEIN zu derartigen Plänen!

Die chronische Unterfinanzierung der Deutschen Welle darf nicht dazu führen, dass das Herz des Programms zerstört wird.

Deutschlands Ansehen in der Welt wächst ständig. Die Stimme Deutschlands gewinnt immer mehr an Bedeutung. Die Deutsche Welle vermittelt Werte und Kultur des Landes und begleitet das Weltgeschehen engagiert und kritisch.

Sprache ist zentral für die Identität eines Landes. Mit dem Verlust der deutschen Sprache würde die Deutsche Welle auch ihre Blickwinkel und Themen verlieren.

Wir Unterzeichner rufen die politisch Verantwortlichen auf, die Pläne zu stoppen. Die Deutsche Welle muss in ihrer Sprachenvielfalt erhalten bleiben!

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Welle

Liebe Glossenleser

Die Deutsche Welle befindet sich seit einiger Zeit im Prozess einer tiefgreifenden Veränderung. Ein neuer englischer Nachrichtenkanal ist geplant, und der kostet viel Geld. Geld, das der chronisch unterfinanzierte Sender nicht hat. Nun hat der Intendant des Senders gedroht, das gesamte deutsche TV Programm einzustellen, sollten nicht zusätzliche Gelder von Seiten der Politik bewilligt werden. Das heißt im Ernstfall: Deutsche Welle ohne Deutsch! Das TV Programm würde nur noch in englischer Sprache ausgestrahlt werden.

Seit mehr als sechs Jahrzehnten berichtet die Deutsche Welle über kulturelle, politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Ereignisse aus deutscher Perspektive in die Welt. Das Rückgrat des internationalen Programms sind die deutschsprachigen Sendungen. Viele Magazine wurden bereits abgeschafft. Das recht erfolgreiche Magazin KINO, das über den deutschsprachigen Film berichtet, wird im April zum letzten Mal ausgestrahlt. Wir fürchten, dass nicht nur der deutschsprachige Film sondern auch Literatur, Theater etc. in einem englischen Nachrichtenkanal schwer haben werden.

Alle großen Auslandssender weltweit senden in ihrer eigenen Sprache. Aber gerade Deutschland, das sich als Kulturnation versteht, will darauf verzichten. Auch das spanische und das arabische Fernsehprogramm stehen auf der Abschussliste. Wir, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Welle, wollen mit einem offenen Brief an die politisch Verantwortlichen die drohende Abwicklung der deutschen Sprache stoppen!

Viele Schriftsteller haben bereits unterschrieben, darunter Herta Müller, Martin Walser, Eugen Ruge, Terézia Mora, Lutz Seiler und viele andere prominente Schriftsteller.

Über Ihre Unterstützung würden wir uns sehr freuen.

Eine formlose E-mail ​an ulrike.sommer (siehe unten) ​ ​ ​genügt. ​Bitte nennen Sie Ihren Namen und gegebenenfalls Ihre Organisation/Institution.​

Ulrike Sommer
DW Deutsche Welle / Kultur
Voltastr. 6
13355 Berlin

T +49.30.4646-6801
F +49.30.4646-6805

 ulrike.sommer at dw.de
www.dw.de
www.dw.de/kultur21
www.dw.de/arts21
www.dw.de/kultur

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Nov 30 2014

Michael Eskin Cofounder and Publisher Upper West Side Philosophers, Inc.

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How Writing a Novel Can Get You Fired … in London A Publisher’s Field Notes

Do you remember what happened to Marzieh Rasouli? Or to Osip Mandel’shtam and Joseph Brodsky? Let me remind you: Rasouli, a journalist, was recently sentenced to fifty lashes and two years in prison for allegedly “spreading propaganda against the system,” Mandel’stham was sent to the Gulag for writing poetry, and Brodsky was incarcerated and exiled for social parasitism. Yes, these things do happen, we know only too well – in places like Iran and Russia – but certainly not in our very midst, or do they? You be the judge.
We recently published the debut novel of London-based author Stephen Grant, A Moment More Sublime. Inspired by real-life events (which novel isn’t?) involving Richmond upon Thames College, London, where the author has, until recently, taught philosophy and been an elected representative of the University and Colleges Union, A Moment More Sublime is the fictional story of a London-based philosophy teacher, who finds himself unexpectedly embroiled in his union’s struggle against a corrupt school administration and its plans to cut jobs under the pretense of modernization and fiscal austerity, just as he and his partner are getting ready to buy a home and start a family …
No sooner had the novel been published than the author found himself caught up in the maelstrom of a totalitarian nightmare: his employer immediately initiated disciplinary proceedings against him, ostensibly, with a view to summarily dismissing him for “Gross Misconduct,” which allegedly consisted in “failing to obtain appropriate permission in relation to the publication … before entering into any agreement with the publisher,” breaching the “legal limits” of “the right to ‘express one’s opinion’,” and, more generally, not “abid[ing] by common law” in writing and publishing a novel that presumably brings Richmond upon Thames College “into disrepute.”
During one of the “Investigative Meetings” conducted by officer Yvonne G., the college’s head of HR, our author was asked: “… would you say … that the reason you did not seek permission prior to the publication of the book was because you knew if you had you would not have received the College’s permission?”

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Nov 29 2014

Alison Flood (The Guardian): “Lecturer’s campus novel gets black marks from college employer”

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Lecturer’s campus novel gets black marks from college employer

Stephen Grant has left job after dispute with Richmond-upon-Thames College, which is calling for the book to be taken off shelves.

A philosophy lecturer at a London college is struggling with the gap between reality and fiction after his former employer asked him to withdraw a novel about strike action at a corrupt school.

According to his publisher, Stephen Grant’s A Moment More Sublime features a philosophy teacher who becomes embroiled in a union campaign to resist job cuts imposed by a “corrupt school administration”. The novel was “partly inspired” by the author’s time at Richmond-upon-Thames College, where he was a union representative and “he was one of the leaders in a labour dispute” over job cuts.

So when New York imprint Upper West Side Philosophers published the novel in August, Grant approached the college to explain that he “recognised the danger that the book may be mistakenly perceived as one which was about Richmond specifically and emphasised that any dealings I had with the press would stress the college’s virtues and that the fictional college depicted in the book bore no relation to Richmond”.

“Certain trivial background details were similar, and the dispute described in the novel drew vaguely on what I had seen and heard over the years,” Grant told the Guardian. “But the narrative is entirely fictitious, and the events described are unlike the disputes I went through at Richmond.”

He was asked to stop publication, he says, and that the publisher cease selling the novel, and that all publicity for the title be withdrawn. Grant says he was also investigated under the college’s disciplinary procedure, and facing “a formal disciplinary hearing to consider whether I was guilty of gross misconduct” he resigned with immediate effect from his position “due to reasons of ill-health and because I had no confidence in the fairness of the process”.

“I was completely shocked. Rather naively, I thought they might welcome having a published author on the staff,” he said this week. “I was then further shocked when they refused any sort of possible compromise. For example, I offered to remove references to the college from the various websites on which the book is publicised and to edit the book if it attracted a British publisher. But they said I should be doing that anyway and just carried on with the disciplinary case.”

Richmond-upon-Thames College declined comment on the situation, with a spokesperson saying: “Richmond-upon-Thames College is not willing to provide any comment, as this is an internal matter and bound by confidentiality.”

Grant’s publisher Michael Eskin at Upper West Side Philosophers, however, said that what the author has gone through “is unheard of in a western democracy: a writer of fiction should not have to fear persecution and prosecution from his employer in London in 2014”.

“That Richmond-upon-Thames College had the additional temerity of attempting to pressure us, Upper West Side Philosophers, Inc … to ‘cease sales’ of the novel and ‘remove it from any advertisement’ is not only preposterous in itself, but bespeaks a blatant overstepping of institutional and, potentially, legal boundaries,” said the publisher.

Eskin also pointed to “an indelible distinction between history and fiction”. “There were as many or as few links to real life [in the novel] as there are in Anna Karenina, Lolita, Jonathan Franzen’s Freedom, or Jeffrey Eugenides’ Middlesex. In other words, like all stories we humans tell, A Moment More Sublime draws on and is rooted in real life. And this is as far as the link goes,” he said. “If one or the other reader decides to extrapolate or infer anything at all about the real world on the basis of a fictional work, that is certainly his or her right. However, it is not something that forms part of the fictional work itself.”

Grant said that he has since found another part-time lecturing position and hopes to be teaching full-time by early next year. Coverage of the controversy in the Times Educational Supplement has also, he said, led to a “sharp rise in sales”, and the novel is now being considered by British and European publishers for acquisition.

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Nov 29 2014

Michael Augustin — Buchinformation

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BUCHINFORMATION

VERLAG DIE WERKSTATT GÖTTINGEN

Michael Augustin

Schweini blutet – Deutschland tutet — WM-Gedichte

Fußball und Gedichte? Eine seltene Begegnung, aber eine überaus spannende. Der Bremer Schriftsteller und Rundfunk­redakteur Michael Augustin hat während der brasilianischen Weltmeisterschaft im Sommer 2014 das Geschehen auf und neben dem Rasen mit „poetischen Kurz­pässen“ begleitet. So nennt er seine Gedichte, die mal ein Spielergebnis kommentieren, mal das Ausscheiden einer sympathischen Mannschaft betrauern oder die Hoffnung auf den richtigen Gegner für das nächste Spiel in einen Reim kleiden. Entstanden sind so 44 kurze Texte, die in einem Zweizeiler zum deutschen Titelge­winn münden: „Schweini blutet – Deutsch­land tutet“. Das Licht der Welt haben die Gedichte auf einer Internetseite erblickt: Eine aus elf Autorinnen und Autoren bestehende Poetenmannschaft hat

während der WM den Blog „Vom Leder gezogen“ (www.dasgedichtblog.de) gefüttert. Der fleißigste Beiträger war Michael Augustin, dessen Gedichte mehr oder weniger das gesamte Turnier erzählen. Der geborene Lübecker Augustin schreibt seit mehr als dreißig Jahren Dramolette, Miniaturen, Kürzestgedichte und andere schlanke Poesie. Seine Werke wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Für Radio Bremen leitet er das internationale Literaturfestival „Poetry on the Road“ und präsentiert zweiwöchentlich im Programm des Nordwestradios (Radio Bremen/NDR) die Lyriksendung „Fundsachen“. Als Fan von Werder Bremen erlebt er momentan schwere Zeiten.

Michael Augustin

Schweini blutet – Deutschland tutet WM-Gedichte

60 S., Hardcover, Illustrationen ISBN 978-3-7307-0183-6 Preis: 8,90 Euro Erschienen im Verlag Die Werkstatt

VER LAG DIE WERKSTATT · Lotzestraße 22a · 37083 Göttingen · Tel. 0551/7896510 · Fax 78965125 E-Mail:  e.brand at werkstatt-verlag.de · Internet: www.werkstatt-verlag.de Ansprechpartner Presse & Medien: Enno Brand, Tel. 0551/78965112

 

 

 

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Aug 18 2014

Jürgen Fuchs Projekt

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Dieser Link führt zu einem Projekt zu Leben und Werk von Jürgen Fuchs:

 http://www.integralart.de/content/projek…

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Jun 28 2014

Aus aktuellem Anlass: “Vom Leder gezogen” –– WM 2014

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Michael Augustin

Nächster Gegner
(Algerien – Russland 1:1)

Die Wüstensöhne,
aufgepasst,
ham sich heut’
ein Herz gefasst.

Wenn diese Jungs
’ne Chance sehn,
kann’s schnell für uns
ins Auge gehn.

Russland fliegt jetzt
in die Ferien
aufgrund des Tores
von Algerien.

 
 

What’s in a Name?
(Shakespeare)

Cesar! Dante!
Schall und Rauch.

Lahm & Müller
tun’s doch auch.

 
 

Auswärtssieg

Stripp, strapp, strull!
Schon steht es fünf zu null.

Danach noch
zweimal nachgelegt

(und auch die Freundschaft
noch gepflegt).

Tränen will ich
nicht vergießen.

Doch schade
ums Elfmeterschießen.

 
 

Michael Augustin gibt Radio Bremen/Nordwestradio ein Interview und liest sein Gedicht http://www.radiobremen.de/nordwestradio/… “Auswärtssieg”

 
 

Finalista

Man hat nicht viel
von ihm gesehn,

dem Lütten
mit der Nr. 10.

Am Ende war’s dann
doch geschafft:

Malbec gibt’s
statt Orangensaft.

 
 

Wi sünd Dütschland*

I.

Mein Gott,
was sind wir doch
sympathisch.

(Das Spiel
so ganz und gar
nicht statisch.)

Und ach,
vor aller Welt
empathisch.

II.

Ich will den Sieg
ja nicht entschönen.

Und mich auch gern
daran gewöhnen.

Doch warn ich
vor dem Eigenlob,

an dem sich
mancher schon verhob!

III.

Zuviel Eigenbauchgepinsel
endet meistens in Gewinsel.

 

*Plattdeutsch für “Mia san Deutschland”

 
 

Dat Endspeel

 

Wenn dat wat warrt,

denn warrt dat wat.

 

Wenn dat nicks warrt,

denn weer dat dat.

 

Warrt dat denn wat?

Ik weet dat nich.

 

Man wenn dat wat warrt,

denn weet ick, wat wi warrt.

 

(Prosaische Übersetzung ins Hochdeutsche: Das Endspiel // Wenn das was wird, / dann wird das was. // Wenn das nichts wird, / dann war das das. // Wird das denn was? / Ich weiß das nicht. // Aber wenn das was wird, / dann weiß ich was wir werden.)

 
 

Platz drei

Auch Holland
macht Brasilien nass

und kriegt dafür
die Ananas.

 

(zum mühelosen 3:0-Sieg der Niederlande über Brasilien im kleinen Finale)

 
 

Weltmeister

Schweini blutet.
Deutschland tutet.

 
 

Das Wunder von Berlin

Siehste,

jeht doch!

 

Jetz könn’ bei uns
sogar schon Flieger landen!

 

(Oder meenste, die Jungs
sind mitten Fallschirm abjesprungen,
als grad keena kiekte?)

 
 

© Michael Augustin, Conil de la Frontera

 

Weitere Gedichte zur WM 2014 siehe: dasgedichtblog

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Jun 12 2014

Günter Kunert

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Günter Kunert

Günter Kunert

Der Autor und Lyriker Günter Kunert (85) wird den mit 20 000 Euro dotierten Kunstpreis des Landes Schleswig-Holsteins überreicht bekommen. Der in Berlin geborene Autor lebt seit seiner Ausreise aus der DDR im Jahre 1979 mehr als 30 Jahren in Kaistborstel bei Itzehoe in der Nähe von Hamburg.

Zahlreiche Lyrikbände, aber auch Prosa – darunter seine Autobiografie („Erwachsenenspiele“, 1997) sowie Essays und Reisebeschreibungen hat Kunert geschrieben. Zum 85. Geburtstag brachte der Hanser Verlag im Frühjahr den Band „Fortgesetztes Vermächtnis“ mit Gedichten seit der Jahrtausendwende heraus.

Kunert ist u. a. Preisträger des Heine-Preises der Stadt Düsseldorf, des Hölderlin-Preis und des Georg-Trakl-Preises.

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